Review: Mai-Lektüre
Gefühlt war der Mai ein richtig erfolgreicher Lesemonat – einer der positiven Effekte, wenn man keinen Fernseher hat
In der zweiten Monatshälfte hatte ich allerdings auch viel Zeit zum Schmökern. Dazu kam, daß ich kaum Bibliotheksbücher ausgeliehen habe und deshalb auch fast alles Gelesene den (trotzdem gewachsenen *räusper*) SuB erleichterte.
Challenges:
Bei der Autoren-Challenge geht es nun in der zweiten Hälfte wie erwartet merklich langsamer voran. Ich habe aber immerhin ein wirklich schwer erarbeitetes L eintragen können. Spaß macht es, nach Autoren zu suchen, die noch nicht auf dem SuB vertreten waren. Meine Lücken bei I und U haben inzwischen dazu geführt, daß ich Bücher von John Irving (wollte ich schon lange lesen…) und Hyakken Uchida (hätte ich ohne gezielte U-Suche wohl niemals entdeckt) erstanden habe.
Mein Pensum für die Büchertreff-Challenge habe ich diesmal wieder geschafft und mit Sartres “Die Wörter” ein Buch mit einem roten Cover beendet, das schon eine Weile halbgelesen im Regal lag… Für die Themenchallenge habe ich das Thema “Freundschaft” bearbeitet und bei einigen relevanten Büchern weitergelesen – trotzdem hänge ich hier am meisten hinterher (was daran liegt, daß ich eine vorher gefertigte Liste (höchst unsystematisch) abarbeite und nicht – wie einige andere Teilnehmer – nach jedem gelesenen Buch überlege, welches Thema es wohl am besten trifft).
1. Brandon Sanderson: Elantris
2. Jim Butcher: Death Masks (Harry Dresden 5)
Langsam habe ich das Gefühl, mit einem Harry Dresden-Roman in eine vertraute Welt einzutreten. Die Sache entwickelt sich gut, ich freue mich auf’s Weiterlesen. In meiner Vorstellung hat Harry übrigens gewisse Ähnlichkeit mit Pratchetts Rincewind (wie von Paul Kidby gezeichnet)…
3. Kerstin Gier: Die Mütter-Mafia
Mein diesjähriger Chick Lit-Ausflug. Es gab auf jeden Fall diverse Stellen, die mich zum Lachen gebracht, insofern hat sich der Kauf schon gelohnt. Leider gibt’s dazu die üblichen nervigen Genre-Zutaten und eine reichlich dämliche Protagonistin *seufz* Fazit: Hat Spaß, mir aber keine Lust auf die Folgebände gemacht. Vielleicht nächstes Jahr
4. Peter S. Beagle: Das Zauberhaus
5. Emilie Richards: Mrs. Wilcox und der Teufel in Prada (Mrs. Wilcox 3)
Wichtig ist hier die richtige Erwartungshaltung. Kein großartiger Krimi, dafür zeigt die Autorin als Familienpsychologin ihr Können. Mich interessiert immer, wie es mit Mrs. Wilcox und Anhang so weitergeht. Nervige Punkte: 1. der übliche Polizist. 2. der immer gleiche, einfallslose Aufbau des Schlusses nebst ausführlicher Beichte des jeweiligen Täters *ächz*
6. Juliet Blackwell: Secondhand Spirits (A Witchcraft Mystery 1)
7. Sarah Prineas: The Magic Thief ~ Found (Magic Thief 3)
Damit ist eine sehr hübsche Kinderbuchtrilogie abgeschlossen
Die Gestaltung ist gewohnt liebevoll (wenn auch diesmal exklusive Rezept, dafür mit für mich unverständlichem – vermutlich – Strickmuster). Trotzdem hat mir der erste Band am besten gefallen, wohl auch wegen der spannenden Suche nach dem Locus Magicalicus.
8. Jeanne duPrau: The City of Ember
Darauf bin ich durch den Film aufmerksam geworden (ungewöhnliche Reihenfolge bei mir). Das brachte mit sich, daß ich Filmbilder im Kopf hatte. Funktioniert gut als Einzelband, auch wenn es offenbar weitere Teile gibt, die ich vermutlich nicht lesen werde.
9. Stefan Seitz: Die Gipel der Schwefelzinnen (Unkrautland 3)
Ich war mal wieder in Unkrautland-Stimmung, und da so ein Buch schnell ausgelesen ist, ist auch diese Reihe nun beendet. War das wieder schön! Dem Autor verzeihe ich kleinere stilistische Schnitzer gerne. Hier hoffe ich auf eine baldige Rückkehr – immerhin läßt der Schluß Raum für mehr…
10. Ilona Andrews: Magic Strikes (Kate Daniels 3)
Eines steht fest: die Reihe hat wirklich nicht diese miesen Cover verdient, die sie offenbar überall auf der Welt erhalten hat. Mir gefällt der Hintergrund um die wechselnden Technik- und Magiephasen richtig gut, außerdem wird auch diesmal – wie schon in Band 2 – ein interessanter mythologischer Hintergrund eingebaut, der so auch noch nicht überstrapaziert ist. Weiterer Pluspunkt: Kate entwickelt sich. Nervfaktor Nummer 1: das alberne Schwert. Nummer 2: diverse schlaue Sprüche, speziell in Kampfsituationen.
11. Jean-Paul Sartre: Die Wörter
Ich muß zugeben, daß mir dieser autobiographische Text weniger lag als andere Schriften Sartres wie “Der Ekel” oder “Geschlossene Gesellschaft”. Daher lag das Buch trotz geringer Seitenzahl immer wieder herum, bis ich es nun beendet habe. Trotzdem kein uninteressanter Text, in dem Sartre mit beeindruckender Einsicht auf seine Kindheit zurückblickt.
12. Tad Williams: Die Geheimnisse der Tinkerfarm (Tinkerfarm 2)
Eine sehr schöne Ausgabe, die ich immer wieder gerne zur Hand genommen habe (auch wenn die Illustrationen in Teil 1 besser gelungen waren). Es geschieht viel, aber die Handlung bewegt sich doch nicht recht vom Fleck (Mittelband?).
13. Argentinische Erzählungen (Bibliothek von Babel 2)
Ich war nicht sicher, was mich erwartet – es waren dann mehrere kurze, phantastische Erzählungen, denen aus auch in der Kürze gelingt, Flair aufzubauen, das nachwirkt. Sehr gut.
14. Alexander Lohmann: Thronräuber
Oh je. Rezension folgt.
15. Phil Rickman: Der Himmel über dem Bösen (Merrily Watkins 5)
Der erste Merrily Watkins-Teil, der ziemlich viele klassische Krimi-Elemente einbezieht – die Geschichte um Fred und Rose West wird aufgegriffen und teilweise phantasievoll weitergesponnen. Verbunden damit ist ein Plot um Strommasten und elektromagnetische Hypersensibilität, außerdem spielt Sexuelle Magie eine Rolle. Wie üblich vieles vermengt also – mir gefällt’s
16. Kersten Hamilton: In der Wälder tiefer Nacht
Kann ja gar nicht so schlecht gewesen sein, wenn ich es so schnell gelesen habe. Die Einbeziehung der Mythologie ist gelungen, wobei die unheimliche Stimmung für mich stärker etabliert wurde, wo Wesen wie Cat Sidhe in die reale Welt eindringen, weniger während des Besuches in der Goblinwelt.
17. Patrick Ness/Siobhan Dowd: Sieben Minuten nach Mitternacht
Auf Blogs schon fast totrezensiert. In der Bibliothek haben mir dann doch die Zeichnungen so gut gefallen, daß ich es mitgenommen und sogar innerhalb der Ausleihzeit beendet habe. Die Art, wie das Thema angegangen wird, hat mir gut gefallen, stellenweise sehr eindringlich.
18.-19. Tina Caspari: Katja tanzt ins Leben/Katja – Traumberuf Tänzerin
Hat die Bibliothek kostenlos weggegeben, sind aber nur gebrauchte Bücher, keine Ex-Bibliotheksexemplare. Ab und zu mag ich es, für ein paar Stunden in die alten Kinderbücher abzutauchen
Hätte mich allerdings gefreut, wenn bei dem Thema ein bißchen mehr Tanztechnik und -begriffe eingebaut worden wäre, so entsteht der Eindruck, als hätte die Autorin davon wenig Ahnung.
Neuzugänge # 13
Es haben sich schon wieder einige neue Bücher angesammelt
Kommt davon, wenn man voreilig Bilder macht: es gibt in diesem Beitrag nun also zwei davon. Diesmal auch anklickbar.
Süße Sünden. Cupcakes, Cheesecakes, Pies & Co.
Nachschub für den süßen Zahn: Rezepte der Hummingbird Bakery. Whoopie-Pies mit Vanille und Kardamom, Zitronen-Thymian-Kuchen, Blutorangen-Cheesecake, Himbeer-Trifle-Cupcakes… – ich kann mich gar nicht entscheiden, was ich gerne als erstes probieren würde
Rachel Caine: Last Breath
Damit habe ich nun alle bisher erschienen Morganville-Bände. Ich bedaure immer noch den Design-Wechsel nach dem achten Teil, aber die neuen Cover von Allison & Busby sehen (verglichen mit denen von NAL) immerhin ganz okay aus.
Ralf Isau: Neschan-Trilogie
… Einzelbände: “Die Träume des Jonathan Jabbok”, “Das Geheimnis des siebten Richters” und “Das Lied der Befreiung Neschans”. Teil 1 (den ich vor einiger Zeit mal aus der Bibliothek entliehen hatte) gibt es in dieser Ausgabe ärgerlicherweise schon nicht mehr neu, was mich dazu animiert hat, die Reihe lieber gleich im Ganzen zu besorgen.
Kersten Hamilton: In der Wälder tiefer Nacht
Wieder mal hat mich ein schönes Cover zum genaueren Nachforschen verführt. Der deutsche Klappentext klingt eher blöd, bisherige Meinungen schon besser. Viel irische Mythologie
Die Reihe läuft auf Englisch unter dem Titel “Goblin Wars”.
Stephen King: Drei
“Schwarz” läßt sich deutlich besser an als ich gehofft hatte, der vom Gewohnten abweichende Stil hat mich sofort gepackt. Da das Buch aber ziemlich schmal ist, sollte ich wohl besser schon für Nachschub sorgen…
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River
Bis vor kurzem sah die I-Sektion in meinem SuB ziemlich leer aus. Die ABC-Challenge hat mich motiviert, mich hier nach Autoren umzusehen, und John Irving wollte ich schon lange mal ausprobieren. Ich bin gespannt.
Egon Friedell: Kulturgeschichte des Altertums und der Neuzeit
Letzten Herbst habe ich den Schuber als Neuerscheinung vorgestellt, nun steht er endlich auch in meinem Regal. Finanziell schmerzhaft, aber das ist die Sache wohl wert. Wie man auf dem Bild sehen kann, sind es zwei Bände – die “Kulturgeschichte der Neuzeit” dürfte nun die Frage um die höchste Seitenzahl in meinem Regal definitiv neu entscheiden: sie umfaßt stolze 1816 Seiten (das schmale Bändchen zum Altertum verblaßt daneben mit 972 Seiten).
Isländische Märchen und Sagen
Bei Fantastische Bücherwelt entdeckt
Isländische Märchen sind offenbar besonders düster und fehlten mir außerdem noch. Die Ausgabe ist vom Anaconda Verlag, der einige weitere vergleichbare Titel im Programm hat, die sich durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnen.
Peter S. Beagle: Es kamen drei Damen im Abendrot
Auf der Suche nach weiteren Beagle-Schnäppchen fand ich diesen Titel besonders vielversprechend. Als er dann unverhofft noch weiter reduziert wurde, habe ich zugeschlagen – bis ich dazu komme, wird aber wohl etwas Zeit vergehen, da ich das “Letzte Einhorn” vorher lesen möchte.
William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum (dt./engl.)
Nummer 4 in meiner dtv-Shakespeare-Ausgabe
Damit kann die zerfledderte und liebevoll während des Schulunterrichts bemalte Reclamausgabe endlich entsorgt werden…
Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv
Das klingt hübsch abgedreht und trifft meinen momentanen Geschmack nach ersten Leseeindrücken ganz gut. Nachdem sich der Text schön über die Sprechweise “fäng-schuh-i” lustig macht, werde ich das wohl nie wieder ohne geistige Krümmung so aussprechen können
Angel Adoree: The Vintage Tea Party
Wieder eine Blogentdeckung, diesmal auf Tea, Chocolate & Books. Ein Blick auf die Leseprobe hat mich sofort davon überzeugt, daß dieses Buch seinen Weg zu mir finden sollte. Wirklich wunderschön gestaltet
Paßt perfekt zur nächsten Gail Carriger-Lektüre… (oder zum Emilie Autumn hören
) Rezeptbeispiele: Toasted Chocolate Hearts, Salad Cemetery, Rose Petal Sandwiches, Lemon Scones with Lavender Cream, Chilled Raspberry Soup.
[vorbestellt] Juni
Mittlerweile sind wohl alle Verlagsprogramme mit den Herbst-/Winterneuerscheinungen erschienen. Ich habe natürlich auch einige gesichtet – wie immer sehr gefährlich! Die Zahl der Vorbestellungen ist mithin schnell angestiegen, hält sich für den Juni bis August aber noch in Grenzen. Dafür werden der September und der Oktober (wie jedes Jahr…) wohl teure Monate.
Die Manga-Reihen führe ich diesmal nicht mehr mit auf (sind ja immer dieselben und insofern mittlerweile bekannt
). Abgesehen davon ist es in diesem Monat ein Mix aus Taschenbuch- und “richtigen” Neuerscheinungen.
Kate Morton: Die fernen Stunden
Es beginnt mit einem verloren geglaubten Brief. Ein halbes Jahrhundert hat er darauf gewartet, von Meredith Burchill gelesen zu werden. Als die sonst so beherrschte Frau über den Zeilen in Tränen ausbricht, macht sich ihre Tochter Edie auf die Suche nach dem Absender. Die Spur führt nach Milderhurst Castle, wo seit Jahrzehnten die exzentrischen Blythe-Schwestern leben. Als Edie das verfallene Schloss betritt, beginnt sie zu ahnen, dass hinter den alten Mauern der Schlüssel zur rätselhaften Vergangenheit ihrer Mutter liegt.
Adam Slater: Wächter der Toten
Callum Scott kann Geister sehen. Das ist nichts Ungewöhnliches für ihn, denn er hatte schon immer ein Gespür für das Übernatürliche. Doch in letzter Zeit jagt ihm seine Gabe Angst ein. Er hat schreckliche Albträume – oder sind es Visionen? Ein unheimlicher Geisterjunge und ein riesenhafter Hund verfolgen ihn. Gemeinsam mit seiner Freundin Melissa geht Callum der Sache auf den Grund und erfährt Beunruhigendes: Die Schattenzeit hat begonnen und die Geschöpfe der Unterwelt drängen ins Diesseits. Und Callum muss einen Weg finden, sie daran zu hindern.
Laini Taylor: Daughter of Smoke and Bone
Around the world, black handprints are appearing on doorways, scorched there by winged strangers who have crept through a slit in the sky. In a dark and dusty shop, a devil’s supply of human teeth grown dangerously low. And in the tangled lanes of Prague, a young art student is about to be caught up in a brutal otherwordly war.Meet Karou. She fills her sketchbooks with monsters that may or may not be real; she’s prone to disappearing on mysterious “errands”; she speaks many languages–not all of them human; and her bright blue hair actually grows out of her head that color. Who is she?
Elizabeth Woods: Caras Schatten
Als Kinder haben sich Cara und Zoe ewige Freundschaft geschworen. Inzwischen sind beide 16 Jahre alt und leben schon lange in verschiedenen Städten. Doch plötzlich steht Zoe vor Caras Tür. Cara nimmt sie überglücklich bei sich auf.
Zoe ist wieder da, ihre einzige Vertraute. Doch irgendwie benimmt sie sich seltsam. Und dann stirbt plötzlich Caras Erzfeindin …
Peter S. Beagle: Das Zauberhaus
Meine Ausgabe ist in dem offenbar guten Jahr der “Piper Fantasy” 2004 erschienen – neben diesem besitze ich in gleicher Aufmachung Hope Mirrless’ unbedingt empfehlenswertes “Flucht ins Feenland” und John Crowleys “Das Parlament der Feen”, beide aus dem gleichen Jahr. Für alle drei gilt, daß sie etwas seltsame Titel tragen und etwas merkwürdige Cover haben, inhaltlich aber überzeugen können. “Das Zauberhaus” hat nun den Originaltitel “Tamsin”, der wesentlich besser zum Buch paßt und auch deutlicher macht, warum ich es für das Motiv “Freundschaft” der Themen-Challenge gelesen habe.
“Als die junge Jenny dem lebhaften New York den Rücken kehrt, um fortan mit Mutter und Stiefvater in Dorset zu leben, hat sie nur wenig Sinn für das vermeintlich todlangweilige Landleben. Doch das alte Herrenhaus steckt voller Geheimnisse. Eines Tages begegnet sie Tamsin, die einst als junges Mädchen starb und nun als ruheloser Geist umherirrt. Jenny ahnt, dass ein verborgener Schmerz Tamsin gefangen nimmt und begibt sich immer tiefer in das Reich der Geister hinein.”
Peter S. Beagle ist wohl besonders durch “Das letzte Einhorn” ein Begriff – was mich nie gereizt hat, bis ich nun herausgefunden habe, daß ich den poetischen, detailverliebten Schreibstil des Autors sehr mag, weshalb besagtes Einhorn mein nächstes Buch von ihm wird.
Zurück aber zum “Zauberhaus”. Der Kauf war ein Schnellschuß, denn das Gebrauchtexemplar war günstig und ich war angefixt davon, daß die englische Sagenwelt eine größere Rolle spielt. Für die Einbindung lokaler Mythologie bin ich schnell zu haben. Bereut habe ich die Anschaffung nicht
Beagle läßt sich zu Beginn viel Zeit, um Geschichte und Charaktere zu entwickeln. Handlungsort ist zunächst New York, das die 13jährige Jenny – die als Ich-Erzählerin auf die Geschehnisse zurückschaut – nur höchst ungern verläßt. “Das Zauberhaus” erzählt nun nicht nur von ihrer Freundschaft zu Geist Tamsin, deren Geheimnis es zu lüften gilt, sondern auch davon, wie Jenny sich im ländlichen England (ich bin da kürzlich über die Genre-Bezeichnung “Rural Fantasy” gestolpert… was es nicht alles gibt
) einlebt, neue Freunde findet und an neuen Herausforderungen wächst. Jennys Lebenswelt bleibt dabei stets nachvollziehbar; Beagle gelingt es, sich in die Sicht der Jugendlichen glaubwürdig einzufühlen.
Alle vorkommenden Personen sind eigenwillig gezeichnet und haben Ecken und Kanten, ob das nun Meena mit ihren indischen Wurzeln, die Stiefbrüder oder die geheimnisvolle Nachbarin ist, die noch eine ganz besondere Rolle spielen wird. Ich hatte von ihnen wie auch von den Schauplätzen um die alte Farm und den Wald herum sofort Bilder im Kopf.
Ich habe die Geschichte, die Jenny erzählt, sehr gerne verfolgt – nur kurz bevor es gegen Ende noch einmal spannend wird zog es sich ein klein wenig, denn der Plot um die langsame Aufdeckung der Ereignisse in der britischen Vergangenheit und das Schicksal Tamsins entwickelt sich dann doch ziemlich geruhsam.
Mit den zahlreichen Geistwesen vom Pooka bis zur Wilden Jagd war ich dafür besonders glücklich. Und auch wenn die Handlung am Ende noch einmal Fahrt aufnimmt, bleibt es insgesamt eine vergleichsweise ruhige, aber sehr atmosphärische Wohlfühlgeschichte (vermutlich wäre es auch ein schönes Herbstbuch gewesen, aber dafür ist es nun zu spät
).
“Ich begriff, was sich hinter dem Holzpaneel befand: der Raum, den wir auf den Plänen des Hauses ebenso wenig finden konnten wie auf den Gemälden, die das Gebäude zeigten. Der Raum, dessen spitzes Fenster nie den Sonnenschein reflektierte. Als mir das klar wurde, wäre ich am liebsten weggelaufen. Aber irgendetwas hielt mich fest. Reglos stand ich dort, einen Monat lang, vielleicht auch zwei, und dann schob ich die geheime Tür ganz auf. Und ich sah Tamsin.”
[Ich lese] Stephen King: Schwarz
“Auf der Suche nach dem mysteriösen Dunklen Turm durchstreift Roland, der letzte Revolvermann, eine sterbende Welt, wo in endlosen Wüsten und Ruinenstädten Dämonen, Sukkubi, Vampire und Geistermutanten hausen. Unbeirrt folgt er den Spuren des Mannes in Schwarz – er ist der Schlüssel zu den Mysterien des Dunklen Turms, der am Anfang der Zeit steht.”
Die Reihe um den Dunklen Turm gilt ja gemeinhin als Kings Opus Magnum – bisher habe ich sie zwar nicht gerade erfolgreich ignoriert, bin aber doch immer zu dem Schluß gekommen, daß ich mich mit dieser Revolvermann-Sache vermutlich nicht würde anfreunden können. Auch ein Blick in den dazugehörigen Comic hat mich (v.a. sprachlich) nicht begeistert.
Meine momentane King-Leselust hat mir nun aber doch den entscheidenden Schubs gegeben, es wenigstens einmal mit dem ersten Band zu probieren – offenbar hat die Reihe ja auch einige Fantasy-Anteile. Tatsächlich hat mich die spezielle Stimmung wider Erwarten gleich zu Beginn des Buches eingefangen. Mal sehen, was mich in diesem kargen Wüstensetting noch erwartet – nach einigen eingeholten Lesermeinungen ist “Schwarz” im Vergleich zu den Folgebänden zunächst wohl vor allem verwirrend…
Fast gleichzeitig habe ich auch “Die Arena” begonnen (siehe letzter Neuzugänge-Post…) – dessen Ausgangssituation ist faszinierend, aber ich muss doch zugeben, dass ich an “Schwarz” bisher schätze, dass zu Beginn deutlich weniger Menschen gewaltreiche Tode sterben
Brandon Sanderson: Elantris
High Fantasy hat es oft so an sich, daß ich eine Weile brauche, bis ich etwas fertig gelesen habe – ich habe einfach nicht immer Lust darauf. Elantris las sich trotz der 600 Seiten gut und flüssig, trotzdem habe ich letztlich länger als ein Jahr daran gelesen (das ist allerdings für mich nicht ungewöhnlich).
In der deutschen Übersetzung sind es dank üblicher Aufgeblähtheit (inkl. dreifachem Preis) sogar fast 900 Seiten geworden – vom Reinlesen hat’s mir nicht zugesagt, aber das ist ja immer Geschmackssache.
“Until 10 years ago, Elantris was the capital of Arelon, inhabited by ordinary humans transformed into magic-using demigods by the Shaod. But the magic failed, Elantris started to rot, and its inhabitants turned into powerless wrecks. Princess Sarene of Teod arrives in Kae, the new capital, close enough to Elantris to constantly remind of faded glory, prepared for a marriage to ally Teod and Arelon against the religious imperialists of Fjordell. But, she is told, her fiance, Prince Raoden, is dead. She and a recently arrived high priest of Fjordell, Hrathen, clash. Sarene tries to retain the freedom of Teod and Arelon, Hrathen tries to incite the populace to convert so that Fjordell can take over. Neither suspects the truth about Raoden. Taken by the Shaod, he struggles to unite the crippled Elantrians and discover why the magic failed.”
Ich habe das Buch fast zeitgleich mit Ken Scholes’ “Lamentation” gekauft und war fasziniert davon, wie beide Romane mit dem Fall einer Stadt beginnen – um im weiteren Verlauf dann ganz unterschiedliche Wege einzuschlagen.
Es gibt in “Elantris” drei Hauptpersonen, aus deren Sicht abwechselnd erzählt wird.
Mit Sarene, der Prinzessin, hatte ich ein wenig Schwierigkeiten. Sanderson bemüht sich sichtlich, ihr Schwächen mit auf den Weg zu geben (herrje – sie kann nicht zeichnen!), das klappt allerdings nicht, weil sie in allem, was wichtig ist, eben doch total fähig ist – letztlich ist sie für mich doch eine Mary Sue geblieben.
Ähnliche Perfektionsprobleme hat Raoden, aus dessen Sicht ich aber lieber gelesen habe, weil der Leser gemeinsam mit ihm die geheimnisvolle Stadt Elantris erkundet. Dieser Prozeß hat mich interessiert und bei der Stange gehalten.
Dritter im Bunde ist Hrathen. Seine Abschnitte sind deutlich kürzer als die der anderen beiden. Zu Beginn eher unsympathisch dargestellt, hat er sich für mich mit der Zeit zum interessantesten Charakter entwickelt, auch aufgrund seines Auftrages: hat er Erfolg, bedeutet das die Niederlage der anderen Charaktere – und Frieden. Gelingt ihm dies nicht, droht die Invasion. Diese zwiespältige Ausgangslage hat mir sehr gefallen.
Stilistisch empfand ich “Elantris” als nicht besonders auffällig, aber präzise. Anderen Autoren gelingt es besser, Bilder in meinem Kopf zu erzeugen, aber dafür achtet Sanderson sehr auf Stimmigkeit. Ich wollte wissen, was es mit der Stadt Elantris auf sich hat, habe die politischen Wirren gerne verfolgt und habe immer wieder hinten die Bedeutung der Zeichen nachgelesen, welche die Grundlage des Magiesystems bilden – Sanderson ist einer der Autoren, die Magie ganz genau erläutern und nachvollziehbar machen wollen.
“Elantris” ist alles in allem ein ziemlich guter Debutroman. In einigen Punkten sehe ich trotzdem noch Potential, insofern bin ich gespannt, wie der Autor sich in seinen nächsten Romanen weiterentwickelt (ich habe jetzt mit der “Mistborn”-Trilogie begonnen und einen ersten guten Eindruck, auch “Way of Kings” liegt schon bereit…).
Ansonsten habe ich mich mal über einen Einzelband gefreut, der kein Reihenauftakt ist. Das Ende läßt dann aber doch Spielraum für eine Fortsetzung, und vom Autor ist offenbar tatsächlich irgendwann ein Nachfolger geplant. Hm.
In gewisser Hinsicht wirkt dieser Roman von Sanderson auf mich gerade entgegengesetzt zu den Romanen von Robin Hobb, die ich bisher gelesen habe. Ersterer ist ein Systematiker, dessen besondere Stärke die Entwicklung origineller Magiesysteme ist. Handlungsaufbau und Spannungsbogen sind gut konstruiert und funktionieren (bis hin zum Schluß, auch wenn sich alles vielleicht etwas zu sehr in Wohlgefallen auflöst). Schwächer empfand ich die Charaktere und die lebendige Umwelt, was wiederum die ausgewiesenen Stärken Hobbs sind.
“The Shaod could take beggar, craftsman, nobleman, or warrior. When it came, the fortunate person’s life ended and began anew; he would discard his old, mundane existence, and move to Elantris. Elantris, where he could live in bliss, rule in wisdom, and be worshipped for eternity. Eternity ended ten years ago.”
Neuzugänge # 12
Der letzte Neuzugänge-Beitrag ist schon länger her, es wird also mal wieder Zeit, die jüngsten Neuerwerbungen zu präsentieren
Florian Don-Schauen: Tie’Shiannah. Der Untergang der Hochelfen
Bei Arvelle gab’s DSA-Romane – die meisten sind nichts für mich, der hier interessierte mich allerdings schon eine Weile und da er nun günstig war…
Ray Bradbury: Fahrenheit 451
Die Bradbury-Sammlung muß erweitert werden – und “Fahrenheit” ist ja geradezu ein Klassiker. Wenn schon Dystopie, dann richtig.
Agatha Christie: They Came To Baghdad
Arvelle Nummer 2. Weitere Christies sind immer gut, und der hier kostete wenig bei keinerlei optischen Mängeln.
Markus Zusak: Die Bücherdiebin
Ich bin neugierig darauf. Erst dachte ich, es wäre aufgrund totgeredeter Kriegsthematik nichts für mich, jetzt haben mich einige Rezensionen doch umgestimmt. (Gab’s sogar auch bei Arvelle, aber hier wollte ich das Taschenbuch)
Stephen King: Die Arena
Meine King-Phase hatte ich in früher Jugend (mein Favorit blieb “Es”) – irgendwann störte mich die prollige Sprache dann zunehmend. Inzwischen möchte ich es mal wieder mit dem Autor probieren. Neben diesem hier steht noch die “Dunkler Turm”-Reihe zur Überlegung.
Kerstin Gier: Die Mütter-Mafia
So einmal im Jahr habe ich Lust auf so ein Buch (das ist der Sommer…
). Letztes Jahr war’s Kinsella, die allerdings nach zwei Büchern langweilig wird – Kerstin Giers sog. “Edelsteintrilogie” hat mir gefallen, also habe ich Hoffnung. Das Thema läßt sich ja grds. schön boshaft ausreizen. Weiterer Stein des Anstoßes: Neue Ausgabe.
Nina Blazon: Faunblut
Ich habe eine gefühlte Ewigkeit auf ein Taschenbuch mit normaler Schriftgröße gewartet und bin nun bei einem günstigen gebrauchten HC-Exemplar schwach geworden. Jetzt ist natürlich für nächstes Frühjahr das kleine Taschenbuch angekündigt *nerv* Trost: Ich habe das (schönere) alte Cover bekommen!
Die schönsten japanischen Märchen
Mir ist aufgefallen, daß japanische Märchen noch in meiner Sammlung fehlten. Dieser Mißstand ist nun also behoben
Maxime Chattam: Alterra 2 / 3
Band 2: Arvelle Nummer 3 (gleiche Quelle wie schon der erste Teil). Band 3: Panikkauf nach der Entdeckung, daß es selbigen nicht mehr neu und auch nicht wirklich gebraucht zu kaufen gibt. – Ich hatte Glück beim Amazon-Marketplace, der Preis war sogar noch ganz anständig.
Mark Charan Newton: Nights of Villjamur
Niasma ist schuld, die mir davon vorgeschwärmt und mir ein Bild des Covers gemailt hat. Für 39 ct gebraucht dürfte es notfalls auch ein Fehlkauf werden
Sieht ungelesen aus, was mich besonders freut.
Tilman Rammstedt: Der Kaiser von China
Hab ich auf dem Bild vergessen – kostenlose Beigabe von Arvelle (Nummer 4 quasi), könnte mir sogar gefallen.
Review: April-Lektüre
Das Leseergebnis des letzten Monats sieht im Vergleich relativ mager aus. Tatsächlich habe ich in der ersten Monatshälfte nicht besonders viel gelesen – dafür aber in der zweiten Hälfte einige Bücher abgeschlossen, die schon eine Weile auf dem SuB lagen (“Clockwork Angel” sogar seit 2010…). In einigen umfangreicheren Titeln bin ich große Stücke weitergekommen (z.B. “Der Übergang”), bin damit aber eben noch nicht durch. Letztlich habe ich deutlich mehr Bücher gekauft als gelesen, woran insbesondere Arvelle und TBD schuld waren.
In Hinblick auf die Challenges war der Monat nicht so erfolgreich, aber da das Ganze ja primär Spaß machen soll, streßt mich das nicht besonders. Für die Themen-Challenge habe ich eine Rezension geschrieben (und mit “Die Bücherdiebin” nun ein neues Buch für das Thema Krieg geplant), bei der Autoren-Challenge konnte ich das H und das O abschließen – und damit einen der selteneren Buchstaben
Bei der Büchertreff-Challenge habe ich im April erstmalig versagt und “The List of 7″ noch nicht fertig gelesen. Es hat sich als sehr gut herausgestellt, ist aber stilistisch ein bißchen was zum Genießen und liest sich damit nicht so schnell weg. Ich verbuche es als Teilerfolg, diese SuB-Leiche immerhin angefangen zu haben (ein Viertel ist bisher geschafft und in der nächsten Zeit werde ich daran weiterlesen).
1. Gunther Hirschfelder: Europäische Eßkultur
Ich habe immer mal ein Kapitel gelesen und das Buch auf diese Weise überraschend schnell gelesen. Ich war eingangs der Meinung, mich würde besonders die Frühgeschichte interessieren. Dem war dann nicht so, weil sich erst nach dem Mittelalter die Quellenlage merklich verbessert und die einfachen Daten (i.S.v. “in diesem Dorf wurde eine Anzahl von x Schafen, x Pferden und x Hühnern gefunden, also wurde wahrscheinlich eine Menge von xy Fleisch gegessen”) durch viele kleine Geschichten ergänzt werden können. Einige interessante Fakten habe ich dabei gelernt, wobei die Ernährungsgeschichte wenigstens kurz immer mit der allgemeinen Geschichte in Beziehung gesetzt wird. Die Beschränkung auf Europa ist natürlich verständlich, mich würde aber besonders auch der Rest der Welt interessieren. Wenn da jemand Empfehlungen hat, immer her damit…
2. Robert van Gulik: Mord im Labyrinth
Ein typischer Richter Di-Krimi, den ich wieder sehr gerne gelesen habe. Das titelgebende Labyrinth bietet Möglichkeit für einige Geheimnisse und auch die Auflösung weist ein paar interessante Züge auf. Immer wieder verblüffend ist die Darstellung von Folter, Verhandlung und Strafe – beides erwartet der chinesische Leser offenbar von einem Krimi, während sich für den europäischen Leser meist nach der Gefangennahme der Vorhang schließt.
3. Carola Dunn: Death at Wentwater Court (Daisy Dalrymple 1)
Zunächst: Das Cover mit seinen kleinen mörderischen Details finde ich großartig
Am Anfang kam ich in das Buch sehr gut rein, dann hat es immer wieder lange gelegen, bevor ich wieder einige Kapitel gelesen habe. Mit der Protagonistin Daisy bin ich schnell warm geworden, außerdem punktet die Autorin besonders mit der Darstellung der 20er Jahre bis hin zu typischen Phrasen in Gesprächen. Der Kriminalfall ist überwiegend eine dieser Familiengeschichten, hat mich aber nicht so in seinen Bann gezogen wie Agatha Christie das schafft. Dadurch zog sich der lange Mittelteil mit diversen Befragungen für mich ein wenig hin. Vielleicht gibt es da im zweiten Band noch Steigerungsmöglichkeiten. Und eine Frage bleibt: Was haben die Cozy-Autorinnen nur immer mit diesen blöden Polizisten?!
4. Walter Moers: Das Labyrinth der träumenden Bücher
5. James A. Owen: The Search for the Red Dragon (Imaginarium Geographica 2)
Alles, was mir beim ersten Band gefallen hat – der Stil, die Atmosphäre, die Zeichnungen -, ist auch hier wieder da. Diesmal verwebt der Autor den Rattenfänger von Hameln, Peter Pans Lost Boys und eine Prise Pinocchio. Gegen Ende wird auf ein großes Finale verzichtet (im Gegensatz zu Band 1), was wegen Pathos-Verzichtes gut ist. Blöderweise greift Owen dennoch auf einen bereits im Vorband verwendeten Kniff zurück, der durchaus an Deus Ex Machina denken läßt. Zur Plotlösung hoffe ich für Band 3 dann doch auf etwas mehr Kreativität.
6. Cassandra Clare: Clockwork Angel (Infernal Devices 1)
So etwa ein Buch von Cassandra Clare schaffe ich im Jahr – nun war also “Clockwork Angel” dran. Mittlerweile war schon einigermaßen viel Unmut über Ähnlichkeiten zur Mortal-Instruments-Trilogie zu hören; alles in allem fand ich es so schlimm nicht. Klar ist die Personenkonstellation nicht neu, aber Setting und Geschichte sind für mich interessant genug – wobei das viktorianische London vor allem zu Beginn als etwas Besonderes auffällt, im weiteren Verlauf gibt es viele Stellen, die eigentlich wo-auch-immer hätten spielen können. Ansonsten ist es vor allem Clares Schreibstil, mit dem ich mich sehr wohlfühle und der mich immer wieder zu ihren Büchern zurückkehren läßt. Jetzt muß ich entscheiden, ob ich mit “City of Fallen Angel” und damit Trilogie Nummer 3 oder mit “Clockwork Prince” (dem direkten Nachfolger) weitermache – zur Zeit senkt sich die Waage zu letzterem.
7. Tommy Krappweis: Das Todesmal (Mara und der Feuerbringer 2)
Bibliotheksbuch. Beim ersten Teil hat mich die starke Trennung zwischen mythologischer und realer Welt gestört, jetzt ist die Verflechtung etwas besser gelungen. Der Klamauk-Anteil ist immer noch sehr hoch und von unterschiedlicher Qualität – ich bin dazu übergegangen, mir beim Lesen alles irgendwie als Trickfilm vorzustellen, dann geht’s ganz gut.
Der Mythologie-Teil ist wieder gut recherchiert und einer der besten Aspekte der Reihe.
8. Reisegast in China
Mein zweites Buch aus der Reihe – “Reisegast in Japan” habe ich schon vor Jahren gelesen und war davon sehr angetan. Der China-Teil ist sehr ähnlich aufgemacht und deckt von Küche über Religion und Geschichte bis hin zu Sprache viele Themen ab. Das Buch wird dabei nie langweilig und geht nicht zu sehr auf die (z.B. historischen) Details ein. Einen Eindruck, besonders von den Stolpersteinen für europäische Besucher im Land, erhält man aber auf jeden Fall. Kleiner Kritikpunkt: Für den Umfang könnte das Buch ruhig ein paar Euro weniger kosten.
[vorbestellt] Mai
Auch im Mai gibt’s ein paar schöne neue Bücher, allerdings überwiegend englische Reihen-Fortsetzungen im Taschenbuch, u.a. Nachschub aus Morganville, einer der wenigen Vampirreihen, die ich verfolge. Außerdem ist ein Buch mit einem leicht aberwitzigen Titel dabei, das ich allein deshalb näher ansehen möchte
Ansonsten ist es vom Genre her diesmal nicht besonders abwechslungsreich, fürchte ich.
Rachel Caine: Black Dawn
When the ferocious draug, the vampire’s deadliest enemy, floods Morganville most of the locals flee. Student Claire Danvers and her friends Shane, Eve and Michael, however, choose to stay and fight. But unless they can find an antidote to the draugs’ bite, Morganville’s future looks bleak …
Cassandra Clare: City of Lost Souls
Clary and the Shadowhunters struggle to piece together their shattered world after a betrayal by one of their own leaves them reeling. This is the follow-up to the international number one bestseller ‘City of Fallen Angels’.
Richelle Mead: Bloodlines
Sydney protects vampire secrets – and human lives. Sydney belongs to a secret group who dabble in magic and serve to bridge the world of humans and vampires. But when Sydney is torn from her bed in the middle of the night, she fears she’s still being punished for her complicated alliance with dhampir Rose Hathaway. What unfolds is far worse.
Nura – Herr der Yokai 2
Er sieht ja vielleicht aus wie ein ganz normaler Junge, aber in Wahrheit ist Rikuo zu einem Viertel Yokai – ein Wesen der Geisterwelt. Sein Opa ist nämlich der große Geister-General Nurarihyon, der Herr der Finsternis und Gebieter über das Pandämonium. Dass er kein normaler Junge ist, mag Rikuo nicht zugeben. Es vor seinen Freunden zu verheimlichen, wird aber langsam echt schwierig …
Jackson Pearce: Sweetly
As a child, Gretchen’s twin sister was taken by a witch-like monster in the woods. Ever since, Gretchen and her brother, Ansel, have felt the long branches of the witch’s forest threatening to make them disappear, too. When their stepmother casts Gretchen and Ansel out as teens, they stumble upon a sleepy Southern town and are invited to stay with Sophia Kelly at her sweet shop. Sophia moulds candied magic: coveted treats that inspire confidence, bravery, and passion. Life seems idyllic and Gretchen and Ansel finally start to forget their haunted past – until Gretchen meets handsome local outcast Samuel, who gives Gretchen a reason to fear Sophia: girls have been vanishing at Sophia’s annual chocolate festival, taken by the insatiable ‘witch’ of Gretchen’s nightmares. Can Gretchen save herself, the girls of Live Oak, and Sophia? Of one thing, Gretchen is certain: a monster is coming, and it will never go away hungry.
Pretty Guardian Sailor Moon 8
Das Shojo-Highlight Pretty Guardian Sailor Moon hat seinen Höhenflug begonnen und Deutschland erneut im Sturm erobert. Noch vor dem offiziellen Verkaufsstart stieg der erste Band auf Platz 1 der Manga-Bestsellerlisten ein und täglich erreichen den Verlag begeisterte Stimmen der Leser und Leserinnen. Die schicken Cover und prächtigen Farbseiten, sowie die neue Übersetzung der Re-Edition überzeugen mühelos und faszinieren Groß und Klein.
Catherynne M. Valente: The Girl Who Circumnavigated Fairyland in a Ship of Her Own Making
Twelve-year-old September lives in Omaha, and used to have an ordinary life, until her father went to war and her mother went to work. One day, September is met at her kitchen window by a Green Wind (taking the form of a gentleman in a green jacket), who invites her on an adventure, implying that her help is needed in Fairyland. The new Marquess is unpredictable and fickle, and also not much older…
Walter Moers: Das Labyrinth der träumenden Bücher

Lange hat es gedauert, bis wieder ein Zamonien-Roman erschien. Besonders hat mich gefreut, daß dieser erneut in Buchhaim spielt, was mir aus “Die Stadt der träumenden Bücher” noch so gut in Erinnerung war
“Hildegunst von Mythenmetz, der größte Schriftsteller Zamoniens, suhlt sich auf der Lindwurmfeste in seinem Erfolg. Da erreicht ihn ein mysteriöses Schreiben, das ihn verlockt, dem Wohlleben Adieu zu sagen und nach Buchhaim, der ‘Stadt der Träumenden Bücher’, zurückzukehren. Dort trifft er auf eine neuerbaute Stadt, die vor Leben rund um das Buch nur so vibriert. Und er begegnet alten Bekannten, aber auch neuen Phänomenen und Wundern der Stadt: Librinauten und dem Biblionismus, Qualmoiren und dem Buchwein sowie vor allem den obskuren Puppetisten, dem faszinierenden Puppaecircus Maximus und dem geheimnisvollen Maestro Corodiak.”
Moers ist einer der wenigen Autoren, von denen ich mir nachträglich noch Bücher im Hardcover besorgt habe. Auch “Das Labyrinth der träumenden Bücher” ist wieder äußerst sehenswert geworden, wozu die zahlreichen wunderbar phantasievollen Zeichnungen des Autors viel beitragen.
Zuerst war es einfach schön, sich nach langem mal wieder lesend in Zamonien aufzuhalten. Buchhaim hat sich allerdings stark verändert, was natürlich insofern schon gelungen ist, als Moers nicht einfach mehr vom Gleichen liefert, sondern sich etwas Neues hat einfallen lassen. Allerdings muß ich zugeben, daß mir das traditionelle Buchhaim ein wenig mehr gelegen hat. Ich-Erzähler Mythenmetz lernt die Veränderungen nun Schritt für Schritt zusammen mit dem Leser kennen.
Das Buch ist relativ handlungsarm – Moers schwelgt in Stadtbeschreibungen und -rundgängen, ohne daß dadurch der Plot vorangetrieben wird. So eine Erzählweise ist Geschmackssache; ich mag sie, sofern das Setting interessant genug ist (ich finde, das ist hier der Fall – die Stadt ist voller Ideen und Kreaturen, über ich ganz einfach mehr wissen möchte). Wenn man sich darauf einläßt, entspinnt sich nach und nach auch eine lesenswerte Geschichte, in deren Mitte natürlich Mythenmetz steht.
Zwischendurch konzentriert sich Moers über (fast zu) viele Seiten auf das Phänomen des Puppetismus, das in Buchhaim gerade große Mode ist. Ich hatte einige Befürchtungen wegen einer über ca. 80 Seiten beschriebenen Theateraufführung, die die Ereignisse in “Die Stadt der träumenden Bücher” widergibt, war aber dann wohl gerade wegen besagter Erwartungshaltung nicht gelangweilt: Moers schafft es, mich dafür zu interessieren, wie dieser Stoff auf der Bühne umgesetzt wird. Außerdem ist es schon mehrere Jahre her, daß ich den Vorgänger gelesen habe, insofern war es für mich eher eine nette Auffrischung als langwierige Wiederholung.
Was viele Leser offenbar verärgert hat ist die Tatsache, daß das Buch abbricht, als es gerade so richtig spannend geworden ist. Das ist unerwartet und insofern etwas ärgerlich. Moers begründet den Schritt zur Teilung des Buches am Ende allerdings sehr nachvollziehbar, wie ich finde, und meine Reaktion war eher Freude über die Aussicht auf ein weiteres Zamonien-Buch
Vorwerfen kann ich das allenfalls dem Marketing des Verlags, denn es wäre tatsächlich schöner gewesen, “Das Labyrinth der träumenden Bücher” sozusagen als ersten Teil anzukündigen.
Ansonsten habe ich festgestellt, daß auch Zamonien sich ähnlich wie Pratchetts Scheibenwelt seit den Anfängen mit den “13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär” von überwiegend Klamauk zu ernsthafteren Tönen weiterentwickelt hat. Für mich war der neueste Ableger der Reihe wieder ein schönes Leseerlebnis, wenn auch nicht der beste Teil. Ich hoffe jedenfalls, daß der nun so vollmundig angekündigte zweite Band nicht allzu lange auf sich warten lassen wird – einstweilen werde ich mich noch einmal zu Käpt’n Blaubär begeben, das neu erworbene Hardcover sorgt für ein ganz anderes Lesegefühl als mein altes Taschenbuch
“Da erst sah ich das Postscriptum, welches in miskroskopisch kleiner Schrift auf den unteren Rand gesetzt war. Es lautete: P.S. Der Schattenkönig ist zurückgekehrt. Ich starrte die Zeile an wie ein Gespenst, das mir gerade erschienen war. P.S. Der Schattenkönig ist zurückgekehrt. Kalter Schweiß trat mir auf die Stirn, und der Brief in meiner Hand begann zu zittern. Vier Worte, zweiunddreißig winzige Zeichen auf Papier genügten, mich derart aus der Fassung zu bringen.”

