Drachenmond-Leseeindrücke

Juni 26, 2016 at 12:29 (gelesen)

Vor einer Weile habe ich von meiner Drachenpost berichtet. Inzwischen habe ich nicht nur einige der in dem Paket enthaltenen Bücher gelesen, sondern auch ein paar andere im Drachenmond Verlag erschienene Titel. Insofern fand ich es praktischer, meine Leseeindrücke einfach gesammelt zu notieren.

Ganz allgemein werden die Bücher dieses Verlages ja wegen ihrer Aufmachung gelobt. Tatsächlich sind viele Cover schön und auch mit den Innenillustrationen gibt man sich Mühe. Ich habe auch mitbekommen, wie ein Buch dann doch ein anderes Cover als das geplante erhielt, weil ein Teil des Motives schon zu häufig anderswo zu sehen gewesen ist. Außerdem setzt der Verlag wirklich einen Anreiz, über die Verlagshomepage zu bestellen und nicht über große Onlineshops; fast alle meine Drachenmond-Bücher sind signiert :-)

Was mir auch gefällt, ist die Vielfalt. Zwar liegt der Fokus auf den Genres Urban Fantasy und Romantasy, aber die Bücher lesen sich, was den Stil angeht, sehr unterschiedlich. Das spricht in meinen Augen dafür, daß das Lektorat nicht alles auf eine Linie glättet, sondern das Endprodukt immer noch nahe an dem ist, was der Autor sich vorgestellt hat. Auch die Seitenzahlen variieren stark. „Die Schattenkriegerhexe“ etwa hat knapp 200 Seiten und damit weniger als die meisten Romane, das jüngst erschienen „Kernstaub ~ Über den Staub an Schmetterlingsflügeln“ kratzt an den 1000 Seiten. Viele Verlage zögern, so kurze bzw. so lange Geschichten herauszubringen; lobenswert, daß das beim Drachenmond Verlag nicht so ist.

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Inzwischen habe ich mir einen Überblick über das Verlagsprogramm verschafft. Ein Teil der Veröffentlichungen, gerade auch der demnächst geplanten, ist mir zu romantisch und trifft meinen Geschmack nicht, aber einige Bücher waren doch für mich dabei. Nun aber zu meinen Leseeindrücken! Diese fünf Bücher habe ich in den letzten drei Monaten gelesen:

J.T. Sabo: Die Schattenkriegerhexe

Buch Nummer 1 war in meiner Drachenpost und hat mir leider, leider gleich am wenigsten gefallen, sogar so wenig, daß ich es nicht behalten werde, sondern aussortiert habe (daher fehlt es auf dem Bild). Zu Ende gelesen habe ich es trotzdem, weil ich es so im ganzen beurteilen kann, außerdem war es wie erwähnt recht kurz. Gestört haben mich die vielen Klischees (die Protagonisten sind eine supermächtige Hexe und ein Highlander-Vampir…), relativ viele Sexszenen und die Oberflächlichkeit. Es gibt Texte, denen Kürze gut tut (siehe Nummer 4 ;-) ), aber hier war alles, was mich interessiert hätte, nur kurz angerissen und viel zu hastig beschrieben. Nix für mich, und meiner Meinung nach deutlich abfallend gegenüber den anderen Büchern.

Sarah Nisse: Dunkelherz ~ Welt in Scherben

Buch Nummer 2 dagegen ist in mancherlei Hinsicht besonders schön. Die Welt der Gefühle, bei der ich anfangs etwas skeptisch war, ist schön und vor allem sehr sinnenfroh beschrieben. Ich habe es geliebt, daß die Figuren ständig irgendetwas Leckeres essen oder trinken und auch viele Beschreibungen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Die Geschichte ist noch nicht abgeschlossen, der zweite, abschließende Band ist gerade erschienen.

Susanne Gerdom: Für König und Vaterland ~ Der Wechselbalg

Susanne Gerdom kenne und mag ich bereits von anderen Büchern, daher habe ich mich über dieses Buch in der Drachenpost besonders gefreut. Tatsächlich hat die Geschichte mich sehr gut unterhalten und ich hoffe, daß auch die weiteren geplanten Bände erscheinen werden – auch wenn hier kein Fokus auf einer Liebesgeschichte liegt (umso besser in meinen Augen!). Besonders positiv aufgefallen ist mir, daß das „liederliche Quartett“ aus vier männlichen jungen Adligen besteht und man nicht (wie so oft) krampfhaft einen weiblichen Protagonisten dazugeschmuggelt hat.

Julia Adrian: Die dreizehnte Fee ~ Erwachen

Der erste von drei Bänden. Auch dieses Buch hat nur ca. 200 Seiten und eher noch weniger Text als die „Schattenkriegerhexe“ durch die kurzen Kapitel und die Illustrationen, aber hier paßt die Kürze besser: manches wird nur angedeutet, was in diesem Fall aber die Phantasie anregt. Am liebsten mochte ich die Interpretationen der verschiedenen Märchen.

Kerstin Arbogast: Im Schatten deines Herzens

Das war das Drachenpost-Buch, welches ich mir wohl niemals selbst gekauft hätte, weil ich so gar kein Pferdemädchen bin – und dann auch noch Einhörner…! Hier hat die Überraschungsbox aber ihren Zweck erfüllt, denn ich habe das Buch insgesamt gemocht, weil es angenehm geschrieben ist (mit gerade richtiger Dosierung von Humor und Poesie), auch wenn es fast ein bißchen zu langsam voranging. Aus Johannas Sicht habe ich lieber gelesen als aus Jaroschs, der ein wenig zum Pathos neigt ;-)

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7 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Insgesamt scheinst du wirklich von dem Verlag angetan zu sein, auch wenn nicht jeder der Titel deinen Geschmack getroffen hat. :) Wirst du dir denn noch die Fortsetzung von „Dunkelherz“ besorgen?

  2. Kiya said,

    Diese Fortsetzung werde ich auf jeden Fall lesen – ist kürzlich schon mit Signatur bei mir eingetrudelt :-) An kleineren Verlagen mag ich, das man oft Texte bekommt, die nicht ganz so „geglättet“ sind. Das hat natürlich Vor- und Nachteile, aber ab und an habe ich das gerne. Allzu ungeschickt sollte es natürlich nicht geschrieben sein…

    Eine weitere Drachenpost würde ich mir aber wohl nicht kaufen, auch wenn ich die Aktion weiterhin sehr schön finde. Mit meinem jetzigen bereits vorhandenen Bestand wäre mir das Risiko ungeliebter Titel doch zu groß ;-)

    Aber es gibt viele Bücher voller netter Ideen, die nicht oder erst im Nachhinein von größeren Verlagen veröffentlicht wurden (das gilt nicht nur für viele Anthologien, sondern auch zum Beispiel für Halo Summers „Sumpfloch-Saga“ oder Stefan Seitz‘ „Unkrautland“).

  3. Winterkatze said,

    Du bist wirklich schnell, wenn es darum geht Fortsetzungen zu besorgen. :) Ja, die Möglichkeit ungewöhnlichere Geschichten zu finden, ist bei kleinen Verlagen wirklich größer. Trotzdem stolpere ich zur Zeit nur selten über deren Programme, ich schaue mich zu wenig um. Es gibt einfach so schon viel zu viel auf dem Merkzettel.

    • Kiya said,

      Ist ja auch sehr vernünftig. Ich habe natürlich genug Bücher, aber andererseits genieße ich auch die riesige Auswahl in meinen Regalen. Meine Tochter spaziert auch schon gerne mit mir daran entlang und versucht, die Bücher anzufassen und zu sich heranzuziehen ^^

      In diesem Fall hatte ich beim Verlag schon im April vorbestellt, weil ich das Buch gerne signiert haben wollte, deshalb ist es so fix bei mir gewesen.

      • Winterkatze said,

        Ich stelle mir das sehr schön vor – nur gut, dass Lesen ansteckend und vererbar ist! :)

  4. Neyasha said,

    Ich überlege schon eine Weile, ob ich mir eine Drachenpost gönnen will – quasi als Belohnung für die letzten Prüfungen und um den Einstand in meinen neuen Job zu feiern. :-) Aber ich bin doch auch immer etwas skeptisch, ob ich dann vielleicht Bücher bekommen würde, die mir nicht gefallen, obwohl ich auf der anderen Seite solche Überraschungspakete auch reizvoll finde. Ich muss wohl noch ein wenig weiterüberlegen. ;-)

    • Kiya said,

      Man kann ja doch recht genaue Angaben machen, was man will und was nicht. Ich bin ein wenig mit dem Gedanken herangegangen: mal schauen, wie meine Vorgaben interpretiert werden…

      Gerade um den neuen Job zu feiern wäre das doch eine schöne Sache – so en Gehalt will doch gut angelegt werden ;-)

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