[Review] August-Lektüre

September 7, 2013 at 09:43 (Review)

Im August habe ich nur wenige dicke Bücher gelesen, und insgesamt ließ sich der Sommer noch einmal schön auskosten, bevor sich nun in den letzten Tagen langsam Vorfreude auf den Herbst einstellte (die erste Buttermilk Pancake-Duftkerze wurde abgebrannt, und schön langsam steht auch eine nachmittägliche Teestunde wieder häufiger auf dem Programm…). Bis auf den „Aufziehvogel“ war allerdings wenig dabei, was hängenbleibt… aber so ist das eben mit Sommerbüchern manchmal 😉

Challenges:

– Bücher, die man gelesen haben muß: Ich bin nach wie vor mit „I capture the Castle“ beschäftigt, momentan sind gut 200 Seiten gelesen. Dafür habe ich auch „Die Frau in Weiß“ angefangen. Trotzdem muß hier mal wieder etwas fertig werden (ich habe allerdings all die hübsch dünnen Bücher im 1. Halbjahr hinter mich gebracht).

– Meine Lesevorhaben: „Newton und der Apfel der Erkenntnis“ sowie „Mister Aufziehvogel“ gelesen.

– Rory Gilmore Challenge: Ich habe „Northanger Abbey“ begonnen.

1. Sujata Massey: Zuflucht im Teehaus (Rei Shimura 2)

Ähnlicher Eindruck wie beim ersten Teil: bestechend durch den japanischen Hintergrund zwischen Tradition (Antiquitäten und klösterliches Leben in diesem Buch) und Moderne, als Krimi durchschnittlich, manchmal ein bißchen dick aufgetragen, aber nicht schlecht. Über kleinere Schwächen sehe ich hinweg, da ich mich insgesamt gut unterhalten fühlte.

2. Haruki Murakami: Mister Aufziehvogel

Der erste Murakami, den ich beendet habe – war aber auch ein ziemlicher Brocken. Sehr schönes Buch, bei dem ich nur für manche Szenen Abstriche mache, die nicht ganz nach meinem Geschmack waren, davon abgesehen ein Kaleidoskop voller Seltsamkeiten im scheinbar normalen Leben des Toru Okada, das äußerst lesenswert, schwer inhaltlich wiederzugeben und machmal erfreulich wenig gefällig ist. Enthält zudem viele Geschichten in der Geschichte, die teilweise durch Briefe, teilweise durch Erzählungen wiedergegeben sind.

3. Elfgren/Strandberg: Feuer

Hat sich, finde ich, seit Band 1 noch ein wenig gesteigert. Eines der wenigen Bücher, die im Präsens verfaßt sind, was mich anfangs immer irritiert, woran man sich aber schnell gewöhnt. Die Kapitel wechseln zwischen den Protagonistinnen (die Autoren lassen sich auch einen netten Kniff einfallen, damit sie sich besser kennenlernen, als sie eigentlich wollten). Zu Beginn von „Zirkel“ hatte ich Schwierigkeiten, die Mädchen auseinanderzuhalten – dieses Problem hat sich mittlerweile erledigt. Der Fokus liegt wieder stark auf Lebens- und Problemwelt und liest sich damit trotz aller Magie relativ realistisch.

4. Bailey Cates: Brownies & Broomsticks

Unter den getesten Cozies ist dieser sicherlich nicht der beste. Er läßt sich zwar gut lesen, versackt aber im Mittelmaß. Ich mochte die Café-Sache, und vielleicht wird auch die Hexerei mit den nächsten Bänden noch ganz nett. Negativ ist mir der extrem simple Schreibstil aufgefallen, der wohl nicht einmal Schüler nach 2 Jahren Englischunterricht vor Herausforderungen stellt. Außerdem gibt es die bewährten langweiligen Zutaten um Singlefrau im Kreativjob und zwei mehr oder weniger erwartbare love interests.

5. Trisha Ashley: Schokoladenzauber

Erwartet leichte Lektüre. Ich mochte Chloes etwas schräge Familie, fand hingegen ihren Engelkarten-Tick eher suspekt. Der grundlegende Handlungsverlauf ist genretypisch vorhersehbar, wenn man das Buch nicht zu ernst nimmt, kann man mit den skurrilen Figuren und ungewöhnliche Kleinigkeiten seinen Spaß haben.

6. Monika Feth: Der Schattengänger

Hat mir wieder ein Stück besser gefallen als der dritte Band. Insgesamt bleibt es eine Reihe, die ich sehr gerne lese, auch wenn langsam sehr unplausibel wird, warum die mittlerweile eigentlich entführungserfahrene Jette sich manchmal immer noch anstellt wie der letzte Mensch und zu Wildfremden ins Auto steigt. Es wird auch immer schwieriger, die zahlreichen Kriminalfälle um Jette herum zu begründen, aber das ist ein Problem vieler Serien mit amateur sleuth. Die sich mitentwickelnde Geschichte um Jette, ihre Familie und ihre Freunde bleibt ein Bonus. (In die neuere Reihe um Romy Berner habe ich übrigens mal reingelesen, hat mich spontan nicht angesprochen.)

7. Luca Novelli: Newton und der Apfel der Erkenntnis

Kindersachbuch aus der Arena-Reihe. Mir gefällt das Anliegen der „Bibliothek des Wissens“, die auch überwiegend kindgerecht aufgemacht ist. Biographisch erzählt, unterbrochen von Sachteilen, am Ende ein informatives Glossar. Die zahlreichen Zeichnungen sind in Ordnung, wenn auch nicht ganz mein Geschmack. Alles in allem geeignet, um sich einen Überblick zu verschaffen.

8. Franz J. Bauer: Das ‚lange‘ 19. Jahrhundert

9. Rebecca Promitzer: Chilischarfes Teufelszeug

Bibliotheksbuch über einen verregneten Sommer, einen Mord – und natürlich titelgebende Würzsauce. Hat mir letztlich unerwartet gut gefallen, auch weil es sich nicht vollständig in Wohlgefallen auflöst. Gut dargestellt ist das Wesen von Ferienfreundschaften, die Figuren sind tatsächlich Charakterköpfe, die Auflösung ist ziemlich eigentümlich für ein Buch dieser Art.

10. Tony diTerlizzi: Die Suche nach WondLa

Bibliotheksbuch und Zufallsfund, den ich aufgrund des bekannten Autorennamens mitgenommen habe. Das Lesen hat sich gelohnt, die Details der Welt sind interessant und die Ausgabe ist sehr gelungen (einziger Vorwurf wäre, daß sie etwas aufgebläht ist). Leicht genervt hat mich allerdings der allgegenwärtige tumbe Verfolger, der offenbar als Actionszeneninitiator herhalten muß. Am Ende bleiben viele Fragen noch offen, die man sich für die Folgebände (Teil 2 ist gerade auf Deutsch erschienen) aufheben muß.

11. Yelena Black: Dance of Shadows

Bibliotheksbuch. Ich war neugierig auf die Ballettdämonengeschichte – die Idee ist auch ganz nett, die Geschichte kommt aber erst im letzten Drittel langsam in die Gänge. Bis dahin zieht sich die Handlung um Vanessa und ihre Freunde sehr, zumal keine der handelnden Personen geeignet ist, im Gedächtnis zu bleiben. Dazu kommt dann ein Typ, der ständig dubiose Andeutungen macht, aber alle konkreteren Aussagen aus unerfindlichen Gründen bis zum Finale hinauszögert. So etwas zeugt nicht gerade vom Können der Autorin.

12. Elizabeth Chandler: Das Wispern der Gräber

Bibliotheksbuch. Das Konzept der Reihe ist ganz ansprechend: fünf Bände, die für sich stehen können, aber alle in derselben Stadt spielen, so daß einige Schauplätze und Personen wiederkehren. Leichter Grusel/Thrill für die Teenager-Zielgruppe ohne besonderen Tiefgang.

13. Louise Fitzhugh: Harriet, die kleine Detektivin

Ich habe beste Erinnerungen aus Kindertagen an dieses Buch, habe es irgendwann mal via Rebuy schicken lassen und nun nach Jahren wieder gelesen. Ich finde es immer noch toll und konnte mich wie damals mit der borstigen Harriet und ihren Notizheften sehr identifizieren 🙂

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7 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Sujata Massey sollte ich mir für diesen Monat mal vornehmen – das scheint gerade zu passen (sobald die angefangenen Bücher mal aus meinem Kopf sind *g*).

    Auf „Feuer“ freu ich mich nach deinen Zeilen. „Zirkel“ hatte mir ja schon gut gefallen und eine Steigerung klingt verlockend. Zum Glück meldete die Bibliothek, dass das Buch schon für mich bereitsteht. 🙂

    *seufz* „Chilischarfes Teufelszeug“ habe ich dann mal vorbestellt …

    … und „Das Wispern der Gräber“ auch gleich … Ich habe ja nicht genug zu lesen im Haus … 😉

  2. Kiya said,

    Schön, daß etwas für dich dabei war 🙂 Solange du kostenfrei aus der Bibliothek die Titel besorgen kannst, gibt es ja kein großes Risiko. Bei „Das Wispern der Gräber“ aber bitte wirklich nicht allzu viel erwarten, sonst bist du enttäuscht 😉

  3. Winterkatze said,

    Ja, die Bibliothek ist in der Beziehung wirklich meine Rettung – so kann ich regelmäßig meine Neugier befriedigen. 🙂

    Was „Das Wispern der Gräber“ angeht, so habe ich zur Zeit einfach das Gefühl kein nettes Jugendbuch mehr im Haus zu haben (die SuB-Liste würde mich da vermutlich eines Anderen belehren) – und natürlich will ich immer das lesen, was gerade nicht verfügbar ist. 😀

  4. Kiya said,

    Mit Jugendbüchern ist es ja immer so eine Sache – ich lese die zwar gerne, aber sie sind auch mehr als Kinderbücher in Gefahr, alberne Liebesgeschichten zu sehr in den Vordergrund zu stellen *seufz*
    Zuletzt bestellt habe ich „Fürchte nicht das tiefe blaue Meer“, nachdem ich gerade erst entdeckt habe, daß eine Übersetzung erschienen ist. Ansonsten recht neu sind Sarah Beth Dursts „Vessel“ und Tiffany Trents „The Unnaturalists“ – weiß aber nicht, ob etwas davon was für dich wäre.

    Jedenfalls viel Spaß mit „Das Wispern der Gräber“ 🙂

  5. Winterkatze said,

    Den Spaß hatte ich, nachdem ich erst einmal nicht so recht in die Geschichte reingekommen war. Es brauchte mal wieder etwas Ruhe und ein paar Seiten am Stück, damit ich mich mit den Figuren wohlfühlte. Du hattest recht, es ist eine nette Geschichte. 🙂

    Oh, und jetzt erinnere ich mich, dass ich “Chilischarfes Teufelszeug” auch bei dir aufgelesen hatte. Das Buch muss allerdings erst Anfang Dezember wieder in die Bibliothek und hat noch etwas Zeit. *g*

  6. Kiya said,

    Da bin ich ja erleichtert, daß es keine ganz miese Leseerfahrung war 😉 Ist eben ziemlich seicht, aber ich mag manchmal diese Art Teenie-Grusel/Thriller.

    Bin gespannt, ob dir „Chilischafts Teufelszeug“ auch gefällt 🙂 Wenn nicht, ist es ja – da aus der Bibliothek – auch keine verlorene Investition.

  7. Winterkatze said,

    Seicht ist doch gar nicht schlimm, das ist perfekt für volle Köpfe. 🙂 Ich fand es auch unterhaltsam – und habe prompt im Anschluss geguckt, ob die Bibliothek noch mehr davon hat (leider nicht).

    Jupp, so sehe ich das auch. Es lebe die Bibliothek! 🙂

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