[Review] Gelesen im Mai

Juni 13, 2018 at 20:15 (Review)

Ich lese weiterhin verstärkt Bücher, die ich mitnehmen kann, was bedauerlich für all die umfangreichen Hardcover ist, die zu Hause in den Regalen auf mich warten (immerhin habe ich mit „Nevermoor“ ein HC beendet), aber deren Zeit wird noch kommen. Meinen noch recht neuen Kindle Paperwhite nehme ich im Zug auch häufiger zur Hand, wie man sieht. Den Gegebenheiten angepasst lese ich momentan auch viel auf Deutsch, weil ich mich unterwegs nicht so gut auf englische Lektüre, vor allem wenn die Sprache komplexer ist, konzentrieren kann.

1. Maja Köllinger: Madness ~ Das Land der tickenden Herzen

So eine steampunkig angehauchte Alice-Adaption, die auch noch so ein schönes Cover hat, sollte mir doch eigentlich gefallen… Tja, tat sie leider nicht wirklich, und ich habe das Buch auch bereits aussortiert. Zwar mochte ich einige Details der Welt, aber das hat in diesem Fall nicht gereicht. Figuren und Handlung blieben oberflächlich und für mich wenig interessant, aber vor allem hat mich die Angewohnheit der Autorin gestört, unglaublich umständlich, häufig wiederholt, auf ungeschickte Weise und übertrieben sämtliche Gefühlsregungen zu schildern, die auch nicht immer ein einheitliches Bild ergaben. Schade.

2. Jessica Townsend: Nevermoor

„Nevermoor“ dagegen gefiel mir gut. Ich habe sehr enthusiastische Harry Potter-Vergleiche gelesen und mir beim Lesen auch selbst darüber Gedanken gemacht. Für mich lag der Reiz vor allem in all den bunten Ideen, die Jessica Townsend hat. Der Auftakt ist mühelos angenehm geschrieben und unterhaltsam; ich werde auch die Fortsetzung lesen. Anders als bei Harry Potter hat „Nevermoor“ aber überhaupt kein britisches Flair, und eine entsprechende Atmosphäre hat mir irgendwie gefehlt. Auch die Figuren sind zwar eigentlich nicht uninteressant, haben mich aber zu keiner Zeit berührt.

3. Stanislaw Lem: Der futurologische Kongress

Es war ein Genuss, wieder einmal Stanislaw Lem zu lesen. Zu Beginn habe ich mich an Evelyn Waughs „Scoop“ erinnert gefühlt und viel gelacht – später blieb mir das Lachen ein wenig im Halse stecken. Ein sehr empfehlenswerter SF-Roman, der trotz seiner fast 50 Jahre heute problemlos gelesen werden kann. Einzig beim Ende hatte ich ein wenig den Eindruck, dass Lem es sich zu leicht gemacht hat.

4. Halo Summer: Froschröschen [ebook]

Es ist noch nicht lange her, dass ich „Aschenkindel“ gelesen habe. „Froschröschen“ ist umfangreicher und hat mir noch etwas besser gefallen, aber es geht in eine ähnliche Richtung. Wie schon bei „Aschenkindel“ muss ich sagen, dass ich die Sumpfloch-Welt und alle Bezüge zu ihr einfach mochte. Es bleibt aber dabei, dass die Figuren mir generischer vorkommen als die aus der Saga bekannten. Wahrscheinlich brauchen sie mehrere Bände, um zu wachsen – vielleicht erhält „Froschröschen“ ja noch eine Fortsetzung?

5. Janina Venn-Rosky: Sehnsucht nach Teeküssen [ebook]

Dritter und wenn ich mich nicht täusche letzter Teil von leichten, kurzen Romanen um drei Freundinnen, das Teegeschäft „Tea Time“, Kuchen, Jane Austen, restaurierte Möbel und andere schöne Dinge. All das fand ich wieder sehr gemütlich und hervorragend geeignet als Zuglektüre, auch wenn man natürlich damit rechnen muss, dass es hin und wieder kitschig wird. Ich habe wieder einiges über Tee gelernt und nun Lust bekommen, einmalDarjeeling zu bereisen.

Advertisements

Permalink 2 Kommentare

[Review] Gelesen im April

Mai 2, 2018 at 20:02 (Review)

In der ersten Monatshälfte habe ich meine freie Zeit eher mit Computerspielen verbracht, aber zum Ende hin habe ich doch noch einige Bücher beendet (die nicht so lang waren). Außerdem habe ich nach einem Vierteljahr endlich „David Copperfield“ beendet!

1. Charles Dickens: David Copperfield

Ich gebe zu: „Great Expectations“ hat mir besser gefallen, auch wenn „David Copperfield“ ein guter Roman ist. Das liegt zum einen am Umfang – „David Copperfield“ hat über 1000 Seiten, der Plot ist nicht so rund wie in „Great Expectations“ und die Mitte zieht sich hin, was auch an einigen sehr sentimentalen Szenen liegt. Dafür haben Anfang und Schluss mich bei der Stange gehalten, ebenso die zahlreichen wunderbar skurrilen Figuren (unter anderem Uriah Heep, Betsey Trotwood und der fabelhafte Mr Micawber); diese sind Dickens‘ größte Stärke. David selbst gehört nicht unbedingt dazu, er ist naiv und vertrauensselig, wahrscheinlich um zum Genre Bildungsroman zu passen. Ansonsten schreibt Dickens wunderbar, was ich allerdings nur eingeschränkt genießen konnte, denn ich habe aus Zeitgründen die deutsche Übersetzung gewählt, an der ich leider einiges zu mäkeln hatte. Eine englische Ausgabe mit äußerst gelungenen Zeichnungen lag immer neben mir, sodass ich mehrere Stellen parallel gelesen habe und zum Original rate.

2. Charlaine Harris: Dead and Gone (Sookie Stackhouse 9)

Ich habe spontan zu „Dead and Gone“ gegriffen und es direkt durchgelesen. Nach langer Pause machte es wirklich Spaß, wieder durch Bon Temps zu stromern. Zwischenzeitlich waren mir der Werwesen zu viel – glücklicherweise spielen sie in diesem Band keine so große Rolle mehr. Ich finde nach wie vor, dass Charlaine Harris mit Sookie eine interessante Figur geschaffen hat, die mich nicht an andere Figuren erinnert und die sich auch tatsächlich weiterentwickelt hat. Davon abgesehen ist die Reihe natürlich pure Unterhaltung :-)

3./4. Andrea de la Barre de Nanteuil: Die Geschichte von Mademoiselle Oiseau / Mademoiselle Oiseau und die geheimnisvollen Briefe

Großartig aufgemachte und umfangreich von Lovisa Burfitt illustrierte Bücher aus dem Gestalten Verlag, die man mittlerweile ein bisschen jagen muss, um sie zu bekommen. Mich erinnerten sie ein wenig an „Madame Pamplemousse“ wegen der heiter-geheimnisvollen französischen Stimmung. Sehr empfehlenswert, wenn man so etwas mag.

5. Jenn Bennett: Annähernd Alex

Ein Buch aus dem Königskinder Verlag, das sich gut für die wärmere Jahreszeit eignet. Der Plot ist weder originell noch unerwartet – was mir aber gefiel, war die Atmosphäre: Kokosöl, Surfen und Strand, das Museum, in dem die Protagonisten jobben, Churros, Vintagekleider und vor allem alte Filme (bis hin zu passenden Filmzitaten am Beginn jeden Kapitels). Insgesamt liest sich das entspannt und lustig genug, um sich nicht zu sehr über das langweilige Grundthema zu ärgern.

6. Kelly Creagh: Enshadowed (Nevermore 2)

Hm… Viel düstere Stimmung, viel Poe, viele verwirrende Traumszenen. Mag ich alles, aber ohne Varen fehlte doch etwas, zumal sich das Buch extrem viel Zeit nimmt. Normalerweise habe ich dagegen nichts, aber in diesem Fall bin sogar ich mit der Zeit ein wenig ungeduldig geworden, weil im Grunde fast nichts passiert außer einem nett geschriebenen Kreisen um den geplanten Ausflug nach Baltimore. Das Klischee eines Mittelteils also ;-) Daran lag es auch, dass ich bisher nur dieses eine Buch vom Frühlingsstapel beenden konnte.

7. P.G. Wodehouse: SOS, Jeeves!

Jeeves und Wooster amüsieren mich bisher zuverlässig, das war bei „SOS, Jeeves!“ nicht anders. Ich freue mich schon darauf, demnächst auch mal einen Wodehouse auf Englisch in Angriff zu nehmen, denn sprachlich sind die Bücher schon auf Deutsch ein Genuss.

Permalink 2 Kommentare

[Review] Gelesen im März

März 31, 2018 at 20:22 (Review)

Ich sitze immer noch an Dickens‘ „David Copperfield“, den ich aber im April beenden sollte (mir fehlen noch ca. 150 Seiten). Davon abgesehen habe ich wieder alle mögliche an-, aber nicht fertiggelesen. Ein paar beendete Bücher sind es nun aber doch, und da es heute auch nicht noch mehr werden, gibt es die Übersicht schon heute.

1. Ruth Chew: The Wednesday Witch

Mein Badezimmerbuch Anfang März. Es erschien 1969 als das erste von zahlreichen chapter books der amerikanischen Autorin. Eine klassische Abenteuergeschichte um Kinder, eine Hexe, fliegende Rollschuhe und einen Staubsauger.

2. Kelley Armstrong: Pakt der Hexen (Women of the Otherworld 4)

Dieser Teil erzählt die Geschichte von Paige und Lucas weiter, allerdings ist der Fall wieder in sich abgeschlossen. Auch dieser Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen – ich mag die Figuren, die Welt mit ihren zahlreichen paranormalen Wesen, deren Organisationsstrukturen, Verhalten und Vorurteilen, und auch den Humor. All das zusammen hat mich leicht darüber hinweggetröstet, dass der Plot in der ersten Hälfte etwas zu geradlinig verlief.

3. Halo Summer: Aschenkindel

Halo Summer kenne ich durch die Sumpfloch-Saga, und „Aschenkindel“ habe ich vor allem gelesen, weil es in derselben Welt spielt. Ich mag den Stil der Autorin, und es hat mir gefallen, immer wieder auf vertraute Details zu stoßen. Mir kam diese märchenhafte Geschichte ein wenig wie eine Spielwiese zum Fabulieren vor, als Entspannung angesichts der inzwischen komplexeren Sumpfloch-Handlung mit ihren zahlreichen Figuren und Handlungsfäden. Ich habe festgestellt, dass mir Figuren und Plot auf den gegebenen Seiten nicht vergleichbar im Gedächtnis geblieben sind, dass ich aber, während ich gelesen habe, die Geschichte mochte – auch, weil manche Dinge, die eben in die Sumpfloch-Welt gehören, die man gar nicht unbedingt in einer Aschenputter-Adaption erwartet, sich wie Reibungspunkte anfühlten.

4. Christoph Marzi: Der letzte Film des Abraham Tenenbaum

Mir war mal wieder nach einem Buch von Christoph Marzi, und da das angekündigte auf sich warten lässt, habe ich mir die letzte Veröffentlichung als Mängelexemplar besorgt. Es ist eine Geschichte ganz ohne phantastische Elemente. Gefallen hat mir alles rund um alte Kinos und Filme und die Brooklyn-/Edward Hopper-Stimmung. Der Plot an sich war gar nicht so spektakulär und wird vor allem auch nicht in einem süßlichen Happy End aufgelöst, aber das soll auch so sein, glaube ich. Manchmal fand ich ihn allerdings recht vorhersehbar. So richtig hängen blieb die Geschichte bei mir nicht, weshalb ich das Buch auch nicht behalten werde. Oh, und das Cover mag ich auch nicht.

5. Sherry Thomas: The Burning Sky

Das ist so ein Buch, welches mich auf den ersten Blick überhaupt nicht interessierte – Titel, Cover, Klappentext, alles nicht mein Ding. Gut, dass ich trotzdem eine Leseprobe konsultierte, denn schon die einleitenden Worte machten mich wesentlich neugieriger als der Klappentext. Da ging es nämlich plötzlich um das Eton College und das Jahr 1883… Die Geschichte spielt also nicht in einer reinen Fantasywelt, sondern es gibt magische und nichtmagische Teile, und die Protagonisten halten sich größtenteils in einem alternativen England auf :-) Es gibt erkennbar Schwächen, zum Beispiel verhält sich insbesondere Titus nicht unbedingt altersgemäß und manche Szenen sind etwas verwirrend geschrieben, aber irgendwie hat mich das alles nicht besonders gestört und ich habe das Buch in Rekordzeit durchgelesen. In einigen Monaten erscheint die Fortsetzung auf Deutsch, die ich auf jeden Fall auch lesen werde.

6. Jane Austen: The Beautifull Cassandra

Das sind einige ausgewählte Juvenilia von Austen, für die ich gerade in der passenden Stimmung war, und „Emma“ wollte ich nicht beginnen, solange mich „David Copperfield“ noch beschäftigt… „The Beautifull Cassandra“ dagegen gehört zu den Little Black Classics und lässt sich sogar von mir Schneckchenleser bequem an einem Abend beenden. Ich gehöre nicht zu den ganz großen Austen-Ahängern, aber schon wegen der ganzen Adaptionen und Zitate will ich ihre Romane lesen. Diese Auswahl von Jugendtexten ist stilistisch schwankend (man sollte insofern wirklich nicht mit dem Anspruch der Romane herangehen), aber tatsächlich ziemlich witzig, wenn man sich darauf einlässt – auf wenigen Seiten passieren so einige Absurditäten. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß mit diesen kurzen Texten :-)

Permalink 3 Kommentare

[Review] Gelesen im Februar

März 2, 2018 at 20:22 (Review)

Der Februar war gar kein so übler Lesemonat. Drei Tage war ich zu Hause, und mein Wochenpensum ließ mir auch etwas mehr Freiheiten als im Januar :-)

1. Charles Dickens: To be read at Dusk

Ein „Little Black Classic“ (= super zum Mitnehmen), in dem drei Geistergeschichten gesammelt sind. Neben der titelgebenden sind das „The Signalman“ und „The Trial for Murder“. Die Geschichten mochte ich eher sprachlich als inhaltlich, denn das unheimliche Element wirkt auf den heutigen Leser wohl doch nicht mehr ganz so stark wie auf die Zeitgenossen. Vielleicht liegt Dickens diese sehr kurze Form auch nicht so sehr. Trotzdem war es schön, noch ein wenig Dickens im Original gelesen zu haben, bevor ich mich dem Wälzer „David Copperfield“ (überwiegend) auf Deutsch gewidmet habe (damit bin ich übrigens knapp zur Hälfte durch).

2. Miriam Rademacher: Dämonenjagd für Anfänger (Banshee Livie 1)

Dieser Roman endet mit dem Dahinscheiden von Livie, die sodann als neue Banshee von Schloss Harrowmore wieder zu sich kommt. Das Buch ist locker geschrieben und ich fand es unterhaltsam genug, um auch die Fortsetzung zu erwerben. Mir haben besonders der Humor und die ganzen verschrobenen Figuren mit ihren Eigenheiten gefallen.

3. Galen Backett: The Magicians & Mrs Quent (The Magicians & Mrs Quent 1)

An diesem Buch habe ich lange gelesen, schon weil es ziemlich umfangreich ist, und ich habe es genossen. Es steht in meinem Regency Fantasy-Regal und dieser erste Band ist in drei Teile aufgeteilt, von denen der erste ein wenig an „Pride and Prejudice“ erinnert und der zweite an „Jane Eyre“, also eine ganz andere Atmosphäre hat. Zudem gibt es ein paar Lovecraft-Einflüsse (durchaus ein Kaufargument für mich). Obwohl ich „Jane Eyre“ liebe, zog sich der zweite Teil durch die Erzählform ein wenig mehr hin, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

4. Haruki Murakami: Wenn der Wind singt / Pinball 1973 (Trilogie der Ratte 1+2)

Hier hätten wir dann einmal den einzigartigen Fall, dass ich den dritten Band einer Trilogie zuerst gelesen habe, nämlich „Wilde Schafsjagd“. Ich habe mich gefreut, als diese frühen Kurzromane endlich übersetzt wurden, und habe einiges sowohl aus der „Schafsjagd“ als auch vom späteren Murakami wiedererkannt. Schon um seine Entwicklung als Schriftsteller zu verfolgen, aber auch für sich fand ich das Buch lesenswert, wenn auch zerfaserter als spätere Werke.

5. Kelley Armstrong: Nacht der Hexen (Women of the Otherworld 3)

Ganz spontan habe ich dieses Buch wieder aus dem Regal gezogen – und es hat sich als genau passend für meien Leselaune herausgestellt. Tatsächlich habe ich Teil 4 direkt hinterhergeschoben und auch schon zur Hälfte gelesen. Man möge über die unschönen Titel und Cover der Übersetzungen hinwegsehen; ich finde, „Nacht der Hexen“ ist wirklich angenehme Urban Fantasy, wobei von den zahlreichen paranormalen Wesen in diesem Buch natürlich die Hexen im Vordergrund stehen, aber auch die Magier, deren Organisation in Kabalen ich ziemlich interessant finde. Ich mochte zur Abwechslung sogar den männlichen Protagonisten sehr :-)

6. Maya Shepherd: Asche, Schnee und Blut (Grimm-Chroniken 2)

In diesem Teil treffen wir vor allem ein vampirisches Schneewittchen, und langsam mehren sich die Fragen, die man sich zu den Protagonisten stellt. Ich mag weiterhin das Konzept der Reihe. Die Autorin hat am Ende auch wieder einige Worte zu dem Buch verloren und zum Beispiel erzählt, was Realität und was Fiktion ist.

7. Philip Pullman: The Collectors (ebook / Short Story)

Eine Kurzgeschichte aus dem „Dark Materials“-Universum. Schon allein das College-Setting und Pullmans Stil hätten mich wohl zufriedengestellt, aber auch die geheimnisvolle Geschichte um ein Gemälde und eine kleine Affenstatue gefiel mir sehr. Allerdings ist es schade, dass ich die Trilogie nicht mehr so präsent habe – es ist ewig her, dass ich sie gelesen habe (ich habe zwar begonnen, sie auf Englisch erneut zu lesen, aber das kann sich hinziehen ;-) ).

8. Agatha Christie: The Harlequin Tea Set (ebook / Short Story)

Ich fand „The Mysterious Mr Quin“ bemerkenswert, und als mir diese Kurzgeschichte über den Weg lief, konnte ich nicht widerstehen. Mit den Geschichten, die ich schon kenne, kann sie nicht ganz mithalten; trotzdem war es ein nettes Wiedersehen mit Mr Quin.

Permalink Schreibe einen Kommentar

[Review] Gelesen im Januar

Februar 3, 2018 at 21:05 (gelesen, Review)

Mein Lesejanuar besteht aus drei Phasen. Er beginnt mit einem Weihnachtsüberrest, wird mit Krimis weitergeführt und endet mit leichter Lektüre neben der Prüfungsvorbereitung ;-)

1. Matt Haig: The Girl who saved Christmas (Christmas 2)

Ein Jahr lag für mich zwischen dem ersten und dem zweiten Band der Reihe. Für mich wäre es wohl auch nichts, sie direkt hintereinander zu lesen, sie gehören schon am besten in die Vorweihnachtszeit. Beendet habe ich das Buch dann aber doch erst im Januar, wie man sieht. Mir hat die Fortsetzung gefallen, schon allein wegen der Dickens-Anklänge in Amelias Szenen. Und die Zeichnungen von Chris Mould passen sehr gut dazu – vor allem die Hintergründe, die Gesichter finde ich immer etwas eigenartig.

2. Martha Grimes: Inspector Jury spielt Katz und Maus (Inspector Jury 7)

Der siebte Fall von Insepctor Jury zog sich dagegen ziemlich hin, obwohl das Buch nicht einmal lang ist. Bestimmte bekannte Elemente (Kinder) sind wieder dabei, aber der Fall dümpelt vor sich hin und kommt nicht so recht in Schwung. Inspector Jury bleibt mir aus diesem Roman vor allem als der Typ, auf den alle Frauen stehen, in Erinnerung. Hm.

3. Robert C. Marley: Inspector Swanson und der Fluch der Hope-Diamanten (Inspector Swanson 1)

Gut gefallen hat mir dagegen dieser Auftakt aus dem Dryas Verlag. Angela Gaede hat mir die Reihe schmackhaft gemacht, aber ich musste natürlich mit dem zuerst erschienenen Buch beginnen. England 1893, mehrere Goldschmiede werden ermordet – sehr gut gefallen hat mir, dass der Autor selbst Goldschmiedemeister ist und sein Fachwissen einfließen lassen konnte. Außerdem mag ich es, wenn historische Figuren (wie Oscar Wilde und Arthur Conan Doyle) auftauchen, auch wenn sie ziemlich übermütig geschildert werden ;-)

4. Agatha Christie: The Labours of Hercules

Allein für die Grundidee gibt es Punkte. Poirot möchte seine Karriere mit zwölf Fällen beenden, die sich an die zwölf Aufgaben des Herakles anlehnen sollen. Es hat Spaß gemacht, wie diese Idee umgesetzt wurde, und viele der Kurzgeschichten endeten für mich überraschend. Wieder einmal habe ich ein Buch von Agatha Christie sehr zufrieden zugeklappt.

5. Emma Mills: Jane & Miss Tennyson

Mein erster Versuch mit den Königskindern war leicht, amüsant und ließ sich perfekt neben der Lernerei lesen, weil es meinen Kopf nicht weiter gefordert hat. Das ist allerdings nicht negativ gemeint, der Lesefluss ist wirklich angenehm, Devon ist sympathisch und ihre Vergleiche mit Jane Austens Romanen waren ein besonderes Detail (auch wenn ich mir davon noch ein wenig mehr gewünscht hätte).

6. Maya Shepherd: Die Apfelprinzessin (Grimm-Chroniken 1)

Auftakt einer offenbar langen Reihe von Novellen, die monatlich erscheinen werden. Das Cover vom zweiten Band gefällt mir dann sogar auch ;-) Dieses Buch hat knapp 140 Seiten und ließ sich schnell verschlingen. Stilistisch ist sicher noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber es gab definitiv Elemente, die ich mochte – vor allem, was den realistischeren Teil angeht. Der märchenhaftere Teil, der Jahrhunderte früher spielt, hat mich spontan an diese Grimm Diaries-ebooks erinnert (nicht, dass ich darin schon besonders weit vorgedrungen wäre). Ich muss wohl beides weiter lesen, um die Ähnlichkeiten genauer zu ergründen.

7. Robert C. Marley: Die Marmortreppe [ebook / Short Story]

Kurzgeschichte, die nicht viel kostet und die ich las, bevor ich mir oben genannten Hope-Diamanten besorgt habe. Ich wollte schauen, ob mir der Autor grundsätzlich liegt und fand die kleine Episode nett genug, um weiterzulesen.

Permalink 6 Kommentare

[Neuzugänge/Review] Juni

Juli 12, 2017 at 18:57 (gekauft, Review)

Für den Juni lohnt es sich nicht wirklich, zwei separate Beiträge zu machen, also gibt es die Bücher, die ich gekauft, und die Bücher, die ich beendet habe, diesmal zusammen.

Neuzugänge

Ich habe im Juni mal ausprobiert, keine Bücher zu kaufen. Gar nicht leicht, aber es hat geklappt – im Juni kam dann nur noch „Moonlight & Vines“ an, das ich noch im Mai bestellt hatte. „Yarrow“, ebenfalls von Charles de Lint (aber es gehört nicht zur Newford-Reihe), hat mein Mann mir mitbestellt, als er einen Gutschein bei Amazon eingelöst hat :-)

Gelesen

Gelesen habe ich schon, aber ich habe nicht wirklich viel beendet. Tatsächlich ist der SuB nicht gesunken, obwohl kaum Bücher bei mir angekommen sind. So sieht das eben aus, wenn ich umfangreichere Bücher lese, die ich noch nicht beenden konnte – außerdem habe ich momentan genügend Freizeit, um mich mal wieder an das eine oder andere kurze PC-Spiel zu setzen (gerade spiele ich „Witches Legacy“, ein Wimmelbild-Adventure).

1. G.K. Chesterton: Apollos Auge

Ich habe schon länger einige Father Brown-Kurzgeschichten auf Englisch im Regal, bin aber irgendwie noch nicht zum Lesen gekommen. Borges hat in diesem Band der „Bibliothek von Babel“ einige, die er für besonders gelungen und auch unter das Phantastische berührenden Aspekten bemerkenswert fand, ausgewählt. Für mich waren die Geschichten stilistisch und inhaltlich ein großer Lesegenuss. Ich bin gespannt, ob ich auch weitere Father Brown-Geschichten so gut finden werde.

2. Tana French: Totengleich (Dublin Murder Squad 2)

Mir hat schon „Grabesgrün“ gefallen, und was ich daran mochte (Figuren, Stil, Stimmung), hat auch in „Totengleich“ wieder gepasst. Außerdem hat mich weniger gestört, die Spannung hielt bis zum Schluss, und das Thema gefiel mir einfach auch (ich mag Schul- und Unisettings). Zwar ist der Ausgangspunkt etwas bemüht, aber Cassies Undercovererlebnisse machen das wieder wett. Die Studenten, bei denen sie lebt, haben mich sofort an Donna Tartts „Die geheime Geschichte“ erinnert, und eine kurze Recherche hat ergeben, dass dieser Roman Tana French tatsächlich beim Schreiben beeinflusst hat :-)

3. Ursula Isbel: Stimmen im Nebel

Habe ich von einer Freundin geliehen, es ist eines ihrer alten Jugendbücher und enthält drei gruselig-romantische Geschichten, die ich aus Neugier lesen wollte. Es sind einige stimmungsvolle Beschreibungen enthalten, zum Beispiel vom schottischen Moor, aber die Handlung ist leider in allen drei Fällen extrem vorhersehbar.

4. Complete Etiquette for Ladies

Im letzten Londonurlaub habe ich dieses kleine Büchlein im Shop des Highgate Cemetery mitgenommen und nun endlich gelesen. Es gibt einen schönen Einblick in die Etikette der 1870er Jahre. Manches erscheint immer noch sehr plausibel oder auch wünschenswert (damals war es wichtig, sich nicht ständig aufzudrängen), anderes wirkt für einen heutigen Leser deutlich veraltet. Sehr interessant!

5. Lord Dunsany: Das Land des Yann

Ich habe schon früher viele Geschichten von Lord Dunsany gelesen, daher war „Das Land des Yann“ kein SuB-Buch. Auch dieser Band gehört zur „Bibliothek von Babel“ und ist mit einer informativen Einleitung von Borges versehen. Die letzten drei Geschichten waren allerdings neu für mich. Es hat mir wieder gefallen, in Dunsanys Welten abzutauchen, ich fand den Stil diesmal mitunter aber doch zu überladen; wahrscheinlich war ich nicht ganz in der passenden Stimmung – oder meine andere Ausgabe hat einen anderen Übersetzer.

Merken

Permalink 5 Kommentare

[Review] Mai-Lektüre

Juni 11, 2017 at 13:11 (Review)

Die erste Hälfte des Monats Mai habe ich gefühlt nur Sarah J. Maas gelesen. Erst in der zweiten Monatshälfte hatte ich wieder mehr Muße zum Lesen. Dann brauchte ich etwas Abwechslung und habe sogar meinen Klassiker und mein Sachbuch vom Stapel beendet. Zwischendurch war ich vollkommen versunken in eine Kurzgeschichtensammlung.

1./2. Sarah J. Maas: A Court of Thorns and Roses / A Court of Mist and Fury (Prythian 1+2)

Das war unerwartet. Nachdem mich der Anfang von ACoTaR eher langweilte, hatte ich mich plötzlich richtig festgelesen. Manches, was ich zu Beginn nicht ganz nachvollziehbar fand, klärte sich auch zum Ende hin auf, sodass ich meine Bewertung in der zweiten Hälfte nach oben korrigierte. Beim zweiten Band ging es mir ein bisschen anders, den fand ich zu Beginn besser als im letzten Drittel (Rhysand entpuppte sich leider als richtiger Softie, was die Szenen mit ihm irgendwie ruinierte), obwohl das tatsächliche Ende auch wieder gelungen ist. Man sollte vielleicht nicht zu intensiv über die Romane nachdenken, denn sie sind keineswegs fehlerlos, aber während ich so im Lesefluss war, habe ich sie über weite Strecken wirklich sehr genossen.

3. Nina Blazon: Lillesang

Ich habe schon viele Bücher von Nina Blazon gelesen, dieses reiht sich in die Romane für eine etwas jüngere Zielgruppe ein. Hübsch düstere Meerjungenfrauengeschichte mit dänischem Lokalkolorit.

4. Martin Suter: Allmen und der rosa Diamant (Allmen 2)

Nett. Nicht ganz so nett wie der erste Band um Allmen, den Lebemann, und sein Faktotum Carlos, aber trotzdem. Ein entspannter Krimi mit einem etwas anderen Ermittler, dessen IT-Thema diesmal nicht ganz so gut zur Reihe passt wie die Libellenschalen. Liest sich amüsant und schnell, ist auch nicht umfangreich.

5. The Very Best of Charles de Lint

Dieses Buch habe ich sehr genossen! Ich wollte eigentlich nur ein oder zwei Kurzgeschichten aus dem Band lesen, aber irgendwann hat mich die imaginäre Stadt Newford richtig eingefangen. De Lint hat um die 15 Bücher, Romane und Kurzgeschichtensammlungen, geschrieben, die in dieser Stadt spielen – eine mystisch-folkloristisch angehauchte Urban Fantasy aus der prä-kickass heroine-Zeit, von der ich unbedingt mehr lesen muss. Sieht man dann auch, wenn ich meine Neuzugänge zeige.

6. Philipp Blom: Der taumelnde Kontinent ~ Europa 1900-1914

Ich habe ziemlich lange für dieses Sachbuch gebraucht, was durchaus auch darauf zurückzuführen ist, dass ich nicht immer glücklich damit war. Der Einstieg war gut, auch die Prämisse, die Epoche als eine in sich spannende und dynamische Zeit zu verstehen und nicht nur als Vorkriegsjahre, gefällt mir nach wie vor. Auf politische Entwicklungen geht Blom daher nur am Rande ein. Der Stil ist anekdotenhaft, mitunter reißerisch. Gefallen haben mir in erster Linie die Kapitel zu Themen, mit denen ich mich weniger auskenne, etwa zum Kongo oder zum Schiffsbau, aber auch aus anderen Kapiteln habe ich einiges mitgenommen.

Was ich nicht mochte, war der Fokus; Blom schreibt wie ein Geisteswissenschaftler in dem Sinne, der mir nicht liegt, nämlich mit einer ärgerlichen Überbetonung von Genderfragen, Psychoanalye und moderner Kunst. Vor allem ersteres ging mir mächtig auf den Zeiger, auch weil es mich schlicht wenig interessiert – fortwährend vor allem in den mittleren Kapiteln schwadroniert er über die Krise der Männlichkeit und die Frauenbewegung, wobei mich gelegentlich krampfhaft sexualisierte Deutungen egal welchen Themas, Wiederholungen und einseitige Wertungen gestört haben. Beim Thema Nervenkrankheiten wird beispielsweise der Aspekt, wie eine Modekrankheit funktioniert, völlig außer acht gelassen. Für mich eine mittelmäßige Lektüre.

7. W.S. Maugham: Der Magier

Mein erstes Buch von Maugham, ein „parapsychologischen Roman“ aus dem Umfeld der Pariser Bohème, dem ein sehr sympathisches autobiographisches Fragment vorangestellt ist. Die Bezüge zu Aleister Crowley (das Vorbild für Oliver Haddo) haben mich sehr amüsiert, die Personen sind teilweise hervorragend beschrieben, und der schwere, blumige Stil hat hervorragend zum Thema gepasst.

8. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel (Carbonel 2)

Ein englischer Kinderbuchklassiker zum Wohlfühlen aus den 60er Jahren um sprechende Katzen und viel Hexenzauber. Rosemary und John kennt man schon aus dem Vorgänger, und das Katzenkönigreich ist eine wirklich schöne Idee.

9. Perplies/Humberg: Jagd auf den Unsichtbaren (Die unheimlichen Fälle des Lucius Adler 2)

Immer noch finde ich die Darstellung der aus dem Holmes-Kanon bekannten Figuren mäßig bis unpassend, aber da es um diese nur am Rande geht, kann ich das verschmerzen. Die Abenteuer von Lucius und seinen Freunden haben nämlich viele Elemente, die ich mag, ich wünschte nur, sie wären etwas tiefgehender. Leider trauen deutsche Kinderbücher den Lesern oft weniger zu als die englischsprachigen Middle Grade-Bücher – dazu passt eigentlich wenig, dass Anspielungen wie „Carnacki, der Geisterfinder“ eher von Erwachsenen verstanden werden dürften (ich habe mich sehr darüber gefreut!).

Permalink Schreibe einen Kommentar

[Review] April-Lektüre

Mai 9, 2017 at 21:17 (Review)

Momentan bewegt sich viel in meinem Leben, aber es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich ab Mitte Juni und über den Sommer ganz gut zum Lesen kommen werde, ab Herbst dann bis auf Weiteres weniger. Es könnte durchaus sein, dass sich das an der Frequenz der Beiträge bemerkbar machen wird, aber ich bleibe dran ;-)

Nun zum April. Der Monat begann lesestark und schwächelte dann etwas. Ich lese mich aber auch in kleinen Schritten durch den dritten Teil der Farseer-Trilogie von Robin Hobb; so ein Buch beschäftigt mich lange, ohne dass die Statistik es abbildet (bei Goodreads trage ich die Fortschritte aber regelmäßig ein). Sehr schön war der Lesetag am Ostermontag – einige der gelesenen Bücher werdet ihr wiedererkennen.

1. Stephen King: Nachtschicht

Eine Kurzgeschichtensammlung. Ich wollte eigentlich nur mal mit einer Geschichte beginnen, habe mich dann aber schnell festgelesen und das Buch in wenigen Tagen ausgelesen. Es handelt sich merklich um frühe Geschichten, die teilweise recht klassische Schockmomente aufweisen („Spätschicht“) oder sich deutlich bei Lovecraft anlehnen („Briefe aus Jerusalem“, das ich aber gerade deshalb sehr mochte). Aber ich fand die meisten trotz ihrer Kürze sehr spannend und gelungen, und viele Stärken Kings sind bereits erkennbar. Viele Stories wurden auch verfilmt („Der Wäschemangler“, „Kinder des Mais“, …).

2. Nancy Atherton: Aunt Dimity’s Good Deed (Aunt Dimity 3)

Ich kenne nur wenige Reihen, die so gemütlich und gemächlich voranschreiten wie die um Aunt Dimity, Lori Shepherd und ihre Familie und Freunde. Hier wird das Cozy, nicht das Mystery groß geschrieben, auch wenn es stets ein Geheimnis zu lüften gilt. Man muss in Stimmung dafür sein und darf sich nicht die Haare raufen, wenn zu wenig Blut fließt, aber die Reihe ist bisher tatsächlich nicht schlecht. Figuren und Umgebungen finde ich zum Beispiel sehr lebendig geschildert. „Good Deed“ ist übrigens Band 3, und man lernt die britische Seite der Familie kennen.

3. Paige McKenzie: Die Heimsuchung (Sunshine Girl 1)

Die ersten zwei Bände dieser Trilogie sind mir auf der Buchmesse über den Weg gelaufen. Dort habe ich sie nicht mitgenommen, aber mir den Auftakt wenig später bestellt. Das The Haunting of Sunshine Girl Network kannte ich vorher nicht (ich habe reingeschaut, hatte aber nicht lange Geduld dafür), aber grundsätzlich hat es dem Roman wahrscheinlich gut getan, dass es bereits so viel Material gab. Ich mag Spukhausgeschichten hin und wieder sehr gerne und mich hat auch diese gut unterhalten. Ich mochte sogar die Protagonistin ein wenig. Allerdings ist „Die Heimsuchung“ in vielerlei Hinsicht ein typisches Jugendbuch, das mir nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird.

4. Sarah Lotz: The Three

Ein schwieriger Fall. „The Three“ hat mich von Anfang an gefesselt, und ich war sehr angetan von dem besonderen Format – als Buch im Buch wird in Form von Chat-Protokollen, Interviews, Berichten und vielem mehr von den Geschehnissen rund um die vier Flugzeugabstürze berichtet. Die vielen verschiedenen Stimmen der Menschen aus England und den USA, aber auch aus Südafrika und Japan, sind, denke ich, das Beste an diesem Buch. Unter diesen ausführlichen Schilderungen voller interessanter Nebensächlichkeiten verliert der Plot in der Mitte des Romans aber so sehr an Schwung, dass ich lange an dem Buch gelesen habe. Gegen Ende habe ich dann aber doch wieder mitgefiebert und „The Three“ letztlich auch überwiegend zufrieden zugeklappt.

5. P.G. Wodehouse: Ohne mich, Jeeves!

Den vollen Jeeves-Genuss erhält man fraglos nur in der Originalsprache, aber da Wodehouse mutmaßlich über ein reichhaltiges Vokabular verfügt, kann ich als Leser der Übersetzung immerhin sagen, dass ich auf diese Weise wenigstens alles verstanden habe. Ich habe auch mit dem deutschen Text meinen Spaß gehabt und bleibe bei Wodehouse auch vorerst bei dieser Sprache, werde allerdings für nicht übersetzte Titel auf das Englische zurückgreifen.

6. Keith R.A. DeCandido: Nevermore

Der erste Roman zur Serie „Supernatural“. An so einen Roman geht man im Allgemeinen ohne hohe Erwartungen heran, und mir ging es nicht anders. Man sollte sich bewusst machen, dass ein Autor eine Serienfigur möglicherweise etwas anders interpretiert als man selbst, und sich daran nicht zu sehr stören. Insgesamt hat mich der Roman ganz gut unterhalten, ich mochte das Grundmotiv rund um Edgar Allan Poe, die Figuren und das urbane Flair funktionieren. Das Finale war leider recht unspektakulär.

7. Philip Pullman: Once Upon A Time in the North

Es ist lange her, dass ich die Trilogie um den Goldenen Kompass las, aber ich habe sie insgesamt als sehr anregend in Erinnerung und möchte sie unbedingt noch einmal auf Englisch lesen. Diese Novelle erzählt vom ersten Treffen der bekannten Figuren Lee Scoresby und Iorek Byrnison. Die Ausgabe ist nicht nur schön gestaltet, auch die Geschichte hat mich überzeugt und meine Vorfreude auf „The Book of Dust“ nur noch gesteigert.

8. Paul van Loon: Voodoo in der alten Villa

Das war ein Badezimmerbuch – ich besitze den Großteil der in den 90er Jahren erschienenen Kinderbuchreihe „Grusel & Co. ~ Der Club“; die zuletzt (gebraucht) erworbenen habe ich noch nicht gelesen, darunter eben dieses. Eine nette Lektüre mit lebendigen Figuren und einer interessanten Voodoo-Variation, bei der für erwachsene Leser aber der Verlauf der Handlung früh absehbar ist.

Permalink 7 Kommentare

[Review] März-Lektüre

März 31, 2017 at 22:33 (Review)

Den Großteil des Monats habe ich auf die eine oder andere Weise im 19. Jahrhundert verbracht. Nach der Buchmesse hat sich wieder ein wenig High Fantasy-Laune dazwischen geschlichen (in diesem Jahr konnte ich endlich wieder am Samstag hinfahren), die sich aber noch nicht bei den gelesenen Büchern niederschlägt – allerdings liegen inzwischen sowohl Robin Hobb als auch Brandon Sanderson auf dem Lesestapel. Insgesamt habe ich relativ viel freie Zeit ins Lesen gesteckt und bin mit dem Lesemonat auch sehr zufrieden :-)

1. Wrede/Stevermer: The Grand Tour (Cecy & Kate 2)

Ich habe eeewig für dieses Buch gebraucht – Lesestapel sei dank ist es nun beendet. Tatsächlich fand ich es letztlich gar nicht so übel, und jeder Tagebucheintrag für sich liest sich auch ebenso locker und angenehm, wie ich es von „Sorcery & Cecelia“ kenne. Dem Plot und der ganzen Europareise fehlen aber der Schwung des ersten Teils, und ich kam erst besser voran, als das Finale sich näherte.

2. Charles Dickens: Great Expectations

Zum ersten Mal habe ich einen Roman von Dickens auf Englisch gelesen – seit Beginn meiner SuB-Aufzeichnung 2010 stand dieses Buch auf Platz 1 und ich bin ziemlich stolz, es nun endlich gelesen zu haben. Ich möchte noch viel mehr Dickens lesen, aber vermutlich nicht alles auf Englisch. Ich fand es in der Originalsprache sowohl leichter (wegen des guten Leseflusses) als auch schwerer (wegen der Anspielungen, der Ironie usw.) zu lesen als erwartet. Ein hervorragender Roman mit einprägsamen Figuren, von denen ich leider gerade den Protagonisten als weniger stark empfand.

3. Shannon Hale: Midnight in Austenland (Austenland 2)

Fast ebenso unterhaltsam wie „Austenland“, zumal ich „Northanger Abbey“ als Hintergrund wirklich toll finde. Auch das Wiedersehen mit einigen Nebenfiguren aus „Austenland“ war schön. Allerdings haben sich die gothic novel-Aspekte nicht besonders harmonisch in die chick lit-Hülle eingefügt und auch die Protagonistin fand ich nicht ganz rund.

4.-5. Alison Goodman: Lusus Naturae [ebook] / The Dark Days Club (Lady Helen 1)

Ich habe die Kurzgeschichte zuerst gelesen, man bekommt sie kostenlos zum Beispiel als PDF. Vielleicht war das nicht so geschickt, weil sie zwar den Anfang der Geschichte aus der Sicht einer anderen Figur erzählt, aber doch schon auf vieles hinweist, was Helen Wrexhall erst später erfährt. Für mich hat die Reihenfolge trotzdem funktioniert, weil ich durch die short story gut angefixt war und der Roman sich sehr viel Zeit lässt. Die Autorin hat viel zur Regency-Zeit recherchiert, was man dem Text anmerkt. Schönes Konzept, interessante Antagonisten, und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung! Kleine Tendenzen zum Infodumping verzeihe ich leicht.

6. Jordan Stratford: The Case of the Missing Moonstone (Wollstonecraft Detective Agency 1)

Dieser Middle Grade-Auftakt lebt von den historischen Bezügen. Mary Godwin und Ada Byron werden Freundinnen und machen sich auf, Kriminalfälle zu lösen. Der 12jährige Charles (Dickens) läuft auch herum, Percy Bysshe Shelley ist der Tutor der Mädchen, der Titel ist natürlich ein Nicken in Richtung Wilkie Collins – es gibt viele solcher Dinge, damit verbundene sehr lustige Dialoge und einen informativen Anhang. Hat Spaß gemacht, ich lese weiter.

7. Diana Wynne Jones: The Pinhoe Egg (Chrestomanci 7)

Ich habe mit „The Pinhoe Egg“ die Chrestomanci-Reihe abgeschlossen und freue mich nun unbändig auf all die anderen Bücher von Diana Wynne Jones, die ich noch vor mir habe! Der Einstieg fiel mir ein wenig schwer, und bis fast zum Schluss habe ich von den Querelen zwischen den beiden Familien nicht so gern gelesen wie von den geheimnisvollen Vorgängen im Wald. Am Ende führt die Autorin aber wieder einmal so perfekt alle Fäden zusammen, dass ich das Buch nicht anders als mit größtem Vergnügen zuklappen konnte.

8. Mechthild Gläser: Emma, der Faun und das vergessene Buch

Ein Buchmesse-Kauf, auf den ich spontan wirklich Bock hatte. Das Buch habe ich auch innerhalb weniger Tage gelesen und fand es nicht schlecht. Die Grundidee um den Faun, die Schule und das Buch, das wahr werden lässt, was man hinein schreibt, hat mir in Verbindung mit klitzekleinen Jane Austen-Bezügen gefallen. Oft hat mich der Stil an die Silber-Trilogie von Kerstin Gier erinnert. Wie dort kommt aber auch hier vieles zu kurz, was mich interessiert hätte, und alles liest sich sehr glatt, unterhaltsam und wenig einprägsam. Das Ende ist ziemlich überhastet und hin und wieder wirkte die Motivation der Figuren erzwungen.

9. Alan Bradley: Das Geheimnis des kupferroten Toten [ebook]

Eine Flavia de Luce-Kurzgeschichte. Eine nette kleine Story mit einer kreativen Todesart, die gratis zu haben ist. Insofern auf jeden Fall eine Empfehlung für Leser der Krimireihe.

10.-11. Janina Venn-Rosky: Liebe in Teedosen / Kein Tee für Mr. Darcy [ebooks] (Tea Time 1-2)

Spontane ebook-Käufe. Ich habe beide Teile auch im Grunde sofort gelesen und bin auch dem dritten im Herbst erscheinenden Teil nicht abgeneigt. Ich habe viele Probleme mit diesen Büchern – einseitige Figuren, die sich kaum voneinander unterscheiden, ein simpler Schreibstil und Vorhersehbarkeit -, aber sie haben mich trotzdem unterhalten mit ihren liebenswerten Details zu Tees, Farben, Design, Kuchen, England und Literatur, mit ihren Rezepten und dem gemütlichen Teeladen Tea Time. Wirklich gestört hat mich allerdings, dass die drei Freundinnen (jeder wird ein Teil gewidmet) und auch alle anderen ständig und massenhaft Alkohol trinken. Unnötig und auch nicht besonders passend zum Ambiente.

Permalink 3 Kommentare

[Review] Februar-Lektüre

März 10, 2017 at 23:04 (Review)

Ein Buch vom Winterstapel war noch drin, mehr dann leider nicht mehr, weil ich in der zweiten Monatshälfte sehr eingespannt war. Ein paar Märchen habe ich gelesen, ein paar Kriminalromane, und gegen Ende des Monats wurde es wieder etwas phantastischer. Über weite Strecken habe ich auch an „Great Expectations“ gelesen, das ich aber erst im März beenden werde.

1. Janine Wilk: seelenlos ~ Fluch der Rauhnächte

Ich lese gerne Geschichten, die die Rauhnächte thematisieren, und von Janine Wilk habe ich schon „Lilith Parker“ recht gerne gelesen. „seelenlos“ liest sich ähnlich locker und nett, wobei mir etwas Besonderes gefehlt hat. Leider waren zudem einige entscheidende Wendungen sehr vorhersehbar.

2. John Connolly: Dark Hollow (Charlie Parker 2)

Auch ein zweiter Teil, auch ein Thriller (wie Nummer 3), hat mir aber viel, viel besser gefallen. Diese Reihe werde ich unbedingt weiter verfolgen. Ich liebe die ausführlichen Beschreibungen, die düstere und gefährliche Atmosphäre, die grauschattierten Charaktere und den Galgenhumor in einigen Dialogen. Für meinen Geschmack dürften weniger Figurene erschossen werden, aber es passt zum Buch. Und die leisen übernatürlichen Anklänge sind sicherlich nicht für jeden Leser etwas, für mich aber das Sahnehäubchen ;-)

3. U. Poznanski: Blinde Vögel (Kaspary & Wenninger 2)

Ich habe Band 1 ursprünglich nur gelesen, weil Band 2 so spannend klang: Morde in einer Facebook-Gedichte-Gruppe – ich mag, wie die Autorin wieder einmal moderne Technik in ihre Bücher einbindet. Leider hat mich dieser Band ebenso wie schon der Vorgänger enttäuscht. Nicht nur, dass die Lösung weder mit Facebook noch mit Gedichten etwas zu tun hat; die Ermittlerin empfinde ich als äußerst unangnehm, selbstmitleidig und unprofessionell. Sie verrennt sich in Ideen, die sie nur aufgrund vager „Intuitionen“ bockig verfolgt, und verknallt sich klischeehaft in ihren Kollegen. Der Fall tritt ewig auf der Stelle, und Kaspary tut eigentlich gar nichts außer Facebook zu lesen. Ihre Kinder sind erzählerisch ausschließlich dazu da, irgendwo abgegeben zu werden. Soweit ein kleiner Einblick – den Schluss fand ich wie in jedem Poznanski-Buch, das ich kenne, misslungen und habe ihn mehr oder weniger überflogen. Für mich ist die Reihe damit beendet. Positivster Punkt: ich habe „Ein weißes Schloß in weißer Einsamkeit“ von Rilke kennengelernt!

4. Isländische Märchen und Sagen

Eine Sammlung von Märchen, aus der ich über längere Zeit immer wieder ein oder zwei gelesen habe und die mir gut gefallen hat. Aus dem Nachwort entnommen einige Aspekte, die die isländischen Märchen interessant machen: die isländische Landschaft; Einflüsse von germanischer Mythologie und skandinavischen Märchen (Elfen, Zwerge, Wassergeister, Riesen und Trolle); es gibt Spuksagen und Sagen um Zauberer, aber auch typische Märchenmotive wie Schwiegermütter, magische Flucht, magische Hilfe von Tieren.

5. Die schönsten Märchen von Hexen, Prinzen und von Riesen

Ein weiteres Märchenbuch, das 14 europäische Märchen beinhaltet, zum Beispiel aus Schottland, Norwegen und Ungarn. Habe ich zügig und mit Genuss gelesen. Im Gedächtnis geblieben ist mir „Der begrabene Mond“ aus England.

6. Elly Griffiths: The Crossing Places (Dr. Ruth Galloway 1)

Eine Krimireihe, die wie auch die Charlie Parker-Reihe viel Wert auf Atmosphäre legt. Hier sind es allerdings englische Landschaftsbeschreibungen (Norfolk). Ruth ist Archäologin, und ihr Wissen fließen ebeneso wie keltische Folklore und Druidentum in die Fälle ein. Diese Punkte machen für mich zusammen mit Ruths Entwicklung (ein wenig weiß ich schon über die nächsten Bände) den Reiz aus. Ansonsten lassen sich in Aufbau und Charakterzeichnung sicherlich noch einige Schwachpunkte finden, aber ich wurde ganz gut unterhalten :-)

7. Haruki Murakami: Wilde Schafsjagd

Ich hatte Startschwierigkeiten mit diesem Buch, weil ich die ersten Kapitel nicht wirklich interessant fand. Dadurch habe ich es immer wieder zur Seite gelegt, aber es nun – Lesestapel sei dank – richtig in Angriff genommen. Und siehe da: sobald diese Schafgeschichte einmal losging, war ich gefesselt. Es ist ein früher Murakami-Roman, der nicht so ausgereift ist wie spätere Werke, aber man kann viele typische Elemente bereits erkennen.

8. Peter David: Wählt König Arthur!

Bei humorvoller Fantasy kann man sich im Vorfeld nie sicher sein, ob der Ton einem liegt. Mit diesem Buch, das ursprünglich 1987 erschien, kam ich erfreulich gut zurecht. Artus und weitere bekannte Gestalten von Merlin bis Morgan im modernen New York, wo Artus als Arthur Penn für das Bürgermeisteramt kandidiert. Sein Wahlkampf ist recht unkonventionell, kommt aber bei den Wählern überraschend gut an…

9. Tonke Dragt: Ein Brief für den König

Reread mit Nostalgiebonus. Ein ganz klassischer Fantasyroman für jüngere Leser, der leider im Deutschen leicht gekürzt wurde. Fühlt sich ein wenig wie eine Sage an, und ich habe das Lesen wieder sehr genossen. Die Königreiche Dagonaut und Unauwen sind für mich wieder schnell lebendig geworden, obwohl die Mittel ganz einfach sind – Bezeichnungen, die man so braucht, werden zum Beispiel meist einfach mit Farben gekennzeichnet (das Braune Kloster, der weiße Ritter mit dem weißen Schild, der Blaue Fluss usw. ;-) ).

Permalink 5 Kommentare

Next page »