[Herbstlesen im Oktober 2017] Wochenende 4

Oktober 22, 2017 at 09:18 (Aktionen)

Heute kann ich erst am Sonntag dazu stoßen, weil ich gestern verabredet war. Heute habe ich auch noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen, die ich gegen Abend zumindest beginnen, aber notfalls morgen beenden kann. Ansonsten habe ich heute nichts Besonderes geplant, aber wenn ich diesen Beitrag geschrieben habe, machen wir uns erst einmal auf den Weg zu einem Waldspaziergang.

Ich hatte eine lange Woche und habe nur „Ein Käfig aus Rache und Blut“ beendet, was mich aber natürlich nicht davon abhält, neue Bücher anzufangen. Vorgestern habe ich „The Great Book of Amber“ bekommen und die ersten Kapitel gelesen, was allerdings bei dem gewaltigen Umfang des Buches, das 1200 Seiten umfasst, nicht viel ausmacht ;-)

Von Roger Zelazny habe ich bereits das Oktober-Buch gelesen, das ich sehr mochte, und die deutsche Neuausgabe der „Chroniken von Amber“ hat mich wieder auf diese Reihe gestoßen. Allerdings sind mir die Hobbit-Presse-Ausgaben schlicht zu teuer mit 12 € pro Band (zumal hier auf eine bereits vorhandene Übersetzung zurückgegriffen wurde, die man nur noch modernisiert hat) – für diese Gesamtausgabe aller 10 Bände habe ich 17 € bezahlt.

Der Stil ist ungewohnt für wälzerverwöhnte heutige Leser, alles sehr schnell, aber momentan gefällt mir das noch durchaus gut. Zusammen mit dem Protagonisten, der passenderweise ohne Erinnerung in einem Krankenhaus zu sich kommt, lernen wir die Welt(en) kennen, um die es im weiteren Verlauf gehen wird.

Ansonsten kommt, in diesem Jahr etwas verzögert, auch bei mir langsam die Herbststimmung an und die ersten Märchenbücher werden aus dem Regal gezogen. Bei „Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ war ich mir nicht sicher, wie der Humor und ich miteinander zurecht kommen, aber in der vergangenen, sehr anstrengenden Woche war das Buch ein hervorragender Reisebegleiter. Die bewährte Prinzessinnengang, wie man sie etwa von Jim C. Hines kennt, macht sich auf, die verlorenen Happy Ends zurückzuerobern. Dabei sind sie nicht nur im Märchenwald unterwegs, sondern auch im Morgenland, in Neverland und in Wonderland :-)

Das erste der „Irischen Märchen“ habe ich auch schon gelesen und mochte es sehr. „A Grimm Warning“ aus der Middle Grade-Abteilung und dritter Teil der „The Land of Stories“-Reihe habe ich mir gestern herausgesucht und werde heute wohl damit beginnen.

So, hinter mir stehen bereits nörgelnd Mann und Kind, die endlich aufbrechen wollen – ich melde mich später wieder :-)

13:45

So richtig schön war es im Wald nicht, weil wir ein bisschen auf’s Geradewohl losgefahren sind. Außerdem war das kleine Mädchen nicht besonders ausgeschlafen und insofern auch schnell nicht mehr zu eigenen Schritten zu bewegen. Immerhin haben wir aber eine kleine Hütte entdeckt ;-)

IMG_4510

Ansonsten habe ich hier und da ein wenig gelesen (gerade lese ich ein weiteres der irischen Märchen – die ersten sind mit jeweils 20 Seiten sogar relativ umfangreich), aber meine Lesezeit ist heute zu zerstückelt, um mich lange an einem Buch festzulesen. Das macht aber auch nichts; ich finde es schön, am Wochenende ganz durcheinander zu lesen, da ich mich wochentags normalerweise auf das eine Buch beschränken muss, das ich als Zuglektüre ausgewählt habe.

Zwischendurch habe ich mich an einer kleinen Märchen-Challenge bei Instagram beteiligt. Für die nächsten Tage gibt es unter anderem die Kategorien „Haarig“, „Verflucht“ und „Elementar“ zu bedenken. Mal sehen, was ich dazu in meinem Märchenregal finden kann :-)

21:15

Ich habe seit dem letzten Update gar nicht mehr so viel gelesen, weil die Kleine bald wach wurde und mich den Nachmittag über beansprucht hat (und mit Recht, schließlich habe ich sie in der Woche an zwei Tagen nur 15 Minuten und an einem nur eine Stunde gesehen).

Anderthalb Stunden habe ich dann mit meinen Hausaufgaben im Zivilrecht verbracht, die tückischer waren als erwartet, aber jetzt sind sie geschafft.

Ich war allerdings auch in der Badewanne und habe irgendwann zwischendurch den Prolog bei „A Grimm Warning“ gelesen (und mich gefreut, dass er zur Napoleonischen Zeit spielt); auch das irische Märchen habe ich abgeschlossen.

Jetzt werde ich noch ein halbes Stündchen schmökern, was mich gerade anspricht, und dann bald schlafen gehen. Nächstes Wochenende wäre ich zwar gerne wieder dabei, aber ich weiß noch nicht, ob das klappt, weil ich mit dem kleinen Mädchen alleine bin. Ich entscheide das dann wohl spontan.

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12 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    „Die Prinzen von Amber“ habe ich wirklich geliebt und in den 90ern den einen oder anderen Nichtleser damit zum Fantasylesen gebracht. Eine Freundin von mir hat ein paar Jahre später sogar ihre Kinder nach zwei Figuren aus dem Zyklus benannt. :D Um die englische Ausgabe schleiche ich auch schon eine Weile rum, hatte mir aber überlegt, dass ich erst einmal meine vorhandene deutsche Ausgabe noch einmal lesen sollte, um zu schauen, ob ich heute noch so begeistert davon bin, dass sich die Anschaffung lohnt.

    • Kiya said,

      Der Anfang jedenfalls liest sich ja fast ein wenig wie Urban Fantasy. Lustig fand ich die Beschreibung der ganzen Prinzen, weil die mit ihren Bärten und Schwerten so richtig nach alter Fantasy-Schule klingen ;-)

      Oh, das hatten wir schon mal – das waren die mit Fiona, richtig? Den anderen Namen habe ich mir nicht gemerkt… Mir gefällt der Name Fiona auch, leider schwingt eine gewisse Shrek-Assoziation mit.

      Wenn du die deutschen Ausgaben hast, kann ich das nachvollziehen. Ich hatte noch keines der Bücher und da lohnt sich die Anschaffung. Hast du Erinnerungen, wie du den 2. Zyklus im Vergleich zum 1. fandest? Allgemein wird er ja für schwächer gehalten, aber was ich dazu gehört habe (tieferes Worldbuilding, mehr Technologie), klingt eigentlich ganz gut.

      • Winterkatze said,

        So ungewöhnlich war der „Urban Fantasy“-Teil damals aber nicht – ich kannte in den 80ern und 90ern nur kein Wort für dieses Untergenre. :D

        Und Corwin. :D Fiona verbinde ich in der Regel mit sehr unhöflichen britischen Figuren. Das ist auch kein Name, den ich für meine Tochter gewählt hätte.

        Nein, für einen Vergleich ist meine Erinnerung nicht gut genug. Ich denke vor allem über das Original nach, weil ja bei den älteren Veröffentlichungen stellenweise schon radikal gekürzt wurde und ich gern sicher wäre, dass ich die vollständige Geschichte mal lesen kann. Vorher sollte ich aber schauen, ob mich das Ganze noch so packt wie früher. Es gibt einige ältere SFF-Titel, die ich heute deutlich uninteressanter finde als damals.

        Schade, dass der Waldspaziergang nicht ganz so schön war, obwohl die Hütte wirklich charmant ist.

        Und ich finde es ganz schrecklich, dass du mich immer auf den Gedanken bringst, dass ich bestimmte Dinge mal wieder lesen könnte. Irgendwo in meinen Kartons habe ich noch meine Märchensammlungen … *g*

  2. Neyasha said,

    Amber ist mir auch schon sehr oft untergekommen – ich bin gespannt, wie es dir weiterhin gefällt. Aber 10 Bände in 1200 Seiten? Ist das eine sehr kleine Schrift oder sind da die Einzelbände sehr kurz?

  3. natira said,

    Ha, ich habe heute auch in einem Zelazny-Buch gelesen, dank einer Empfehlung von Dir aus dem letzten Jahr. :)

    Sieht es nur so aus, oder hattet ihr einen trockenen Waldwandertag. Das ist ja auch schon was. ;)

    • Kiya said,

      Oh, dann hast du in dem Oktoberbuch gelesen? Muss gleich mal bei dir nachlesen gehen, wie es dir gefällt :-)

      Ja, trocken war es schon, aber das Gras war noch nass. Und Wandertag ist leicht optimistisch, nach einer halben Stunde wollten die kleinsten Füße nur noch direkt nach Hause ;-)

      • natira said,

        Nun ja, kleine Füße haben kürzere Wandertage, ist doch klar, oder? :D

        Dein Plan für den restlichen Abend klingt ganz hervorragend. Und wer weiß, vielleicht ist am nächsten Wochenende nicht nur Lese- sondern auch Bloggelegenheit, wenn die Lütte schlummert. Und falls nicht … Wir haben dieses Jahr ja zwei Feiertage beim Monatswechsel…

  4. Kiya said,

    @Winterkatze: Man muss dafür auch kein Wort haben, finde ich. Bei Charles de Lint hat mir so eine ganz andere als die heute übliche Urban Fantasy in diesem Jahr auch sehr gut gefallen.

    Corwin – hätte man jetzt wohl drauf kommen können *g* Allerdings gewöhnt man sich unheimlich schnell an Namen und verknüpft sie mit den Personen. Nach kurzer Zeit kommen einem ungewöhnliche Namen dann schon total normal vor.

    Wäre interessant, inwieweit die Neuausgabe auch wieder gekürzt ist? Eigentlich wird das heute doch eher vermieden, weil der unzufriedene Kunde so schnell im Internet petzt.

    Oh, ich hoffe, es gibt irgendwann mal einen Beitrag über deine Märchensammlungen! Die würde ich sehr gerne sehen :-)

    • Winterkatze said,

      Naja, es war damals schon schwierig, wenn ich jemandem beschreiben wollte, welche Arten von Fantasybüchern ich mochte und warum. Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass damals noch viel variabler mit Urban Fantasy umgegangen wurde. Aber das kann natürlich auch daran liegen, dass zur Zeit bestimmte Romantypen in großer Zahl übersetzt und besprochen werden.

      Ich fände es sehr höflich vom Verlag, wenn so etwas mal vermerkt würde. Es gibt doch genügend Hörbuch-Verlage, die damit offen umgehen und trotzdem keine Probleme mit dem Verkauf ihrer Titel haben.

      Mal schauen. Ich muss erst einmal feststellen, wie viele Bücher das radikale Ausmisten vor dem vorletzten Umzug überlebt haben. Damals habe ich kistenweise Bücher meiner Stadtbibliothek gespendet …

  5. Neyasha said,

    Hm, ich hätte eigentlich schon heute Mittag kommentiert, aber irgendwie hat das anscheinend nicht geklappt. Ein neuer Versuch:
    Amber ist mir auch schon sehr oft untergekommen – ich bin gespannt, wie es dir weiterhin gefällt. Aber 10 Bände in 1200 Seiten? Ist das eine sehr kleine Schrift oder sind da die Einzelbände sehr kurz?

    • Kiya said,

      Ich habe deinen Kommentar gerade im Spam gefunden… Danke für’s nochmalige Versuchen :-)

      Ich werde bestimmt jahrelang daran lesen, wie ich mich kenne, aber ich werde versuchen, wenigstens einen Band erst einmal durchzulesen. Die einzelnen Bände sind tatsächlich recht kurz, das ist sicherlich auch der Entstehungszeit (1970-1992, wenn ich mich jetzt richtig erinnere) geschuldet.
      Das ist auch ein Grund, weshalb ich die Neuausgabe zu teuer finde – jeder Einzelband umfasst nämlich nur ca. 250 Seiten und die sind sehr großzügig bedruckt. In meiner Ausgabe ist die Schrift klein. Band 2 beginnt etwa auf Seite 121, Band 3 auf Seite 257.

      Offenbar ist eine Amber-TV-Serie angedacht, deshalb wohl die Neuausgabe und auch ein derzeit etwas größeres Interesse an der Reihe. Ich habe aber auch schon gehört, dass sie zwar gut, aber nicht Zelaznys bestes Werk ist.
      Ich kann in Kapitel 4 dazu noch nicht viel sagen. Der Stil wirkt manchmal uneinheitlich, bisher stört mich das aber noch nicht allzu sehr.

  6. Herbstlesen im Oktober (7) – Sonntag – allesausserlyrik.de said,

    […] Sam Susanne Neyasha Kiya […]

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