Rupert Kingfisher: Madame Pamplemousse

November 5, 2016 at 20:18 (gelesen)

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Durch diese kleine, aber feine Reihe habe ich mich im letzten Monat geschmökert – keine große Herausforderung, wenn jeder der drei Teile nur um die 150 Seiten hat. Ich dachte, ich schreibe kurz etwas dazu, weil ich sie noch so selten gesehen habe 🙂 Die Titel hätten keinesfalls in die Überschrift gepasst, also hier noch einmal in voller Länge zum Genießen:

  1. Madame Pamplemousse and Her Incredible Edibles
  2. Madame Pamplemousse and The Time-Travelling Café
  3. Madame Pamplemousse and the Enchanted Sweet Shop

Der erste Teil spielt in Paris. Es geht um Madeleine, die im Restaurant ihres Onkels Teller abwaschen muss. Ein Zufall verschlägt sie in ein eigentümliches Geschäft, in dem es besagte „incredible edibles“ gibt, darunter so besondere Delikatessen wie „minotaur salami with Sage and Wild Thyme“, „Giant Squid Tentacle in Jasmine-Scented Jelly“ oder „Pterodactyl Bacon“. Inhaberin dieses Geschäfts ist die geheimnisvolle Madame Pamplemousse, zu der ihr Kater Camembert gehört. Natürlich versucht der böse Onkel dann, das speziellste aller Spezialrezepte an sich zu reißen… Die Geschichte erinnert ein wenig an ein modernes Märchen, ein wenig an Roald Dahl und ein wenig an Chocolat 😉

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Bücher so unterschiedlich sind, und nicht einfach nur mehr von dem bieten, was es im ersten Teil schon gab.

So geht es in „The Time-Travelling Café“ um Zeitreisen. Eigentlich prima, weil so im Grunde die Erklärung dafür geliefert wird, woher die speziellen Zutaten stammen, die Madame Pamplemousse verwendet, aber ich musste mich erstmal daran gewöhnen, mich statt in der Pariser Gastronomie plötzlich in der Zeit der Dinosaurier zu befinden 😉 Tatsächlich haben mir zwar alle drei Bücher gefallen, aber der zweite hat einfach etwas weniger meinen Geschmack getroffen als die anderen beiden.

img_3897„The Enchanted Sweet Shop“ hat das wieder wettgemacht und einen wesentlich düstereren Tonfall angeschlagen, was mich wiederum etwas überrascht hat, diesmal aber positiv. Ganz wunderbar fand ich genau das, was einige wohlmeinend-protegierende Eltern als „not appropriate“ deklarieren: einige geradezu psychedelische Szenen, in denen ein absolut gruseliger Mondmann in einem silbernen Frack des 18. Jahrhunderts eine Rolle spielt. Sehr unerwartet. Natürlich sind diese Elemente aufgrund des geringen Umfangs nicht besonders ausgearbeitet, aber das kann auch die Phantasie anregen 😉

Ich liebe Geschichten, bei denen einem schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenläuft, und habe sogar ein wenig mehr bekommen, als ich erwartet hatte. Drei charmante, kurze, illustrierte Geschichten, die ich direkt hintereinander gelesen habe, weil die Bücher nun einmal so nett waren.

„I’m a cook and, if you must, an artist but I would never describe myself as a witch.“

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9 Kommentare

  1. Neyasha said,

    Die Bücher sehen ja entzückend aus! Ich weiß nicht, ob sie ganz mein Fall wären, da ich auch Roald Dahl überhaupt nicht mag, aber inhaltlich klingt es wirklich nett.

    • Kiya said,

      Ich glaube, es sind auch die Illustrationen, die mich an Roald Dahl erinnern, und eben die Grundgeschichte mit dem fiesen Onkel *g* Vielleicht wär’s ja trotzdem was für dich?

  2. Winterkatze said,

    Ich mag die Cover unheimlich gern und die erste Geschichte spricht mich sehr an, während ich mir bei den anderen beiden nicht sicher bin, ob ich das interessant finde. Eigentlich wären das für mich perfekte Bibliotheksausleihen – zu schade, dass meine Bibliothek die Bücher nicht im Angebot hat.

    • Kiya said,

      Hätte mich auch sehr gewundert, wenn die Bibliothek die im Angebot hätte, allzu verbreitet scheinen sie auch auf Englisch nicht zu sein 😉

      Letztlich mochte ich auch den zweiten Band – er spielt übrigens nicht nur zur Zeit der Dinosaurier, aber so geht er eben los -, eben weil der Autor der Geschichte etwas neues hinzugefügt hat.

      • Winterkatze said,

        Och, manchmal überrascht mich meine Bibliothek. Und wir haben schon eine Menge englischsprachige Literatur – wenn auch in der Regel nicht die, die ich suche. *g*

  3. Claudia said,

    klingt echt toll
    und die Cover und Aufmachung der Bücher gefällt mir wirklich gut 🙂
    http://xoxoclaudia.blogspot.de/

    • Kiya said,

      Nicht wahr? Die Cover fallen einem gleich ins Auge 🙂

  4. Hermia said,

    Hm, eigentlich bin ich nicht so sehr für Kinderbücher zu haben. Doch die machen mich irgendwie neugierig! 😉

    • Kiya said,

      Ich lese mittlerweile ja wieder sehr gerne Kinderbücher, nachdem ich das viele Jahre lang nicht mehr getan hatte – aber für gute Kinderbücher ist man wirklich nie zu alt (letztlich wurden sie immerhin auch von Erwachsenen geschrieben), und oft sind sie besser als Bücher für Jugendliche, weil in denen so oft Pubertätsprobleme im Vordergrund stehen 🙂
      In jedem Fall freu ich mich, dass ich dich neugierig machen konnte!

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