Ulf Diederichs (Hrsg.): Weihnachts-Geister

Dezember 23, 2013 at 23:42 (gelesen)

Mit einem Tag Vorlauf habe ich mein geplantes Buch für die Advents-Challenge beendet 🙂 Es hat sich so ergeben, daß ich die einzelnen Kapitel oft schon früh gelesen habe, bevor ich mich auf den Weg zur Arbeit gemacht habe – die Zeit, die ich mit meinem schwarzen Tee verbracht habe, hat oft gerade so gereicht. Ab und an bin ich auch auf die Abendstunden ausgewichen, aber alles in allem habe ich sehr diszipliniert täglich einen der 24 Abschnitte gelesen. – Von heute abgesehen, denn Kapitel 24, „Auf ein gutes neues Jahr“ hat gerade mal 2 Seiten, die ich schnell noch mitgelesen habe. So kann ich heute noch meine Meinung zum Buch schreiben, worauf ich morgen sicherlich keine Lust mehr hätte 😉

„Ein weihnachtlicher Erzählkalender mit vielen literarischen Überraschungen. Vierundzwanzig Mal läßt sich, Abend für Abend, ein neues Kapitel unter- und überirdischer Geschichten aufschlagen: zwischen Himmel und Hölle, zwischen lichtem Hell und schwärzestem Dunkel sind sie aufgespannt, und gerade die zwielichtigen zählen zu den besten.“

Der Name Ulf Diederichs ist bei Anthologielesern nicht unbekannt. Mich hat interessiert, welche Sammlung er zum Thema Weihnachten zusammengestellt hat.

Anthologien bieten naturgemäß eine Vielzahl von Geschichten, wodurch man oft auch mal neue Autoren kennenlernt, und üblicherweise gefällt nicht jede Geschichte gleichermaßen. Mit „Weihnachts-Geister“ ging es mir wieder einmal ähnlich (so habe ich mit den russischen Autoren wie Dostojewski und Tolstoi – Puschkin sei hier ausgenommen – eher meine Schwierigkeiten).

Schön finde ich die Vielfalt, die „Weihnachts-Geister“ bietet. Die Kapitel sind mit Überschriften wie „Weihnachten von unten“, „Seltsame Geschichten aus dem hohen Norden“ oder „Weihnachtlicher Exorzismus“ überschrieben; unter diesem Dach gibt es dann ein bis drei kürzere Texte.

Neben bekannten klassischen Autoren wie Tieck, Raabe oder Maupassant finden sich auch Folklore und Märchen, etwa aus Finnland, Bulgarien und Estland. Und: ich mag zwar Dickens, aber es ist auch erfreulich, einmal eine Sammlung weihnachtlicher Geschichten ohne ihn auskommen zu sehen 😉 „Das Bübchen aus Schnee“ und Puschkins „Der Schneesturm“ haben mich an die aktuelleren Bücher von Eowyn Ivey und Vladimir Sorokin erinnert. Geschildert werden Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeste in verschiedenen Ländern und sozialen Schichten, Weihnachtsessen und vieles mehr. Ich mochte die Geschichten um Gespenster und Unterirdische erwartungsgemäß besonders, konnte aber auch vielen anderen Themen etwas abgewinnen.

Man merkt, daß die Auswahl durchdacht ist und auch weniger Bekanntes einbezogen werden sollte. Auch sprachlich ist sie abwechslungsreich und wahrt einen gewissen Anspruch. So richtig gut gefallen haben mir am Ende zwar nur eine Handvoll Texte, aber das tägliche kleine Pensum hat für eine schöne Advents-Lesestimmung gesorgt und mich gut unterhalten.

Dieser Beitrag bedeutet gleichzeitig, daß ich die Challenge erfolgreich beendet habe 🙂 Natürlich habe ich mir auch nur wenig vorgenommen, aber das hat schon so gepaßt (nebenbei gab es nämlich noch einige andere Bücher, die ich nicht mit über die Schwelle nach 2014 tragen wollte), und ein weihnachtliches Buch hat mir auch genügt. Die kürzeste Challenge in diesem Jahr hat mir jedenfalls Spaß gemacht und mich motiviert, „Weihnachts-Geister“ erfreulich schnell vom SuB zu befreien.

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6 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Dann hat es mit dir und der Anthologie ja richtig gepasst! Und schön, dass dieser „Adventskalender“ so mit deinem Morgentee harmonierte! 😀

    Ich wünsche dir wunderschöne Feiertage!

  2. Kiya said,

    Hihi, danke 😉 Soweit ich gesehen habe, bist du beim Challenge-Lesen aber auch sehr erfolgreich gewesen, oder? Von meiner kleinen gedanklichen 2013-lesen-Liste fehlt mir jetzt übrigens nur noch ein Buch („The Peculiar“) und auch da nur noch 80 Seiten.

    Ebenfalls schöne Feiertage (ich bin gespannt auf diverse Weihnachtsgeschenk-Beiträge auf den Blogs!).

  3. Winterkatze said,

    Sehr erfolgreich würde ich nicht sagen. Die Vorweihnachts-Lese-Challenge habe ich richtig genutzt, aber ich muss noch den Endspurt für die „100 Bücher“-Challenge bewältigen. So lese ich nun „Jane Eyre“ statt mich auf meine neuen Bücher stürzen zu können. 😉 Toll, dass du sogar deine 2013-Liste so gut bewältigt hast! 🙂

    Hihi, ich hoffe, dass diese Beiträge nicht wieder die Wunschliste anschwellen lassen! 😉 Meiner geht wohl heute Nachmittag online – ich bin heute zu faul Vormittag, um mich dazu aufzuraffen. 😉

  4. Ariana said,

    Danke für diese schöne Rezension zu deinem Vorweihnachts-Lese-Challenge-Buch. Jeden Tag ein bisschen Vorweihnachtsstimmung ist doch eine tolle Idee – es freut mich, dass sie für dich so gut funktioniert hat. Ich habe ja eher blockweise vorweihnachtlich gelesen und hätte mir ab und an ein bisschen kontinuierlichere Adventsstimmung gewünscht. Vielleicht versuche ich es im nächsten Jahr auch mit einer solchen Weihnachtsanthologie … Aber erst mal muss ich das Fazit für dieses Jahr schreiben 😉 – es wird wohl heute noch oder spätestens morgen online gehen.

  5. Kiya said,

    @ Winterkatze: Ich habe mir zum Jahresendspurt allerdings auch nur Bücher ausgesucht, bei denen ich schon mindestens die Hälfte gelesen hatte und die mir auch schaffbar erschienen – wenn man sich zu viel vornimmt, macht das Ganze ja auch keinen Spaß mehr.
    Ich habe gesehen, daß du „Jane Eyre“ geschafft hast – Glückwunsch 🙂 Wäre es nicht am Ende so wenig aussichtsreich gewesen, hätte ich die 100 Bücher-Challenge auch gerne noch absolviert – ich bin gespannt, wie viele Teilnehmer erfolgreich sind. Bis Etwa Oktober habe ich ja noch ganz gut mitgehalten.

    @ Ariana: Die Anthologie war gut für mich, weil ich mir nicht so viel vornehmen wollte (war, denke ich, auch die richtige Entscheidung). Wenn man mehrere Bücher lesen will, bietet sich das vielleicht weniger an. Danke jedenfalls noch einmal für die schöne Challenge 🙂

  6. Winterkatze said,

    Das stimmt, schaffbar sollte es auf jeden Fall sein! 🙂

    „Jane Eyre“ ist geschafft und ebenso „Überredung“ – da habe ich gerade die letzten Seiten beendet und muss jetzt nur noch eine Rezension dazu verfassen. 🙂 Bis Oktober war ich auch gut dabei und dann war jetzt doch der Endspurt notwendig.

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