[Review] April-Lektüre

Mai 1, 2013 at 20:18 (Review)

Mit meinen Büchern hatte ich in diesem Monat gefühlt ziemlich viel Glück. Vielleicht, weil der Großteil aus meinen eigenen Beständen und nicht aus der Bibliothek stammte 😉 Jedenfalls war zwar Mittelmaß dabei, aber keine richtige Enttäuschung, dafür im Gegenzug einige Titel, die mir sehr gut gefallen haben.

Ein wenig überrascht war ich, daß neben neuem Vollzeit-Job doch einiges zusammenkam; im Vorfeld war ich nicht ganz sicher, wie viel Lesezeit jetzt übrig bleiben würde. Aber solche Dinge hängen eben davon ab, wieviel Zeit man sich wofür nimmt…

Eigentlich hatte ich noch auf ein weiteres Challenge-Buch gehofft, aber zum „Großen Gatsby“ kann ich mich immer noch nicht aufraffen. Vielleicht motiviert mich der Film?

Challenges:

– Bücher, die man gelesen haben muß: Nach kurzer Märzflaute habe ich im April „The Secret Garden“ gelesen und auch bereits rezensiert.

– Meine Lesevorhaben: Wie angekündigt – Wälzer Nr. 1 („A Discovery of Witches“) ist beendet, außerdem der Houellebecq von Liste 2 🙂

1. Deborah Harkness: A Discovery of Witches (All Souls 1)

… Rezension folgt.

2. Thilo Corzilius: Ravinia (Ravinia 1)

Die ständigen Marzi-Vergleiche nerven, aber man kommt ja wohl nicht drumrum. Ja, es gibt da Ähnlichkeiten im Stil, die offenbar gewollt und etwas penetrant sind. Das betrifft vor allem Wiederholungen wie „Schicksal“ und dubiose Kapitelanfänge wie „Das Wetter ist ein Verräter“. Ab und an merkt man aber auch den eigenen Stil des Autors durch, dem dieser ruhig mehr vertrauen könnte. Die Stimmung und die Schauplätze mochte ich, und „Ravinia“ war für mich insgesamt ein Wohlfühlbuch, auch wenn es noch Schwächen gibt – vielleicht ist „Epicordia“ stärker?

3. John Connolly: The Gates (Samuel Johnson vs. The Devil Round 1)

4. F.H. Burnett: The Secret Garden

5. Michel Houellebecq: Die Welt als Supermarkt

Houellebecqs Essays sind wieder nicht halb so skandalös, wie die Presse das so gerne darstellt (andererseits: was ist das schon?), aber darum geht’s ja auch nicht. Manchmal mag ich seine Sichtweise, manchmal nicht so sehr, insgesamt erscheint der Autor – für manche wohl überraschend – vor allem sensibel. Könnte mit der kurzen Form auch besser sein; auf die Romane habe ich nach wie vor keine Lust.

6. Fred Vargas: Der verbotene Ort (Adamsberg 8)

Von der Autorin habe ich schon weitere drei Bücher Nachschub besorgt – also ja, „Der verbotene Ort“ hat mich angefixt 😉 Ein Krimi der anderen Art, ziemlich französisch, mit faszinierend blumigen Tatort-Beschreibungen und voller Abschweifungen und seltsamer Dialoge. Sicherlich kein Buch für jeden, traf aber genau meinen Geschmack.

7. William Joyce: Nicholas St. North and the Battle of the Nightmare King (Guardians of Childhood 1)

Ich bin froh, dem durch die Gestaltung mitbeförderten Kaufimpuls nachgegeben zu haben 🙂 Die märchenhaft anmutende Welt, die sich Joyce da ausgedacht hat, setzte sich nach und nach in meinem Kopf fest, so daß ich schon sehr gespannt auf den Nachfolger bin. Die geringe Seitenzahl wird bestmöglich ausgenutzt, Bild und Text ergänzen sich hervorragend und erschaffen eine außergewöhnliche Sicht auf den Weihnachtsmann-Mythos. Mir unbegreiflich, warum es auf Deutsch nur diese gräßliche Filmausgabe gibt.

8. T.L. Stewart: The Mysterious Benedict Society and the Perilous Journey (The Mysterious Benedict Society 2)

Das Konzept gefällt mir immer noch sehr, und die Charaktere bilden eine geistesstarke, interessante Truppe. Constance Contraire ist und bleibt großartig! Band 1 hat mir in Hinblick auf die Handlung einfach etwas mehr gelegen – dort gab es mehr Schulsetting und Tests, jetzt ist die Benedict Society dagegen auf Reisen, wie der Name schon andeutet. Die Räsel standen für mich nicht so sehr im Vordergrund – aber in dieser Hinsicht setze ich gewisse Hoffnungen in Band 3.

9. Klüpfel/Kobr: Schutzpatron (Kluftinger 6)

Ich war seinerzeit sehr enttäuscht vom vierten Kluftinger-Teil und wollte die Reihe eigentlich nicht mehr weiterverfolgen. In letzter Zeit hatte ich nun aber doch immer mal wieder Lust darauf und habe schließlich beschlossen, der Reihe noch eine Chance zu geben. Insgesamt hat sich der Versuch gelohnt: „Schutzpatron“ ist tatsächlich gelungener. Regionale Sagen spielen z.B. wieder eine Rolle, was mir schon im zweiten Teil gefallen hat. Der Krimi-Teil ist solide. Der Humor bleibt allerdings durchwachsen – für mich gab es lustige Stellen genauso wie bemühte.

10. R.L. LaFevers: Theodosia and the Serpents of Chaos (Theodosia 1)

Theodosia ist so ein Charakter, den ich sofort mochte – als clevere Kuratorentochter wohnt sie quasi in der Ägyptischen Sammlung. Und weil sie Flüche bei Artefakten sehen kann, beliest sie sich mit großer Wißbegierde, wie man diese Flüche wieder loswerden kann. Allerdings hatte das Buch ohnehin leichtes Spiel, weil es schon aufgrund der tollen Illustrationen einen Stein im Brett hatte. Eine schöne Abenteuergeschichte mit mythologischen Hintergründen.

11. J.F. Bardin: Das Teufelsrad

Spannend. Mein erstes Buch aus der dtv phantastica-Reihe stellte sich gleich als sehr interessant heraus. An der Oberfläche ist es ein Krimi, der aber voller skurriler Geschehnisse steckt (als Einstieg kommt in die psychiatrische Praxis des Erzählers ein Mann mit einer auffälligen Blüte im Haar, der mit Vorliebe Münzen verschenkt) und der sich in mehreren – amnesiebedingten – Schichten entfaltet. Gelegentlich habe ich an Philip K. Dick gedacht 🙂 Psychologie und Psychoanalyse werden jedenfalls sehr schön eingewoben.

12. Ruth Symes: Bella Donner und wie alles begann (Bella Donner 1)

Bibliotheksbuch. Im Internet habe ich ab und an eine positive Meinung dazu gesehen, also habe ich einen Blick hineinwerfen wollen. Hübsch gemacht, vor allem die Hexenstraße, aber auch ziemlich kurz und daher fix durch. Wenn ich die Fortsetzung erwische, nehme ich die aber auch gerne wieder mit.

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11 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    „ziemlich französisch, mit faszinierend blumigen Tatort-Beschreibungen und voller Abschweifungen und seltsamer Dialoge.“

    Schön, dass es dir gefallen hat! Für mich ist die Autorin so gar nichts. 😉

    Deine (Kurz-)Meinungen zu den diversen Kinderbüchern sollte ich am besten überlesen, die lassen nur meinen Wunschzettel anwachsen. *seufz*

    „Bella Donner“ habe ich als ungekürztes Hörbuch gehört und fand die Geschichte wirklich süß! Die Sprecherin hat ihre Sache aber auch sehr gut gemacht und aus dem Text – meinem Gefühl nach zumindest – noch einiges rausgeholt, was mich im Buch vermutlich nicht so berührt hätte.

  2. Kiya said,

    Ich erinnere mich 🙂 Mal sehen, wie mir die anderen Vargas-Titel gefallen – ich hoffe, es bleibt so (subjektiv) gut.

    *g* Welche Kinderbücher haben es dir denn angetan? Du kannst ja mal reinlesen, vielleicht schließen sich dann doch manche schon von selbst aus? Oder vielleicht auch nicht…

    Mir hat „Bella Donner“ ja auch gefallen, aber es war nichts, was hängenbleibt. War ja auch in einer Stunde ausgelesen, aber hübsch gemacht war es allemal 🙂

  3. Winterkatze said,

    Die „Guardians of Childhood“ haben es mir ja schon länger angetan und „Theodosia and the Serpents of Chaos“ klingt auch gut, ebenso wie „The Mysterious Benedict Society“ – die ich aber natürlich jetzt mal konsequent ignoriere! 😀

  4. Kiya said,

    *hehe*

    Falls es dich doch packt, gibt es alle ja in hübsch preiswerten Ausgaben… (Theodosia für unter 5 €).

  5. nebelmade said,

    Houellebecq ist in der kürzeren Form definitiv besser, also wenn du mal Lust auf ihn bekommen solltest, dann greif zur „Ausweitung der Kampfzone“. Und Benedict Society Nr. 2 muss ich mir jetzt wohl neu zulegen – und diesmal gehe ich mit dem Cover auf Nr. Sicher. *gnarf* (Da denkt man, per amazon nun alles richtig zu machen…. mit Bild und so…..)

  6. Kiya said,

    Hab auch gerade wieder Pech gehabt mit dem Marketplace und nicht die gewünschte Ausgabe erhalten *grmpf* Dafür hab ich den „House of Secrets“ zurückgeben können und jetzt die deutsche Ausgabe gekauft…

  7. nebelmade said,

    Naja, die Rückgabe hat sich zumindest einfacher gestaltet, da mir mitgeteilt wurde, dass ich das Buch behalten kann und nicht zurücksenden muss. Gutschrift ist laut mail schon erfolgt. (Aber ich geh nochmal ins Haus des Buches und bestelle mir meine Wunschausgabe der „Benedict Society“ – im Rahmen eines idealistischen Selbstversuches: stationärer Buchhandel statt Amazon. 😉 Mal sehn, was rauskommt.)

  8. Kiya said,

    Für einen idealistischen Selbstversuch solltest du vielleicht nicht gerade zu Thalia gehen ^^ Oder wenn schon, dann gleich ihren Online-Shop benutzen, sonst zahlst du für bestellte englische Bücher nämlich drauf.

  9. nebelmade said,

    Wieso denn das?

  10. Kiya said,

    Online-Bestellung: Du zahlst den im Online-Shop angezeigten Preis, ganz normal.

    (Online-Shop-)Lieferung in den Laden: Es gilt nicht der online angezeigte Preis, sondern ein tagesaktuell entschiedener, nach meiner Erfahrung immer höherer Preis (die Mitarbeiter sind da auch einigermaßen uneinsichtig). Natürlich lasse ich mir als Konsequenz englische Bücher generell nicht mehr in den Laden liefern, sondern nach Hause.

  11. nebelmade said,

    Is ja häßliche Willkür… :((
    Dann nehme ich natürlich Abstand davon.

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