[Review] Juli-Lektüre

August 4, 2013 at 09:29 (Review)

Trotz Kurzurlaub habe ich nicht ganz so viel gelesen wie in den letzten Monaten, was wohl auch daran liegt, daß ich auf Arbeit unverhofft früh einen neuen Bereich übernehme und diese Übergangsphase etwas Zusatzaufwand mit sich bringt. Vielleicht liegt es auch an den endlich sommerlichen Temperaturen (obwohl so einige, die sich im Juni noch über den Regen beschwerten, im Juli natürlich nichts Besseres zu tun hatten, als sich über die Sonne zu beklagen ;-)). Gelesen habe ich überwiegend kurze Titel, von denen mich die meisten nicht zu Rezensionen inspiriert haben.

Insbesondere habe ich die Challenges ein wenig schleifen lassen (obwohl ich „I capture the Castle“ begonnen habe, das aber relativ umfangreich ist). Für die 100 Bücher-Challenge muß ich mich also langsam wieder etwas mehr bemühen. Mit „Das Gesetz des Chronos“ habe ich zur Abwechslung einmal eine Reihe beendet.

Challenges:

Halbjahresverschnaufpause nach dem Juni – nix für Challenges gelesen 🙂

1. Kerstin Gier: Silber

2. Erin Morgenstern: The Night Circus

Sicherlich mein Lieblingsbuch aus diesem Monat. Lange habe ich daran gelesen, weil der Nachtzirkus sich nicht verschlingen lassen, sondern Zeile für Zeile genossen werden möchte. Die Zirkusluft läßt sich fast schmecken, und von den einzelnen Zelten hätte ich noch viel mehr lesen können. Traf genau meinen Geschmack, was zeigt, daß Coverkäufe sich durchaus lohnen können. Die Autorin schreibt an einem neuen Buch, offenbar eine Art Noir-Alice im Wunderland, was wieder ebenso vielversprechend klingt.

3. Gillian Shields: Die Abtei von Wyldcliffe (Schwestern der Dunkelheit 1)

Hm. Man sollte hier nicht viel erwarten, und das tat ich auch nicht, also war ich nicht enttäuscht. Man bekommt leichte Jugendbuchkost mit einigen bewährten gothic novel-Zutaten, ein düsteres Schulgemäuer in rauer Landschaft, geheimnisvolle Erscheinungen, Hexerei… und wenn man dafür – wie ich – grundsätzlich etwas übrig hat und ab und an ganz gern so etwas liest, kann man eine unterhaltsame Zeit in Wyldcliffe verbringen. Auch wenn die Heldin sich genretypisch meist ziemlich dämlich anstellt und es eine „geheimnisvoller, gutaussehender Fremder“-Liebesgeschichte gibt.

4. Akif Pirinçci: Felidae (Felidae 1)

Erster Teil der Katzenkrimis von Kater Francis, der sich erfrischend widerborstig und grantig durch die Welt philosophiert. Der Plot war definitiv überraschend für mich, insbesondere, was einen gewissen vollkommen klischeehaften verrückten Professor, Blutbäder und fiese Katzensekten angeht 😉 Die Herangehensweise ist trotzdem mal etwas anderes, und da das Buch schon einige Jahre alt ist, entfaltet es gelegentlich sogar einen gewissen Retro-Charme. Inkl. Fußnoten, die Katzenkenner vermutlich nicht vom Hocker reißen, mich aber gut informierten.

5. Lucie Klassen: Der 13. Brief (Lila & Danner 1)

Habe ich im Urlaub gelesen. Gut zu lesen, ein bißchen viel Libido bei den Hauptfiguren, was sich aber in der Gesamtschau verschmerzen läßt. Die meiste Zeit ist die schlagfertige Lila eine unterhaltsame Heldin. Solche Krimis mit Schulhintergrund lese ich außerdem ganz gerne, hat mir schon bei Elisabeth Herrmann gefallen. Leider ist der Täter ziemlich vorhersehbar (solche Konstellationen laufen ja irgendwie immer darauf hinaus). Ich mag das durchgehende Coverkonzept der Reihe.

6. Mary Hoffman: Stadt der Masken (Stravaganza 1)

Das ist offenbar eine Urlaubsreihe für mich. Das Buch habe ich letztes Jahr in Rom begonnen – schließlich spielt es in Talia, das nicht gerade wenig von Italien inspiriert ist – und dieses Jahr kurz nach dem Urlaub beendet. Das Buch hat mich nicht recht gefesselt, geht kaum in die Tiefe und ist sehr einfach geschrieben, aber vielleicht ist das auch ein Übersetzungsproblem. Inhaltlich ist die Parallelwelt-krankes Kind-Zeitreise-Geschichte nett, bleibt aber nicht weiter im Gedächtnis.

7. Thomas Thiemeyer: Das Gesetz des Chronos (Chroniken der Weltensucher 5)

Der letzte Teil der Weltensucher – einerseits schade, andererseits ist es mir lieber, Reihen werden ordentlich beendet, als daß sie irgendwo in der Unendlichkeit versacken. Eine digitale Kurzgeschichte soll aber wohl noch folgen. Ich habe erst vor kurzem mitbekommen, daß jeder Band einem Element gewidmet sind, wobei sich dieser letzte der Zeit widmet. Zur Abwechslung sind die Helden nicht an einen exotischen Ort gereist, sondern ein Großteil des Buches spielt in Berlin. Insgesamt eine wirklich schöne Reihe für Liebhaber von Abenteuergeschichten, die mir viel Lust darauf gemacht hat, auch die Klassiker wieder zu lesen 🙂 Komisch war, ständig von Robotern zu lesen (vermutlich der Lesbarkeit wegen), was Ende des 19. Jahrhunderts nicht recht passen wollte.

8. Halo Summer: Dunkelherzen und Sternenstaub (Sumpfloch 2)

Schon merklich umfangreicher als der erste Teil, ansonsten gilt wie für diesen: liebenswert, immer mal positiv ein wenig eigen, nicht ganz perfekt – aber das macht nichts. Das Cover gefällt mir nicht so gut, aber das ist letztlich nur eine Äußerlichkeit. In Sumpfloch gibt es immer noch viel zu erkunden, die Charaktere kennt man als Leser mittlerweile besser und ich würde sagen, daß diese Fortsetzung sich auch etwas glatter liest als der Einstieg,

9. Gunnar Kunz: Dunkle Tage (Hendrik Lilienthal & Diana Escher 1)

Erster Teil der 20er-Krimireihe um einen Philosophieprofessor und eine Assistentin Max Plancks. Schönes Gespann, und gerade die ungewöhnlichen philosophischen Einwürfe haben mich sehr gut unterhalten. Beginnt etwas trocken (und könnte auch im weiteren Verlauf lebendiger sein), aber als ich mich einmal festgelesen hatte, war das Buch für meinen Geschmack fast zu schnell zu Ende (alle Bände der Reihe haben ca. 200 Seiten). Der Hintergrund um eine Inflation, die ihre Schatten vorauswirft, Nachkriegselend und Kapp-Putsch ist ordentlich recherchiert. Sehr fein insgesamt, und weil sie ja so schnell gelesen sein werden, mußten gleich die drei Folgebände her (zumal Band 4 mit einem Zeppelin aufwartet, was ich unbedingt lesen muß :-)).

10. Agatha Christie: Mord auf dem Golfplatz

Normalerweise lese ich Christie ja auf Englisch, aber im Krimihotel lagen allerorten so viele Bücher herum, daß ich mir einfach eines schnappen mußte. Eines der frühen Poirot-Bücher, das die übliche solide Qualität hat, die ich bisher meist bei der Autorin bekommen habe, und wieder bestens zum Miträtseln einlädt.

11. Franziska Gehm: Ein bißfestes Abenteuer (Die Vampirschwestern 2)

Bibliotheksbuch. Hat mich sogar etwas mehr interessiert als der letzte Teil der Reihe, den ich gelesen habe – wahrscheinlich wegen des Museumsdiebstahls, der für Dynamik sorgt. Und den japanischen Fächer hätte ich gerne gesehen 🙂

12. N.D. Wilson: Das Geheimnis der 100 Pforten (100 Pforten 1)

Aus der Bibliothek. Ich war neugierig darauf, aber Leseproben konnten mich nie so recht überzeugen. Der Ersteindruck hat sich nun bestätigt; das Buch war ziemlich langweilig und kommt nur schwer in Gang; gefühlt sehr typisch amerikanische Kinderbuchkost, insbesondere was Charaktere und Stil angeht. Hat mich an Henry Neff erinnert, von dem ich irgendwann „Das geheime Portal“ gelesen habe, was noch enttäuschender war. Allerdings gibt es in den „100 Pforten“ Andeutungen zu DIngen und Personen im Hintergrund, die mich durchaus interessieren würden – nur kommen diese leider viel zu kurz.

Advertisements

5 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Lustig, dass du dir eine Halbjahresverschnaufspause bei den Challenges gönnst, während ich nach dem Endspurt im Juli das Gefühl hatte, ich müsste jetzt mal richtig loslegen, damit es im Dezember nicht eng wird. 😀

    Das Cover des „Night Circus“ macht mich auch an, aber Zirkusbücher scheinen mir nicht so sehr zu liegen. Zumindest habe ich noch keins gefunden, dass mich wirklich überzeugen konnte.

    Bei „Der 13. Brief“ kann ich anmerken, dass die Autorin jedes Buch unter ein „Thema“ stellt und das der einzige Band ist, der im Schulmilieu spielt. 🙂 Ansonsten ist der Grafit-Verlag eh in der Regel recht konsequent, wenn es um die Covergestaltung geht. Bislang sind mir nur dann bewusst Wechsel aufgefallen, wenn etwas als HC erscheint. 🙂

    Ich muss den Thiemeyer endlich mal weiterlesen. Demnächst müsste der fünfte Band bei mir eintrudeln … *oh je*

    Auf „Dunkle Tage“ hast du mich neugierig gemacht, das halte ich mal im Hinterkopf!

    „Die Vampirschwestern“ sind wirklich recht kurzweilig, allerdings habe ich mich über den vorletzten Band geärgert und denke, dass es nun für mich mit der Serie reicht – auch wenn die so entspannend zu lesen sind.

  2. Kiya said,

    Liegt vermutlich auch daran, daß ich mich im Juni doch einigermaßen disziplinieren mußte, um „Gormenghast“ zu beenden. Die Pause war auch keine Absicht, hat sich einfach so ergeben. Ich lese allerdings wie gesagt immer mal in „I capture the Castle“, habe aber erst 140 Seiten geschafft.

    Nun ja, wie im 10x-Zirkus-Beitrag zu lesen, kann ich dem Zirkus der unheimlichen/düsteren Sorte grundsätzlich nicht widerstehen 😉 Aber das ist bestimmt Geschmackssache. Mit welchen Zirkusbüchern hast du es denn bisher versucht?

    Ich habe schon zwei weitere Teile der Klassen/Flebbe-Reihe bei Arvelle erworben 🙂 Insofern bin ich gespannt, wie die mir gefallen werden – dachte mir schon, daß nur der erste im Schulmilieu spielt.

    Stimmt, beim Thiemeyer scheinst du nicht recht weiterzukommen. Ich sehe ihn immer wieder in deinen SuB-Beiträgen *g*

    So richtig Lust auf weitere „Vampirschwestern“-Teile habe ich gar nicht, aber wenn ich dann in der Bibliothek an einem vorbeilaufe, packe ich doch ab und an einen ein. Sind ja auch schnell konsumiert. Aber den großen Erfolg der Reihe kann ich mir nicht recht erklären, es gibt doch viel schönere Kinderbücher, denke ich.

  3. Winterkatze said,

    Mein letzter Versuch war Darren Shan, aber ich mochte die Erzählweise nicht. Davor … oh je, das ist so lange her, dass mir nicht mal mehr der Titel einfällt. 😉

    Der Thiemeyer liegt seit Monaten auf dem Wohnzimmertisch und ab und an buddel ich ihn unter den anderen Büchern aus und lege ihn weiter nach oben – und dann finde ich doch immer wieder Titel, auf die ich gerade eher Lust habe. Ich weiß auch nicht, was das mit ihm und mir ist. Den ersten Band mochte ich eigentlich …

    Ich glaube, es ist das Vampwanisch (Vampvanisch?) – sogar mein Mann fängt an „frumps“ und ähnliches in seine Sätze einzubauen, wenn wir mal wieder ein Hörbuch davon konsumiert haben. 😀

  4. Kiya said,

    Hoffentlich steigen die Erwartungen an den Thiemeyer in dieser Zeit nicht so, daß es hinterher nur noch eine Enttäuschung geben kann 😉 Ich drücke dir die Daumen, daß dir die Folgebände gefallen.

    Ja, das Vampvanisch (?) ist niedlich und der Hintergrund generell schön gemacht. Aber so recht interessieren konnten mich die Plots bisher nie, und schön geschrieben sind die Bücher auch nicht unbedingt. Aber zur Badezimmerlektüre taugen sie durchaus *g

  5. Winterkatze said,

    Die Gefahr besteht wohl nicht. Es ist eher so, dass ich befürchte, dass Wilma immer mehr „vermenschlicht“ wird. So etwas mag ich nicht. Vögel können nett und intelligent sein, aber sprechen müssen sie für mich nicht gerade können. 😉

    Die Hörbuchsprecherin macht die Vampirschwestern noch einen Tick netter und die Geschichten sind so schön schnell weggeschluppt. 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: