[Ich lese] Von Doppelgängern

Juni 4, 2017 at 18:44 (Ich lese)

Ganz zufällig haben die ersten beiden Bücher vom Sommerstapel, in denen ich mich festgelesen habe, eine Gemeinsamkeit. Es geht nämlich um Doppelgänger. Dabei sind Genres und Geschichten sonst eigentlich recht verschieden.

„Totengleich“ ist der zweite Teil von Tana Frenchs „Dublin Murder Squat“-Krimireihe. Schon der Vorgänger „Grabesgrün“ hat mir gefallen, vor allem durch die ausführlichen Schilderungen und das besondere Augenmerk auf Charaktere. Beides wird wohl auch „Totengleich“ interessant machen, obwohl die Prämisse weit hergeholt scheint. Ermittlerin Cassie Maddox wird zu einem Tatort gerufen – die Leiche sieht ihr nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern trägt auch einen Studentenausweise bei sich, demzufolge es sich bei ihr um Lexie Madison handelt, Cassies Alter Ego aus einer früheren Undercoveroperation… Um den Mörder zu finden, soll Cassie sich als die Tote ausgeben (Bonus: momentan erinnert mich manches enorm an Donna Tartts „Geheime Geschichte“ 🙂 ).

„The Ivy Tree“ gehört wohl ins Genre Romantic Suspense, in dem ich nicht so bewandert bin, aber auch dieser Roman bietet umfangreiche Beschreibungen etwa der Landschaft Northumberlands; außerdem gelingt es Mary Stewart, dass mich die Figuren interessieren (also eine weitere Gemeinsamkeit neben dem Doppelgängermotiv), was ich gar nicht erwartet hatte. Hier besucht Mary Grey England und wird dort prompt mit der totgeglaubten Annabel verwechselt. Ein Geschwisterpaar überredet sie dazu, in der Rolle Annabels nun quasi nach Hause zurückzukehren und ihr Erbe anzutreten.

In beiden Romanen gibt sich also eine Frau als eine andere aus, die ihr extrem ähnlich sah. Ich mag solche Lesezufälle! Momentan habe ich 100 bzw. 150 Seiten gelesen.

 

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[Ich lese] Regency Fantasy

März 24, 2017 at 20:52 (Ich lese)

Ich bin in diesem Monat literarisch ganz ins 19. Jahrhundert abgetaucht – angefangen bei Dickens‘ „Great Expectations“, das ich noch aus dem Februar mitgenommen hatte. Dann kam „Midnight in Austenland“ (und dort habe ich, nebenbei bemerkt, überhaupt erst einmal gelernt, was mit Regency eigentlich genau gemeint ist).

Weitergemacht habe ich mit der dreiteiligen BBC-Reportage „Elegance and Decadence“ und Alison Goodmans „The Dark Days Club“. Das Buch spielt 1812 – ungefähr in diesem Jahr beginnt zufälligerweise auch „Great Expectations“ 😉 – und die Autorin hat sich große Mühe mit der Recherche gemacht und dafür sogar eine Ecke auf ihrer Homepage reserviert. Ich hatte viel Spaß mit dem Roman, auch mit dem phantastischen Aspekt.

Google hat mich dann darauf hingewiesen, dass es tatsächlich ein Subgenre namens Regency Fantasy gibt (andererseits: welches Subgenre gibt es eigentlich nicht?) – und dass ich einige Bücher besitze, die mehr oder weniger dazu passen. Ich entdecke so etwas gerne, und sobald mir das einmal aufgefallen war, musste ich direkt ein wenig Platz im Regal schaffen, wo sie alle beisammen stehen können (das war nämlich bisher nicht der Fall, sie sortierten sich bei Fantasy, Steampunk, Feen- oder Kinderbüchern ein). Einige Neuzugänge konnten sich dort auch gleich einreihen…

Oft spielen die Geschichten in einem alternativen England so um 1810 herum, in dem es Magie gibt. Mir gefallen oft der Humor, die Dialoge und die Schwierigkeiten, die die Verbindung von Etikette und Zauberei so mit sich bringen 😉 Bälle und Romanzen spielen allerdings in vielen, aber nicht allen Fällen eine größere Rolle als sonst in meiner Lektürewahl.

Eigentlich ist eher die viktorianische Zeit „meine“ Epoche, aber da mich im weiteren das ganze lange 19. Jahrhundert interessiert, passt die Regency-Zeit gar nicht so schlecht dazu, zumal mich die Temeraire-Reihe von Naomi Novik sowieso schon dazu bewogen hat, mich mehr zur napoleonischen Zeit zu informieren.

Oh, und was den ganz unmagischen Regency-Klassiker Jane Austen angeht: zwei ihrer Romane kenne ich nun bereits, ohne ein großer Fan geworden zu sein. Dennoch finde ich, dass sie gute Konversationen schreiben kann, und kann den Stil, der mir in der Übersetzung oft platt vorkommt, im Original auch mehr genießen. 2017 ist ja ein Austen-Jubiläum (das 200. Todesjahr), insofern würde es sich anbieten, in den nächsten Monaten zu einem dritten Roman zu greifen (wahrscheinlich „Emma“).

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[Ich lese] G.N. Lippert: James Potter and the Hall of Elders‘ Crossing

September 28, 2016 at 09:23 (Ich lese)

Zur Abwechslung schreibe ich an dieser Stelle mal über ein ebook. Und dann auch noch über eine Fanfiction. Fanfictions lese ich eigentlich so gut wie gar nicht, aber unter anderem durch „Harry Potter and the Cursed Child“ war ich wieder in Stimmung für die Welt rund um Hogwarts. Und dann bin ich auf gebundene Ausgaben dieser ebook-Reihe gestoßen, die nur auf kompliziertem Wege zu erstellen sind.

Vier umfangreiche Bände von „James Potter“ existieren und man kann sie als PDF, MOBI oder EPUB kostenlos herunterladen (hier geht’s zur Homepage), also vergibt man sich beim Ausprobieren wirklich nichts. Die Reihe setzt ein Jahr vor dem Epilog an, also in James Potters erstem Schuljahr in Hogwarts (schon deshalb machen Vergleiche zu „Cursed Child“ irgendwie Spaß, zumal dem Skript ja viele vorwerfen, es lese sich wie eine Fanfiction 😉 ). Ich habe inzwischen so um die 30% des ersten Teils, „James Potter and the Hall of Elders‘ Crossing“ (von 2007) gelesen und bin meistens gut unterhalten. Für eine Fanfiction ist es gut geschrieben und es macht Spaß, wieder durch die Flure von Hogwarts zu streifen 🙂 Bekannte Orte und Figuren tauchen auf, aber im Fokus stehen die eigenen Ideen des Autors.

Man muß sich allerdings darauf einlassen, daß nun einmal nicht J.K. Rowling das Buch geschrieben hat, sonst kann man das Experiment nicht genießen. Besonders stark fällt mir als Unterschied auf, daß der Autor US-Amerikaner ist, und das merkt man. Das Flair eines englischen Kinderbuches, das ich bei Harry Potter so liebe, geht deutlich verloren, aber das ist wohl zwangsläufig so. Jedenfalls macht Lippert aus der Not eine Tugend: einer der Protagonisten kommt aus Amerika und zudem gibt es einen Austausch mit einer amerikanischen Schule. Mit ein wenig Unbehagen stelle ich immer wieder Amerikanismen fest, besonders in den Dialogen, ebenso bei dem Versuch, die Magie wissenschaftlich zu untermauern (Stichwort Technomancy) – auf der anderen Seite hat der Autor einige wirklich nette Ideen, die für mich gut nach Hogwarts passen.

Ich bin jetzt schon gespannt, wie ich diesen amerikanischen Harry Potter beurteilen werde, wenn ich weiter gelesen habe. Auch wenn man damit nichts anfangen kann, braucht man sich jedoch nicht so aufzuregen wie einige Potter-Jünger: immerhin hat der Autor das ganze Unternehmen schlicht als Erzählung für seine Kinder begonnen, um die bekannte Post-Potter-Leere zu füllen, und kann die Bücher naturgemäß bis heute nicht gewinnbringend veräußern.

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[Ich lese] Naomi Novik: Drachenbrut

April 10, 2016 at 17:02 (Ich lese)

Eigentlich war ich nie ein besonders großer Fan von Drachenbüchern. Aber um einmal aus „Die Kunst der Scheibenwelt“ zu zitieren: „Drachen müssen sein… Wie soll man sonst wissen, daß es Fantasy ist?“ 😉 Sie kommen also auch ohne meinen Wunsch häufig vor.

Und so haben sich inzwischen klammheimlich zahlreiche Bücher über oder mit Drachen in meinem Regal eingefunden. Meist habe ich mich dafür eben nicht wegen der Drachen interessiert, sondern weil diese oft mit besonderen Ideen verbunden werden.* Und so langsam habe ich mit den Drachen dann auch meinen Frieden geschlossen und nun eine (nur für mich – das Buch gibt es seit 2007) neue Reihe entdeckt.

„Der englische Seekapitän Will Laurence glaubt seinen Augen nicht zu trauen: An Bord einer gerade gekaperten französischen Fregate befindet sich tatsächlich ein echtes Drachenei. Dabei ahnt Will da noch nicht einmal, wie sehr dieser unschätzbar kostbare Fund sein Leben für immer verändern wird. Denn als der kleine Drache Temeraire schlüpft, erwählt er ausgerechnet ihn zu seinem menschlichen Gefährten – als glorreichen Feuerreiter Seiner Majestät…“

Ich kann gar nicht sagen, wo ich vor kurzem darüber gestolpert bin, mein Interesse geweckt haben jedenfalls die Verbindung der Zeit der Napoleonischen Kriege mit Drachen als Lufteinheiten und vor allem die vielen verschiedenen Länder und Kontinente mit ihren offenbar detailliert ausgearbeiteten Gebräuchen und Geschichten, die im Verlauf der Reihe besucht werden – von China über Australien und Afrika bis Südamerika und Japan. Ich habe mich für die Ausgaben von blanvalet und damit gegen die Originale entschieden – trotz der leider üblichen einfallslosen Titel („Drachenbrut“ wird fortgesetzt von „Drachenprinz“, „Drachenzorn“, blabla… warum tut man so etwas?).

Ich habe inzwischen ungefähr die Hälfte des ersten Bandes gelesen und bin ganz angetan. Er liest sich angenehm weg und die Handlung schreitet flott voran; es ist damit aber kein Buch, das durch Sprache fasziniert. Trotzdem bin ich neugierig darauf, was ich im Verlauf der Reihe noch über die Welt erfahren werde und mag auch die Charaktere ganz gern (auch wenn sie eigentlich bisher nichts Besonderes sind). Kapitän Laurence ist insofern als Hauptfigur gut gewählt, als er seine Marineausbildung mitbringt und kein Junge ohne Erfahrung ist. Trotzdem lernt er die Welt des Fliegens zusammen mit dem Leser kennen, und gerade diese militärischen Aspekte finde ich zurzeit wirklich spannend. Temeraire ist natürlich ein besonders begabter Drache, trotzdem habe ich meine Schwierigkeiten mit der Vorstellung, daß die Drachen sofort nach dem Schlüpfen perfekt sprechen können.

Die alternative Geschichte beginnt 1805 bewegt sich in den ersten drei Büchern offenbar nahe an der Wirklichkeit (bis auf die Drachen eben), bevor sie etwas andere Wege geht. Ich mag es, wenn Romane mich zum Nachforschen anregen, und „Drachenbrut“ animiert mich gerade dazu, mein Wissen über die Zeit Napoleons etwas aufzufrischen, das eher begrenzt ist.

Als kleiner Bonus sind am Ende der Bände immer einige erklärende Seiten zum Hintergrund enthalten, hier „Ausgewählte Auszüge aus den Beobachtungen der Drachenrassen in Europa, mit Anmerkungen zu den orientalischen Rassen„. Ich lese so etwas immer sehr gerne 🙂

Für mich ist „Drachenbrut“ zurzeit das passende Buch und eine schöne Einführung in eine vielversprechende Reihe, auch wenn einige Szenen (etwa die Ausbildung Laurences und Temeraires) sicherlich etwas mehr Details vertragen hätten und insgesamt wohl etwas Tiefe fehlt – mal sehen, ob das in den Fortsetzungen erreicht wird. Offenbar sollen es insgesamt neun Teile werden, der achte ist gerade auf Deutsch erschienen.

„Kein Drill hätte das entsetzte Gemurmel verhindern können, das sich nun über das Deck ausbreitete. Das Drachenjunge schien es nicht zu bemerken, war jedoch einige Augenblicke lang von der Frage verwirrt, dann sagte es mit unzufriedener Miene: ‚Ich habe keinen Namen.‘ Laurence hatte genug darüber in Pollitts Büchern gelesen, um zu wissen, was er antworten mußte. So fragte er höflich: ‚Darf ich Ihnen einen geben?'“

* Bei „A Natural History of Dragons“ mag ich die viktorianische Atmosphäre und die ungewöhnliche Memoiren-Form, bei „Feuerkriege“ den 20er Jahre-Hintergrund, die Welt in „Dragon in Chains“ ist an das alte China angelehnt etc.

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[Ich lese] Kleine Comic-Auswahl

Januar 15, 2016 at 11:12 (Ich lese)

Ich bin momentan etwas unkonzentriert beim Lesen und könnte ständig (also noch häufiger als gewöhnlich 😉 ) das Buch wechseln. Insofern bieten sich auch Comics an, die mir ohnehin jetzt häufiger ins Auge fallen – nach dem Umzug wurden Comics, Manga, Bilderbüchern usw. nämlich ein eigenes Regal spendiert; allein könnte ich es nicht füllen, zusammen mit meinem Freund aber durchaus. Ich lese jedenfalls zurzeit diese Comics:

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„Die Mauern von Samaris“ habe ich schon einmal erwähnt; nach dem Genuß des PC-Spiels „Syberia“ habe ich mich in verschiedene fantastische Architekturen vertieft und bin dabei auf die Comics von Schuiten & Peeters gestoßen, die sozusagen als lose Reihe unter dem Titel „Die geheimnisvollen Städte“ bzw. auf Französisch als „Les Cités obscures“ erscheinen. Es macht Spaß, sich ein wenig Zeit für die gelungenen Zeichnungen und die seltsame Erzählung zu nehmen.

Die „Fables Deluxe“-Ausgaben gehen leider immer sehr ins Geld, sind aber immer noch günstiger als die deutschen Ausgaben. Tatsächlich lese ich an den einzelnen Bänden recht lange, also lohnt sich die Investition vermutlich. Mir gefällt diese erwachsene Märchenadaption rund um die Fables, die in New York City / Fabletown leben, recht gut (auch wenn ich einige Zeit brauchte, um mit dem Zeichenstil warm zu werden), die auch mit der Zeit ziemlich vielfältig zu werden scheint.

Kürzlich hat mich der „Bone“-Wälzer erreicht. Auch hier habe ich nach einer preiswerten Variante gesucht, weshalb die neun deutschen Hardcover nicht in Frage kamen. Hier sind alle neun Bände in s/w in einem, wie man sieht, gewaltigen Taschenbuch mit mehr als 1300 Seiten zusammengefaßt. Für meine Zwecke reicht das aus. Den zweiten Band kannte ich schon aus der Bibliothek, jetzt habe ich den ersten sozusagen nachgelesen und muß sagen, daß dieser Comic mir so nach und nach, während die Geschichte komplexer wird, ans Herz wächst.

Schließlich liegt der 6. „W.I.T.C.H.“-Band auf dem Stapel. Ich habe diese Comics früher wirklich gerne gelesen, auch wenn ich wohl nicht ganz der angepeilten Zielgruppe entsprochen habe 😉 In den letzten Wochen habe ich einige mir noch fehlende Bände besorgt (die ersten sind zum Glück noch zu moderaten Preisen erhältlich und die letzten sind nicht mehr so doll) und habe gerade sehr viel Freude daran, die Geschichte noch einmal am Stück zu lesen. Perfekte Badezimmerlektüre!

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[Ich lese] Blaue Kinderbücher

August 22, 2015 at 12:02 (Ich lese)

Ich bin momentan eher schlecht darin, Bücher zu Ende zu bringen. Stattdessen habe ich mal wieder eine Phase, in der ich alle paar Tage ein neues Buch aus dem Regal ziehe, um darin zu lesen. Also gibt es momentan keine Rezensionen, sondern einen kurzen Einblick in einen Teil meiner momentanen Leseauswahl.

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In ungefähr einem Monat ziehe ich um, und ein Großteil meiner gelesenen Bücher ist inzwischen verpackt. Ich würde gerne bis zum Umzug noch „Harry Potter and the Deathly Hallows“ beenden, damit ich den Schuber komplett einpacken kann – mal sehen, ob das gelingt. Ich habe das Buch erst einmal gelesen und das ist ein Weilchen her, also lohnt sich das Wiederlesen. Und wenn ich durch bin, plane ich mir nach und nach auch die ganzen acht Filme noch einmal anzuschauen 🙂

Ich hatte eigentlich weder damit gerechnet, „The Lives of Christopher Chant“ noch „13 Curses“ in dieser Wohnung noch zum Lesen aus dem Regal zu ziehen, aber meine Lesewünsche sind etwas unberechenbar. Ich hatte jedenfalls spontan Lust auf ein wenig Chrestomanci-Nachschub bzw. Elfenmythologie. „13 Treasures“ (auf Deutsch „Elfenseele ~ Hinter dem Augenblick“) habe ich vor Jahren gelesen und ich kämpfe noch ein wenig damit, in die Handlung wieder rein zu kommen.

„Icefire“ ist ein zweiter Teil, der erste Band heißt „The Fire Within“ (in der deutschen Übersetzung „Feuerträne“). Über die Reihe bin ich erst vor kurzem gestolpert, und auch wenn ich kein großer Drachenfan bin, klang sie recht interessant: Tondrachen, Eisbären, Hexen und vieles mehr. Vermutlich vollkommen unzutreffend hatte ich schnell Erinnerungen an „Imaginarium Geographica“ und „Der goldene Kompaß“ im Kopf… „The Fire Within“ jedenfalls war schnell gelesen und ein sehr angenehmes englisches Kinderbuch – wenn man vorgewarnt ist, daß Eichhörnchen zunächst wichtiger sind als Drachen -; deshalb schließe ich den Nachfolger gleich an, der etwas mehr Komplexität in die Sache bringen soll.

Als Kontrastprogramm (und nicht in Blau) würde ich zurzeit gerne mal wieder ein Buch von Stephen King lesen. Vom SuB kommen da zum Beispiel „Die Arena“ (bereits begonnen) oder „tot“ in Frage. Ich bin noch etwas unentschieden… Am Herbst-Lesestapel habe ich auch schon gebastelt und bin fast fertig damit (wie üblich packte mich Mitte August die Herbst-Vorfreude). Durch die Umzieherei könnte es trotzdem (weiterhin) sein, daß in den nächsten Wochen die Beiträge etwas sporadischer kommen.

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[Ich lese] Markus Heitz: AERA ~ Die Rückkehr der Götter

August 1, 2015 at 11:52 (Ich lese)

Im Jahr 2019 herrscht eine neue Weltordnung: Die Götter kehren auf die Erde zurück. Alle Götter – bis auf einen. Während Odin, Zeus, Manitu, Anubis, Shiva und Co. sich ihre alten Kultstätten zurückholen und ihre Anhänger um sich scharen, warten Christen, Moslems und Juden vergeblich. Die einst mächtigsten Religionen der Welt werden bald als bedeutungslose Sekten belächelt. Mit »AERA – Rückkehr der Götter« hat Markus Heitz einen neuen Kosmos geschaffen – ein großes Vergnügen für alle Fans von düsterer Spannung und filmreifer Action!

Der Verlag hat mich per Newsletter schon vor einiger Zeit auf dieses neue Buch von Markus Heitz aufmerksam gemacht. Bevor im November das Taschenbuch kommt, erscheint es in 10 ebook-Episoden à 0,99 €, von denen momentan 6 verfügbar sind. Da der Prolog kostenlos ist, hatte ich ihn vorbestellt. Inzwischen habe ich mir auch die erste reguläre Episode mit dem ersten Fall gekauft – grundsätzlich möchte ich aber jetzt nur reinlesen und dann das Taschenbuch lesen.

Ich mag die Thematik („Götterdämmerung“ von Sven Böttcher liegt noch auf meinem SuB, Gaimans „American Gods“ und „Good Omens“ sind halbgelesen, Hohlbeins „Horus“ habe ich vor Jahren mal abgebrochen… – auch die Reihe „Everworld“ von Katherine Applegate geht in eine ähnliche Richtung). Bisher hat mich AERA gut unterhalten. Im Prolog, der in Form eines „informativ-amüsanten“ Ratgebers die Hintergründe und Geschehnisse zwischen 2012 und 2019 beleuchtet, erfährt man in kleinen Abschnitten (Radioaufzeichnungen, Artikel und ähnliches), wie sich das Erscheinen der Götter aller Kulturen so ausgewirkt hat. Diese Welt finde ich bisher ziemlich spannend und zu Gedankenspielen anregend. Da ist viel möglich – mal sehen, wie viel Heitz tatsächlich umsetzt. Mir gefällt auch das dem ersten Teil beigefügte Götterglossar.

Der Protagonist Malleus Bourreau ist wie die anderen Figuren auch ein wenig klischeehaft und erinnert mich durchaus an andere Figuren aus Heitz‘ Feder. Da dem Ganzen aber ein wenig Noir-Flair anhaftet, empfinde ich eine gewisse Klischeehaftigkeit zwar nicht als Vorzug, aber als in gewissem Sinne passend. Man darf das eben nur nicht allzu ernst nehmen.

Im ersten Teil ist Bourreau dann auf der Suche nach dem Mörder an einem Souvenirhändler, die Suche verschlägt ihn erst nach Frankreich a.k.a. Celtica, dann nach Lettland.  Es geht um verschwundene Artefakte und Mädchen sowie eine gewisse slawische Göttin. Für mich ist, wie häufig bei dem Autor, der Anteil an Schießereien etwas zu hoch, aber zwischendurch halten mich interessante Details doch wieder bei der Stange. Der nächste Fall wird gegen Ende bereits eingeführt und führt wohl zunächst zum Vatikan (und weil zwischendurch mal Dagon erwähnt wird: eine Dagon-Episode würde ich wirklich sehr gerne lesen 😉 ).

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[Ich lese] J.K. Rowling: Harry Potter and the Order of the Phoenix

Mai 9, 2015 at 12:01 (Ich lese)

Ich bin bei meinem Harry Potter-Reread im fünften Teil angekommen und nach einem etwas schleppenden Anfang momentan wieder voll dabei 🙂 „Order of the Phoenix“ war damals der erste Teil, den ich auf Englisch gekauft und gelesen habe – und ist mir gleichzeitig als der Teil in Erinnerung geblieben, den ich am wenigsten mochte. Harry ging mir mit seinen Zicken nämlich ziemlich auf die Nerven.

Und wie es so ist mit Erwartungen: wenn sie beim Reread weniger hoch sind, kann man die ganzen Dinge, die den fünften Band eben doch sehr lesenswert machen, gleich viel besser genießen, und weil ich heute nichts weiter vorhabe (die Comics zum Gratis Comic Tag hauen mich in diesem Jahr nicht wirklich um), mache ich mir einen gemütlichen Schmökertag.

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Das Ende des vierten Teils markiert einen Bruch, und ab jetzt wird der Tonfall ernster. Trotzdem sind viele schöne Kleinigkeiten und Szenen enthalten. Ich habe gerade das Kapitel „Dumbledore’s Army“ beendet, eine Episode, die ich sehr mag. Es ist das letzte Potter-Buch mit so vielen Schulszenen, und gerade die O.W.L-Prüfungen, Quidditch und S.P.E.W., Hermiones Bund für Elfenrechte, sind im Film etwas untergegangen. Im fünften Buch werden so wunderbare Charaktere wie Luna Lovegood und Tonks vorgestellt, und die geheimnisvollen Thestrale werden eingeführt. Umbridge verabscheue ich wie wohl jeder Leser beim Wiederlesen ebenso wie beim ersten Mal 😉

Mit meiner Scholastic-Ausgabe bin ich sehr glücklich, die Coverillustrationen sind ebenso stimmungsvoll wie die Zeichnungen am Kapitelanfang 🙂 Weil trotzdem immer mal wieder Filmszenen in meinem Kopf das Gelesene ergänzen, habe ich mir außerdem „Film Wizardry“ herausgesucht und zwischendurch darin geblättert (ich freue mich jetzt schon darauf, im Anschluss an alle Bücher auch alle Filme noch einmal zu sehen!).

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[Ich lese] Terry Pratchett: I Shall Wear Midnight

März 13, 2015 at 16:39 (Ich lese)

IMG_2093Aus gegebenem Anlaß werde ich das Wochenende nutzen, um mich in mein begonnenes Pratchett-Buch zu vertiefen. Nachdem ich die ersten drei Tiffany Aching-Bücher schon zweimal gelesen habe – zuerst auf Deutsch, dann auf Englisch -, habe ich „I Shall Wear Midnight“ immer noch nicht beendet; das soll sich nun ändern.

Ich habe ein langes freies Wochenende von heute bis Dienstag; die Gelegenheit, der Scheibenwelt, in der ich schon so viele wunderbare Lesestunden verbracht habe, mal wieder einen Besuch abzustatten, ist also günstig.

 

 

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[Ich lese] ebooks: Weald Fae, Casa Dracula & Historical Research

Januar 25, 2015 at 22:19 (Ich lese)

Ich gebe allgemein wenig Geld für ebooks aus: wenn ich nicht gerade ein Gratis-Angebot herunterlade, kaufe ich ebooks, die mich meist vorerst nicht genug interessieren, um als Papiervariante in meinem Regal zu landen. Außerdem lese ich ebooks eigentlich nicht zu Hause und komme daher ziemlich langsam in ihnen voran. Hin und wieder sind unter den Reihen, die ich so anteste, natürlich auch erste Teile, die mir gefallen – wie die folgenden drei.

Sie eignen sich für mich bisher gut zum Lesen unterwegs, sind also keine schwere Kost. Ich habe sie noch nicht zu Ende gelesen, hoffe also, sie unterhalten mich weiter so gut wie bisher und entpuppen sich nicht nach zwei Dritteln doch noch als Fehlgriffe 😉

 

Jodi Taylor: Just one damned thing after another

Reihe: The Chronicles of St Mary’s; weitere Teile: A Symphony Of Echoes, A Second Chance, A Trail Through Time, No Time Like The Past + Short Stories

„… investigate major historical events in contemporary time.“

Madeleine Maxwell ist begeistert von ihrem neuen Job als Historikerin, denn im St Mary’s Institute of Historical Research wird Geschichtsforschung auf die direkte Weise betrieben: per Zeitreise. Schön, daß es mal um dieses Thema geht, ohne daß die Protagonistin ein Teenager ist 😉 Liest sich sehr flott und humorvoll, schneller als die anderen beiden Titel, und bisher lag der Fokus auf der Vorbereitung im Institut und den ersten Zeitreisen. Schon jetzt wurde erfreulicherweise auch deutlich, daß die Zeitreisen gefährlich und frühere Epochen auch nicht immer hübsch und sauber sind.

 

Christopher Shield: The Steward

Reihe: Weald Fae Journals; weitere Teile: The Changeling, The Aetherfae, The Maebown

„There’s Magic in the Wilds.“

Maggie O’Shea ist nicht gerade erfreut über den Umzug ihrer Familie nach Arkansas. Doch in den Bergen lernt sie die Welt der geheimnisvollen Fae kennen – diese Wesen erlebt man als Leser von Anfang an als machtvoll und keineswegs immer den Menschen freundlich gesinnt. Konzepte wie Seelie/Unseelie und die Kontrolle über die Elemente werden dabei aufgegriffen. Maggie soll der nächste Steward werden, wie ihre Vorfahren vor ihr, muß dafür aber verschiedene Prüfungen absolvieren. Mir gefällt, wie viel Zeit sich der Autor nimmt, die Charaktere und das Setting langsam zu entwickeln. Die fremdartigen Fae sind nach dem ersten Eindruck auch sehr gut gelungen.

 

Marta Acosta: Happy Hour at Casa Dracula

Reihe: Casa Dracula; weitere Teile: Midnight Brunch, The Bride of Casa Dracula, Haunted Honeymoon

„a novel of vampires, snobs and mayhem“

Milagro de los Santos verändert sich auf beunruhigende Weise, nachdem sie mit Oswald in Folge einer Kette ungeplanter Ereignisse Blut ausgetauscht hat. Schnell findet sie sich in den Querelen von Oswalds Familie mit einer Organisation, der ihr Exfreund angehört, wieder. Man kann das Buch im Grunde zwischen Chick Lit und Vampirromantik einsortieren, und wenn es nicht gratis und wenn der Titel nicht so nett gewesen wäre, wäre es wohl nicht auf meinem Kindle gelandet 😉 Bisher gefällt mir der Stil aber überraschend gut – Milagros Erzählstimme ist sarkastisch, sehr amüsant und nicht zu plump (hin und wieder ziehe ich sogar die Wörterbuchfunktion zurate). Und die Vampire zeichnen sich eher durch genetische Besonderheiten als durch mystische Superkräfte aus.

 

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