[Review] März-Lektüre

März 31, 2017 at 22:33 (Review)

Den Großteil des Monats habe ich auf die eine oder andere Weise im 19. Jahrhundert verbracht. Nach der Buchmesse hat sich wieder ein wenig High Fantasy-Laune dazwischen geschlichen (in diesem Jahr konnte ich endlich wieder am Samstag hinfahren), die sich aber noch nicht bei den gelesenen Büchern niederschlägt – allerdings liegen inzwischen sowohl Robin Hobb als auch Brandon Sanderson auf dem Lesestapel. Insgesamt habe ich relativ viel freie Zeit ins Lesen gesteckt und bin mit dem Lesemonat auch sehr zufrieden 🙂

1. Wrede/Stevermer: The Grand Tour (Cecy & Kate 2)

Ich habe eeewig für dieses Buch gebraucht – Lesestapel sei dank ist es nun beendet. Tatsächlich fand ich es letztlich gar nicht so übel, und jeder Tagebucheintrag für sich liest sich auch ebenso locker und angenehm, wie ich es von „Sorcery & Cecelia“ kenne. Dem Plot und der ganzen Europareise fehlen aber der Schwung des ersten Teils, und ich kam erst besser voran, als das Finale sich näherte.

2. Charles Dickens: Great Expectations

Zum ersten Mal habe ich einen Roman von Dickens auf Englisch gelesen – seit Beginn meiner SuB-Aufzeichnung 2010 stand dieses Buch auf Platz 1 und ich bin ziemlich stolz, es nun endlich gelesen zu haben. Ich möchte noch viel mehr Dickens lesen, aber vermutlich nicht alles auf Englisch. Ich fand es in der Originalsprache sowohl leichter (wegen des guten Leseflusses) als auch schwerer (wegen der Anspielungen, der Ironie usw.) zu lesen als erwartet. Ein hervorragender Roman mit einprägsamen Figuren, von denen ich leider gerade den Protagonisten als weniger stark empfand.

3. Shannon Hale: Midnight in Austenland (Austenland 2)

Fast ebenso unterhaltsam wie „Austenland“, zumal ich „Northanger Abbey“ als Hintergrund wirklich toll finde. Auch das Wiedersehen mit einigen Nebenfiguren aus „Austenland“ war schön. Allerdings haben sich die gothic novel-Aspekte nicht besonders harmonisch in die chick lit-Hülle eingefügt und auch die Protagonistin fand ich nicht ganz rund.

4.-5. Alison Goodman: Lusus Naturae [ebook] / The Dark Days Club (Lady Helen 1)

Ich habe die Kurzgeschichte zuerst gelesen, man bekommt sie kostenlos zum Beispiel als PDF. Vielleicht war das nicht so geschickt, weil sie zwar den Anfang der Geschichte aus der Sicht einer anderen Figur erzählt, aber doch schon auf vieles hinweist, was Helen Wrexhall erst später erfährt. Für mich hat die Reihenfolge trotzdem funktioniert, weil ich durch die short story gut angefixt war und der Roman sich sehr viel Zeit lässt. Die Autorin hat viel zur Regency-Zeit recherchiert, was man dem Text anmerkt. Schönes Konzept, interessante Antagonisten, und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung! Kleine Tendenzen zum Infodumping verzeihe ich leicht.

6. Jordan Stratford: The Case of the Missing Moonstone (Wollstonecraft Detective Agency 1)

Dieser Middle Grade-Auftakt lebt von den historischen Bezügen. Mary Godwin und Ada Byron werden Freundinnen und machen sich auf, Kriminalfälle zu lösen. Der 12jährige Charles (Dickens) läuft auch herum, Percy Bysshe Shelley ist der Tutor der Mädchen, der Titel ist natürlich ein Nicken in Richtung Wilkie Collins – es gibt viele solcher Dinge, damit verbundene sehr lustige Dialoge und einen informativen Anhang. Hat Spaß gemacht, ich lese weiter.

7. Diana Wynne Jones: The Pinhoe Egg (Chrestomanci 7)

Ich habe mit „The Pinhoe Egg“ die Chrestomanci-Reihe abgeschlossen und freue mich nun unbändig auf all die anderen Bücher von Diana Wynne Jones, die ich noch vor mir habe! Der Einstieg fiel mir ein wenig schwer, und bis fast zum Schluss habe ich von den Querelen zwischen den beiden Familien nicht so gern gelesen wie von den geheimnisvollen Vorgängen im Wald. Am Ende führt die Autorin aber wieder einmal so perfekt alle Fäden zusammen, dass ich das Buch nicht anders als mit größtem Vergnügen zuklappen konnte.

8. Mechthild Gläser: Emma, der Faun und das vergessene Buch

Ein Buchmesse-Kauf, auf den ich spontan wirklich Bock hatte. Das Buch habe ich auch innerhalb weniger Tage gelesen und fand es nicht schlecht. Die Grundidee um den Faun, die Schule und das Buch, das wahr werden lässt, was man hinein schreibt, hat mir in Verbindung mit klitzekleinen Jane Austen-Bezügen gefallen. Oft hat mich der Stil an die Silber-Trilogie von Kerstin Gier erinnert. Wie dort kommt aber auch hier vieles zu kurz, was mich interessiert hätte, und alles liest sich sehr glatt, unterhaltsam und wenig einprägsam. Das Ende ist ziemlich überhastet und hin und wieder wirkte die Motivation der Figuren erzwungen.

9. Alan Bradley: Das Geheimnis des kupferroten Toten [ebook]

Eine Flavia de Luce-Kurzgeschichte. Eine nette kleine Story mit einer kreativen Todesart, die gratis zu haben ist. Insofern auf jeden Fall eine Empfehlung für Leser der Krimireihe.

10.-11. Janina Venn-Rosky: Liebe in Teedosen / Kein Tee für Mr. Darcy [ebooks] (Tea Time 1-2)

Spontane ebook-Käufe. Ich habe beide Teile auch im Grunde sofort gelesen und bin auch dem dritten im Herbst erscheinenden Teil nicht abgeneigt. Ich habe viele Probleme mit diesen Büchern – einseitige Figuren, die sich kaum voneinander unterscheiden, ein simpler Schreibstil und Vorhersehbarkeit -, aber sie haben mich trotzdem unterhalten mit ihren liebenswerten Details zu Tees, Farben, Design, Kuchen, England und Literatur, mit ihren Rezepten und dem gemütlichen Teeladen Tea Time. Wirklich gestört hat mich allerdings, dass die drei Freundinnen (jeder wird ein Teil gewidmet) und auch alle anderen ständig und massenhaft Alkohol trinken. Unnötig und auch nicht besonders passend zum Ambiente.

Advertisements

3 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Der erste Cecy-und-Kate-Romane ist schon der Beste, wobei ich zwar schon gemerkt habe, dass der zweite Teil in der Mitte etwas hängt, aber genügend hübsche Kleinigkeiten beim Lesen fand, um mich zu amüsieren. Ich lese so ein Buch aber auch schneller als du, so dass es mir vermutlich nicht so lang vorkommt, bis die Handlung wieder etwas anzieht.

    „The Case of the Missing Moonstone“ habe ich auch noch auf der Merkliste, so ganz sicher bin ich mir aber nicht, ob das wirklich was für mich ist.

    • Kiya said,

      Ich habe auch den Verdacht, dass meine Lesegeschwindigkeit auch noch dazu beigetragen hat, dass dieser zweite Band sich für mich etwas gezogen hat. Wahrscheinlich hat sich das gegenseitig bedingt, Band 1 habe ich schließlich auch schnell durchgezogen. Trotzdem fand ich auch die Fortsetzung sehr nett!

      Vielleicht findest du zum „Missing Moonstone“ eine Leseprobe? Was schreckt dich denn ab? 🙂

      • Winterkatze said,

        Die Erwähnung von Charles Dickens … *g* Manchmal ist es ja nett gemacht, wenn reale Figuren in Romane eingebunden werden, aber es kann auch sehr unangenehm zu lesen sein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: