[Ich lese] Von Doppelgängern

Juni 4, 2017 at 18:44 (Ich lese)

Ganz zufällig haben die ersten beiden Bücher vom Sommerstapel, in denen ich mich festgelesen habe, eine Gemeinsamkeit. Es geht nämlich um Doppelgänger. Dabei sind Genres und Geschichten sonst eigentlich recht verschieden.

„Totengleich“ ist der zweite Teil von Tana Frenchs „Dublin Murder Squat“-Krimireihe. Schon der Vorgänger „Grabesgrün“ hat mir gefallen, vor allem durch die ausführlichen Schilderungen und das besondere Augenmerk auf Charaktere. Beides wird wohl auch „Totengleich“ interessant machen, obwohl die Prämisse weit hergeholt scheint. Ermittlerin Cassie Maddox wird zu einem Tatort gerufen – die Leiche sieht ihr nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern trägt auch einen Studentenausweise bei sich, demzufolge es sich bei ihr um Lexie Madison handelt, Cassies Alter Ego aus einer früheren Undercoveroperation… Um den Mörder zu finden, soll Cassie sich als die Tote ausgeben (Bonus: momentan erinnert mich manches enorm an Donna Tartts „Geheime Geschichte“ 🙂 ).

„The Ivy Tree“ gehört wohl ins Genre Romantic Suspense, in dem ich nicht so bewandert bin, aber auch dieser Roman bietet umfangreiche Beschreibungen etwa der Landschaft Northumberlands; außerdem gelingt es Mary Stewart, dass mich die Figuren interessieren (also eine weitere Gemeinsamkeit neben dem Doppelgängermotiv), was ich gar nicht erwartet hatte. Hier besucht Mary Grey England und wird dort prompt mit der totgeglaubten Annabel verwechselt. Ein Geschwisterpaar überredet sie dazu, in der Rolle Annabels nun quasi nach Hause zurückzukehren und ihr Erbe anzutreten.

In beiden Romanen gibt sich also eine Frau als eine andere aus, die ihr extrem ähnlich sah. Ich mag solche Lesezufälle! Momentan habe ich 100 bzw. 150 Seiten gelesen.

 

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5 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Ich mag Doppelgänger- (oder heimlicher-Zwilling-)Geschichten nicht so gern, finde es aber lustig, dass du gerade gleich zwei davon liest. Mir ging es in den letzten Tagen ähnlich, als ich hintereinander zwei Romane las, in denen die Hauptfiguren beide 18 Jahre alt, männlich, adelig und ungeliebt/misshandelt von ihrer Familie waren. *g*

    • Kiya said,

      Ich erinnere mich, dass Doppelgänger als Pointe in Krimis in den Agatha Christie-Zirkeln nicht beliebt waren *g* Das kann ich auch gut nachvollziehen. Hier sind sie allerdings von vornherein dabei. In „Totengleich“ scheint es mir bisher geglückt, bei „The Ivy Tree“ bin ich unschlüssig (nach einem sehr sonderbaren Dialog muss ich mich erst zum Weiterlesen aufraffen).

      Deine beiden Protagonisten klingen aber auch allerliebst. Irgendwie stelle ich sie mir ziemlich jammerig vor ^^

      • Winterkatze said,

        Och, dabei hat sie selber einmal dieses Mittel verwendet. Grundsätzlich habe ich gar nichts dagegen, wenn es gut gemacht ist – aber dummerweise wird es selten gut gemacht. Was mich wieder an „Blauer Montag“ von Nicci French erinnert, wo ich mich am Ende richtig aufgeregt habe … Schön, dass du immerhin mit „Totengleich“ zufrieden bist. 🙂

        Der eine ist extrem jammerig, der andere ist ein tapferer Kerl, der unter extrem schlechten Bedingungen versucht sein bestes zu geben. (Blogposts dazu kommen Montag, Mittwoch und Freitag. *g*)

  2. Kiya said,

    Nicci French ist mir komplett unbekannt, das kann ich also überhaupt nicht beurteilen 😉 Hoffentlich ist sie nicht mit Tana French verwandt *g* Bei ihr mag ich grundsätzlich den Stil, da kann ich auch kleinere Störfaktoren verkraften. Ich bin nun durch mit dem Buch und fand das Doppelgänger-Thema etwas zu unwahrscheinlich, aber wirklich interessant umgesetzt, was die Identifikation der Ermittlerin mit dem Opfer angeht.

    Ich halte Ausschau nach den Blogposts – mal sehen, ob ich die Knaben entdecke.

  3. Winterkatze said,

    Nicci French ist ein Ehepaar-Pseudonym – ich kann mir nicht vorstellen, dass es da eine Verwandtschaft gibt. *g*

    Eine interessante Umsetzung entschädigt auf jeden Fall für den einen oder anderen Schwachpunkt.

    Da die beiden Herren zu so einigen Gedanken bei mir geführt haben, sind sie wohl so schnell nicht zu übersehen. Der Freitagspost ist ein Vergleich bestimmter Aspekte, die in beiden Romanen vorkamen, und ich habe sogar noch einen Post geschrieben, der in eine ähnliche Kerbe haut und von dem ich noch nicht weiß, wie schnell ich den nach dem Freitagspost veröffentlichen soll. Ich will meine armen Leser ja nicht mit zu viel Diskussionsstoff verwirren. ;D

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