[Herbstlesen im Oktober 2017] Wochenende 3

Oktober 14, 2017 at 09:30 (Aktionen)

Endlich kann ich auch zum diesjährigen Herbstlesen dazustoßen, das die Winterkatze wieder im Oktober veranstaltet 🙂 Das erste Wochenende habe ich irgendwie verpasst, und das ganze letzte Wochenende war ich auswärts unterwegs und konnte nicht mitlesen. Dieses Wochenende habe ich außer den üblichen Dingen und dem Feinschliff an einer Präsentation zur EZB, die nächste Woche ansteht, nichts Besonderes vor. Ein wenig Lesezeit sollte sich also einrichten lassen.

Leider beende ich momentan kaum Bücher, weil ich gerade wieder einmal ganz durcheinander lese, aber das wird sich irgendwann wieder einspielen. Beim letzten Lesetag habe ich „Das Ende der Geschichten“ von Scarlett Thomas gezeigt – „Dragon’s Green“ ist der erste Ausflug der Autorin in das Genre Middle Grade. Gefällt mir recht gut, vor allem, wenn ab und zu etwas durchblitzt, was eher erwachsene Leser verstehen (wie die Existentialist Support Group“), und es gibt eine gewisse Chance, dass ich damit bald zum Ende komme, die Fäden laufen bereits auf das Finale zu und mir fehlen noch ca. 70 Seiten.

Dann bin ich weiterhin an meinen beiden Engelbüchern dran. Grundsätzlich nicht mein Thema, insofern bemerkenswert, dass es hier gleich doppelt auftritt. Carlos Ruiz Zafón kenne ich (natürlich) vom „Schatten des Windes“, aber auch von seinen nicht so allgemein beliebten Jugendbüchern, die ich ebenfalls mochte. Nun also „Das Spiel des Engels“, das schon einige Jahre auf meinem SuB liegt. Den erneuten Besuch in Ruiz Zafóns Barcelona genieße ich sehr. „Das Haus der gebrochenen Schwingen“ hat eher mäßige Kritiken erhalten, aber ich finde das postapokalyptische Paris spannend. Ein wenig erinnert mich die Atmosphäre an das Rollenspiel „Vampire ~ The Masquerade“ 😉 Allerdings habe ich noch nicht ganz die Hälfte gelesen und daher nur eine vorläufige Beurteilung abgeben.

Durchaus möglich, dass ich auch etwas ganz anderes lese. Wir werden sehen. Gefrühstückt habe ich schon; ein wenig Zeit habe ich damit verbracht, Mark Fishers „The Weird and the Eerie“ zu entdecken und darüber nachzudenken, ob ich es auf Deutsch oder auf Englisch haben möchte.

13:00

Ich habe mich bei Mark Fishers Buch nun vorsichtshalber doch für die deutsche Fassung entschieden, die „Das Seltsame und Gespenstische“ heißt, weil es sprachlich etwas komplexer zu sein scheint.

Ein halbes Stündchen am Vormittag und ein halbes gerade eben konnte ich schon abzwacken und habe währenddessen in „Das Spiel des Engels“ und in „Das Haus der gebrochenen Schwingen“ ein bisschen weitergelesen. Zur Abwechslung habe ich dann ein Kapitel in „Die erfundene Wirklichkeit“, herausgegeben von Paul Watzlawick, zuende gelesen (wir sprachen in dieser Woche in einem Psychologieseminar über Konstruktivismus und ich habe mich daran erinnert, dass dieses Buch in meinem Regal steht).

Die Präsentation verschiebe ich wohl auf den Abend – heute kürzen und morgen durchsprechen, so ungefähr ist der Plan.

20:15

Den Nachmittag haben wir unter anderem mit einem Spaziergang verbracht. Heute war endlich einmal wirklich schönes Oktoberwetter.

IMG_4475

Den bisherigen Abend habe ich mit dem oben gezeigten „Dragon’s Green“ verbracht und es wie erhofft ausgelesen (nebenbei und etwas deprimierend: das erste ausgelesene Buch in diesem Monat). In mancher Hinsicht fühlt sich die Welt wie ein Flickenteppich an, aber das ist bei der Autorin eigentlich immer so. Manche Flicken mochte ich lieber als andere, aber insgesamt bin ich zufrieden und werde die Fortsetzung lesen, die 2018 erscheint 🙂

Als nächstes werde ich bei den Mitlesern eine Runde drehen, mich dann noch ein wenig der Pflicht widmen und im besten Fall noch ein wenig schreiben und lesen (das kleine Mädchen schläft seit neuestem im eigenen Zimmer, was bedeutet, dass ich wiederentdeckt habe, dass es einmal so etwas wie Lesen mit Nachttischlampe in meinem Leben gab 😉 ).

Hier melde ich mich, denke ich, erst morgen wieder, um den Abend entspannt ausklingen zu lassen.

Sonntag, 11:45

Und schon ist der Vormittag wieder fast vorbei.

„Das Spiel des Engels“ und „Das Haus der gebrochenen Schwingen“ bleiben natürlich weiter aktuell. Auf dem Bild sind darüber hinaus einige Bücher, die in Frage kommen bzw. in denen ich auch gestern noch einige Seiten gelesen habe („Die Untersuchung“ und „Die erfundene Wirklichkeit“).

„Eulenzauber“ ist heute wegen Neyasha dahin gewandert, die die englische Ausgabe liest. Heute Morgen habe ich die ersten Kapitel gelesen und bin noch damit beschäftigt, die Figuren einzuordnen. Der walisische Hintergrund ist jedenfalls sehr schön; was die Übersetzung leisten kann, ist begrenzt, da der Stil des Originals recht eigen ist.

Dann wären da noch „Lair of Dreams“, in dem ich schon fast die Hälfte gelesen habe und das die Fortsetzung von „The Diviners“ ist, und Fernando Pessoas „Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares“, auf das ich durch Zitate gestoßen bin und das sich sehr gut in kleinen Abschnitten genießen lässt.

Unser Spaziergang am Vormittag führte uns übrigens auf den noch geschlossenen Rummelplatz. Ich mag diese Atmosphäre.

18:30

Am Nachmittag war nicht so viel mit Lesen; die freie Mittagszeit habe ich schon genutzt, um ein wenig mit der Präsentation weiterzumachen, und daran werde ich mich gleich auch wieder setzen.

Ich habe aber zwei oder drei Kapitel in „Eulenzauber“ weitergelesen, und langsam entspinnt sich eine geheimnisvolle Geschichte um Eulenteller, die abgezeichnet als Papiereulen immer wieder verschwinden. Offenbar ist es für das Verständnis des Romans hilfreich, sich mit keltischen Sagen auszukennen.

In „Das Spiel des Engels“ habe ich Seite 300 erreicht (und bin gespannt, was hinter dem ominösen Pariser Verleger Andreas Corelli steckt), in „Lair of Dreams“ ein Kapitel beendet (Schlafkrankheit, Geister und Traumwandler, alles sehr interessant, wenn auch etwas weniger spannend als der erste Teil) in dem „Buch der Unruhe“ einige Abschnitte gelesen. Letzteres soll übrigens eines der wesentlichen Werke des 20. Jahrhunderts sein (sagt jedenfalls der Eintrag in Kindlers Literatur Lexikon, der hinten in meiner Ausgabe abgedruckt ist – mir war es bis vor kurzem noch unbekannt). Vor allem die früheren Fragmente sind offenbar vom Fin de siècle beeinflusst.

Ich hoffe, nachher noch ein wenig Lesezeit zu finden; ich melde mich später noch einmal.

22:00

Ich war ein bisschen fleißig, aber morgen werde ich mich wohl verfluchen, weil ich nur Minimalaufwand betrieben habe 😉

Stattdessen habe ich wie erhofft noch eine Weile gelesen. Nach dem Baden bin ich bei meiner Badewannenlektüre geblieben, bei der es sich heute um „Ein Käfig aus Rache und Blut“ handelt. Und das liest sich so auf den Abend angenehm fluffig weg 🙂 Ich mag die Welt, die so ein bisschen retro-postapokalyptisch ist; die Protagonistin dagegen ist genau wie Dutzende anderer kämpfender Heldinnen und nervt mich deshalb eher.

Das soll es für heute auch gewesen sein – auch nächstes Wochenende kann ich vermutlich wenigstens teilweise mitmachen. Danke an alle, die diesmal mitgelesen und -kommentiert haben 🙂

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23 Kommentare

  1. dragonsandzombies said,

    Postapocalyptic Paris hoert sich ja interessant an!

    Hab einen feinen Lesetag 🙂

    • Kiya said,

      Es hat jedenfalls was 🙂 So drückt das der englische Klappentext aus:

      Paris has survived the Great Houses War – just. Its streets are lined with haunted ruins, Notre-Dame is a burnt-out shell, and the Seine runs black with ashes and rubble. Yet life continues among the wreckage. The citizens continue to live, love, fight and survive in their war-torn city, and The Great Houses still vie for dominion over the once grand capital.

      • dragonsandzombies said,

        Das hoert sich echt gut an! Danke 🙂
        Ich werd mal schauen, ob sich eine leseprobe finden laesst!

  2. natira said,

    Von Zafon habe ich nur „Die Schatten des Windes“ gelesen, was mir zwar gefiel, aber zu mehr von ihm reizte es mich nicht.
    Ich wünsche Dir ausreichend Lesezeit heute. 🙂

    • Kiya said,

      Ich habe auch einige Jahre nichts von ihm gelesen, aber jetzt ist mir wieder richtig nach ihm. Ich habe mir auch direkt noch die kleine Geschichte „Der Fürst von Parnass“ nachgekauft, die mir noch fehlte.

      Danke 🙂 Ein halbes Stündchen ließ sich bereits machen.

  3. Winterkatze said,

    Schön, dass du wieder dabei bist und das parallele Lesen sind wir ja von dir gewöhnt – umso mehr interessante Geschichten gibt es auf deinem Blog zu entdecken. 🙂

    Die Inhaltsbeschreibung von „Das Haus der gebrochenen Schwingen“ erinnert mich gerade an einen anderen Fantasyroman, um den ich vor einiger Zeit rumgeschlichen bin. Auch von einer Autorin und was mit Gargoylen … natürlich fallen mir gerade weder Autorenname noch Titel ein, es spielte aber auch in einem zerstörten Paris. Nun frage ich mich schon, ob sie sich da hat inspirieren lassen oder ob ich vielleicht einen anderen Titel mit diesem durcheinander gebracht habe …

    • Kiya said,

      Für mich ist es nur derzeit etwas blöd, weil ich nicht so viel zum Lesen komme, dass sich das Parallellesen gut durchhalten lässt *g*

      Ich erinnere mich nur an „Grim“ von Gesa Schwartz, in dem es um Gargylen geht und das in Paris spielt, aber das meinst du vermutlich nicht. Sag Bescheid, wenn dir einfällt, an welches Buch du dachtest 🙂

      • Winterkatze said,

        Okay, dann ist es wirklich nicht gerade toll. Aber immerhin hast du ja heute schon in drei Büchern lesen könnten – so können die Wochenenden vielleicht dein Parallellesen retten. 😉

        Mir fällt es beim besten Willen nicht ein. Und da ich mir nicht sicher bin, ob der Titel das letzte Durchschauen von Wunschzettel Nr. 2 überlebt hat, werde ich jetzt nicht die darauf befindlichen 131 Bücher durchgucken, um zu schauen, ob ich es da finde. *g*

  4. natira said,

    „Die erfundene Wirklichkeit“ klingt interessant, gerade auch weil verschiedene Gebiete angesprochen werden. hm…

    • Kiya said,

      Ich hab vor Ewigkeiten schon mal Watzlawick gelesen, die „Anleitung zum Unglücklichsein“. Daran erinnere ich mich allerdings nicht mehr so richtig.
      Konstruktivismus ist eine interessante Sache. Der nächste Beitrag in meinem Buch kommt von Heinz von Foerster, von dem es einige amüsante Interviews gibt 🙂

      • natira said,

        Der Name sagt mir gar nichts. Ich habe gerade ein kurzes Interview auf youtube von ihm gesehen, da war er schon alt und es geht um Sci(ence) auf System(ics), sehr kurz und trotzdem erklärend. Ich glaube, ich werde mir das Büchlein mal bestellen.

  5. Neyasha said,

    Was für ein schönes Herbstfoto! Ich wünsche dir noch viel Erfolg mit der Präsentation und auch noch eine gemütliche Lesezeit heute Abend.

    • Kiya said,

      Danke 🙂 Dieses Wochenende ist das Wetter wirklich schön. Ich wünschte nur, die Bäume wären etwas bunter…

      • Neyasha said,

        Das kommt schon noch. 🙂

  6. Winterkatze said,

    Das sieht nach einer schönen Umgebung für einen Familienspaziergang aus. 🙂

    Und auch wenn du erst ein Buch beendet hast, so liest du doch so viel parallel, dass sich das im Laufe des Monats schnell ändern kann – vor allem, da du das Lesen mit Nachttischlampe wiederentdeckt hast. *g* Ich hoffe, du hast einen schönen Tagesausklang!

    • Kiya said,

      Momentan umfasst das Lesen mit Nachttischlampe nur so 10 Minuten, weil ich normalerweise erst schlafen gehe, wenn ich schon recht müde bin 😉 Ansonsten lese ich zurzeit meist in der S-Bahn…

  7. Kiya said,

    @natira: Mach das, es lohnt sich bestimmt 🙂 Sehr einführend zum Thema kannst du auch in einen Vortrag von Watzlawick reinhören, hier zum Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=Za8p8F1kOao

  8. Winterkatze said,

    Bei geschlossenen Rummelplätzen fühle ich mich immer als Eindringling, ich weiß gar nicht, wieso das so ist. Aber ich kann nachvollziehen, was du an der Atmosphäre magst.

    Ich finde es immer schön zu sehen, wie das Herbstlesen die Teilnehmer zu neuer Lektüre animiert. Hattest du dich bei „Eulenzauber“ bewusst für die Übersetzung entschieden, weil das Original so sperrig zu lesen ist? Oder hattest du einfach nur eine hübsche Ausgabe in die Finger bekommen und dann nicht weiter abgewägt, ob das Original einen Versuch wert wäre?

    • Kiya said,

      Das passiert mir ständig – zumal ich ja normalerweise die entsprechenden Bücher irgendwo auf meinem SuB finden kann 😉

      „Eulenzauber“ habe ich seinerzeit gebraucht erworben, und da war es eben die deutsche Ausgabe. Sollte es mir besonders gut gefallen, kann ich die Folio Society-Version immer noch in die nächste Büchergilden-Bestellung packen…

      • Winterkatze said,

        Bislang klingst du auf jeden Fall recht angetan. 🙂 Und dafür, dass du dir auch Zeit für deine Präsentation nehmen musstest, hast du doch recht viel gelesen.

  9. natira said,

    Ich weiß nicht, vielleicht liegt es an Stephen King (Joyland, Talisman), aber geschlossene Rummelplätze finde ich doch ein wenig gruselig. 🙂

    Oh, Lem. Es ist Jahre her, dass ich von ihm etwas gelesen habe.

    • Kiya said,

      Gruselig mag ich ja 😉

      Lem ist großartig! Lest mehr Lem! Ich liebe besonders die Sterntagebücher und die Robotermärchen.

  10. Neyasha said,

    Ich bin gespannt, wie dir „Eulenzauber“ weiterhin gefällt. Die keltischen Sagen, die darin eine Rolle spielen, werden dann auch noch erläutert. Es hilft also vielleicht, wenn sie einem schon ein Begriff sind, aber es ist für das weitere Verständnis nicht notwendig, dass man sie bereits kennt.
    Ich glaube, ich würde mir auch leichter tun mit der deutschen Übersetzung, aber inzwischen habe ich auch ins Original einigermaßen reingefunden.

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