[Review] Januar-Lektüre

Februar 9, 2014 at 12:14 (Review)

In der ersten Januarhälfte hatte ich schön viel Lesezeit und habe vor allem mit zufällig über Random Number ausgesuchten SuB-Büchern Glück gehabt. So habe ich z.B. mein erstes Buch der dtv phantastica-Reihe beendet. Ein Teil der gelesenen Bücher war ja schon im Rückblick auf meinen ersten Monat mit SuB-Abbau-Versuch zu sehen; hier kommen nun noch einige Nicht-SuB-Bücher dazu (aus der Bibliothek usw.).

Challenges:

– Meine Lesevorhaben: „Dead Beat“ gelesen 🙂

– Rory Gilmore Challenge: …

– Winterbücher: „Frostzauber“ gelesen.

1. Jenny Nimmo: Charlie Bone und das Schloß der tausend Spiegel (Charlie Bone 4)

Die Reihe ist schon nett gemacht, insbesondere wenn man gar nicht erst ständig Harry Potter-Vergleiche bemüht. Die Figuren haben sich seit Band 1 entwickelt, und ich mag besonders die verwinkelte Stadt mit ihren vielen interessanten Orten. Schwächen sind geringe sprachliche Komplexität und die Neigung der Autorin, Szenen überhastet zu erzählen.

2. Peter Haining: Das magische Zimmer

3. Diana Wynne Jones: Charmed Life (Chrestomanci 1)

Vor Jahren habe ich es mit Chrestomanci auf Deutsch aus der Bibliothek probiert – eher erfolglos, aber vielleicht lag das auch an der konfusen Veröffentlichungspolitik. Jetzt konnte ich „Charmed Life“ jedenfalls sehr genießen, auch wenn mir „Deep Secret“ noch ein kleines bißchen mehr zugesagt hat.

4. Tanja Heitmann et al.: Frostzauber

Nach“Stille Nacht“ die zweite Winter-Anthologie, die von Tanja Heitmann herausgegeben wurde. Die Geschichten sind zwar ziemlich romantisch, aber trotzdem wieder recht schön und passen wirklich sehr gut, um im Januar gelesen zu werden. Enthalten sind Kurzgeschichten etwa von Mechthild Gläser, Antonia Michaelis und Gesa Schwartz.

5. Reinhold Reitberger: Walt Disney

Okay, wenn man sich kurz informieren möchte, insgesamt aber eher schwach. Das liegt vor allem daran, daß das Buch hoffnungslos veraltet ist (1979 mit einem sehr kurzen Nachwort zur 4. Auflage). Der Autor glorifiziert die Zeit von 1937 bis 1942 und hält alle später erschienenen Disneyfilme mehr oder weniger für kommerziellen Schrott, was in dieser Form und angesichts der fehlenden Aktualisierung doch etwas unreflektiert wirkt.

6. Alan Bradley: Schlußakkord für einen Mord (Flavia de Luce 5)

Es ist immer wieder schön, zu Flavia nach Bishop`s Lacey zurückzukehren. Wie ich gehofft hatte, konzentriert sich dieser Teil wieder mehr auf das lokale Leben und Sterben 😉

7. Hugh B. Cave: Das Schnurren der Katze

Aus der dtv phantastica-Reihe. Sammlung von Kurzgeschichten, die ganz interessant war, weil Lovecraft-Einflüsse stark merkbar sind – ohne daß der Autor die Qualität der Vorlage erreichen würde, denn gleichzeitig kann man (soweit ich das aus meiner Laien-Perspektive sagen kann) den Pulp-Anteil nicht übersehen.

8. Klüpfel/Kobr: Rauhnacht (Kluftinger 5)

Es bleibt offenbar dabei, daß „Laienspiel“ der subjektive Tiefpunkt der Reihe war. „Rauhnacht“ ist eine Hommage an klassische locked room mysteries und leidet nur wieder an einigen krampfigen humoristisch angelegten Szenen, die teilweise mal wieder jedes Niveau verfehlen. Wenn man darüber hinwegsieht, kann sich ein gelegentlicher Ausflug in die Welt des Kommissar Kluftinger durchaus lohnen.

9. Katrin Tempel: Holunderliebe

Eher von der leichte-Lektüre-Art, aber durch die Kräutergeschichten angenehm zu lesen. Eine längere Lesepause habe ich während der ersten im Mittelalter spielenden Kapitel gemacht – die sind nämlich von der anstrengenden Sorte (schön sauberes Mittelalter voller moderner Menschen).

10. Robert Paul Weston: Zorgamazoo

Tolle Idee, und ich vermute, daß das Schreiben in Versen ganz schön mühsam war. Liest sich durch die Reime sehr elegant und schnell weg, und die Geschichte um Katrina Katrell und den Zorgel Mortimer auf der Suche nach Zorgamazoo ist gar nicht schlecht.

11. Jim Butcher: Dead Beat (Harry Dresden 7)

Im siebten Fall bekommt es Harry Dresden mit Nekromanten zu tun. Die Reihe liefert gute, verläßliche Qualität – seit dem ersten Teil ist die Qualität merklich gestiegen, auch weil die Personen viel Profil gewonnen haben. Trotzdem hat bisher für mich der 6. Teil noch die Nase vorn 😉

12. Mark Hodder: Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack (Burton & Swinburne 1)

13. China Miéville: The City & The City

Miéville hat’s drauf. Wer kann, dem sei das Original empfohlen – „The City & The City“ ist auch im Vergleich zu „Perdido Street Station“ unkompliziert geschrieben. Es geht um eine geteilte Stadt, wobei selektive Wahrnehmung eine große Rolle spielt. Mit Krimielementen, ohne sich schematisch einem Genre zu unterwerfen.

14. M.C. Beaton: Agatha Raisin and the Christmas Crumble (eShort)

Habe ich überwiegend in langweiligen Arbeitsminuten gelesen. War eine Kurzgeschichte, die ganz gut in die Zeit vor Weihnachten gepaßt hat, und ist erfreulicherweise länger als das sehr kurze „Hells Bells“.

15. Susanne Gerdom: Das Haus am Abgrund

Bibliotheksbuch. Bei dieser Autorin halte ich gerne die Augen nach neuen Büchern offen, aber oft reicht das Interesse nicht für den Kaufanreiz (auch weil eigentlich nie Taschenbücher erscheinen). Ausleihen ist insofern eine gute Alternative. „Das Haus am Abgrund“ hat mir wieder gut gefallen, ohne mir allzu sehr im Gedächtnis zu bleiben. Gefallen haben mir u.a. die Wesen, mit denen Adrian spricht, aber viele Informationen gab es nicht über sie.

16. Marissa Meyer: Das mechanische Mädchen (eShort)

Inzwischen habe ich alle drei erschienenen Romane auf dem SuB, ahne aber immerhin aufgrund dieser Kurzgeschichte, daß sie mir auch gefallen werden. Auf nur 40 Seiten (Cinder trifft bei ihrer neuen Familie ein) ist es der Autorin gelungen, mich neugierig auf die Reihe und die erschaffene Welt zu machen.

17. Das Geheimnis der Matrix

Bibliotheksbuch, Sammlung von Essays. Interessant ist vor allem, wie viel Interpretationsspielraum dieser Film doch offenbar gibt, denn jeder Essay hat einen etwas anderen Fokus gefunden – changierend zwischen Teenagerphantasie, Zen-Buddhismus, Science Fiction/Cyberpunk, Baudrillard und vielem mehr. Gute Vorbereitung auf meine äußerst verschwenderisch ausgestattete kürzlich erworbene Matrix-Box 😉

18.-19. Jacqueline West: Olive und das Haus der Schatten / Im Bann der Magie (The Books of Elsewhere 1 & 2)

Bibliotheksbücher. Schöne Geschichten mit einer amüsanten Protagonistin, die man immer mal so richtig schütteln will, wenn sie wieder zum Haareraufen verkehrte Ansatzpunkte verfolgt. Es gibt ein geheimnivolles Haus voller Bilder, die sich nicht bewegen, dafür aber betreten lassen, und drei Katzen, über die man noch lange nicht alles weiß. Bei „Im Bann der Magie“ kommt zusätzlich noch ein ziemlich liebenswerter Nerd als Begleiter dazu.

20. Rick Riordan: Die Katakomben von Paris (Die 39 Zeichen 1)

Bibliotheksbuch. Habe ich mehr oder weniger gelesen, weil es Rick Riordan geschrieben hat. Hat mich auch gut unterhalten, aber die Reihe insgesamt werde ich wohl nicht weiterverfolgen. Jeder Band wurde von einem anderen Autor verfaßt und schon der zweite, den ich mit entliehen hatte, hielt mich nicht mehr bei der Stange, sodaß er halbgelesen zurück in die Bibliothek gewandert ist.

21. Charlotte Richter-Peill: Magoria

Bibliotheksbuch. Ich war interessiert genug am Ausgang der Geschichte, um es fertig zu lesen, auch wenn ich zwischendurch versucht war es wegzulegen. Magoria ist letztlich nicht besonders interessant und macht möglicherweise Jugendlichen mehr Spaß, weil es einigermaßen aufdringlich auf Selbstfindungsthematiken fokussiert. Bis gegen Ende der Teil losgeht, auf den man die ganze Zeit gewartet hat, vergeht viel zu viel Zeit, in der viel zu wenig Unerwartetes passiert.

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8 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    „Die Katakomben von Paris“ fand ich auch nett, aber die Reihe nicht weiter verfolgenswert.

    Um die schönen Harry-Dresden-Ausgaben beneide ich dich ja (und wir sind inzwischen – dank meiner langen Pause – auf dem gleichen Stand! :D). Ich schleiche zur Zeit um die Reihe drumherum, weil ich die geliehenen Exemplare zurückgegeben habe und nun nicht so recht weiß, welche Ausgaben ich mir zulegen soll. Laut Amazon gibt es die günstigen amerikanischen Titel nicht mehr vollständig zu kaufen, die deutschen sind zwar ganz hübsch aber teuer, die englischen wären noch eine Möglichkeit, aber … Ach, ich muss noch etwas überlegen.

    Deine Aussage zur fünften Flavia klingt gut – die habe ich auch noch vor mir!

  2. Kiya said,

    Das Problem bei den schönen Harry Dresden-Ausgaben ist nur: es scheint sie ab „Changes“ nicht mehr zu geben. Sehr schade, aber ich habe mich schon entschieden, ab diesem Band mit den Roc-Ausgaben weiterzulesen (hatte die mal in der Hand und fand sie gut).

    Die deutschen Ausgaben gefallen mir aber auch. Hätte ich vielleicht drüber nachgedacht, wenn ich nicht schon auf Englisch begonnen hätte… Ich habe mich aber gefreut zu verfolgen, wie die Reihe nach und nach wieder lückenlos auch übersetzt verfügbar wurde 🙂

  3. Winterkatze said,

    Ich habe die schönen Ausgaben bei der letzten Suche auch kaum noch gefunden und hatte schon befürchtet, dass man die nicht vollständig bekommt. Bei den Roc-Ausgaben scheint es zur Zeit nicht alle Bände mehr zu geben – ich denke, ich werde wohl auf die UK-Ausgaben zurückkommen. Die sind ein bisschen teurer als die Roc-Titel, haben aber das gleiche Cover wie die deutschen und scheinen noch vollständig erhältlich zu sein – inklusive der Kurzgeschichtensammlung, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

  4. Kiya said,

    „Side Jobs“ müßte ich von Orbit haben… die Ausgabe ist mir aber eigentlich zu wuchtig, ich mag kleine Taschenbücher lieber. Aber letztlich zählt, daß ich es überhaupt lesen kann 🙂

    Ich kann jedenfalls verstehen, daß du auf Orbit zurückgreifen willst, wenn das die einzige Möglichkeit ist, die Reihe vollständig zu bekommen (wobei in diesem Fall der Preisunterschied zu den deutschen Ausgaben gar nicht mehr so erheblich ist).

  5. Winterkatze said,

    Die Ausgabengröße ist mir eigentlich egal, ich würde mich aber freuen, wenn ich das Ganze einheitlich bekommen könnte.

    Wenn ich direkt in Großbritannien kaufe, dann könnte ich aktuell die Romane im Schnitt für 6,30 Pfund bekommen (das wären beim aktuellen Kurs 7,60 Euro). Dann müsste ich nur gucken, dass das mit dem Porto nicht zu viel wird.

  6. Kiya said,

    Am besten alle auf einmal bestellen, dann kostet’s nur einmal Porto 😉 Ich drück dir die Daumen, daß du bald eine einheitliche Sammlung besitzt!

  7. Mila said,

    Ha, der 6. Harry Dresden-Teil ist der, den ich bald lesen werde! Leider haben mir 4 und 5 nicht mehr so gut gefallen, aber ich habe schon oft gehoert, dass es danach bergauf geht. Bin sehr gespannt darauf, vor allem, da dir 6 bis jetzt am besten gefallen hat 😉

  8. Kiya said,

    Für mich hat sich die Reihe eigentlich kontinuierlich gesteigert (bis Band 6 eben, aber Band 7 war fast genauso gut), aber das sieht wahrscheinlich jeder Leser ein bißchen anders 🙂 Ich drück dir jedenfalls die Daumen, daß du Band 6 wieder mehr magst.

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