Fangirl vs The Summer I Became a Nerd

Mai 13, 2016 at 09:34 (gelesen)

Vielleicht ist es der nahende Sommer, aber ich habe direkt hintereinander gleich zwei nerdige Liebesgeschichten gelesen und damit mal wieder etwas Abwechslung in der buchigen Speiseplan gebracht. Und weil sie trotzdem ganz schön verschieden sind, bietet es sich an, die beiden Bücher kurz miteinander zu vergleichen.

„The Summer I Became a Nerd“ von Leah Rae Miller gab es im Dezember für 0,99 € als ebook, ein guter Preis zum Ausprobieren. Es geht um Maddie, die typische Cheerleaderin – auf den ersten Blick. Heimlich steht sie nämlich total auf Comics, und als sie Logan, der Typ aus dem Comicladen, besser kennenlernt, wird es für sie immer schwerer, ihre Leidenschaft vor ihren Freunden geheim zu halten.

„Fangirl“ von Rainbow Rowell habe ich als Hardcover gekauft. Ich war mir sehr unsicher, ob ich das Buch mögen würde, aber ich war neugierig und die Leseprobe hat mich auch nicht abgeschreckt. Protagonistin Cath ist etwas älter als Maddie und beginnt zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Wren das College. Als Magicath schreibt Cath Fanfictions über die Welt von Simon Snow, für die Harry Potter klar das Vorbild war. Meine Ausgabe beinhaltet vier Illustrationen von vier Künstlern; das bringt erfreulich verschiedene Interpretationen mit sich.

Tatsächlich habe ich von beiden Büchern nicht viel erwartet und habe nun beide recht gern gelesen. „Fangirl“ ist ungefähr dreimal so lang, aber beide lesen sich auf Englisch leicht weg, wie man es bei dem Genre auch erwartet. Außerdem ist es mir gelungen, beim Lesen dran zu bleiben, also nicht so oft das Buch zu wechseln 🙂

„The Summer I Became a Nerd“ ist einfach eine lustige Sommergeschichte, die man nicht allzu ernst nehmen sollte. Sie hat diese typische Chicklit-Struktur, bei der eine chaotische Hauptfigur einen Berg Probleme, Mißverständnisse und Verwicklungen aufhäuft, die sie am Ende einigermaßen elegant und zu allseitiger Zufriedenheit löst. Ich hatte meinen Spaß beim Lesen, obwohl ich mich mit Comics wenig auskenne. Besonders amüsant fand ich die LARP-Szenen, die mir einen kleinen Einblick ins US-Liverollenspiel gegeben haben, zumal die Plotideen gar nicht so übel waren 😉

„Fangirl“ ist ernsthafter, aber in gewissem Sinne empfinde ich es als ebenso klischeehaft, denn es sind ziemlich viele Trendthemen enthalten (Collegeleben, Homosexualität, psychische Störungen, …). Normalerweise meide ich das, weil es mir immer ein wenig wie Teenager-Problem-Schullektüre für Studenten vorkommt, aber mich hat ja auch eher diese Simon Snow-Sache interessiert. Weder lese noch schreibe ich Fanfictions, aber ich fand die Einbindung der Thematik ganz spannend. So gibt es immer wieder Ausschnitte sowohl aus den Simon-Romanen als auch aus Caths Fanfictions zu lesen. In Anbetracht der Seitenzahl habe ich für das Buch überhaupt nicht lange gebraucht, war dann aber etwas zwiegespalten, was das hastige und ziemlich offene Ende betrifft. Mal etwas anderes, aber so bleibt bei mir doch zu sehr ein leiser Nachgeschmack von „Fanfictions sind für unsichere Teenager und werden auf dem Weg zum Erwachsensein überwunden, damit man dann viel tollere Geschichten zur Aufarbeitung der eigenen Kindheit schreiben kann“, was mich wieder zurück zur besagten Schullektüre bringt…

Also: Zweimal leichte, aber wirklich angenehm zu lesende Lektüre für schönes Wetter, an die man nicht zu große Erwartungen haben sollte, damit man sich dann (wie ich) positiv überraschen lassen kann. Und weil’s so schön war, lese ich auch noch weiter. Von Leah Rae Miller erschien nämlich vor kurzem „Romancing the Nerd“, in dem es um Dan, eine Nebenfigur aus „The Summer I Became a Nerd“ geht. Und „Carry on“ von Rainbow Rowell erzählt sozusagen die Fanfiction, die Maddie in „Fangirl“ schreibt. Indirekte Fortsetzungen quasi.

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