[3 Krimis] Hercule Poirot * Zwanziger Jahre * Friedrich II.

März 23, 2016 at 14:13 (gelesen)

Da ich in diesem Monat schon drei Krimis gelesen habe, aber zu keinem eine „richtige“ Rezension plane, dachte ich, ich könnte kurz meinen (auf diese Weise etwas ausführlicher als im Review-Beitrag geratenen) Eindruck zu den Büchern zusammenfassen.

Agatha Christe: The Murder of Roger Ackroyd

„Roger Ackroyd was a man who knew too much. He knew the woman he loved had poisoned her first husband. He knew someone was blackmailing her – and now he knew she had taken her own life with a drug overdose. Soon the evening post would let him know who the mystery blackmailer was. But Ackroyd was dead before he’d finished reading it – stabbed through the neck where he sat in the study.”

Ab und zu muß ja auch einer der Christie-Romane, deren Zahl im Regal sich weiterhin mehrt, gelesen werden 😉 Dieser hier wird oft besonders gelobt – warum, erschließt sich erst am Ende, das auch mir sehr gut gefallen hat und dafür sorgt, daß man als Leser alles bisher Geschehene noch einmal in neuem Licht betrachtet. Ansonsten bin ich immer wieder sehr angetan davon, wie gut Christie Figuren darstellen kann, und das auch noch überwiegend in Dialogen (leider gelingen die weiblichen Figuren oft ein wenig interessanter). Ja, es sind oft bestimmte Typen, aber ich habe sie immer ganz genau vor Augen. Poirot ist in diesem Roman im Ruhestand und wird von den Nachbarn zunächst für einen Friseur gehalten – auch sehr nett.

Susanne Goga: Leo Berlin (Leo Wechsler 1)

„Berlin 1922. Deutschland ist politisch zerrissen, die Menschen finden nach dem verlorenen Krieg keine Ruhe. Kriminalkommissar Leo Wechsler bekommt es mit einem mysteriösen Mord zu tun: Ein Wunderheiler, der in besseren Kreisen verkehrte, wurde mit einer Jade-Figur erschlagen. Keine Zeugen, keine Spuren…“

Die ersten Bände dieser Reihe liegen nun schon seit 2012 auf meinem SuB; Frühlingsstapel sei Dank habe ich endlich angefangen. Rein als Krimi betrachtet finde ich das Buch gar nicht so gut – ich fand es gewöhnungsbedürftig, daß immer wieder Abschnitte aus der Sicht des Täters eingebunden sind, dessen Geschichte und Identität man dadurch viel schneller kennt als der Kommissar. Charaktere und Stil sind nichts Besonderes, aber auch nicht störend. Weiterlesen werde ich trotzdem, ganz gut gefallen haben mir nämlich die Einblicke in die Berliner Kokainszene sowie in Krankheiten wie Diphtherie und Syphilis. Auch der gesellschaftliche Hintergrund ist schön, wenn auch nicht allzu ausführlich eingebunden (etwa die Spannungen innerhalb der Polizei zwischen Adligen und Arbeiterkindern).

Tom Wolf: Schwefelgelb (Preußenkrimi 4)

„Januar 1757: Nur eine Woche ist der König in Berlin, und gerade da häufen sich die Verbrechen. Schon während des königlichen Einzugs ereilt den Münzunternehmer Joseph Israel Hamann ein gewaltsamer Tod. Friedrich II. zieht seinen Zweiten Hofküchenmeister Honor Langustier zu Rate, sehr um Diskretion bei den Ermittlungen bittend, da Einzelheiten seiner Münzpolitik tunlichst geheim bleiben sollen. Bevor es ihm gelingt, den gordischen Knoten dieses Falles zu zerhauen, sieht sich Langustier von anhaltendem Schneefall, jüdischen Trauerregeln und Sabbatverordnungen behindert und muss – zu allem Unglück – mit ein er Kommission von Wissenschaftlern die neueste Erscheinung der Weißen Frau untersuchen.“

Diese Reihe besitze ich ebenfalls schon sehr lange und lese ab und zu einen Band. Außergewöhnlich ist natürlich das Setting: oft geschehen die Verbrechen irgendwo im königlichen Umfeld, und Friedrich II. beauftragt seinen Zweiten Hofküchenmeister mit vertraulichen Ermittlungen. Neben verschiedenen Hofintrigen findet entsprechend auch gutes Essen immer einen Platz in den Romanen (es gibt sogar ein Kochbuch zur Reihe…). Ich mag besonders den gedrechselten Schreibstil, den Humor und die gut recherchierten Informationen zur Zeit – in diesem Band unter anderem zu den „Münzjuden“ und zum Krieg gegen Sachsen. Ein Anhang informiert bei Interesse genauer, auch mit Literaturempfehlungen.

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2 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Den Poirot mag ich auch sehr gern. Von Susanne Goga habe ich ja auch einen Band gelesen (den dritten, wenn ich mich gerade recht erinnere) und fand ihn nicht schlecht – gerade wegen der Figuren und der Zeit -, habe mir aber trotzdem nie die Mühe gemacht, nach weiteren Titeln der Autorin zu schauen.

    Auf Tom Wolf machst du mich immer neugieriger. :).

    • Kiya said,

      Bei der Reihe von Susanne Goga ist es bestimmt schöner, in der richtigen Reihenfolge zu lesen, weil das ganze „Drumherum“ doch eine größere Rolle spielt. Ich habe tatsächlich Band 2 bereits angefangen, liest sich schön weg (ein bißchen tiefergehend sind, glaube ich, die Bücher von Volker Kutscher oder Gunnar Kunz, was Krimis aus dieser Zeit angeht).

      Bei Tom Wolf würde ich vorab ein Reinlesen empfehlen, weil der Stil doch speziell ist, vor allem wenn Friedrich spricht (oder auch schreibt) 😉

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