[Review] November-Lektüre

Dezember 3, 2012 at 14:35 (Review)

Langsam geht der Herbst in den Winter über – merkbar auch bei der Literaturauswahl. Ganz hervorragend hat in diesem Monat „Nach dem Sommer“ zur allgemeinen Wetterlage gepaßt. Außerdem sind einige winterliche Bücher in mein Regal bzw. von dort auf den Lesestapel gewandert. Glücklicherweise habe ich es auch geschafft, einige Bücher aus der Bibliothek zu beenden, bevor ich sie zurückbringen mußte (das stellt mich ja regelmäßig vor Herausforderungen).

Finster sieht es mit aktuellen Rezensionen aus, weil ich immer noch dabei bin, Rezensionen für Challenges nachzuholen *seufz*.

Challenges:

– Autoren-Challenge: Abgeschlossen.

– Büchertreff-Challenge: Keine Ahnung, welches das älteste Buch auf meinem SuB ist, aber ich habe eines vom SuB-vor-Juni-2010 gelesen. Monatsaufgabe also erledigt.

– Themen-Challenge: Mir fehlt nur noch die Rezension für’s Rätsel-Thema (das Buch ist gelesen), dann kann ich auch diese Challenge abhaken 🙂

– Chaos-Challenge: Das BT-Challenge-Buch zählt auch für diese Challenge, wie ich hinterher festgestellt habe. Auch ein „Buch, in dem es um Engel geht“, habe ich gelesen. Und die Rezi für „Caras Schatten“ ist auch endlich geschrieben.

Bald werden wahrscheinlich die Challenges für 2013 auftauchen. Ich möchte wieder zwei oder drei machen, das läßt sich noch ganz gut bewältigen und hat mir in diesem Jahr Spaß gemacht – allerdings möchte ich mir für’s nächste Jahr etwas anderes vornehmen und nicht noch mehr vom Gleichen 😉

1. Laini Taylor: Daughter of Smoke & Bone (Daughter of Smoke & Bone 1)

2. Barbara Laban: Im Zeichen des Mondfests

Habe ich sehr gerne gelesen. Es gibt nicht nur chinesische Kapitelüberschriften, sondern generell viel zu chinesischer Kultur und Mysterien, sogar einige kleine Bemerkungen zur Sprache, und eine äußerst liebenswerte Behandlung des Themas Unsichtbarer Freund. Das alles paßt erstaunlich gut zu der Krimihandlung.

3. Jenny Nimmo: Charlie Bone und die magische Zeitkugel (Charlie Bone 2)

Das vorhandene Personal wird näher beleuchtet, neue Charaktere werden eingeführt – schön sind die unterschiedlichen Kräfte, mit denen sich viel anstellen läßt. Durch den Kinderbuchcharakter kommen Details an einigen Stellen zu kurz.

4. Isabel Allende: Aphrodite

Nachdem ich das Buch bei meiner Mutter im Schrank entdeckt und eine Weile in den enthaltenen Rezepten gestöbert habe, wurde mir ein eigenes Exemplar geschenkt 😉 Isabel Allende ist keine der Autorinnen, deren Werk mich besonders anspricht, und so richtig bin ich mit diesem Buch dann auch nicht warm geworden. Schön sind zwar die zahlreichen Informationen zur kulturellen Bedeutung vieler Lebensmittel; dafür zehrt die gewollt sinnliche Schreibweise an den Nerven, außerdem sind die immer mal wieder auftauchenden feministischen Seitenhiebe unnötig und ermüdend.

https://i1.wp.com/www.randomhouse.de/content/edition/covervoila/e_198185_67429_xxl.jpg5. Monika Feth: Der Scherbensammler (Jette 3)

Diesmal ist der Mörder nicht schon zu Beginn bekannt. Das ist ein Novum, allerdings ist der Täter leicht zu erraten, und seine Motivation hat mich zu sehr an die von Band 2 erinnert. Schön an der Reihe sind nach wie vor die Figuren, deren Entwicklung glaubwürdig ist. Kleinere Ärgernisse gibt es, etwa hätten für Jette im Moment der Gefahr zahlreiche Möglichkeiten bestanden, sich etwa bei der Polizei zu melden, die nicht genutzt werden; außerdem wäre der Sektenhintergrund interessant gewesen, der leider kaum ausgeführt wird. Außerdem fand ich die Geistesstörung etwas plakativ dargestellt, aber das ist wohl Geschmackssache.

6. Cornelia Funke: Kein Keks für Kobolde

Passend zur spätherbstlichen Jahreszeit ist das eine niedliche Geschichte um Kobolde, die sich auf ausgedehnte Abenteuer zur Sicherung ihrer Wintervorräte begeben müssen. Kindgerecht, aber lesenswert.

7. Simon Beckett: Verwesung (Dr. Hunter 4)

Nachdem ich mit Band 3 eher unzufrieden war, hat sich Band 4 meiner Meinung nach wieder gesteigert. Der Protagonist wirkt nicht mehr so weinerlich. Zudem hat mir der Kniff gefallen, mit der Handlung vor Band 1 einzusteigen und erst später in die Gegenwart umzuschwenken – nicht nur spannt sich damit der Kriminalfall über einen längeren Zeitraum, man erfährt so auch weitere Details über Dr. Hunters Vergangenheit. Weiterer Pluspunkt ist die stimmungsvolle Moorlandschaft. Nicht so gut: Sophie nervt. Ihre Handlungen werden zwar einigermaßen plausibel gemacht, aber das ändert nichts daran, daß sie mich über weite Strecken mit ihrer Bockigkeit geärgert hat. Hunter ist in Hinblick auf sie nicht besonders rational und gelegentlich sogar äußerst unvernünftig. Teile der Handlung sind recht vorhersehbar, und es gibt vergleichsweise wenig kriminalistische Arbeit.

https://i2.wp.com/www.randomhouse.de/content/edition/covervoila/055_3098_125328_xxl.jpg8. Alan Bradley: Vorhang auf für eine Leiche (Flavia de Luce 4)

Es wird zur Gewohnheit, sich im Oktober auf den neuen Flavia-Band zu freuen – ich habe ihn auch bereits ungeduldig erwartet, weil ich so richtig in Stimmung dafür war. Entsprechend ist er auch ziemlich schnell gelesen worden. Flavia ist nach wie vor eine wunderbare Protagonistin – auch wenn sie mir in der Realität mit ihrer Besserwisserei bestimmt gelegentlich auf den Keks gehen würde 😉 Sehr süß sind Flavias Pläne, den Weihnachtsmann „festzunageln“. Das eingeschneite Haus und die Weihnachtsstimmung bieten ein schönes Szenario – trotzdem hat mir die Nutzung des Städtchens und seiner Bewohner in den ersten beiden Bänden etwas gefehlt, denn schon in Band 3 wurde auf Besucher von außerhalb zurückgegriffen. Dieser Teil ist leider auch schmaler als die anderen.

9. Sarah Pinborough: Die Farben der Finsternis (The Dog-faced Gods 2)

10. Eoin Colfer: Artemis Fowl and the Eternity Code (Artemis Fowl 3)

Ich hatte mit dieser Reihe ein paar Startschwierigkeiten und mußte mich an diese technisch versierten Elfen erst einmal gewöhnen. Die Figur des Artemis hat mich aber bei der Stange gehalten und inzwischen hat sich die Reihe auch sehr gut entwickelt. Die neue englische Ausgabe ist zudem sehr gelungen (ich habe sie auf der Buchmesse entdeckt und mich dann zum Kauf entschlossen).

11. Ursula Poznanski: Saeculum

Für mich nicht das Meisterwerk, das gerne daraus gemacht wird, aber ein gutes und spannendes Buch, zumal das LARP-Thema noch unverbraucht ist (allerdings ist das Rollenspiel hier wirklich nur der Aufhänger für das sich anschließende Quasi-Blairwitch-Setting). Leider ist schnell überdeutlich, wer mit wem zusammenarbeitet und wie welche Vorfälle arrangiert werden. Die Auflösung hatte für mich dann aber trotzdem noch einige kleine Überraschungsmomente zu bieten. Interessant finde ich die zwei völlig unterschiedlichen Herangehensweisen der Autorin an das Thema „Aus Spiel wird Ernst“, die sie mit „Erebos“ (PC-Spiele) und „Saeculum“ bietet.

12. Macho/Wunschel: Science & Fiction

https://encrypted-tbn3.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTuuCViWy5xDnNg0l7imfJ4mWcBkAgJK6YwB1X8ZKoCU9HS9A7X13. Madelyn Alt: A Charmed Death (A Witchcraft Mystery 2)

Gegenüber dem Vorgänger hat sich die Reihe nicht wirklich gesteigert. Das Buch läßt sich wieder gut lesen, aber ich fand das Ende mit seinem krampfhaften Versuch, die übliche Heldin-in-Gefahr-Szene einzubauen, ziemlich mies, weil an dieser Stelle so ziemlich alles unglaubwürdig und gewollt ist. Außerdem nervt mich mittlerweile die hundekuchengute Arbeitgeberin von Protagonistin Maggie, welche ruhig mal ein paar interessante Charakterzüge entwickeln könnte. Der Grundplot war trotzdem nicht schlecht – Teil 3 wird auf jeden Fall noch gelesen, und dann sehen wir weiter.

14. Gabriella Engelmann: Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid

Ich glaube, ich habe keine einzige schlechte Rezension zu den Märchenadaptionen von Frau Engelmann gefunden. Da ich so etwas normalerweise sehr mag, war ich hier umso mehr enttäuscht. Ich habe nur noch selten Fehlkäufe, aber hier habe ich schon nach der ersten Hälfte entschieden, das Buch nach der Lektüre wieder auszusortieren. Es ist einfach eine heute spielende Geschichte, deren Verlauf sich an das Märchen Schneewittchen anlehnt und dadurch jede Menge absurder Szenen enthält – von einem Stall voller „Zwerge“, die die Heldin anhimmeln, bis zu den albernen Tötungsplänen der Stiefmutter. Zu der ansprechenden Grundidee hätte ich mir eine andere Umsetzung gewünscht; zu oberflächlich blieben Geschichte und Charaktere – nichts davon hat mich wirklich interessiert.

15. Das Agatha Christie Lesebuch

Ein günstiger Arvelle-Kauf, bei dem ich über den geringen Umfang dann doch etwas enttäuscht war. Die Idee ist nicht schlecht und es gibt auch einige interessante Informationen über die Autorin und ihre Arbeitsweise, aber die Abschnitte, die aus Romanen bzw. Memoiren stammen, sind zu umfangreich – da greife ich dann doch lieber gleich zum vollständigen Text.

https://i0.wp.com/www.loewe-verlag.de/_cover/192/6576_6.jpg16. Thomas Thiemeyer: Der Palast des Poseidon (Chroniken der Weltensucher 2)

Band 1 fand ich ganz gut, aber nicht überragend, aber ich wollte gerne die Fortsetzung lesen. Während ich noch hin und her überlegte, ob ich das Geld in die Hardcover investieren möchte oder auf die Taschenbücher warte, habe ich glücklicherweise dieses Buch in der Bibliothek entdeckt und konnte so schon einmal weiterlesen. Dieser Teil hat mir deutlich besser gefallen als der Einstiegsband. Das Auftauchen bekannter Personen wie Nikola Tesla oder Jules Verne ist gelungen, außerdem gibt es diverse Anspielungen auf „20000 Meilen unter dem Meer“. Informatives Register am Ende. Jetzt senkt sich die Waage wohl doch zugunsten der Hardcover 😉

17.-18. Fabian Lenk: Das Feuer des Druiden / Montezuma und der Zorn der Götter (Zeitdetektive 18 /12)

Bibliotheksbücher. Ähnlich aufgebaut wie das erste Buch der Reihe, das ich gelesen habe, insofern habe ich jetzt erst einmal genug. Gerade „Das Feuer des Druiden“ hat mich doch stark an Asterix-Comics erinnert und mir nicht so richtig viel Neues erzählt. Die Montezuma-Thematik war da schon etwas interessanter.

19. Corina Bomann: Clockwork Spiders

Bibliotheksbuch. Hier versucht jemand überdeutlich im Jugendbuchsektor an den Erfolg Gail Carrigers anzuknüpfen, was wirklich nicht nur am Schirm-mit-Gadgets merkbar wird. Trotzdem kein schlechtes Buch, auch wenn die Charaktere sehr typisch sind. Dafür gibt es wirklich viele mechanische Spielereien 🙂

20. Franca Düwel: Julie und das Herzschlamassel (Julie 3)

Bibliotheksbuch. Noch ein Fund, über den ich froh war – so mußte ich es nicht kaufen. Wie alle Teile der Julie-Reihe chaotisch, lustig und mit viel Herz für Teenagerprobleme.

21. Maggie Stiefvater: Nach dem Sommer (Wölfe von Mercy Falls 1)

Noch ein Bibliotheksbuch, und eine wirklich schöne Ausgabe. Ich hatte nicht erwartet, daß es mir so gut gefallen wurde, aber es hat absolut perfekt zur Jahreszeit gepaßt und insofern vermutlich einen kleinen Bonus erhalten. Die Herangehensweise an das Wolfs-Thema ist etwas Neues, auch wenn das für die allgemeine Handlungsstruktur nicht unbedingt gilt. Ich mochte die Details und Nebencharaktere, die alle sorgfältig ausgearbeitet sind, sehr, und werde die Reihe weiterverfolgen – allerdings mit dem englischen Schuber.

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5 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Du hast dir im November wirklich viel Lesezeit genommen – wie schön!

    Und deine Zeilen zum vierten Flavia-Band machen mir richtig Lust auf das Buch. Ich muss mich nur noch daran erinnern, wo ich es verstaut habe (mein SuB-Regal fasst zur Zeit keine neuen Bücher, damit lauter anderen Sachen vollgestopft *seufz*).

    Hundekuchengute Arbeitgeberin? *kicher*

  2. Kiya said,

    Da Flavia um Weihnachten herum spielt, bietet sich das Lesen im Augenblick wirklich an 🙂 Später hat man ja meist erst einmal genug von den Feiertagen und will damit in Ruhe gelassen werden.

    Ja, Maggie arbeitet seit Band 1 in einem Laden, der von besagter Dame geführt wird, und die ist einfach absolut langweilig verständnisvoll, freundlich, klug… ach ja, und die Ober-Wicca natürlich auch. *grrr*

  3. Winterkatze said,

    Nur gut, dass ich für den Besuch am nächsten Wochenende eh meine Bücherstapel umorganisieren muss (wäre sonst alles etwas eng im Wohnzimmer *hüstel*), dann finde ich bestimmt die Flavia wieder. 🙂

    Das klingt nach einer sehr angenehmen Arbeitgeberin! Jetzt sag nicht, dass du das irgendwie übertrieben oder unglaubwürdig findest! ;D

  4. natira said,

    Was Frau Engelmann angeht, weiß ich was Du meinst und stimme Dir zu. Ich hatte mir das Buch (über Arvelle) besorgt, weil ich auch nur Positives gehört hatte, aber auch mich hat es nicht überzeugt

  5. Kiya said,

    Dann bin ich also doch nicht die Einzige, die mit dieser Sorte Märchenadaption nicht so viel anfangen kann 🙂 Hast du auch dieses Buch gelesen oder eines der anderen (ist ja offenbar eine ganze Serie)?

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