[Review] Juli-Lektüre

August 17, 2014 at 10:21 (Review)

Zweite Monatshälfte schon *oje* Dank einer Urlaubswoche habe ich im Juli jedenfalls wieder etwas mehr geschafft. Einige Bücher mit Japan-Thema, einige Kinderbücher – und vom Sommerstapel habe ich auch einiges gelesen (gut so – schließlich ist schon August und damit naht bereits der Herbststapel). Plus: Wälzer Nummer 2 🙂 Viele Bücher waren gut bis sehr gut, aber nach längerer Zeit (ich habe nachgeschaut: die letzte große Enttäuschung war im November „House of Secrets“) auch wieder ein Ausreißer nach unten dabei.

Challenges:

– Meine Lesevorhaben: „A Clash of Kings“

– Rory Gilmore Challenge: …

– Sommerbücher: „PopCo“, „Der Sommerfänger“, „Frühstück bei Tiffany“, „Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen“

– Bücher-Bingo: „PopCo“, „A Clash of Kings“, „Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen“, „Charlie Bone und der Rote König“, “ Der Sommerfänger“ und „Ink“

1. Scarlett Thomas: PopCo

Ich mag Scarlett Thomas‘ Bücher, die so viele Themen anreißen (hier: Marketing für Teenager, Trends, Spiele, Kryptographie, Mathematik etc.) und sich nicht so richtig einem Genre unterordnen wollen. Es gibt mittelmäßig obskure Lieblingsthemen der Autorin wie Homoöpathie, die immer mal wieder auftauchen und denen ich nicht unbedingt zustimmen würde – muß ich aber auch nicht; anregend sind die Diskussionen allemal und darauf kommt es an. Etwas schwächer als „Troposphere“, aber erhält wie dieses Bonuspunkte für Originalität.

2. Amanda Sun: Ink (Paper Gods 1)

Das ePrequel „Shadow“ habe ich einfach dazwischengeschoben und fand das im Nachhinein lohnenswert, weil darin erzählt wird, wie es Katie eigentlich nach Japan verschlägt und wie es ihr anfangs damit geht. In „Ink“ findet man sehr viele Aspekte japanischer Kultur wieder, was mir gefallen hat. Auch ein ausführliches Register gehört dazu. Ein zweiter dicker Pluspunkt ist die Grundidee um die Kami und die lebendig werdenden Zeichnungen. Die optische Gestaltung ist übrigens auch sehr gelungen. Einige Abstriche gibt es für die Liebesgeschichte, die zu viel Raum einnimmt, und die Charaktere, die ein wenig origineller sein könnten.

3. Jenny Nimmo: Charlie Bone und der Rote König (Charlie Bone 5)

Die Reihe geht so weiter wie gehabt – und mit diesem Band endet ein Handlungsbogen. So klärt sich das Geheimnis um Charlies Vater auf. Wenn man mag, kann man danach also aufhören, aber ich werde wohl die übrigen drei Bücher noch lesen. Die Welt ist sympathisch, auch wenn das Gelesene nicht lange im Gedächtnis bleibt.

4. Keigo Higashino: Verdächtige Geliebte (Professor Yukawa 1)

Etwas anders als erwartet (irgendwie hatte ich dank des Klappentextes „Death Note“ im Hinterkopf), sondern ziemlich ruhig und in diesem typisch japanischen Stil. Mit der Zeit hat es mir immer besser gefallen, und das Ende ist aufrüttelnd. Kleine theoretische Diskussionen zwischen Physiker Yukawa und Mathematiker Ishigami sind definitiv ein Bonus.

5. Sujata Massey: Bittere Mandelblüten (Rei Shimura 3)

Die Halbjapanerin und Antiquitätenhändlerin Rei Shimura ist wieder auf kriminellen Pfaden unterwegs. Landeskunde-Thema ist in diesem Buch Ikebana, das Rei in einer großen Ikebana-Schule erlernt. Dort passiert natürlich ein Mord. Der Krimi-Teil für sich betrachtet könnte wohl besser sein, aber das Gesamtpaket war wieder sehr unterhaltsam.

6. Daniela Ohms: Die Kinder der Schatten (Insel der Nyx 2)

Ein Großteil der Handlung spielt sich diesmal auf der Insel ab, die schon aus dem ersten Teil bekannt ist. Zu den bekannten Charakteren wie Philine und Eleni gesellen sich neue, die ebenso feinfühlig gezeichnet sind, und auch die Einbindung der griechischen Mythologie ist wieder sehr gelungen. Die Autorin hat es erneut geschafft, ein Buch zu schreiben, das sich nicht nach Standardkost anfühlt 🙂

7. Jennifer Allison: The Ladies of the Lake (Gilda Joyce 2)

Hat mir vielleicht sogar etwas besser gefallen als der Vorgänger. Gilda – ein nicht perfekter Charakter mit einigen Extravaganzen, den ich sehr mag – macht sich in einem Internat auf die Suche nach Geistern. Nach der Auflösung der Geschichte um ein ertrunkenes Mädchen ist das Buch jedoch nicht zu Ende, sondern die Konsequenzen für alle Beteiligten, auch für Gilda, werden thematisiert.

8. Monika Feth: Der Sommerfänger (Jette 5)

Das mußte ja im Sommer gelesen werden 😉 Ist das letzte meiner kleinformatigen Jette-Taschenbücher. Inzwischen ist auch noch ein 6. Teil erschienen, aber nicht in dieser Ausgabe, und ich bin noch nicht so sicher, ob ich weiterlesen werde. Ich lese zwar immer gerne, wie es mit Jette, ihren Freunden und den anderen Personen so weitergeht, aber die Kriminalfälle an sich überzeugen mich oft nicht so richtig. Das besondere Konzept (der Täter ist meist schon zu Beginn bekannt, häufige Perspektivwechsel) hat sich mittlerweile für mich schon leicht abgenutzt. Außerdem hat sich der Part um die Verfolgung von Luke deutlich gezogen. Vielleicht finde ich Band 6  ja mal in der Bibliothek 🙂

9. G.R.R. Martin: A Clash of Kings (Song of Ice & Fire 2)

Ich war schon zu Beginn des Jahres ziemlich weit in dem Buch, habe es aber ungefähr ein halbes Jahr liegen lassen. Die letzten 200 Seiten habe ich jetzt in einem Rutsch gelesen. Es ist schon faszinierend, was Martin da so erschaffen hat – die Komplexität ist gewaltig, und durch die  wechselnden Perspektiven bleibt man immer bei der Stange. Ohne Frage ein tolles Buch; als kleine Anmerkung muß ich aber sagen, daß der Wortschatz manchmal etwas arg begrenzt erscheint.

10. Thea von Harbou: Das indische Grabmal

Ein Buch aus der „Bibliothek der phantastischen Abenteuer“. Die Handlung ist eher zäh und traumartig, aber das paßt zu der üppig-schweren Sprache, die das eigentlich Besondere an diesem Buch ist. Die Exotik, aber auch die Grausamkeit Indiens kommen wie beabsichtigt deutlich beim Leser an. Für die Kürze des Buches funktioniert die Mischung ganz gut, viel länger hätte es aber für mich nicht sein dürfen.

11. Max Bentow: Der Federmann (Nils Trojan 1)

Ich hätte es wissen müssen: die kreativste-Leiche-der-Woche-Thriller sind nix für mich 😦 Hat mich nicht vom Versuch abgehalten, mit dem Ergebnis, daß „Der Federmann“ mein Regal wieder verlassen darf (trotz des schönen Covers). Mir hat an dem Buch fast gar nichts gefallen – und ich habe es bis zum Ende gelesen, denn es las sich schnell und ich wollte doch wissen, ob es noch besser wird. Voller Klischees vom Ermittler mit den üblichen Problemen, der in seine Therapeutin verschossen ist, die natürlich am Ende in Gefahr gerät. Ständig tritt/schießt er auf besonders unwahrscheinlich Weise Türen ein. Inklusive sinnlos origineller Morde, wobei die Motivation des Mörder dafür nicht besonders überzeugend ist. Oh, und es werden mal wieder fröhlich PC-Paßwörter erraten (so etwas nervt mich wirklich in Romanen). Dazu kommt noch ein abgehackter, wenig ansprechender Stil ohne Finesse. Bei einigen sehr platten Dialogen, insbesondere den Verhören, hätte ich vor Pein fast ins Kissen gebissen.

12. Jacqueline Kelly: Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen

Ich hatte gehofft, daß ich es trotz der üblichen Protagonistin (das starke Mädchen, das gegen die ausgetretenen gesellschaftlichen Pfade rebelliert *blabla*) mögen würde. Und tatsächlich: sehr schönes, (auch optisch) detailverliebtes Buch um einen erlebnisreichen Sommer für die 12jährige Calpurnia, die nicht nur ihren Großvater, sondern gemeinsam mit diesem auch die Naturwissenschaft entdeckt. Mir gefiel, daß am Ende vieles offen gelassen wird.

13. Fred Vargas: Die schwarzen Wasser der Seine

Drei Kurzgeschichten um Kommissar Adamsberg sind enthalten. Nicht ganz so wunderbar wie die Romane, was am geringeren Raum liegt, aber mehr als geeignet, um nach Max Bentow die literarischen Wunden zu lecken. Fred Vargas scheint irgendwie immer alles richtig zu machen. Im Gedächtnis geblieben ist mir vor allem die erste Geschichte, in der in Briefen ein Mord gestanden wird, von dem noch niemand weiß.

18. Truman Capote: Frühstück bei Tiffany

Ich kenne den Film nicht, bin also tatsächlich ziemlich unvoreingenommen an das schmale Buch herangegangen. Mit Holly Golightly – Dreh- und Angelpunkt des Buches – hat Capote einen facettenreichen Charakter geschaffen, den ich schnell plastisch vor Augen hatte und in dessen Interpretation man sicherlich einige Zeit investieren kann. Einen Trailer habe ich inzwischen auch gesehen – Audrey Hepburn identifiziert man ja sehr stark mit dem Charakter, und in manchen Einstellungen ähnelt sie meinem Bild aus dem Buch (auch wenn sie eigentlich hellere Haare hat), in anderen dagegen weniger. Das schlichte Cover paßt besser als ich zunächst dachte.

19. Kira Maeda: Seidenfessel

eBook. Genremäßig mal etwas anderes, und tatsächlich nicht so übel. Das liegt unter anderem an den Infos über Shibari, außerdem daran, daß die Autorin um Abwechslung bemüht ist. Der Plot wird durch die Yakuza-Geschichte etwas aufgepeppt, aber diese Aspekte bleiben ebenso eher flach wie die Charaktere, aber da war auch nicht viel zu erwarten, nehme ich an 😉

20. J.K. Rowling: Harry Potter and the Chamber of Secrets (Harry Potter 2)

Dauert bei mir immer einige Zeit, bis ich ein Buch beendet habe, wie man weiß, deshalb brauche ich auch für den Potter-Reread lange (der erste Band ist schon wieder gut ein Vierteljahr her). Trotzdem habe ich das Buch wieder uneingeschränkt genossen 🙂

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