[Neuzugänge/Review] Juni

Juli 12, 2017 at 18:57 (gekauft, Review)

Für den Juni lohnt es sich nicht wirklich, zwei separate Beiträge zu machen, also gibt es die Bücher, die ich gekauft, und die Bücher, die ich beendet habe, diesmal zusammen.

Neuzugänge

Ich habe im Juni mal ausprobiert, keine Bücher zu kaufen. Gar nicht leicht, aber es hat geklappt – im Juni kam dann nur noch „Moonlight & Vines“ an, das ich noch im Mai bestellt hatte. „Yarrow“, ebenfalls von Charles de Lint (aber es gehört nicht zur Newford-Reihe), hat mein Mann mir mitbestellt, als er einen Gutschein bei Amazon eingelöst hat 🙂

Gelesen

Gelesen habe ich schon, aber ich habe nicht wirklich viel beendet. Tatsächlich ist der SuB nicht gesunken, obwohl kaum Bücher bei mir angekommen sind. So sieht das eben aus, wenn ich umfangreichere Bücher lese, die ich noch nicht beenden konnte – außerdem habe ich momentan genügend Freizeit, um mich mal wieder an das eine oder andere kurze PC-Spiel zu setzen (gerade spiele ich „Witches Legacy“, ein Wimmelbild-Adventure).

1. G.K. Chesterton: Apollos Auge

Ich habe schon länger einige Father Brown-Kurzgeschichten auf Englisch im Regal, bin aber irgendwie noch nicht zum Lesen gekommen. Borges hat in diesem Band der „Bibliothek von Babel“ einige, die er für besonders gelungen und auch unter das Phantastische berührenden Aspekten bemerkenswert fand, ausgewählt. Für mich waren die Geschichten stilistisch und inhaltlich ein großer Lesegenuss. Ich bin gespannt, ob ich auch weitere Father Brown-Geschichten so gut finden werde.

2. Tana French: Totengleich (Dublin Murder Squad 2)

Mir hat schon „Grabesgrün“ gefallen, und was ich daran mochte (Figuren, Stil, Stimmung), hat auch in „Totengleich“ wieder gepasst. Außerdem hat mich weniger gestört, die Spannung hielt bis zum Schluss, und das Thema gefiel mir einfach auch (ich mag Schul- und Unisettings). Zwar ist der Ausgangspunkt etwas bemüht, aber Cassies Undercovererlebnisse machen das wieder wett. Die Studenten, bei denen sie lebt, haben mich sofort an Donna Tartts „Die geheime Geschichte“ erinnert, und eine kurze Recherche hat ergeben, dass dieser Roman Tana French tatsächlich beim Schreiben beeinflusst hat 🙂

3. Ursula Isbel: Stimmen im Nebel

Habe ich von einer Freundin geliehen, es ist eines ihrer alten Jugendbücher und enthält drei gruselig-romantische Geschichten, die ich aus Neugier lesen wollte. Es sind einige stimmungsvolle Beschreibungen enthalten, zum Beispiel vom schottischen Moor, aber die Handlung ist leider in allen drei Fällen extrem vorhersehbar.

4. Complete Etiquette for Ladies

Im letzten Londonurlaub habe ich dieses kleine Büchlein im Shop des Highgate Cemetery mitgenommen und nun endlich gelesen. Es gibt einen schönen Einblick in die Etikette der 1870er Jahre. Manches erscheint immer noch sehr plausibel oder auch wünschenswert (damals war es wichtig, sich nicht ständig aufzudrängen), anderes wirkt für einen heutigen Leser deutlich veraltet. Sehr interessant!

5. Lord Dunsany: Das Land des Yann

Ich habe schon früher viele Geschichten von Lord Dunsany gelesen, daher war „Das Land des Yann“ kein SuB-Buch. Auch dieser Band gehört zur „Bibliothek von Babel“ und ist mit einer informativen Einleitung von Borges versehen. Die letzten drei Geschichten waren allerdings neu für mich. Es hat mir wieder gefallen, in Dunsanys Welten abzutauchen, ich fand den Stil diesmal mitunter aber doch zu überladen; wahrscheinlich war ich nicht ganz in der passenden Stimmung – oder meine andere Ausgabe hat einen anderen Übersetzer.

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[Review] Mai-Lektüre

Juni 11, 2017 at 13:11 (Review)

Die erste Hälfte des Monats Mai habe ich gefühlt nur Sarah J. Maas gelesen. Erst in der zweiten Monatshälfte hatte ich wieder mehr Muße zum Lesen. Dann brauchte ich etwas Abwechslung und habe sogar meinen Klassiker und mein Sachbuch vom Stapel beendet. Zwischendurch war ich vollkommen versunken in eine Kurzgeschichtensammlung.

1./2. Sarah J. Maas: A Court of Thorns and Roses / A Court of Mist and Fury (Prythian 1+2)

Das war unerwartet. Nachdem mich der Anfang von ACoTaR eher langweilte, hatte ich mich plötzlich richtig festgelesen. Manches, was ich zu Beginn nicht ganz nachvollziehbar fand, klärte sich auch zum Ende hin auf, sodass ich meine Bewertung in der zweiten Hälfte nach oben korrigierte. Beim zweiten Band ging es mir ein bisschen anders, den fand ich zu Beginn besser als im letzten Drittel (Rhysand entpuppte sich leider als richtiger Softie, was die Szenen mit ihm irgendwie ruinierte), obwohl das tatsächliche Ende auch wieder gelungen ist. Man sollte vielleicht nicht zu intensiv über die Romane nachdenken, denn sie sind keineswegs fehlerlos, aber während ich so im Lesefluss war, habe ich sie über weite Strecken wirklich sehr genossen.

3. Nina Blazon: Lillesang

Ich habe schon viele Bücher von Nina Blazon gelesen, dieses reiht sich in die Romane für eine etwas jüngere Zielgruppe ein. Hübsch düstere Meerjungenfrauengeschichte mit dänischem Lokalkolorit.

4. Martin Suter: Allmen und der rosa Diamant (Allmen 2)

Nett. Nicht ganz so nett wie der erste Band um Allmen, den Lebemann, und sein Faktotum Carlos, aber trotzdem. Ein entspannter Krimi mit einem etwas anderen Ermittler, dessen IT-Thema diesmal nicht ganz so gut zur Reihe passt wie die Libellenschalen. Liest sich amüsant und schnell, ist auch nicht umfangreich.

5. The Very Best of Charles de Lint

Dieses Buch habe ich sehr genossen! Ich wollte eigentlich nur ein oder zwei Kurzgeschichten aus dem Band lesen, aber irgendwann hat mich die imaginäre Stadt Newford richtig eingefangen. De Lint hat um die 15 Bücher, Romane und Kurzgeschichtensammlungen, geschrieben, die in dieser Stadt spielen – eine mystisch-folkloristisch angehauchte Urban Fantasy aus der prä-kickass heroine-Zeit, von der ich unbedingt mehr lesen muss. Sieht man dann auch, wenn ich meine Neuzugänge zeige.

6. Philipp Blom: Der taumelnde Kontinent ~ Europa 1900-1914

Ich habe ziemlich lange für dieses Sachbuch gebraucht, was durchaus auch darauf zurückzuführen ist, dass ich nicht immer glücklich damit war. Der Einstieg war gut, auch die Prämisse, die Epoche als eine in sich spannende und dynamische Zeit zu verstehen und nicht nur als Vorkriegsjahre, gefällt mir nach wie vor. Auf politische Entwicklungen geht Blom daher nur am Rande ein. Der Stil ist anekdotenhaft, mitunter reißerisch. Gefallen haben mir in erster Linie die Kapitel zu Themen, mit denen ich mich weniger auskenne, etwa zum Kongo oder zum Schiffsbau, aber auch aus anderen Kapiteln habe ich einiges mitgenommen.

Was ich nicht mochte, war der Fokus; Blom schreibt wie ein Geisteswissenschaftler in dem Sinne, der mir nicht liegt, nämlich mit einer ärgerlichen Überbetonung von Genderfragen, Psychoanalye und moderner Kunst. Vor allem ersteres ging mir mächtig auf den Zeiger, auch weil es mich schlicht wenig interessiert – fortwährend vor allem in den mittleren Kapiteln schwadroniert er über die Krise der Männlichkeit und die Frauenbewegung, wobei mich gelegentlich krampfhaft sexualisierte Deutungen egal welchen Themas, Wiederholungen und einseitige Wertungen gestört haben. Beim Thema Nervenkrankheiten wird beispielsweise der Aspekt, wie eine Modekrankheit funktioniert, völlig außer acht gelassen. Für mich eine mittelmäßige Lektüre.

7. W.S. Maugham: Der Magier

Mein erstes Buch von Maugham, ein „parapsychologischen Roman“ aus dem Umfeld der Pariser Bohème, dem ein sehr sympathisches autobiographisches Fragment vorangestellt ist. Die Bezüge zu Aleister Crowley (das Vorbild für Oliver Haddo) haben mich sehr amüsiert, die Personen sind teilweise hervorragend beschrieben, und der schwere, blumige Stil hat hervorragend zum Thema gepasst.

8. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel (Carbonel 2)

Ein englischer Kinderbuchklassiker zum Wohlfühlen aus den 60er Jahren um sprechende Katzen und viel Hexenzauber. Rosemary und John kennt man schon aus dem Vorgänger, und das Katzenkönigreich ist eine wirklich schöne Idee.

9. Perplies/Humberg: Jagd auf den Unsichtbaren (Die unheimlichen Fälle des Lucius Adler 2)

Immer noch finde ich die Darstellung der aus dem Holmes-Kanon bekannten Figuren mäßig bis unpassend, aber da es um diese nur am Rande geht, kann ich das verschmerzen. Die Abenteuer von Lucius und seinen Freunden haben nämlich viele Elemente, die ich mag, ich wünschte nur, sie wären etwas tiefgehender. Leider trauen deutsche Kinderbücher den Lesern oft weniger zu als die englischsprachigen Middle Grade-Bücher – dazu passt eigentlich wenig, dass Anspielungen wie „Carnacki, der Geisterfinder“ eher von Erwachsenen verstanden werden dürften (ich habe mich sehr darüber gefreut!).

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[Review] April-Lektüre

Mai 9, 2017 at 21:17 (Review)

Momentan bewegt sich viel in meinem Leben, aber es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich ab Mitte Juni und über den Sommer ganz gut zum Lesen kommen werde, ab Herbst dann bis auf Weiteres weniger. Es könnte durchaus sein, dass sich das an der Frequenz der Beiträge bemerkbar machen wird, aber ich bleibe dran 😉

Nun zum April. Der Monat begann lesestark und schwächelte dann etwas. Ich lese mich aber auch in kleinen Schritten durch den dritten Teil der Farseer-Trilogie von Robin Hobb; so ein Buch beschäftigt mich lange, ohne dass die Statistik es abbildet (bei Goodreads trage ich die Fortschritte aber regelmäßig ein). Sehr schön war der Lesetag am Ostermontag – einige der gelesenen Bücher werdet ihr wiedererkennen.

1. Stephen King: Nachtschicht

Eine Kurzgeschichtensammlung. Ich wollte eigentlich nur mal mit einer Geschichte beginnen, habe mich dann aber schnell festgelesen und das Buch in wenigen Tagen ausgelesen. Es handelt sich merklich um frühe Geschichten, die teilweise recht klassische Schockmomente aufweisen („Spätschicht“) oder sich deutlich bei Lovecraft anlehnen („Briefe aus Jerusalem“, das ich aber gerade deshalb sehr mochte). Aber ich fand die meisten trotz ihrer Kürze sehr spannend und gelungen, und viele Stärken Kings sind bereits erkennbar. Viele Stories wurden auch verfilmt („Der Wäschemangler“, „Kinder des Mais“, …).

2. Nancy Atherton: Aunt Dimity’s Good Deed (Aunt Dimity 3)

Ich kenne nur wenige Reihen, die so gemütlich und gemächlich voranschreiten wie die um Aunt Dimity, Lori Shepherd und ihre Familie und Freunde. Hier wird das Cozy, nicht das Mystery groß geschrieben, auch wenn es stets ein Geheimnis zu lüften gilt. Man muss in Stimmung dafür sein und darf sich nicht die Haare raufen, wenn zu wenig Blut fließt, aber die Reihe ist bisher tatsächlich nicht schlecht. Figuren und Umgebungen finde ich zum Beispiel sehr lebendig geschildert. „Good Deed“ ist übrigens Band 3, und man lernt die britische Seite der Familie kennen.

3. Paige McKenzie: Die Heimsuchung (Sunshine Girl 1)

Die ersten zwei Bände dieser Trilogie sind mir auf der Buchmesse über den Weg gelaufen. Dort habe ich sie nicht mitgenommen, aber mir den Auftakt wenig später bestellt. Das The Haunting of Sunshine Girl Network kannte ich vorher nicht (ich habe reingeschaut, hatte aber nicht lange Geduld dafür), aber grundsätzlich hat es dem Roman wahrscheinlich gut getan, dass es bereits so viel Material gab. Ich mag Spukhausgeschichten hin und wieder sehr gerne und mich hat auch diese gut unterhalten. Ich mochte sogar die Protagonistin ein wenig. Allerdings ist „Die Heimsuchung“ in vielerlei Hinsicht ein typisches Jugendbuch, das mir nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird.

4. Sarah Lotz: The Three

Ein schwieriger Fall. „The Three“ hat mich von Anfang an gefesselt, und ich war sehr angetan von dem besonderen Format – als Buch im Buch wird in Form von Chat-Protokollen, Interviews, Berichten und vielem mehr von den Geschehnissen rund um die vier Flugzeugabstürze berichtet. Die vielen verschiedenen Stimmen der Menschen aus England und den USA, aber auch aus Südafrika und Japan, sind, denke ich, das Beste an diesem Buch. Unter diesen ausführlichen Schilderungen voller interessanter Nebensächlichkeiten verliert der Plot in der Mitte des Romans aber so sehr an Schwung, dass ich lange an dem Buch gelesen habe. Gegen Ende habe ich dann aber doch wieder mitgefiebert und „The Three“ letztlich auch überwiegend zufrieden zugeklappt.

5. P.G. Wodehouse: Ohne mich, Jeeves!

Den vollen Jeeves-Genuss erhält man fraglos nur in der Originalsprache, aber da Wodehouse mutmaßlich über ein reichhaltiges Vokabular verfügt, kann ich als Leser der Übersetzung immerhin sagen, dass ich auf diese Weise wenigstens alles verstanden habe. Ich habe auch mit dem deutschen Text meinen Spaß gehabt und bleibe bei Wodehouse auch vorerst bei dieser Sprache, werde allerdings für nicht übersetzte Titel auf das Englische zurückgreifen.

6. Keith R.A. DeCandido: Nevermore

Der erste Roman zur Serie „Supernatural“. An so einen Roman geht man im Allgemeinen ohne hohe Erwartungen heran, und mir ging es nicht anders. Man sollte sich bewusst machen, dass ein Autor eine Serienfigur möglicherweise etwas anders interpretiert als man selbst, und sich daran nicht zu sehr stören. Insgesamt hat mich der Roman ganz gut unterhalten, ich mochte das Grundmotiv rund um Edgar Allan Poe, die Figuren und das urbane Flair funktionieren. Das Finale war leider recht unspektakulär.

7. Philip Pullman: Once Upon A Time in the North

Es ist lange her, dass ich die Trilogie um den Goldenen Kompass las, aber ich habe sie insgesamt als sehr anregend in Erinnerung und möchte sie unbedingt noch einmal auf Englisch lesen. Diese Novelle erzählt vom ersten Treffen der bekannten Figuren Lee Scoresby und Iorek Byrnison. Die Ausgabe ist nicht nur schön gestaltet, auch die Geschichte hat mich überzeugt und meine Vorfreude auf „The Book of Dust“ nur noch gesteigert.

8. Paul van Loon: Voodoo in der alten Villa

Das war ein Badezimmerbuch – ich besitze den Großteil der in den 90er Jahren erschienenen Kinderbuchreihe „Grusel & Co. ~ Der Club“; die zuletzt (gebraucht) erworbenen habe ich noch nicht gelesen, darunter eben dieses. Eine nette Lektüre mit lebendigen Figuren und einer interessanten Voodoo-Variation, bei der für erwachsene Leser aber der Verlauf der Handlung früh absehbar ist.

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[Review] März-Lektüre

März 31, 2017 at 22:33 (Review)

Den Großteil des Monats habe ich auf die eine oder andere Weise im 19. Jahrhundert verbracht. Nach der Buchmesse hat sich wieder ein wenig High Fantasy-Laune dazwischen geschlichen (in diesem Jahr konnte ich endlich wieder am Samstag hinfahren), die sich aber noch nicht bei den gelesenen Büchern niederschlägt – allerdings liegen inzwischen sowohl Robin Hobb als auch Brandon Sanderson auf dem Lesestapel. Insgesamt habe ich relativ viel freie Zeit ins Lesen gesteckt und bin mit dem Lesemonat auch sehr zufrieden 🙂

1. Wrede/Stevermer: The Grand Tour (Cecy & Kate 2)

Ich habe eeewig für dieses Buch gebraucht – Lesestapel sei dank ist es nun beendet. Tatsächlich fand ich es letztlich gar nicht so übel, und jeder Tagebucheintrag für sich liest sich auch ebenso locker und angenehm, wie ich es von „Sorcery & Cecelia“ kenne. Dem Plot und der ganzen Europareise fehlen aber der Schwung des ersten Teils, und ich kam erst besser voran, als das Finale sich näherte.

2. Charles Dickens: Great Expectations

Zum ersten Mal habe ich einen Roman von Dickens auf Englisch gelesen – seit Beginn meiner SuB-Aufzeichnung 2010 stand dieses Buch auf Platz 1 und ich bin ziemlich stolz, es nun endlich gelesen zu haben. Ich möchte noch viel mehr Dickens lesen, aber vermutlich nicht alles auf Englisch. Ich fand es in der Originalsprache sowohl leichter (wegen des guten Leseflusses) als auch schwerer (wegen der Anspielungen, der Ironie usw.) zu lesen als erwartet. Ein hervorragender Roman mit einprägsamen Figuren, von denen ich leider gerade den Protagonisten als weniger stark empfand.

3. Shannon Hale: Midnight in Austenland (Austenland 2)

Fast ebenso unterhaltsam wie „Austenland“, zumal ich „Northanger Abbey“ als Hintergrund wirklich toll finde. Auch das Wiedersehen mit einigen Nebenfiguren aus „Austenland“ war schön. Allerdings haben sich die gothic novel-Aspekte nicht besonders harmonisch in die chick lit-Hülle eingefügt und auch die Protagonistin fand ich nicht ganz rund.

4.-5. Alison Goodman: Lusus Naturae [ebook] / The Dark Days Club (Lady Helen 1)

Ich habe die Kurzgeschichte zuerst gelesen, man bekommt sie kostenlos zum Beispiel als PDF. Vielleicht war das nicht so geschickt, weil sie zwar den Anfang der Geschichte aus der Sicht einer anderen Figur erzählt, aber doch schon auf vieles hinweist, was Helen Wrexhall erst später erfährt. Für mich hat die Reihenfolge trotzdem funktioniert, weil ich durch die short story gut angefixt war und der Roman sich sehr viel Zeit lässt. Die Autorin hat viel zur Regency-Zeit recherchiert, was man dem Text anmerkt. Schönes Konzept, interessante Antagonisten, und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung! Kleine Tendenzen zum Infodumping verzeihe ich leicht.

6. Jordan Stratford: The Case of the Missing Moonstone (Wollstonecraft Detective Agency 1)

Dieser Middle Grade-Auftakt lebt von den historischen Bezügen. Mary Godwin und Ada Byron werden Freundinnen und machen sich auf, Kriminalfälle zu lösen. Der 12jährige Charles (Dickens) läuft auch herum, Percy Bysshe Shelley ist der Tutor der Mädchen, der Titel ist natürlich ein Nicken in Richtung Wilkie Collins – es gibt viele solcher Dinge, damit verbundene sehr lustige Dialoge und einen informativen Anhang. Hat Spaß gemacht, ich lese weiter.

7. Diana Wynne Jones: The Pinhoe Egg (Chrestomanci 7)

Ich habe mit „The Pinhoe Egg“ die Chrestomanci-Reihe abgeschlossen und freue mich nun unbändig auf all die anderen Bücher von Diana Wynne Jones, die ich noch vor mir habe! Der Einstieg fiel mir ein wenig schwer, und bis fast zum Schluss habe ich von den Querelen zwischen den beiden Familien nicht so gern gelesen wie von den geheimnisvollen Vorgängen im Wald. Am Ende führt die Autorin aber wieder einmal so perfekt alle Fäden zusammen, dass ich das Buch nicht anders als mit größtem Vergnügen zuklappen konnte.

8. Mechthild Gläser: Emma, der Faun und das vergessene Buch

Ein Buchmesse-Kauf, auf den ich spontan wirklich Bock hatte. Das Buch habe ich auch innerhalb weniger Tage gelesen und fand es nicht schlecht. Die Grundidee um den Faun, die Schule und das Buch, das wahr werden lässt, was man hinein schreibt, hat mir in Verbindung mit klitzekleinen Jane Austen-Bezügen gefallen. Oft hat mich der Stil an die Silber-Trilogie von Kerstin Gier erinnert. Wie dort kommt aber auch hier vieles zu kurz, was mich interessiert hätte, und alles liest sich sehr glatt, unterhaltsam und wenig einprägsam. Das Ende ist ziemlich überhastet und hin und wieder wirkte die Motivation der Figuren erzwungen.

9. Alan Bradley: Das Geheimnis des kupferroten Toten [ebook]

Eine Flavia de Luce-Kurzgeschichte. Eine nette kleine Story mit einer kreativen Todesart, die gratis zu haben ist. Insofern auf jeden Fall eine Empfehlung für Leser der Krimireihe.

10.-11. Janina Venn-Rosky: Liebe in Teedosen / Kein Tee für Mr. Darcy [ebooks] (Tea Time 1-2)

Spontane ebook-Käufe. Ich habe beide Teile auch im Grunde sofort gelesen und bin auch dem dritten im Herbst erscheinenden Teil nicht abgeneigt. Ich habe viele Probleme mit diesen Büchern – einseitige Figuren, die sich kaum voneinander unterscheiden, ein simpler Schreibstil und Vorhersehbarkeit -, aber sie haben mich trotzdem unterhalten mit ihren liebenswerten Details zu Tees, Farben, Design, Kuchen, England und Literatur, mit ihren Rezepten und dem gemütlichen Teeladen Tea Time. Wirklich gestört hat mich allerdings, dass die drei Freundinnen (jeder wird ein Teil gewidmet) und auch alle anderen ständig und massenhaft Alkohol trinken. Unnötig und auch nicht besonders passend zum Ambiente.

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[Review] Februar-Lektüre

März 10, 2017 at 23:04 (Review)

Ein Buch vom Winterstapel war noch drin, mehr dann leider nicht mehr, weil ich in der zweiten Monatshälfte sehr eingespannt war. Ein paar Märchen habe ich gelesen, ein paar Kriminalromane, und gegen Ende des Monats wurde es wieder etwas phantastischer. Über weite Strecken habe ich auch an „Great Expectations“ gelesen, das ich aber erst im März beenden werde.

1. Janine Wilk: seelenlos ~ Fluch der Rauhnächte

Ich lese gerne Geschichten, die die Rauhnächte thematisieren, und von Janine Wilk habe ich schon „Lilith Parker“ recht gerne gelesen. „seelenlos“ liest sich ähnlich locker und nett, wobei mir etwas Besonderes gefehlt hat. Leider waren zudem einige entscheidende Wendungen sehr vorhersehbar.

2. John Connolly: Dark Hollow (Charlie Parker 2)

Auch ein zweiter Teil, auch ein Thriller (wie Nummer 3), hat mir aber viel, viel besser gefallen. Diese Reihe werde ich unbedingt weiter verfolgen. Ich liebe die ausführlichen Beschreibungen, die düstere und gefährliche Atmosphäre, die grauschattierten Charaktere und den Galgenhumor in einigen Dialogen. Für meinen Geschmack dürften weniger Figurene erschossen werden, aber es passt zum Buch. Und die leisen übernatürlichen Anklänge sind sicherlich nicht für jeden Leser etwas, für mich aber das Sahnehäubchen 😉

3. U. Poznanski: Blinde Vögel (Kaspary & Wenninger 2)

Ich habe Band 1 ursprünglich nur gelesen, weil Band 2 so spannend klang: Morde in einer Facebook-Gedichte-Gruppe – ich mag, wie die Autorin wieder einmal moderne Technik in ihre Bücher einbindet. Leider hat mich dieser Band ebenso wie schon der Vorgänger enttäuscht. Nicht nur, dass die Lösung weder mit Facebook noch mit Gedichten etwas zu tun hat; die Ermittlerin empfinde ich als äußerst unangnehm, selbstmitleidig und unprofessionell. Sie verrennt sich in Ideen, die sie nur aufgrund vager „Intuitionen“ bockig verfolgt, und verknallt sich klischeehaft in ihren Kollegen. Der Fall tritt ewig auf der Stelle, und Kaspary tut eigentlich gar nichts außer Facebook zu lesen. Ihre Kinder sind erzählerisch ausschließlich dazu da, irgendwo abgegeben zu werden. Soweit ein kleiner Einblick – den Schluss fand ich wie in jedem Poznanski-Buch, das ich kenne, misslungen und habe ihn mehr oder weniger überflogen. Für mich ist die Reihe damit beendet. Positivster Punkt: ich habe „Ein weißes Schloß in weißer Einsamkeit“ von Rilke kennengelernt!

4. Isländische Märchen und Sagen

Eine Sammlung von Märchen, aus der ich über längere Zeit immer wieder ein oder zwei gelesen habe und die mir gut gefallen hat. Aus dem Nachwort entnommen einige Aspekte, die die isländischen Märchen interessant machen: die isländische Landschaft; Einflüsse von germanischer Mythologie und skandinavischen Märchen (Elfen, Zwerge, Wassergeister, Riesen und Trolle); es gibt Spuksagen und Sagen um Zauberer, aber auch typische Märchenmotive wie Schwiegermütter, magische Flucht, magische Hilfe von Tieren.

5. Die schönsten Märchen von Hexen, Prinzen und von Riesen

Ein weiteres Märchenbuch, das 14 europäische Märchen beinhaltet, zum Beispiel aus Schottland, Norwegen und Ungarn. Habe ich zügig und mit Genuss gelesen. Im Gedächtnis geblieben ist mir „Der begrabene Mond“ aus England.

6. Elly Griffiths: The Crossing Places (Dr. Ruth Galloway 1)

Eine Krimireihe, die wie auch die Charlie Parker-Reihe viel Wert auf Atmosphäre legt. Hier sind es allerdings englische Landschaftsbeschreibungen (Norfolk). Ruth ist Archäologin, und ihr Wissen fließen ebeneso wie keltische Folklore und Druidentum in die Fälle ein. Diese Punkte machen für mich zusammen mit Ruths Entwicklung (ein wenig weiß ich schon über die nächsten Bände) den Reiz aus. Ansonsten lassen sich in Aufbau und Charakterzeichnung sicherlich noch einige Schwachpunkte finden, aber ich wurde ganz gut unterhalten 🙂

7. Haruki Murakami: Wilde Schafsjagd

Ich hatte Startschwierigkeiten mit diesem Buch, weil ich die ersten Kapitel nicht wirklich interessant fand. Dadurch habe ich es immer wieder zur Seite gelegt, aber es nun – Lesestapel sei dank – richtig in Angriff genommen. Und siehe da: sobald diese Schafgeschichte einmal losging, war ich gefesselt. Es ist ein früher Murakami-Roman, der nicht so ausgereift ist wie spätere Werke, aber man kann viele typische Elemente bereits erkennen.

8. Peter David: Wählt König Arthur!

Bei humorvoller Fantasy kann man sich im Vorfeld nie sicher sein, ob der Ton einem liegt. Mit diesem Buch, das ursprünglich 1987 erschien, kam ich erfreulich gut zurecht. Artus und weitere bekannte Gestalten von Merlin bis Morgan im modernen New York, wo Artus als Arthur Penn für das Bürgermeisteramt kandidiert. Sein Wahlkampf ist recht unkonventionell, kommt aber bei den Wählern überraschend gut an…

9. Tonke Dragt: Ein Brief für den König

Reread mit Nostalgiebonus. Ein ganz klassischer Fantasyroman für jüngere Leser, der leider im Deutschen leicht gekürzt wurde. Fühlt sich ein wenig wie eine Sage an, und ich habe das Lesen wieder sehr genossen. Die Königreiche Dagonaut und Unauwen sind für mich wieder schnell lebendig geworden, obwohl die Mittel ganz einfach sind – Bezeichnungen, die man so braucht, werden zum Beispiel meist einfach mit Farben gekennzeichnet (das Braune Kloster, der weiße Ritter mit dem weißen Schild, der Blaue Fluss usw. 😉 ).

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[Review] Gelesen im November, Dezember & Januar

Januar 31, 2017 at 21:46 (Review)

Woran merkt man, dass die letzten Monate etwas hektisch waren? Ich habe im November und Dezember meine Leseeindrücke nicht ohne Not auf die Reihe gekriegt, und zwingen wollte ich mich dann auch nicht. Also gibt es nun alles in einem Post, und ausnahmsweise nur mit Sternen bewertet, weil ich mir nach so langer Zeit einen längeren Text nicht mehr in jedem Fall zutraue (fragt einfach, wenn euch ein Buch interessiert). Im Februar möchte ich das aber gern wieder anders gestalten.

Ich lasse nun die Challenges weg, weil der Fortschritt ja auch rechts verlinkt ist. Mein Start in den Winterstapel war aber recht erfolgreich 🙂

 

1. Agatha Christie: The Pale Horse ****

2. Alan Bradley: Eine Leiche wirbelt Staub auf ****

3. Sujata Massey: Tödliche Manga ***

4. Genevieve Cogman: The Invisible Library ***,5

5. Andreas H. Schmachtl: Viel Wirbel im Heckenrosenweg ****

6. P.J. Bracegirdle: Fiendish Deeds ***,5

7. Cassandra Clare: Clockwork Prince ***,5

8. Kate Morton: Die fernen Stunden ****

9. Derek Landy: Skulduggery Pleasant [ebook] ***

10. Weihnachten bei den Elchen ***

11. Enid Blyton: Christmas Stories ***,5

12. Chris Colfer: The Enchantress Returns ***,5

13. Rachel Caine: Ghost Town *****

14. Matt Haig: A Boy Called Christmas ****

15. Katharina Seck: Die silberne Königin ***

16./17. Tonke Dragt: Die Türme des Februar / Das Geheimnis des siebten Weges [rereads] *****

18. Kate Milford: Greenglass House ****

19. Karen Foxlee: Ophelia und das Geheimnis des magischen Museums ****

20. Susanne Goga: Die Tote von Charlottenburg ***,5

21. Elfgren/Strandberg: Schlüssel *****

22. Kathryn Littlewood: A Dash of Magic ***,5

23. Pasi Ilmari Jääskeläinen: Lauras Verschwinden im Schnee *****

24. G.R.R. Martin: A Storm of Swords *****

25. Genevieve Cogman: The Masked City **,5

 

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[Review] Oktober-Lektüre

November 30, 2016 at 20:33 (Review)

Kurz vor Ende des Monats will ich die Oktoberbücher noch schnell unterbringen…

Im Oktober habe ich mich auf’s Lesen konzentrieren können und auch im Vergleich zu den Vormonaten richtig viel geschafft. Dafür haben Herbstimmung, das Herbstlesen, mein Lesestapel (und damit reduzierte Parallelitis) und zwei Wochen, in denen mein Freund zu Hause war, im Verbund gesorgt 🙂 Zwar waren auch viele Bücher mit geringem Umfang dabei, aber die gab es vorher ja auch. Ich habe sogar so viel gelesen, dass es ein Minus auf dem SuB zu verzeichnen gibt (wann ist das zuletzt vorgekommen? *grübel*).

Ich schreibe nicht zu jedem Buch etwas – zum einen möchte ich auf die Herbstlesen-Beiträge verweisen (ich mache es wie schon im letzten Jahr und verlinke einfach), in denen ich zu vielen Büchern bereits etwas gesagt habe, zum anderen bin ich mit diesem Post schon sehr spät dran und habe nicht so richtig Muße für eine ausführlichere Fassung 😉

1. C.S. Lewis: The Voyage of the Dawn Treader (Chronicles of Narnia 5)

2. Christopher Morley: Parnassus on Wheels

3. Dan Poblocki: The Gathering (Shadow House 1)

4. Christoph Marzi: London

Satte acht Jahre nach „Somnia“ erschien recht unverhofft noch eine Fortsetzung zur „Uralte Metropole“-Reihe, über die ich mich sehr gefreut habe. Ich kann Marzi nicht immer lesen, aber in gewissen Abständen mag ich seine Bücher meist. „London“ ist als Rückkehr in eine liebgewonnene Welt von vornherein etwas nostalgiebesetzt, aber das ist ja nichts Schlechtes. Emily und all ihr Freunde sind älter geworden. Hat mir gut gefallen, ist atmosphärisch und würde übrigens auch gut in den Winter passen. Auch die geheimnisvolle Geschichte um das vergessene London mochte ich.

5. Neil Gaiman: How the Marquis got his Coat back

Und weil’s so schön war, habe ich eine Kurzgeschichte aus der „Neverwhere“-Welt angeschlossen, von der Marzi seinerzeit nicht wenig inspiriert wurde. Das merkt man, aber Gaiman liest sich komplett anders – wo Marzi letztlich ein Träumer ist, ist Gaiman recht zynisch. Ich habe an beidem meinen Spaß, aber Gaimans Kurzgeschichten sind einfach unglaublich gut und geschliffen. Auch diese fand ich hervorragend.

6. Christoph Marzi: Charing Cross

Eine Novelle, die in der Welt der Uralten Metropole spielt. Eine kürzere Fassung kenne ich bereits aus der nicht uneingeschränkt empfehlenswerten Kurzgeschichtensammlung „Nimmermehr“ (ja, auf diesem Gebiet ist Gaiman wesentlich besser). Marie Antoinettes Leben dient als Grundlage für eine Vampirgeschichte 😉

7. Robin Stevens: First Class Murder (Murder Most Unladylike 3)

8. Shirley Jackson: The Haunting of Hill House

9. Andreas Gößling: Die Rache der Vampirgeister

Ich habe mir jetzt einen Ruck gegeben, das Buch beendet und aussortiert – es lag schon so lange herum… Leider hat mir schon der erste Band nicht wirklich gefallen (nach dem zweiten wurde die ursprünglich als umfangreicher geplante Reihe auch nicht fortgesetzt). Dabei ist der mythologische Hintergrund gut gelungen, damit scheint sich der Autor auch auszukennen. Das ganze Agentengedöns funktioniert aber absolut nicht und ist unfassbar albern geschrieben, keine Ahnung, was man sich dabei gedacht hat…

10.-12. Rupert Kingfisher: Madame Pamplemousse and Her Incredible Edibles / Madame Pamplemousse and the Time-Travelling Café / Madame Pamplemousse and the Enchanted Sweet Shop

13. Geronimo Stilton: The Peculiar Pumpkin Thief

Eine kurze Badezimmerhalloweenlektüre. Ich finde die spießige Maus ja irgendwie lustig 🙂

14. Sonja Kaiblinger: Hier scheiden sich die Geister (Scary Harry 5)

Ich lese die Reihe recht gerne, war aber nicht ganz in Stimmung für das Buch. Weil es so nach Halloween aussieht, wollte ich es aber doch gerne im Oktober lesen – obwohl letztlich Halloween gar keine so große Rolle spielt. Die Geschichte um Harry, der Otto nicht mehr besuchen darf, weil sein neuer Vorgesetzter es verboten hat, war wieder nett, aber ich kam – wie gesagt – nicht richtig in das Buch rein. Ich muss mal abwarten, ob die Reihe für mich mit der Zeit weniger interessant wird oder ob es wirklich eine Stimmungssache war.

15. Rudyard Kipling: The Gate of the Hundred Sorrows

16. Shusterman/Elfman: Tesla’s Attic (Accelerati 1)

Erster Teil einer Middle Grade-Trilogie, der mich sehr gut unterhalten hat. Ich hatte schnell konkrete Vorstellungen von den Figuren, die eine Stärke des Buches sind. Außerdem liebe ich es, wenn kleine Wissenschaftsinfos in Büchern für jüngere Leser untergebracht werden, ohne dass es belehrend ist (John Connollys „The Gates“ ist dafür auch ein schönes Beispiel). Ich freue mich auf die Fortsetzungen.

17. Rainbow Rowell: Attachments

Ich mochte „Fangirl“, und auch „Attachments“ fand ich sehr kurzweilig. E-Mail- oder Briefromane lese ich oft schnell weg, und das ging mir hier auch wieder so. Das Setting kurz vor der Jahrtausendwende war mal etwas anderes, weil das ganze Internetthema für die Figuren (die sind alle um die 28 Jahre alt) noch etwas neuer ist als für uns heute. Im direkten Vergleich zu „Fangirl“ muss ich aber sagen, dass einige Ähnlichkeiten bestehen, letzteres aber einfach mehr zu bieten hat.

18. Ilona Andrews: Magic Slays (Kate Daniels 5)

Ich werde die Reihe weiterverfolgen, trotz ihrer genretypischen Schwächen, die ich schon hin und wieder erwähnt habe (immerhin hat Kate nur einen Lover, und der ist seit fünf Bänden derselbe). Der Hintergrund ist recht sorgfältig ausgearbeitet, und ich mag die von Mythen inspirierten Plots und Welt, die immer zwischen Magie und Technik schwankt, sodass die Charaktere immer auf beides vorbereitet sein müssen.

19. Del Rio/Staehle: Warren der 13. und das Magische Auge

Auffällig ist natürlich die tolle Gestaltung in Schwarz, Rot und Weiß. Das ganze Buch ist wirklich schön illustriert und detailverliebt aufgemacht – bis hin zu passenden kleinen Überschriften für jede Seite, wobei die Kapitel, in denen es um Hexen geht, spiegelverkehrt gedruckt sind. Hinter diesem Augenschmaus bleibt die Geschichte ein wenig zurück, auch wenn ich sie ganz nett fand.

20. Charles de Lint: Die vergessene Musik (Das kleine Land 2)

Ich habe das Buch noch in unserer alten Wohnung begonnen und es durch den Umzug etwas aus den Augen verloren. Durch die lange Pause fiel es mir relativ schwer, wieder in die Geschichte hineinzukommen; es gibt zwei Cornwall-Varianten mit gewissen Überschneidungen, wodurch alles etwas komplex wird. Der Zweiteiler war mein erster Versuch mit Charles de Lint, von dem ich sicherlich noch mehr lesen werde; die verträumte, musikalische Geschichte hat mir sehr gut gefallen.

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[Review] September-Lektüre

Oktober 6, 2016 at 10:36 (Review)

Das Lesetief war offenbar im August erreicht, im September habe ich zwar nur wenig, aber etwas mehr gelesen. Spiele und Malbücher hatten mich noch etwas mehr im Griff, aber mit dem Duft nach Herbst kommen auch die Bücher wieder 🙂

Der Lesemonat war merkwürdig, weil ich meist konstant recht gute Bücher lese (Äquivalent 3,5 oder 4/5 Sternen), mit einigen Ausreißern nach oben oder unten. Dieser Monat dagegen brachte einige Bücher, die mir sehr gut, und einige, die mir gar nicht gefallen haben – ohne Mittelfeld.

Challenges:

– Rory Gilmore Challenge: …

– Herbstbücher: „Der Wald der träumenden Geschichten“

1. Jennifer Estep: Frostfluch (Mythos Academy 2)

So, damit ist für mich wirklich Ende bei dieser Reihe – auch wenn ich lieber nicht nie sage: momentan will ich nicht weiterlesen. Ich fand schon den Auftakt ein bißchen albern, und der zweite Band entwickelt sich nicht besser. Am liebsten mochte ich eigentlich die Szenen, in denen es um’s Essen geht 😉 Ich mag mythologischen Hintergrund sehr, aber mit dieser Reihe werde ich nicht recht warm. Sie gehört zu denen, in denen Figuren nur durch Haar- und Augenfarbe sowie ihre Kategorie („die Gypsy“, „der Spartaner“ etc.) beschrieben werden. Ich hab die Bücher nun aussortiert und lese lieber „Vampire Academy“ weiter, das hat mir besser gefallen 🙂

2. Thomas Finn: Dark Wood

Hat mir überraschenderweise auch nicht besonders gefallen. Ja, es geht um eine Survival-Fernsehshow, aber müssen für die Figuren deshalb wirklich alle Klischees aufgefahren werden? Alle, wirklich alle Charaktere gingen mir schwer auf die Nerven. Behalten habe ich es vorerst trotzdem, weil ich das wilde Zeug am Ende irgendwie wieder ganz lustig fand. Allerdings ist nichts davon neu. Horrorthriller stand übrigens drauf, ist ab und an auch drin, aber die meiste Zeit zanken sich die Pappfiguren miteinander über ihre Geheimnisse in bester Talkshow-Manier. Schade, weil Thomas Finn sonst oft Ideen hat, die ich mag.

3. Malcolm McNeill: Der Wald der träumenden Bücher

Das wiederum habe ich sehr gerne gelesen, weil es ein bißchen speziell ist – das kann man an den stark gemischten Meinungen sehen. Nachvollziehen kann ich, daß der Klappentext und die restliche Aufmachung wie so oft falsche Erwartungen wecken. Man erkennt Zutaten wieder, aber Der Wald ist keine freundliche Welt. Es gibt übrigens sogar ein paar philosophische Gedanken 🙂 All das hat das Buch zu etwas Besonderem gemacht, aber ich muß zugeben, daß der Anfang etwas stärker war als das Ende.

4. Stefanie Hasse: Die Magie zwischen den Zeilen (BookElements 1)

Das habe ich mit meiner allerersten Leserunde gelesen. Die Leserunde hat mir auch viel Spaß bereitet, allerdings war das Buch nicht besonders (ich behalte es nicht). Der Anfang war gar nicht so übel (ich hatte ja reingelesen, bevor ich es mir besorgt hatte), und hin und wieder gab es Ideen oder kleine Abschnitte, die Potential hatten, aber damit hatte es sich auch. Langweilige, leblose Figuren, jede Menge Klischees und vor allem fehlende Kunstfertigkeit der Autorin haben mich gestört.

5. Lene Kaaberbøl: Blutsschwester (Wildhexe 4)

Die Wildhexenreihe der in Dänemark bekannten Autorin kann ich nun wieder nur empfehlen. Sechs wunderschön gestaltete Bücher aus dem Hanser-Verlag, bei denen man sich nicht durch die geringe Seitenzahl abschrecken lassen sollte, auch nicht davon, daß es sich um Kinderbücher handelt. Einige Szenen wären für jüngere Kinder wahrscheinlich ohnehin zu intensiv.

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[Review] August-Lektüre

September 7, 2016 at 07:34 (Review)

Ich habe sehr wenig Bücher im August beendet. Meine freie Zeit habe ich eher mit dem Nintendo 3DS oder einem Malbuch verbracht 😉 Viele angefangene Bücher gibt es natürlich auch noch. Allerdings habe ich einige Comics gelesen, die ich der Menge wegen mit in die Liste aufgenommen habe.

Challenges:

– Rory Gilmore Challenge: …

– Sommerbücher: „A Darker Shade of Magic“

1. J.K. Rowling: Harry Potter and the Cursed Child

Das habe nicht nur ich im August gelesen… Mir hat’s insgesamt ganz gut gefallen. Viele haben sehr viel erwartet und waren dann wohl zwangsläufig enttäuscht. Manche haben sich an der Form gestört, aber mir scheint es für ein Stück sogar relativ ausführlich geschrieben, und so, wie es sich liest, ist die Aufführung bestimmt ein besonderes Erlebnis. Logisch, daß ein Skript kein Roman ist. Ich mochte, wie an die Bücher angeknüpft und trotzdem eine neue Geschichte erzählt wird, und empfand dieses gar nicht einfache Unterfangen als geglückt. Manches war auch nicht ganz nach meinem Geschmack (Lachnummer Ron, Hermione als Minister of Magic usw.) und sicherlich gibt es die eine oder andere Logiklücke, aber wie gesagt: ich habe es gern gelesen 🙂

2. V.E. Schwab: A Darker Shade of Magic

Ich habe mich angestrengt, um es im August als Sommerstapelbuch zuende zu lesen, aber es hat mir auch gefallen. Ich bin möglicherweise nicht ganz so hingerissen wie die meisten, was daran liegt, daß ich die Figuren wenig bemerkenswert finde, aber die vier Londons und der Aufbau der Geschichte mochte ich wirklich.

3. Thomas Endl: Das Theater des Schreckens (Karfunkelstadt 3)

Mein Badezimmerbuch mit kläglichen 170 kleinformatigen Seiten 😉 Für Badezimmerzwecke ist die Reihe aber gut geeignet, zumal mir nun nur noch der vierte Band fehlt – der liegt inzwischen bereit. Zwielichtige Schauspieler führen in der Karfunkelstadt ergreifende Stücke auf, und mit der Grundidee, daß das Gespielte wahr werden kann, gibt es tatsächlich einige Szenen, die mir ziemlich gut gefallen haben, soweit der Umfang das eben zuläßt.

4. Oscar Wilde: Only Dull People are Brilliant at Breakfast

Irgendwann muß ich die ganzen gekauften Little Black Classics ja auch mal lesen 🙂 Für den Start habe ich es mir leicht gemacht und Oscar Wildes gesammelte Zitate gelesen. Ich glaube, irgendwo fliegt noch ein „Oscar Wilde zum Vergnügen“ von Reclam mit ähnlicher Thematik herum. Man bekommt genau das, was man von Oscar Wilde so erwartet.

+ Sailor Moon 6-12

Bei Erscheinen der Manga-Neuausgabe hatte ich die ersten Bände gelesen und war dann so in Band 5 etwas vom Wege abgekommen, weil ich diese Princess Serenity-Sache nicht so mochte. Im August habe ich nun einen weiteren Versuch unternommen und tatsächlich wurde es dann doch wieder ganz nett. Insbesondere gab es da einen Dead Moon Circus, von dem ich sehr angetan war.

+ the unwritten 1-4

Band 1 liegt schon länger hier, jetzt habe ich ihn endlich gelesen. Und der hat mir gleich so gut gefallen, daß ich mir drei weitere Bände gegönnt habe. Leider will ich immer noch weiterlesen… Richtig toller Comic bisher, der unter anderem wegen seiner zahlreichen literarischen Anspielungen lesenswert ist.

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[Review] Juli-Lektüre

August 4, 2016 at 19:55 (Review)

Der Juli war zu schwül für meinen Geschmack – ich freue mich jetzt schon auf den Herbst… So richtig viel gelesen habe ich nicht, weil es doch viel zu erledigen, viele Leute zu treffen und das mobil werdende Töchterchen zu beaufsichtigen galt. Vor allem habe ich mich aber auch von Spielen ablenken lassen 🙂

Ich habe ja auch schon angedeutet, daß ich Lust habe, zwischendurch immer mal nur ein Bild zu veröffentlichen, wenn es gerade für einen längeren Beitrag nicht reicht – folgerichtig habe ich mir jetzt einen Instagram-Account für eben diesen Zweck zugelegt, der Link ist rechts zu finden. Wer Lust hat, kann auf diesem Weg immer mal sehen, was ich gerade lese, neu ins Regal gestellt habe oder ähnliches.

Challenges:

– Rory Gilmore Challenge: …

– Sommerbücher: „Diamond Age“ gelesen

1. Leah Rae Miller: Romancing the Nerd

Nicht so spaßig wie „The Summer I Became a Nerd“, aber auch noch ganz nett und als leichte Sommerlektüre tauglich. Es geht um Dan, der vom Vorgänger als Nebenfigur bekannt ist, aber dank unerwarteter Basketballerfolge beliebt geworden ist, und um Zelda, die ihm das aus der Nerdecke heraus übelnimmt. Zelda war eine im Vergleich zu Maddie weniger unterhaltsame Protagonistin, die ein bißchen verbohrt ist. Pluspunkt sind wieder die witzigen LARP-Szenen.

2. Ruth Chew: No such Thing as a Witch

Badezimmerbuch, und als solches perfekt geeignet (ich habe schon Nachschub besorgt). Ich habe mir ein paar der „Matter of Fact-Magic-Books“ zugelegt, die seit einigen Jahren neu aufgelegt werden; dieses hier war mein erstes. Ein kurzes Buch, dem man die Jahrzehnte anmerkt – ich finde so etwas bei Kinderbüchern oft recht charmant. Ich glaube, die ersten Hexenbücher wurden in den 70er Jahren veröffentlicht. Die Bände sind übrigens in sich abgeschlossen.

3. Pamela Druckerman: French Children don’t throw Food

Hat mir gut gefallen. Ein unterhaltsames und anregendes Buch über die unterschiedlichen Erziehungsstile von Engländern/US-Amerikanern und Franzosen, das sich flüssig und schnell liest. Ohne alles bierernst nehmen zu wollen, habe ich mir doch aus mehreren Kapiteln Tipps mitgenommen – mal sehen, was sich umsetzen läßt 🙂 Nur mittendrin gab es zwei, drei Kapitel, die mir zu einseitig die Pariserin als „sexy working mom“ glorifizierten.

4. Thomas Endl: Die Kathedrale der Ratten (Karfunkelstadt 2)

Noch ein Badezimmerbuch, sehr klein und kurz und recht nett. Schön finde ich die Cover der vierbändigen Reihe. Inhaltlich geht es um eine zweite Reise ins Wetzbach der Vergangenheit (so um 1900), wobei der Bau einer Kathedrale an einem düsteren Ort, Straßen voller Ratten und viele Colaflaschen eine große Rolle spielen…

5. Jennifer Allison: The Bones of the Holy (Gilda Joyce 5)

Leider schon das letzte Buch dieser Middle Grade-Reihe, die ich von vorne bis hinten sehr gerne gelesen habe. Jeder Band hat einen anderen Fokus (wobei das Grundthema „Spying on the Supernatural ~ With Style!“ natürlich immer bleibt), und Gilda ist eine wunderbare, erfrischende Protagonistin. Dieser Band spielt in St. Augustine, Florida; es gibt Ghost Tours, Geheimnisse und viel Südstaatenflair.

6. Julia Berger: Ein Jahr in Tokio

Ich habe so viele Bücher aus dieser Reihe, aber noch wenige gelesen. Jetzt war ich in Japan-Leselaune („Yokai Watch“ ist schuld) und habe diese genutzt, um Julia Bergers Tokyo-Reisebericht zu lesen. Die Bände haben ja alle nur knapp 200 Seiten, sodaß ich das Buch auch tatsächlich innerhalb von zwei Tagen gelesen habe. Viele Einblicke waren interessant (zum Beispiel ist die Autorin Architektin und blickt damit aus einer besonderen Perspektive auf die Stadt), insgesamt war sie mir aber viel zu sehr mit ihren Männergeschichten beschäftigt. Ich fand das in einem Reisebericht befremdlich.

7. Neal Stephenson: Diamond Age

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