[Fazit] Drei Monate Lesestapel

Januar 12, 2017 at 22:10 (Lesenotizen)

Anfang Oktober habe ich mir, pünktlich zum Start des Herbstlesens, einen Lesestapel zusammengesucht. Ich habe immer viel parallel gelesen und nie hat mich das gestört – in diesem Jahr aber hat es mit mir und den Dutzenden begonnener Bücher nicht mehr so gut geklappt.

Das liegt zum einen daran, dass es mit steigendem SuB auch immer mehr wurden, aber vor allem daran, dass ich seit der Geburt meiner Tochter deutlich weniger zum Lesen komme. Wenn dann angefangene Bücher noch viel länger liegenbleiben als früher, ist das doch irgendwie schade.

Ich hatte mich dann für 15 Bücher entschieden, was für die meisten Leser offenbar immer noch ziemlich verrückt ist (kaum jemand scheint mehr als zwei oder drei Bücher gleichzeitig zu lesen). Schon das fiel mir etwas schwer, aber ich konnte mich mit dem Gedanken an den Kindle trösten (ebooks landen bei mir nicht auf dem SuB). Zum Herbstlesen habe ich mich dazu schon ein wenig ausgelassen.

Nun sind mehr als drei Monate vergangen, und das Konzept, von dem ich anfangs dachte, dass es kaum eine Woche halten wird, funktioniert für mich überraschenderweise immer noch. Vielleicht sind die 15 Bücher eine gute Zahl momentan.

Anfangs habe ich mich als Starthilfe vor allem an kurzen Büchern und einer Genremischung versucht. Versuchsweise habe ich auch einen Klassiker und ein Sachbuch auf dem Stapel, weil diese Genres bei mir immer am längsten unverdient ungelesen bleiben… Bisher komme ich damit recht gut zurecht und habe mich in „Der taumelnde Kontinent“ bereits bis zum Jahr 1907 vorgearbeitet.

Einen Hänger hatte ich  aber tatsächlich auch schon, und zwar im November. Auch künftig wird es wohl so sein, dass ich manchmal unheimlich gerne ein bestimmtes Buch anfangen oder beenden möchte. Mir ging es so mit „Die fernen Stunden“ von Kate Morton und mit „The Enchantress Returns“ von Chris Colfer. Bei ersterem habe ich dann schließlich wirklich gewartet, bis es auf dem Stapel nachrücken konnte, letzteres habe ich regelwidrig schlicht dazwischengeschoben und dann direkt beendet. Und jetzt im Januar habe ich eine Leserunde verdaddelt und darum Genevieve Cogmans „The Masked City“ momentan als Buch Nummer 16 dabei.

Im Dezember hatte ich so viel um die Ohren, dass ich ohnehin wenig gelesen habe, und gerade dann fällt es mir wieder leichter, mich auf den Stapel zu beschränken. Im Dezember las ich sogar überwiegend nur ein Buch, nämlich „Greenglass House“ von Kate Milford.

Mal sehen, wie lange ich den Lesestapel beibehalten werde. Ich mache mir da keinen Druck, wenn ich keine Lust mehr darauf habe, lasse ich es bleiben oder tausche einfach mal komplett die Bücher aus; abwarten. Allein für die drei Monate hat sich das Experiment aber bereits gelohnt.

Oh, und ich bin gespannt, wann – sollte der Stapel noch ein Weilchen so bleiben wie er ist – ich die letzten Bücher vom Oktober weglese. Momentan sind es noch ungefähr fünf Bücher 😉

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8 Kommentare

  1. Punkt und Ende said,

    Hey, guten Abend 🙂

    Das mag ich – ich fand deinen Lesestapel ja schon beim Herbstlesen (und Adventlesen) immer so faszinierend, dass ich mich jetzt echt freue, wieder davon zu lesen.
    Und dass manche Bücher (ganz regelwidrig) einfach lauter schreien als andere, verstehe ich sehr gut. Und manchmal müssen andere dann warten.
    Ich gehöre ja auch zu denen, die meist 2 (seltener 3) Bücher gleichzeitig lesen. Manche lesen gar nur eins zur selben Zeit. Aber 15 ist immer noch wow.
    Ich bin gespannt, wie es weiter geht mit dem Stapel und ob es weiter so gut klappt und vielleicht bekommen wir ja in ein paar Monaten ein neues Update.
    Außerdem habe ich jetzt wieder Lust bekommen auf Kate Morton oder etwas ähnliches 🙂

    • Kiya said,

      Auch dir einen guten Abend 🙂 Fein, dass du das Update gerne gelesen hast. Ich kann gerne schauen, ob sich in ein paar Monaten nochmal eins anbietet.

      Ich konzentriere mich ja auch nicht auf alle 15 Bücher gleich stark, das verteilt sich. Momentan bin ich sehr verliebt in „Lauras Verschwinden im Schnee“ und komme darin auch gut voran, während ich an „One Salt Sea“ gerade kaum rankomme – aber das sich eben jederzeit ändern.

      Lust auf Kate Morton-oder-etwas-ähnliches hat mich noch nicht wieder verlassen (vor kurzem ist „Die Teerose“ eingezogen *g*), allerdings habe ich mich heute dann doch für „Black Rabbit Hall“ als neues Stapelbuch entschieden…

      • Punkt und Ende said,

        Wenn ich meine 2-3 Bücher gleichzeitig lese, dann rückt auch eines meist in den Fokus. Im Moment sind es auch wieder 3 bei mir. Weil ich dank unseres Gesprächs auf meinem Blog wieder Lust auf Animorphs hatte, Ich habe einfach mal wieder mit Band 1 angefangen – auch wenn ich das Buch schon so oft gelesen habe.
        (Lustig ist, dass ich als Kind erst spätere Bände gelesen hatte und dann irgendwann Band 1 und beim Lesen total enttäuscht war )

        „Lauras Verschwinden im Schnee“ steht auf meiner Wunschliste seit deiner Winterliste (danke -.-) und ich überlege gerade eher ob ich „Das Orchideenhaus“ von Lucinda Riley in meinen Bestand einfüge. Neugierig auf die Autorin bin ich ja schon lange und habe vor einfach mit ihrem ersten Roman anzufangen und zu testen, ob es mir gefällt. Allerdingt könnte ich auch einfach einen Morton Roman lesen 😀

  2. jedschmoekerstube said,

    Oh, noch eine Parallelleserin. Ich jongliere auch immer mit so vielen Büchern gleichzeitig. Aber wie Du schon schreibst, man muss die Zahl begrenzen, sonst nimmt es überhand. Und wenn 15 Bücher für Dich klappen, ist es doch super!

    • Kiya said,

      Beruhigend, dass ich nicht die einzige bin *lach* Momentan sind die 15 Bücher gut und die Zahl gibt mir das Gefühl, genügend Auswahl zu haben. Wenn das nicht mehr so ist, ändere ich etwas 🙂

  3. Winterkatze said,

    Ich gehöre ja zu denen, die dein Parallellesen faszinierend finden, weil es mir so fern ist. Ich lese zwar auch bis zu drei – mit Hörbuch manchmal vier – Titel parallel, merke da aber auch, dass ich das Häppchenweise Lesen nur durchziehen kann, wenn da mindestens ein Buch dabei ist, das viel Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert. Solche Bücher teile ich mir gern in Portionen auf, während ich mich bei „leichterer“ Lektüre gern festbeiße und sie am Stück lese.

    Auf jeden Fall ist es interessant zu sehen, wie sich dein Leseverhalten im Laufe der Zeit zwar verändert, dass Parallellesen für dich aber trotzdem wichtig bleibt. 🙂

    • Kiya said,

      Manchmal habe ich ja auch Bücher, die ich schnell durchlese (wobei ich grundsätzlich eine eher langsame Lesegeschwindigkeit habe), aber meist mag ich die Abwechslung.
      Interessant sind die Leserunden, von denen ich nun ein paar mitgemacht habe. Wir lesen ein Kapitel pro Tag, und das sorgt durchaus dafür, dass ich an dem betreffenden Buch regelmäßig und in kleinen Häppchen weiterlese. Ich merke aber auch, dass das an manchen Tagen gut läuft und ich mich an manchen ein wenig zwingen muss, weil ich gerade lieber woanders weiterlesen würde.

  4. Kiya said,

    @Ina: Als Kind war ich generell kaum daran interessiert, Reihen systematisch oder gar vollständig zu lesen. Man nahm halt meist, was die Bibliothek gerade hergab, oder? Lag vielleicht auch daran, dass ich zu der Zeit noch nicht alles schnell im Internet nachsehen konnte. Ich habe später so einiges nachgekauft.
    Ich bin schon gespannt, was du dann über Animorphs berichten wirst 🙂

    „Lauras Verschwinden im Schnee“ ist immer noch toll. Ich habe gelesen, dass es jemand als „Twin Peaks meets Moomins“ bezeichnet bzw. auch mit dem frühen Murakami verglichen hat, was beides gar nicht so unpassend ist.
    Als ich letzte Woche mit einem späten Hochzeitsgutschein im Buchladen stand, habe ich mir „Das Orchideenhaus“ auch angesehen. Weil ich aber nun schon zwei Bücher von Lucinda Riley hier habe, habe ich mich für etwas anderes entschieden. Wir können ja dann Leseerfahrungen vergleichen ^^

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