[Herbstlesen im Oktober 2022] Wochenende 4

Oktober 22, 2022 at 08:42 (Aktionen)

Das vierte Herbstlesen-Wochenende diesen Jahres bei Konstanze und ich habe keinerlei Verpflichtungen. Draußen ist es nieselig und angemessen herbstlich. Wir lassen es heute zu zweit ganz ruhig angehen. Eventuell besorgen wir uns zum Abend hin Popcorn und schauen (zu Hause) einen Film.

Gestern Abend haben wir das vorletzte Szenario in unserer Arkham Horror-Dunwich-Kampagne gespielt. Jedes Szenario funktioniert etwas anders und muss mit einer anderen Strategie gelöst werden – die sollte man zügig erarbeiten, denn die Uhr tickt. Diesmal mussten wir den Sentinel Hill erklimmen, wobei die jeweils nächste Höhenstufe nicht ohne Weiteres erreichbar ist. Wir haben verzweigte und veränderte Wege aufgedeckt und erst mit genügend Hinweisen ging es weiter. Diesmal hatten wir Glück und auch durch die vorherigen Szenarienabschlüsse eine einigermaßen günstige Ausgangsposition. So haben wir das Szenario ausnahmsweise recht bequem geschafft. Die Konsequenzen bei Misslingen wären aber auch gravierend gewesen, denn wir hätten die Kampagne an dieser Stelle verlieren können. Nun sind wir durch einen Dimensionsriss getreten und sind im nächsten und letzten Szenario „Verloren in Zeit und Raum“.

Lesen möchte ich auf jeden Fall die letzten 40 Seiten von „Die Seele eines Spukhauses“, das mich über die Woche begleitet hat. Dank der Leserunde habe ich versucht, einigermaßen bei der Stange zu bleiben. Ich habe immer noch den Eindruck, dass hier ein gutes Lektorat geholfen hätte, die Geschichte spannender aufzubauen. Der psychotherapeutische Ansatz, um sich dem Spukhaus zu nähern, gefällt mir immer noch gut, und auch die Steampunk-Anklänge mag ich – sie sind nicht wahnsinnig originell, aber im Gruselsetting gibt es sie immerhin nicht so oft. Die Charaktere bleiben für mich hölzern. Im Buch bin ich nun so weit, dass die meisten der zahlreichen düsteren Geheimnisse von Shaw Manor gelüftet sind. Es geht inzwischen actionreicher zur Sache.

Außerdem im Laufe gelesen habe ich in Rachel Harrisons „Cackle“, das gut in den Herbst passt, und in meinem Neuzugang von Nina Blazon, „Banshee Blues„, das in Helsinki spielt. Ansonsten gab es ein größeres Update für Dreamlight Valley, mit dem unter anderem Scar einführt wurde; ich habe mich inzwischen an die zuvor verbuggten Quests gemacht und komme in angenehmem Tempo voran.

14:00

Ich habe mich eine ganze Weile in Dreamlight Valley herumgetrieben (und werde gleich noch einmal kurz reinschauen, um zu sehen, ob es regnet, damit ich einen bestimmten Fisch für eine Quest angeln kann…), dann aber aufgehört und brav mein Leserundenbuch beendet. Mein Fazit dazu habe ich auch schon bei der Leserunde hinterlassen. Insgesamt ist es für mich ein mittelmäßiges Buch, bei dem ich die Grundidee und die Stimmung am Anfang mochte, dass aber Schwächen bei den Figuren und beim Pacing hat (mal zu schnell, mal zu langsam) und am Ende zu versöhnlich schließt. Ich werde es nicht behalten, aber es tut mir auch nicht leid, es gelesen zu haben (da ich so viele Bücher habe, fällt es mir nicht allzu schwer, Bücher, die mich nicht überzeugt haben, direkt wieder abzugeben).

Dieser Oktober steht offenbar im Zeichen der Häuser – die drei bisher beendeten Bücher sind (alle im Verlauf der letzten Wochenenden hier erwähnt) „Das verlassene Haus“, „Haus der Wiederkehr“ und nun „Die Seele eines Spukhauses“ 🙂 Tatsächlich bin ich immer noch in Spukhauslaune, Folgekandidaten sind „Gallant“ (V.E. Schwab), „The Haunting of Ashburn House“ (Darcy Coates), „Die raunende Maske“ (Jonathan Stroud) und „Der Besucher“ (Sarah Waters), die letzten beiden bereits vor *hust* langer Zeit begonnen.

22:00

Hat doch ein Weilchen gedauert, bis ich mich wieder zu Wort melde, aber wir haben bis gerade eben „Trick ‚r Treat“ und danach noch die deleted scenes sowie ein halbstündiges Special zu „The Lore and Legends of Halloween“, das auf der DVD enthalten war, geschaut. Ein perfekt zu Halloween passender, interessant gemachter Horrorfilm, der uns insgesamt wirklich gefallen hat, vor allem wegen der Verbindungen zwischen den einzelnen Episoden und den Comic-Einflüssen. Ich mag es zwar lieber unheimlich als blutig, aber hier stimmte das Verhältnis für mich gerade noch so 😉

Gelesen habe ich insofern nicht allzu viel, aber ich bin in „Cackle“ ein Stückchen weitergekommen. Während es zuvor vor allem kleine Seltsamkeiten waren, die Protagonistin Annie in der hübschen Kleinstadt Rowan auffielen, wird das nun bei einem Vorfall in der Klasse, die Annie unterrichtet, expliziter. Ein erster Wendepunkt, auch wenn das Wort Hexe bisher keiner in den Mund genommen hat. Für mich wird bei dem Buch viel von dem Charakter Sophie abhängen, der noch sehr geheimnisvoll ist. Ich kann immerhin sagen, dass sich das Buch angenehm liest, auch wenn Annie die Sorte weinerliche Protagonistin ist, die einem manchmal auf die Nerven geht.

So weit noch ein Einblick in meinen Abend. Ich melde mich dann morgen wieder – wir werden sehen, mit welchem Buch.

Sonntag, 11:45

Ich habe noch nicht viel Spannendes zu berichten, denn der Vormittag lief sehr gemächlich. Ich habe relativ lange geschlafen, ausgiebig gefrühstückt, eine Runde in Dreamlight Valley gedreht, für die letzten Monate meinen SuB aktualisiert, habe dabei Youtube-Videos laufen lassen und alles in allem noch nicht viel gelesen.

In „Cackle“ habe ich jetzt Seite 136 erreicht und nähere mich langsam der Hälfte. Bisher ist Annie sehr passiv und recht unsympathisch. Obwohl es keine Liebesgeschichte ist, ist es gestaltet, als würde man Sophie dabei zusehen, wie sie eine typische Loverboy-Masche abzieht und Annie dabei, ihr auf den Leim zu gehen. Mich irritiert auch, dass problematische Mengen Alkohol getrunken werden und das eher mit Glamour und Gesellschaft verknüpft als problematisiert wird – ich trinke selbst gar keinen Alkohol, dadurch fällt es mir vielleicht mehr auf. Auf der Positivseite des Buches ist sicherlich, dass der Schreibstil angenehm ist und dass Spannung dadurch entsteht, dass man von Anfang an wissen möchte, wie das Ganze wohl ausgehen wird und was es sowohl mit Sophie als auch mit Annie auf sich hat. Oh, und Sophies Anwesen im Wald ist natürlich auch ziemlich toll.

15:45

Ich komme voran, habe die Mitte des Buches überschritten und Seite 178 erreicht. Das neue Kapitel heißt „Hope is Stupid“. Die Kapitelüberschriften sind immer mit einer kleinen Spinne verziert und auch im Buch tauchen immer wieder kleine (und größere Spinnen) auf. Ich kann nicht viel Neues sagen. Im Moment würde ich sagen, dass es sich etwas zieht (wahrscheinlich, weil wir uns gerade mehr mit Annies Liebesleben, insbesondere ihrem Exfreund, beschäftigen als mit Sophie), aber die Neugier darauf, wie es weitergeht, ist immer noch da.

22:00

Der Abend und auch das Wochenende nähern sich dem Ende, das wird mein letztes Update. Nach dem letzten Update gab es eine längere Leseunterbrechung; unsere Tochter kam von ihrer Ostseewoche wieder, ich habe sie ins Bett gebracht (wir haben das zweite Kapitel in Harry Potter begonnen), etwas gegessen und dann noch eine Weile mit meiner Mutter telefoniert, um die zweite Schulferienwoche zu planen.

Erst danach bin ich in die Badewanne gegangen und habe weitergelesen. Ich bin auf Seite 215, habe noch ungefähr 100 Seiten vor mir und den Eindruck, einen weiteren Meilenstein erreicht zu haben (das passiert zum Glück meist, wenn ich den Eindruck habe, dass es so langsam wirklich mal wieder vorangehen könnte). Ab und an gibt es unerwartet schräge Szenen – in der letzten spielten ein deutsches Restaurant komplett mit Bratwurst, Bretzel und Bier-Käse-Dip, Blut, Knochen und Toilettensprüche eine entscheidende Rolle. Wir sehen das Geschehen aus Annies Perspektive und ich frage mich zunehmend, wie sich die Geschichte wohl von außen betrachtet darstellen würde. Beim Lesen habe ich mich spontan auch an „Lolly Willowes“ von Sylvia Townsend Warner erinnert, das als Buch ganz anders ist, aber ein ähnliches Thema behandelt.

Schade, dass ich heute noch kein abschließendes Urteil abgeben kann (außer zu „Lolly Willowes“ – ich denke, Sylvia Townsend Warner ist eine Empfehlung wert), aber es ist bei „Cackle“ wie bei einem Krimi: wenn die Auflösung am Ende enttäuscht, wertet sie den ganzen Aufbau ab.

21 Kommentare

  1. Herbstlesen im Oktober 2022 (Samstag, 22.10.) – ALLES AUẞER LYRIK said,

    […] Kiya […]

  2. Konstanze said,

    Ui, was für ein Start ins Wochenende! Gratuliere zum Bewältigen des Sentinel Hills und das Durchqueren des Dimensionsrisses! 🙂 Es klingt, als ob du ein gemütliches Wochenende geplant hättest und das Wetter spielt sogar mit!

    Bei uns ist es – nach kurzem morgendlichem Regen – gerade sonnig mit blauem Himmel, was sich mit den für heute vorhergesagten 20 Grad doch wenig nach Herbst anfühlt. *g*

    Wie hat dir „Cackle“ gefallen? Um den Titel schleiche ich noch rum, weil ich überhaupt nicht einschätzen kann, ob der was für mich ist oder nicht …

    • Kiya said,

      Inzwischen ist es hier auch heller geworden, aber ich glaube, wir verschanzen uns heute trotzdem drinnen 😉

      Ich kann ehrlich gesagt selbst noch nicht sagen, ob „Cackle“ etwas für mich ist oder nicht, obwohl ich schon die ersten 100 Seiten gelesen habe. Das ist so ein Buch, bei dem für mich alles davon abhängt, wie es sich weiter entwickelt. Vielleicht lese ich ja im Laufe des Wochenendes noch weiter und kann mehr dazu sagen.

      • Konstanze said,

        Mit Büchern verschanzen klingt für mich ja nach dem perfekten Wochenendplan – das schöne(re) Wetter lässt sich ja auch durchs Fenster genießen. 😉

        Ah, okay. Dann warte ich ab, ob du dazu demnächst noch etwas zu „Cackle“ sagst! Spannend, dass du selber auch noch nicht so sicher bist, obwohl du ja schon ein ganz schönes Stück gelesen hast.

        • Kiya said,

          Eine Rezensentin meinte, dass sich „Cackle“ liest, als hätten es abschnittsweise Christina Lauren, Sarah Addison Allen, Alice Hoffman und Anne Rice geschrieben – in dieser Reihenfolge. Das fand ich ziemlich spannend. Sophie ist so eine Figur, die ich ganz schrecklich finden könnte, je nachdem, was wir noch über sie erfahren.

        • Konstanze said,

          Oooookay, das ist eine interessante Mischung aus Autorinnen, die da aufgezählt werden. Ich weiß allerdings nicht, ob ich das jetzt so reizvoll finde. *g*

          Bei deiner Häuser-Lektüre ging mir gerade noch „The Lost Ones“ durch den Kopf, das du ja auch noch auf dem SuB hast, wenn ich mich recht erinnere. Ich habe bislang nur die ersten Seiten angeschaut und bin deshalb noch nicht beim „Häuser“-Teil, aber das wäre auch noch eine Option für dich. 😉

  3. Simone said,

    Warum ich den Herbst so liebe, weiß ich gar nicht, aber die Bilder gibt es sonst nicht;)

    Simone

    • Kiya said,

      Ich freue mich auch jedes Jahr auf den Herbst 🙂

  4. Kiya said,

    @Konstanze: Christina Lauren musste ich nachschlagen, die anderen sagten mir etwas. Ich weiß nicht, ob das reizvoll ist, aber es spricht zumindest dafür, dass beim Lesen eine interessante Entwicklung stattfindet. Darauf freue ich mich.

    Ja, „The Lost Ones“ wäre definitiv auch noch eine Option! Auf meinem SuB finden sich wahrscheinlich auch noch ungefähr 150 weitere ^^‘ Unheimliche Häuser (oder Städte) mag ich generell schon sehr gern.

    • Konstanze said,

      Gelesen habe ich von Christina Lauren auch noch nicht, aber der Name (bzw. das Autorinnen-Duo) sagt mir was.

      Ui, du hast so viele Unheimliche-Häuser-SuB-Titel, wie ich insgesamt Bücher im SuB habe. *g*

      • Kiya said,

        Ich habe ja generell sehr, sehr viele ungelesene Bücher hier. Wenn ich sehe, wie sich die Buchpreise entwickeln, bin ich gar nicht so böse über das Polster 😉

        • Konstanze said,

          Stimmt, aktuelle Bücher sind inzwischen wirklich, wirklich teuer geworden. Aber sie verlieren auch erschreckend schnell an Wert und manchmal reicht es einfach zwei oder drei Monate zu warten und dann gibt es sie zu „alten“ Preisen.

          „Cackle“ klingt wirklich nicht nach einem einfach zu empfehlenden Buch. Mit dem Alkohol habe ich auch ein Problem wenn er so in einer Geschichte vorkommt (das ist der Grund, wieso ich noch um „Flight Risk“ von Cherie Priest rumschleiche, so sehr ich den ersten Band mochte, so sehr habe ich es gehasst, dass die Protagonistin auf alles mit einer Runde Alkohol reagierte). Momentan bleibe ich weiterhin dabei, dass ich das Cover von „Cackle“ reizvoller finde als die Dinge, die ich über den Inhalt höre. *g*

  5. Herbstlesen im Oktober 2022 (Sonntag, 23.10.) – ALLES AUẞER LYRIK said,

    […] Kiya Anette Birthe […]

  6. nettebuecherkiste said,

    Moin! Spukhäuser sind immer gut! Oh, Lockwood & Co., eine Lieblingsreihe von mir 🙂 Wobei Lucy in Teil 3 manchmal ein bisschen anstrengend ist 😉 Jonathan Stroud betreffend hab ich nachher auf meinem Blog auch noch was zu zeigen 🙂

    • Kiya said,

      Lockwood könnte ich wirklich mal weiterlesen, ich weiß gar nicht, warum das so lange nicht geklappt hat. Ich fand die Reihe bisher wirklich angenehm, wenn auch nicht so gut wie die Bartimäus-Trilogie 😉

      • nettebuecherkiste said,

        Echt, ich mochte Lockwood & Co. lieber als Bartimäus (aber den mochte ich auch).

        • Kiya said,

          Das spricht dafür, dass beide Reihen gut sind und es einfach Geschmackssache ist 🙂 Ist aber auch schon lange her, dass ich Bartimäus gelesen habe – schwer zu sagen, ob ich es heute noch genauso mögen würde.

        • nettebuecherkiste said,

          Das stimmt! Ich muss auch mal seine neueste Reihe anfangen. Hab ich bisher nicht gemacht, weil ich immer noch ein bisschen Lockwood & Co. hinterhertrauere. Hab jetzt aber Anlass 🙂

  7. Kiya said,

    @Konstanze: Der letzte Buch-Teuerungsschub kam meiner Erinnerung nach mit den leidigen Klappenbroschuren. Jetzt sind alle Bücher noch einmal einige Euro teurer geworden, weshalb ich nun bei Fastfood-Lektüre tatsächlich eher zum E-Book greife. Bei 15 € für Taschenbücher dieser Art ist meine Schmerzgrenze erreicht.
    Gebrauchte Bücher und Mängelexemplare kaufe ich nicht mehr so gern, beim Lesen stört es mich und irgendwie werden es nie so richtig „meine“.

    Es ist komisch: das Trinken wird schon irgendwie negativ konnotiert, wenn Annie es allein tut, aber wann immer sie mit jemandem zusammen ist, fließt ebenfalls Alkohol, als würde es selbstverständlich dazugehören, und das missfällt mir.

    • Konstanze said,

      Die Situation mit dem Papiermangel und den Druckereiproblemen wird sich wohl noch eine ganze Zeitlang hinziehen, ich bin wirklich gespannt, was das langfristig mit dem Buchmarkt machen wird. Es gibt schon einige größere US-Verlage, die gerade ihre Programme deutlich verkleinern. 😦

      Das kann ich sehr gut verstehen! Bei dem Cherie-Priest-Titel war es auch so, dass zum „gesellschaftlichen Zusammensein“ immer flaschenweise Alkohol gehörte, und zusätzlich hat die Protagonistin jede Gefühlsregung mit Alkohol (gern auch allein, wenn die beste Freundin nicht erreichbar war) bekämpft. Mich hat das sehr gestört, obwohl ich alles andere an dem Buch wirklich mochte.

  8. Birthe said,

    Oh, ja, mit übermäßigem Alkoholgenuss in Büchern habe ich auch immer Probleme. Das Zeug wird sowieso schon in unserer Kultur grundsätzlich verharmlost!
    Es hört sich aber so an, als hättest du ansonsten ein sehr entspanntes Wochenende gehabt. Ich wünsche dir eine gute neue Woche!

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