Laini Taylor: Daughter of Smoke & Bone

Januar 1, 2013 at 18:50 (gelesen)

Mit einer zögernd auf der Leipziger Buchmesse eingesteckten Leseprobe fing es an – ich war eigentlich recht überzeugt davon, daß ich dieses Buch nicht mögen würde, aber die Leseprobe kostete schließlich nichts und irgendwie gefiel mir das Cover. Als ich später zu lesen begann war ich jedenfalls überrascht, wie gut mir dieser erste Einblick gefiel. Ich habe dann eine Taschenbuch-Ausgabe vorbestellt und das Buch nun beendet.

„Around the world, black handprints are appearing on doorways, scorched there by winged strangers who have crept through a slit in the sky. In a dark and dusty shop, a devil’s supply of human teeth grown dangerously low. And in the tangled lanes of Prague, a young art student is about to be caught up in a brutal otherwordly war.“

„Daughter of Smoke & Bone“ spielt in Prag, und die farbenprächtige Beschreibung der Stadt sowie der Protagonistin Karou mit ihren blauen Haaren und ihrer Zeichenmappe voller phantasievoller Wesenheiten und Szenen hat mich von Anfang an angesprochen und für Kopfkino gesorgt.

Karou ist von zahlreichen Geheimnissen umgeben, die sich nach und nach entfalten. Ihre besonderen Fähigkeiten erhält sie duch kleine (oder größere) Wunschperlen – damit ist allerdings gleichzeitig die Gefahr gegeben, einen zu perfekten Charakter zu erschaffen. Ganz ist es wohl nicht gelungen, dieser Gefahr aus dem Wege zu gehen, aber ich mochte die junge Künstlerin trotzdem.

Die Nebenfiguren sind liebevoll ausgearbeitet, ebenso wie einzelne Schauplätze. Das dargestellte Prag mit seinen Gassen, der Kunsthochschule und dem Treffpunkt „Poison Kitchen“ hat mir gefallen, ebenso wie Karous Freundin Zuzana und die vielfältigen Gestalten aus Karous Skizzenbüchern von der Schlangenfrau Issa bis zu Twiga mit dem Giraffenhals. Dazu kommen interessante Konzepte wie die Zähne, die Brimstone sammelt und die Karou auf der ganzen Welt besorgt – jede einzelne dieser Reisen gibt eine kleine Geschichte für sich ab.

Soweit so gut. Eher blaß und recht langweilig ist für mich  leider der männliche Gegenpart Akiva geblieben. Für Engel habe ich wie erwähnt in der Fantasy generell nicht viel übrig, da aber der Hintergrund um die Konflikte zwischen Engeln und Chimären ganz nett gemacht ist, kann ich hier damit leben. Auch die Szenen mit ihm sind gelungen, haben mich aber weit weniger fasziniert als der Rest der Geschichte. Im Mittelteil hatte ich insofern einige Befürchtungen aufgrund der Liebesgeschichte. Die Handlung fokussiert sich dann auch stark darauf und sie war mir gelegentlich fast zu penetrant, ohne diese Grenze aber letztendlich zu überschreiten. Es ist trotzdem ein bißchen schade, daß diese Romanze so wenig originell ist, gerade weil vieles andere so gut gelungen ist.

Nach diesem schwächeren Teil steigerte die Spannung sich in den letzten Kapiteln dann wieder. Der Wechsel zu früheren Geschehnissen hat dazu viel beigetragen, denn auch in dieser noch unbekannten Welt gab es viel zu entdecken, was mich bei der Stange hielt. Der Bezug von Cover und Titel zum Buch wird erst gegen Ende klar, beides paßt dann aber gut.

Alles in allem habe ich das Buch sehr gerne gelesen, gerade weil ich ohne große Erwartungen herangegangen bin. Die Schwächen, die für mich vor allem in der Liebesgeschichte bestehen, bin ich geneigt zugunsten einer schönen Sprache und vielfältiger Details und Ideen nicht zu wichtig zu nehmen; stattdessen freue ich mich auf die Fortsetzung zu freuen, sobald sie in der zu meinem ersten Teil passenden Ausgabe erscheint.

„Karou’s sketchbooks had a cult following around school and were handed around and marveled at on a daily basis. This one – number ninety-two in a lifelong series – was bound with rubber bands, and as soon as Zuzana took them off it burst open, each page so coated in gesso and paint that the binding could scarcely contain them. As it fanned open, Karou’s trademark characters wavered on the pages, gorgeously rendered and deeply strange.“

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