[Besuch] Krimihotel Hillesheim

Juli 27, 2013 at 10:17 (vorgestellt)

Ich bin momentan noch in der Probezeit, so dass ich recht glücklich war, überhaupt Urlaub zu bekommen – da alle Kollegen ihre Urlaubsplanung bereits abgeschlossen hatten, kamen nur wenige Tage in Frage und die Sache war auch ziemlich kurzfristig. Insofern haben wir dieses Mal auf eine Auslandsreise verzichtet, weil die Flüge schon unverhältnismäßig teuer waren, und uns nach einiger Überlegung für eine Visite im Krimihotel entschieden, für das seit einiger Zeit ein Flyer bei mir liegt.

Hillesheim ist ein kleiner, nicht so besonders spannender Ort (am besten haben mir noch die Reste der Stadtmauer gefallen), der sich aber touristisch einiges hat einfallen lassen und sich zum Eifelkrimi-Zentrum erklärte.

Ich habe noch nie einen Eifelkrimi gelesen und bin auch kein großer Regionalkrimi-Freund, aber Hillesheim bietet natürlich für alle Krimileser etwas: das Hotel hat diverse Themenzimmer (etwa: Sherlock Holmes, Alfred Hitchcock und James Bond – uns verschlug es zu Edgar Wallace) und ist insgesamt sehr liebevoll eingerichtet. Im Restaurant gibt es passend benannte Gerichte wie die Vorspeise „Ein belastendes Indiz“. Hier im Kaminzimmer haben wir abendliche Lesestunden bei „Schwarzem Tod“ (also Tee ;-)) verbracht:

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Die Zimmer sind nicht allzu teuer (79 € pro Nacht im Doppelzimmer), das Frühstück findet im benachbarten Augustiner Kloster statt, das immerhin vier Sterne hat. Wenige Schritte vom Hotel entfernt befinden sich im Kriminalhaus das Café „Sherlock“, das Krimi-Archiv mit 26000 Büchern, aber auch Brettspielen und die Buchhandlung „Lesezeichen“ mit einem Krimi-Kabinett. Hier sitzt auch der KBV-Verlag. Das sieht dann so aus:

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Am Wochenende gibt es spezielle Programmangebote, Krimi-Dinner, geführte Wanderungen auf dem Eifel-Krimi-Wanderweg (wir waren von Dienstag bis Freitag da und sind die 20 km allein gegangen – war auch landschaftlich sehr schön, aber vom Sonnenbrand zehre ich immer noch *seufz*) und dergleichen mehr. Einer der 11 Schauplätze unseres Weges war etwa der Wasserfall bei Dreimühlen:

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Da ich fand, dass zu einem Urlaub im Krimi-Hotel auch Krimis als Begleitlektüre gehören, sah so mein Buchvorrat aus (wobei die Bücher links von Edgar Wallace zum Inventar gehörten; die habe ich auch nicht gelesen, dafür aber Agatha Christies „Mord auf dem Golfplatz“, den ich noch nicht kannte, aus dem Kaminzimmer):

IMG_0432Ein wenig habe ich in allen geschmökert, beendet habe ich aber nur „Der 13. Brief“. Und schließlich mußten natürlich einige Neuerwerbungen aus dem Krimi-Kabinett her. Bei dieser Gelegenheit habe ich mich einigermaßen zurückgehalten und neu nur einen regionalen Krimi gekauft, nämlich „Eifel-Blues“ (einen muß ich ja nun mal ausprobieren), vier weitere Bücher für insgesamt 5,20 € stammen aus der Gebraucht-Kiste. Besonders angetan war ich von meinem „Das Fest des Monsieur Orphée“-Fund für 1 € 🙂 Und zu einige Lesezeichen, Postkarten und Stromboli-Kakao konnte ich, wie man sieht, auch nicht nein sagen:

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Alles in allem hat sich der Ausflug in die Eifel auf jeden Fall gelohnt. Die Touristenfangstrategie geht auf und bringt bestimmt einige Besucher ins Land, die Hillesheim sonst nicht als besonders sehenswert empfunden hätten. Mehr als Stoff für einige Tage gibt es aber – finde ich – hier nicht. Wir hatten drei Übernachtungen und danach noch 1,5 Tage Köln/Bonn eingeplant, und so hat es auch gepasst.

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4 Kommentare

  1. Tanja said,

    Auch wenn man nicht in den Urlaub fliegen kann, es ist immer gut sich ein paar wenige Tage Auszeit zu gönnen. Schließlich muss der Akku immer ein bisschen geladen werden. Ich war am Freitag am Elbufer, das Wochenende davor in Krefeld und dann in Köln. Und trotz langer Autofahrten, haben wir das Gefühl der Erholung verspürt. Man muss zwischendrin einfach mal was anderes sehen. Die Wanderung war bestimmt sehr schön. Tolle Fotos!

    Liebe Grüße,
    Tanja

  2. Kiya said,

    Danke! Klingt, als ob du dich auch gut erholen konntest. Und auch während langer Autofahrten kann man ja z.B. Hörspiele hören.

    Oh, du warst auch in Köln? 🙂 Wir hatten nur einen halben Tag dort, bevor wir zu Freunden weitergefahren sind, aber immerhin eine der romanischen Kirchen (Dom macht ja jeder…) und das Schokoladenmuseum (macht zwar auch jeder, aber der Versuchung, eigene Schokolade zu kreieren, konnte ich wirklich nicht widerstehen) standen auf dem Plan.

  3. Natira said,

    Ich kann mir vorstellen, dass man in Hillesheim schön ein verlängertes Wochenende verbringen kann, bestimmt auch gut in der nasskalten Jahreszeit. Was Du schreibst, klingt sehr liebevoll, engagiert und kreativ. Ob das wohl eine Zusammenarbeit des KBV und der ortsansässigen Gewerbebetriebe war? Ich kann mir vorstellen, Hillesheim o. ein ähnlich angelegtes Bücherdorf/-stadt/-hotel zu besuchen.

  4. Kiya said,

    Das stimmt, eigentlich wäre ich auch gerne mal im Spätherbst zu so einem Wochenende gefahren, hat sich nun eben anders ergeben und war so auch schön 🙂 Bei den Wochenenden muß man etwas früher planen – die sind deutlich eher ausgebucht, gerade wenn Events z.B. mit Autoren stattfinden.
    Sehr umtriebig ist offenbar der Autor Ralf Kramp, der sowohl beim Hotel als auch beim Kriminalhaus seine Finger im Spiel hat.

    Es ist natürlich eine Marketingstrategie, aber eine, die mir angenehm war. Das Hotelrestaurant war zwar wunderschön, aber geschmacklich nicht so meins; dafür hätte ich gerne noch den „Cream Tea“ im Café Sherlock probiert, zu dem ich nicht mehr gekommen bin 🙂

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