Lesesonntag im November

November 20, 2022 at 13:45 (Aktionen)

Mein Mann ist heute unterwegs, weshalb ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass ich am Lesesonntag nicht teilnehmen kann. Aber im Moment lese ich relativ viel, und er wird am späten Nachmittag wieder da sein, also bin ich nun doch auf Sparflamme mit dabei.

In dieser Woche hat sich meine Lesestimmung so langsam vom Herbst zum Winter gewandelt, befördert dadurch, dass es gestern zum ersten Mal geschneit hat. Es gibt Minusgrade und draußen sind die Dächer und Pflanzen immer noch ein bisschen weiß. Ich fange an, neue Weihnachts- und Winterbücher zu hamstern und passende Bücherstapel anzulegen. Das heißt natürlich nicht, dass ich nicht auch zwischendurch zu ganz anderen Büchern greifen werde.

Das erste winterliche Buch, das ich ausgewählt habe, ist „The Other Side of the Wall“. Von Amy Ephron gibt es noch zwei weitere Geschichten um Max und Tess, die ein wenig an klassische englische Kinderbuchgeschichten erinnern. Ich habe letztes Jahr „The Castle in the Mist“ sehr gemocht und diesen Monat dann die Fortsetzung „Carnival Magic“ beendet. Mit „The Other Side of the Wall“ habe ich dann direkt weitergemacht – es reiht sich in meine kleine Sammmlung winterlicher Hotelgeschichten ein, denn es spielt in Sanborn House in London zur Weihnachtszeit. Die Backwaren stammen übrigens noch von gestern, als wir Frühstücksbesuch hatten und es so viele andere süße Optionen gab, dass wir zu diesen nicht mehr gekommen sind.

Offenbar geht Middle Grade gerade gut, denn die anderen beiden Bücher, die mich momentan begleiten, sind „The Midnight Folk“ von John Masefield und „Wretched Waterpark“, Band 1 der Sinister Summer-Reihe von Kiersten White. Diese beiden passen noch eher in den Sommer.

Ansonsten lese ich gerade als E-Book Teil 1 der „Tales of Mundane Magic“ von Shaina Krevat, kleiner magischer Episoden, die zwei Schwestern an der Flories Boarding School erleben. In der Geschichte, die ich zuletzt gelesen habe, hat Gertie ein Abenteuer erlebt, in dem unsichtbare Bibliothekare und verfluchte Bücher eine nicht unwesentliche Rolle spielen. als sie eigentlich nur ein paar Bände der Flowers of Dark Meadow-Buchreihe aus der Bibliothek ausleihen wollte.

17:45

Wir haben den Tag zu zweit damit verbracht, in Ruhe zu frühstücken und weitere Überlegungen zu einem Brettspiel anzustellen, das wir uns gestern ausgedacht haben (es geht um Frostbolde, die ein Dorf voller Winterwesen vereisen und das man retten kann, indem man die Frostbolde mit winterlichen Heißgetränken und Suppen ihrer Kräfte beraubt). Dann hat es lange gedauert, bis wir in die Gänge gekommen sind und das Haus verlassen haben – wir wollten in der Innenstadt über einige noch geschlossene Weihnachsmärkte schlendern, so angenehm leer sind sie ja sonst nie. Viele haben wir nicht geschafft, bevor meiner Tochter kalt wurde, aber wir haben Tiger und Drachen auf dem Karussell, die Baba Yaga in ihrem Hühnerbeinhaus und einen Märchenzug betrachtet.

Auf dem Rückweg mussten wir einige Haltestellen laufen, weil wir nicht ewig auf den Bus warten wollten, und haben uns als Belohnung beim Bäcker Bienenstich gekauft. Zu Hause haben wir uns mit dem Kuchen und heißem Tee unter die Decke gekuschelt und zugesehen, wie auf der Straße die Laternen langsam angingen.

Gleich gibt es Mittag-/Abendessen, und dann wird auch noch ein bisschen gelesen. Bisher habe ich nur wenige Seiten in „The Other Side of the Wall“ gelesen (Tess und Max sind mit ihrer Tante gerade draußen in London unterwegs).

21:45

Eine kurze Meldung noch, bevor ich den Laptop schließe, auch wenn ich dann wohl noch ein paar Seiten lesen werde.

Nach dem Essen habe ich einen Abschnitt zu Operationalisierung in dem Pilotkurs zu Data Literacy, den ich gerade mache, bearbeitet (das ist überwiegend nicht neu für mich, aber man vergisst die Details doch immer wieder, wenn man sie eine Weile nicht braucht), dann habe ich „Disenchanted“ zu Ende geschaut (die erste Hälfte habe ich gestern gesehen – hat wie „Enchanted“ damals ein paar nette Stellen und ein paar schlechte, kann man mal sehen, aber muss man nicht).

Gerade habe ich noch eine Geschichte in den „Tales of Mundane Magic“ gelesen – die Schwestern haben sich aus der Schule geschlichen, um einen besonderen Ort zu besuchen. Ich mag die kleinen Episoden gerade sehr, zumal man auf diese Weise nach und nach immer mehr über die beiden erfährt.

In „Wretched Waterpark“ bin ich zum vierten Kapitel vorgedrungen. Auch hier geht es um Geschwister, die von ihrer Tante Saffronia in einem Wasserpark abgeladen werden – dort sollen sie eine Aufgabe erfüllen, die sie noch nicht kennen. Hier gibt es noch viele Fragezeichen, angefangen damit, wie die Kinder überhaupt bei der Tante angekommen sind, aber die Mausoleen zumm Umkleiden, schwarzen Samthandtücher und Spitzensonnenschirme finde ich schon einmal sehr ansprechend.

Bei Tess und Max in London bin ich dagegen noch nicht weitergekommen – Tess wurde gerade zum Skateboardfahren herausgefordert, was mir irgendwie gerade die winterliche Hotelatmosphäre etwas zerstört. Ich wollte viel lieber weiter erkunden, was es mit der Murmel auf sich hat und mit dem Jungen, der aus Petit Fours und Teesandwiches ein Haus gebaut hat und den nicht alle sehen können…

13 Kommentare

  1. Neyasha said,

    Hier gab es auch schon den ersten Schnee. Ich bin zwar eigentlich noch nicht wirklich bereit für den Winter, aber ich merke, dass sich bei mir allmählich auch die Stimmung von Herbst- hin zu Winterbüchern verlagert.
    Viel Spaß mit deiner heutigen Lektüre!

    • Kiya said,

      Ich leide in den heißen Sommermonaten Juli und August, weshalb ich meist so von Mitte September bis Mitte November in Herbststimmung bin. Die weihnachtliche Winterstimmung erstreckt sich für mich dann ungefähr von Mitte November bis Mitte Januar 🙂 So früh hatte ich aber eigentlich wirklich noch nicht mit Schnee gerechnet, zumal wir in der Stadt selten welchen haben.

  2. nettebuecherkiste said,

    Wow, Schnee ist bei uns noch nicht in Sicht, wir haben 7 Grad (grad genug, um kalt, aber nicht schön kalt zu sein). Ich muss gestehen, ich hab’s nicht so mit Weihnachtsbüchern. Winter ist ok, aber Weihnachten, nä 😉 Dir aber viel Spaß damit!

    • Kiya said,

      Inzwischen habe ich einige Weihnachtsbücher gesammelt – ich mag Weihnachtskrimis und weihnachtliche Gruselgeschichten, aber auch Kinderbücher und, wie schon erwähnt, Bücher, die zu den Feiertagen in Hotels spielen. Die weihnachtlichen Liebesromane sind weniger meine Sache, aber ab und an kann ich da auch einen lesen.

      Winterliche Bücher sind ja aber genauso toll 🙂

      • nettebuecherkiste said,

        Mein einziges Weihnachtsbuch ist von Charles Dickens – vielleicht lese ich dieses Jahr ja mal noch die beiden übrigen Geschichten (bisher hab ich nur A Christmas Carol gelesen ;-)).

        • Kiya said,

          Er scheint einiges verfasst zu haben – auf meinem Weihnachtsstapel liegt „Dickens at Christmas“ mit immerhin fast 600 Seiten. Ich kenne davon bisher aber auch nur die klassische Weihnachtsgeschichte.

        • nettebuecherkiste said,

          In meiner Ausgabe sind auch noch zwei andere Geschichten drin, vielleicht erbarme ich mich ja mal und lese die dieses Jahr mal 😉

  3. Konstanze said,

    Schön, dass du heute so einen entspannten Tag hast, obwohl dein Mann unterwegs ist. (Was mich eben kurz schmunzeln ließ, denn ohne Kinder ist es bei uns eher so, dass ich das Gefühl habe, ich habe mehr Ruhe zum Lesen, wenn mein Mann unterwegs ist. 😉 )

    So ganz bin ich noch nicht bei der Winterlektüre angekommen, es gibt noch zu viele „herbstliche“ Geschichten auf dem Stapel, die ich gern in diesem Jahr noch lesen möchte. Allerdings habe ich mir schon ein weihnachtliches eBook besorgt, das ich wohl im Dezember lesen werde. *g*

    „Tales of Mundane Magic“ klingt sehr nett (und ich mag das Cover!), ich glaube, ich hole mir da auch mal den ersten Band. Ich mag gerade unaufgeregte Fantasy und episodenhafte Sachen, die ich zwischendurch gut lesen kann. 🙂

    • Kiya said,

      Wenn die Winterstimmung kommt, lese ich dann auch auf keinen Fall ausschließlich diese Bücher, dazu wechsle ich viel zu häufig. Aber es macht mir bereits Spaß, die Winterbücher bereit zu legen und sie nach und nach einzubauen 🙂
      Welches weihnachtliche E-Book ist es denn? Ich bin neugierig! Und ich hoffe, dass die „Tales of Mundane Magic“ zusagt 🙂 – Übrigens habe ich mich bei dir letztens zu dem Kiki Kallira-Buch inspirieren lassen, deine Rezension klang gut.

      • Konstanze said,

        Es klingt, als ob ihr wirklich einen wunderschön entspannten Tag gehabt hättet! Einfach zuschauen wie das Licht von Tag in den Abend wechselt, finde ich auch wunderschön!

        Ich hatte mir im Januar – geht kurz nachschauen – „Window Shopping“ von Tessa Bailey besorgt, weil irgendjemand so angetan von der Geschichte war, wollte dann aber keinen Roman lesen, der zur Weihnachtszeit spielt. Es scheint eine durch und durch kitschige Liebesgeschichte zu sein, aber ich hoffe, dass sie gut genug geschrieben ist, um für mich Hallmark-Movie-Feeling ohne Genervtsein hervorzurufen. 😉

        Oh, dann bin ich sehr gespannt, wie dir Kiki zusagt, wenn du irgendwann mit ihr anfangen solltest!

        • Kiya said,

          Wir haben diese schöne Laterne vor dem Fenster, die ich Narnia-Laterne nenne. Am allerbesten ist das Narnia-Gefühl, wenn der Baum dahinter winterkahl und schneebedeckt ist.

          Ah, „Window Shopping“ klingt nicht ganz nach meinem Beuteschema, aber ich wünsche dir viel Spaß dabei! Den Kitschanteil auf meinem Stapel bilden in diesem Jahr Jenny Colgans wahrscheinlich „The Christmas Bookshop“ und „Weihnachtswunder im kleinen Grand Hotel“ von Felicity Pickford.

          Ich bin gespannt, wie der Vergleich von Kiki mit der Aru Shah-Reihe ausfallen wird. Beim ersten Blick ins Kiki-Buch war ich allerdings verärgert über die riesige Schrift – vielleicht hätte ich hier doch zum E-Book greifen sollen.

        • Konstanze said,

          Das klingt wirklich wunderschön mit der Laterne und dem Baum! 🙂

          Ich kann mit dieser Art von Liebesromanen auch nur selten etwas anfangen, aber in weihnachtlichen Geschichten ist die Chance größer, dass es für mich passt. Aber es ist immer ein sehr schmaler Grad für mich zwischen Genuß und abgrundtiefer Genervtheit. *g*

          Jenny Colgans Bücher machen mich irgendwie so gar nicht an, obwohl ihr „Bücherschwerpunkt“ bei einigen Titeln ja theoretisch mein Ding sein sollte.

          Ich muss zugeben, dass ich inzwischen gar nicht böse bin, wenn die Schrift bei gedruckten Büchern größer ist (ob das das Alter ist oder nur ein Hinweis darauf, dass ich wohl eine neue Brille benötige …), während ich winzige Schrift fürchterlich anstrengend finde und nicht lange am Stück lesen kann.

          Es klingt, als ob du einen wunderbar entspannten Abend genießen konntest und es freut mich, dass dir „Mundane Magic“ gerade so gut gefällt – ich glaube, ich fange in den nächsten Tage mal damit an. 🙂 Skateboarden im Winter? Wieso nicht Snowboarden, wenn es schon etwas sein muss, dass dich aus deinem gemütlichen Hotel holt? 😉

  4. Lese-Sonntag im November 2022 – ALLES AUẞER LYRIK said,

    […] Neyasha Anette Kiya […]

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