[Review] April-Lektüre

Mai 9, 2017 at 21:17 (Review)

Momentan bewegt sich viel in meinem Leben, aber es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich ab Mitte Juni und über den Sommer ganz gut zum Lesen kommen werde, ab Herbst dann bis auf Weiteres weniger. Es könnte durchaus sein, dass sich das an der Frequenz der Beiträge bemerkbar machen wird, aber ich bleibe dran 😉

Nun zum April. Der Monat begann lesestark und schwächelte dann etwas. Ich lese mich aber auch in kleinen Schritten durch den dritten Teil der Farseer-Trilogie von Robin Hobb; so ein Buch beschäftigt mich lange, ohne dass die Statistik es abbildet (bei Goodreads trage ich die Fortschritte aber regelmäßig ein). Sehr schön war der Lesetag am Ostermontag – einige der gelesenen Bücher werdet ihr wiedererkennen.

1. Stephen King: Nachtschicht

Eine Kurzgeschichtensammlung. Ich wollte eigentlich nur mal mit einer Geschichte beginnen, habe mich dann aber schnell festgelesen und das Buch in wenigen Tagen ausgelesen. Es handelt sich merklich um frühe Geschichten, die teilweise recht klassische Schockmomente aufweisen („Spätschicht“) oder sich deutlich bei Lovecraft anlehnen („Briefe aus Jerusalem“, das ich aber gerade deshalb sehr mochte). Aber ich fand die meisten trotz ihrer Kürze sehr spannend und gelungen, und viele Stärken Kings sind bereits erkennbar. Viele Stories wurden auch verfilmt („Der Wäschemangler“, „Kinder des Mais“, …).

2. Nancy Atherton: Aunt Dimity’s Good Deed (Aunt Dimity 3)

Ich kenne nur wenige Reihen, die so gemütlich und gemächlich voranschreiten wie die um Aunt Dimity, Lori Shepherd und ihre Familie und Freunde. Hier wird das Cozy, nicht das Mystery groß geschrieben, auch wenn es stets ein Geheimnis zu lüften gilt. Man muss in Stimmung dafür sein und darf sich nicht die Haare raufen, wenn zu wenig Blut fließt, aber die Reihe ist bisher tatsächlich nicht schlecht. Figuren und Umgebungen finde ich zum Beispiel sehr lebendig geschildert. „Good Deed“ ist übrigens Band 3, und man lernt die britische Seite der Familie kennen.

3. Paige McKenzie: Die Heimsuchung (Sunshine Girl 1)

Die ersten zwei Bände dieser Trilogie sind mir auf der Buchmesse über den Weg gelaufen. Dort habe ich sie nicht mitgenommen, aber mir den Auftakt wenig später bestellt. Das The Haunting of Sunshine Girl Network kannte ich vorher nicht (ich habe reingeschaut, hatte aber nicht lange Geduld dafür), aber grundsätzlich hat es dem Roman wahrscheinlich gut getan, dass es bereits so viel Material gab. Ich mag Spukhausgeschichten hin und wieder sehr gerne und mich hat auch diese gut unterhalten. Ich mochte sogar die Protagonistin ein wenig. Allerdings ist „Die Heimsuchung“ in vielerlei Hinsicht ein typisches Jugendbuch, das mir nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird.

4. Sarah Lotz: The Three

Ein schwieriger Fall. „The Three“ hat mich von Anfang an gefesselt, und ich war sehr angetan von dem besonderen Format – als Buch im Buch wird in Form von Chat-Protokollen, Interviews, Berichten und vielem mehr von den Geschehnissen rund um die vier Flugzeugabstürze berichtet. Die vielen verschiedenen Stimmen der Menschen aus England und den USA, aber auch aus Südafrika und Japan, sind, denke ich, das Beste an diesem Buch. Unter diesen ausführlichen Schilderungen voller interessanter Nebensächlichkeiten verliert der Plot in der Mitte des Romans aber so sehr an Schwung, dass ich lange an dem Buch gelesen habe. Gegen Ende habe ich dann aber doch wieder mitgefiebert und „The Three“ letztlich auch überwiegend zufrieden zugeklappt.

5. P.G. Wodehouse: Ohne mich, Jeeves!

Den vollen Jeeves-Genuss erhält man fraglos nur in der Originalsprache, aber da Wodehouse mutmaßlich über ein reichhaltiges Vokabular verfügt, kann ich als Leser der Übersetzung immerhin sagen, dass ich auf diese Weise wenigstens alles verstanden habe. Ich habe auch mit dem deutschen Text meinen Spaß gehabt und bleibe bei Wodehouse auch vorerst bei dieser Sprache, werde allerdings für nicht übersetzte Titel auf das Englische zurückgreifen.

6. Keith R.A. DeCandido: Nevermore

Der erste Roman zur Serie „Supernatural“. An so einen Roman geht man im Allgemeinen ohne hohe Erwartungen heran, und mir ging es nicht anders. Man sollte sich bewusst machen, dass ein Autor eine Serienfigur möglicherweise etwas anders interpretiert als man selbst, und sich daran nicht zu sehr stören. Insgesamt hat mich der Roman ganz gut unterhalten, ich mochte das Grundmotiv rund um Edgar Allan Poe, die Figuren und das urbane Flair funktionieren. Das Finale war leider recht unspektakulär.

7. Philip Pullman: Once Upon A Time in the North

Es ist lange her, dass ich die Trilogie um den Goldenen Kompass las, aber ich habe sie insgesamt als sehr anregend in Erinnerung und möchte sie unbedingt noch einmal auf Englisch lesen. Diese Novelle erzählt vom ersten Treffen der bekannten Figuren Lee Scoresby und Iorek Byrnison. Die Ausgabe ist nicht nur schön gestaltet, auch die Geschichte hat mich überzeugt und meine Vorfreude auf „The Book of Dust“ nur noch gesteigert.

8. Paul van Loon: Voodoo in der alten Villa

Das war ein Badezimmerbuch – ich besitze den Großteil der in den 90er Jahren erschienenen Kinderbuchreihe „Grusel & Co. ~ Der Club“; die zuletzt (gebraucht) erworbenen habe ich noch nicht gelesen, darunter eben dieses. Eine nette Lektüre mit lebendigen Figuren und einer interessanten Voodoo-Variation, bei der für erwachsene Leser aber der Verlauf der Handlung früh absehbar ist.

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7 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Ich habe mal einen der deutschen Jeeves-Titel aus der Bibliothek auf die Merkliste gesetzt, damit ich den nicht aus den Augen verliere. Es ist immer schlimm mit deinen gesammelten Buchbeiträgen, irgendwas finde ich doch immer, das mich interessiert …

    Du hast eine ganze Menge gelesen, wenn man bedenkt, dass du ja auch gerade gut zu tun hast und nicht mal eben zum Buch greifen kannst. 🙂

    • Kiya said,

      Die Bibliothek ist bestimmt eine gute Anlaufstelle, um zu schauen, ob Jeeves etwas für dich ist 🙂 In der passenden Stimmung finde ich die Romane wirklich sehr nett.

      Wir müssen häufiger Lesetage einlegen, dann bekomme ich auch häufiger ein Buch fertig… Du hast recht, es sind schon einige Bücher, aber ich habe mich noch nicht ganz daran gewöhnt, dass es viel weniger sind als früher 😉

      • Winterkatze said,

        Jetzt fragt sich nur, was die passende Stimmung für diese Bücher ist. 😉

        Gegen Lesetage habe ich ja nie etwas. *g* In diesem Monat wird das aber nichts mehr, da ist der Terminplan schon zu voll. Aber wenn dir ein Tag im Juni vorschwebt, bekommen wir das bestimmt hin. 🙂

  2. Kiya said,

    Die passende Stimmung verträgt ein wenig gepflegte Albernheit – also nicht lesen, wenn man gerade auf der Suche nach tiefsinnigen Betrachtungen ist.

    Der Mai ist für mich auch etwas hektisch. Speziell die Sonntage im Juni oder das Monatsende würden sich für mich sehr gut für einen Lesetag eignen! 🙂

    • Winterkatze said,

      Ich bin ziemlich selten auf der Suche nach tiefsinnigen Betrachtungen. 😀

      Hm, wie wäre es mit dem 25. Juni? Oder wäre dir das eine zu langfristige Planung? Du kannst mich auch einfach einen Tag vorher anschreiben, dass du gern einen Lesetag einlegen würdest. 🙂

      • Kiya said,

        Aber es mag ja doch Stimmungen geben, in denen man es lieber ernsthafter hat 😉

        Der 25. Juni passt mir gut – Sonntage sind längst nicht so schnell voll wie Samstage. Ich hab mir das Datum mal notiert 🙂

      • Winterkatze said,

        Fein, dann lesen wir am 25. Juni gemeinsam. 🙂

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