[Review] Juli-Lektüre

August 7, 2012 at 09:57 (Review)

Dank einiger Urlaubstage habe ich in diesem Monat ganz schön viel gelesen (und wenig rezensiert…) – und dabei ist „A Game of Thrones“ noch gar nicht dabei, mit dem ich fast fertig bin. Ein beendetes Großprojekt ist „Der Herr der Ringe“ in der Carroux-Übersetzung – als die einbändige rote Ausgabe vor ein paar Jahren auf den Markt kam, wollte ich diese Variante noch einmal lesen, zumal meine erste HdR-Lektüre ca. 10 Jahre her ist 😉 Seit Erscheinen habe ich nun daran gelesen – jetzt kann ich mich endlich der bisher brachliegenden „History of Middle Earth“ widmen!

Challenges:

Autoren-Challenge – Da war ich besonders fleißig und habe die Buchstaben I, J, T, X und Z gelesen – jetzt fehlen mir nur noch vier Buchstaben 🙂

Büchertreff-Challenge – Die Juni-Aufgabe war ein Kurzgeschichten-Buch; ich habe Miéville gelesen und die Aufgabe damit geschafft.

Themen-Challenge – das Z für die Autoren-Challenge ist gleichzeitig ein Häkchen für das Thema „Suche“. Das bedeutet allerdings, daß ich hier noch eine Rezension verfassen muß.

Chaos-Challenge – Ich habe mich mit dieser gerade begonnenen Challenge noch nicht bewußt befaßt, aber nebenbei habe ich dafür bereits zwei der Bücher gelesen, die ich mir im Vorfeld überlegt hatte. Das fiel mir gestern beim Durchsehen auf. Erledigt sind: Autor mit O und I in seinem Nachnamen; Buch von einer deutschen Autorin.

1. Persische Märchen

Das ist schon sehr lange auf meinem SuB, aber ich habe eben nur immer mal ein Märchen gelesen. Leider war die Sammlung nicht ganz so schön wie erhofft, ich wollte etwas mehr orientalischen Zauber, Derwische und dergleichen 😉 Hier nehmen auch „Schwänke“ sowie „Literarische Fabeln und Märchen“ großen Raum ein, die mich nicht ganz so begeistert haben.

2. Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder

Einer der Fälle, in denen ich bewußt die deutsche Ausgabe genommen habe – tolle Ausstattung! Die Fotos machen richtig was her und tragen viel zur Atmosphäre bei. Gleichzeitig liegt hier auch der Punkt, der mich am meisten gestört hat: ich hatte immer das Gefühl, als ob die Geschichte an den Bildern entlang erzählt und dadurch etwas gezwungen wird, ähnlich wie bei Moers „Wilder Reise durch die Nacht“. Trotzdem insgesamt lesenswert. Offenbar gibt es dann auch noch eine Fortsetzung (schade, ich hatte auf einen Einzelband gehofft…), aber zurzeit habe ich nicht recht Lust, die noch zu lesen.

3. Garth Nix: Goldener Sonntag (Die Schlüssel zum Königreich 7)

Zufriedenstellender Abschluß einer sehr phantasievollen und eigenwilligen Reihe. Gleichzeitig bin ich froh über das Ende, denn mittlerweile hat man doch den Eindruck, daß das Pulver auch verschossen ist und es Zeit für etwas Neues wird. Als nächstes nehme ich mir die „Abhorsen Trilogy“ vor, deren ersten Band ich vor Jahren schon einmal begonnen habe.

4. Martha Grimes: Inspektor Jury spielt Domino (Inspektor Jury 2)

Wieder ein ruhiger Krimi mit viel Flair – und einer sehr nett ausstaffierten Toten 🙂 Teil 1 um den Inspektor war mir noch etwas sympathischer – vielleicht habe ich hier zu langsam gelesen, aber ich konnte mir die Verwandtschafts- und sonstigen Beziehungen hier nicht so gut merken.

5. Philip Pullman: The Ruby in the Smoke (Sally Lockhart Mystery 1)

Ich war erstaunt, wie alt das Buch eigentlich schon ist: es ist ursprünglich bereits 1985 erschienen. Meine Ausgabe ist deutlich jünger. Die Bücher passen gut in den derzeitigen Lesegeschmack, denn es entsteht viel viktorianisches Flair. Sally, die ihren Vater verliert, Triaden, Opium und der titelgebende Rubin ergeben eine feine Abenteuergeschichte ganz ohne Fantasy, bei der mich überhaupt nicht gestört hat, daß viele Elemente nicht ganz neu sind.

6. Terry Pratchett: Thud

Einer der neueren Pratchetts. Ich mag ja Ankh-Morpork, aber langsam finde ich es etwas bedauerlich, daß (neben der Reihe um Tiffany Aching) eigentlich nur noch Sam Vimes-Romane erscheinen. Trotzdem ist „Thud“ wie üblich ein tolles Buch, wobei mir besonders die Konzeption der Tiefenzwerge gefallen hat.

7. Robert van Gulik: Nächtlicher Spuk im Mönchskloster

Dieser Richter Di-Krimi spielt sich in einem sehr kurzen Zeitraum ab und hat mir aufgrund des geheimnisvollen Klostersettings gut gefallen. Auch die Auflösung ist originell und verlangt vom Richter eine ungewöhnliche Entscheidung.

8. Diana Wynne Jones: Castle in the Air

Mein zweites Buch von der Autorin nach „Howl’s Moving Castle“ und wieder sehr schön 🙂 Der Vorgänger ist mir allerdings noch etwas lieber. Gegen Ende tauchen die liebgewonnenen Charaktere um Sophie und Howl auch hier wieder auf, und dann habe ich mit dem Text auch mehr Spaß gehabt – der Mittelteil zieht sich ein klein wenig, finde ich, aber vielleicht kam dieser Eindruck auch daher, daß ich mit Abdullah nicht recht warm geworden bin.

9. J.R.R. Tolkien: Gute Drachen sind rar

10. Andrea Israel/Nancy Garfinkel: Johannisbeersommer

Eine Freundschaftsgeschichte um Valerie und Lilly und deren Rezeptclub. Ich lese so etwas nicht häufig, aber die Briefwechselform trägt bei mir gewöhnlich dazu bei, daß ich Bücher schnell beende – ich bin immer gespannt, was bis zum nächsten Brief geschehen sein wird 😉 „Johannisbeersommer“ habe ich dann auch an einem Abend weggeschmökert, wobei ich den Beginn etwas schwerfällig fand und meinen Spaß vor allem mit den Briefen aus der Vergangenheit hatte. Trotzdem: die angeführte Begründung für die jahrelange Trennung schien mir letztlich etwas dünn.

11. China Miéville: Andere Himmel

Die Challenge-Aufgabe hat tatsächlich geholfen und ich habe diesen Kurzgeschichtenband in kurzer Zeit gelesen – normalerweise kann ich dafür lange brauchen, weil ich mir eben immer mal wieder eine Geschichte vornehme. „Andere Himmel“ war ein zufällig gefundenes Mängelexemplar, aber dieser Kauf hat sich wirklich gelohnt. Miéville sieht die absonderlichsten Phänomene unter dem Deckmantel der Städte, und damit kann ich viel anfangen. Natürlich gab es die eine oder andere Geschichte, die mir nicht so gut gelegen hat, aber insgesamt ist es ein sehr gutes und lesenswertes Buch. Eine Erzählung spielt übrigens auch in New Crobuzon.

12. Joseph Delaney: The Spook’s Sacrifice (Wardstone Chronicles 6)

Diesmal geht es nach Griechenland zu einem größeren Showdown, wobei einige Plotfäden zusammen- und weitergeführt werden. Toms Ausbildung gerät dadurch ein wenig in den Hintergrund. Ich bin gespannt, was die kommenden Bände bereithalten und würde mich freuen, wenn neben den inzwischen sehr zentralen Hexen wieder einige andere Kreaturen auftauchen würden.

13. James Stoddard: Rückkehr nach Abendsee

Der Nachfolger von „Das Hohe Haus“ hat wie dieses ein gräßlich unpassendes Cover und hat mir wie dieses richtig gut gefallen. Die Welt des Hauses ist etwas ganz anderes als gewohnt und hat viele Facetten, die es zu entdecken gilt. Beide Bücher scheinen allerdings kaum bekannt zu sein, was bedauerlich ist.

14. Monika Feth: Der Erdbeerpflücker

15. Carlos Ruiz Zafón: Der Schatten des Windes

16. Nina Blazon: Faunblut

17. Franca Düwel: Julie und Schneewittchen (Julie 1)

Ich habe das Buch von Rebuy zum Reinlesen bestellt und war dann doch ganz angetan. Die Lebenswelt der 12jährigen Julie wird mit viel Humor eingefangen – besonders nett ist die tägliche Auflistung von Höhe- und Tiefpunkten -, allerdings werden auch viele ernsthaftere Themen angesprochen, die glücklicherweise in gerade dem richtigen Tonfall behandelt werden.

18. Joanne Fluke: Chocolate Chip Cookie Murder (Hannah Swensen Mystery 1)

Meine Ausgabe enthält neben der eigentlichen Geschichte noch eine Bonusstory im Umfang von 100 Seiten (die allerdings schnell gelesen sind, denn jede Menge Cookie-Rezepte sind eingefügt). Lake Eden ist mit zahlreichen Charakteren bevölkert, von denen ich mir noch nicht alle im Detail merken konnte, die aber die kleine Stadt sehr lebendig machen. Von Hannah selbst hatte ich von Anfang an ein genaues Bild vor Augen, was schon einmal positiv ist. Allerdings scheint sie alles alleine zu machen, während ihre Cookie-Shop-Aushilfe den Laden schmeißt und der obligatorische Polizist keine Ahnung hat und sie um Rat fragt 😉

19. J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe

Carroux ist toll, Krege ist Mist – soweit die vorherrschende klare Meinung der Tolkien-Jünger. Nun habe ich die hochgelobte Übersetzung also auch gelesen. Sie ist näher am Original als Krege und sicherlich nicht schlecht – aber da mir die undifferenzierte Lobhudelei auf den Keks geht: ich habe lange für das Buch gebraucht, weil ich die Carroux-Übersetzung umständlicher als nötig und – ehrlich gesagt – etwas humorlos finde, beides verglichen mit dem Original. Und letzteres hat tatsächlich Krege besser hinbekommen 🙂

20. Günter Rudorf: Die Spaghettibande

Ich habe das ja (zugegeben) vor allem aufgrund der enthaltenen Spaghettirezepte gekauft 😉 Es hat über Rebuy ja auch fast nichts gekostet. Ein schnell gelesenes Kinderbuch und soweit ganz nett, allerdings ist der Zeigefinger-Faktor ziemlich hoch, was mich bei Kinderbüchern grundsätzlich sehr ärgert. Es gibt noch weitere Bücher über die Spaghettibande, auf die ich aber verzichten werde.

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13 Kommentare

  1. irina said,

    Polizisten, die in Cozies die Amateurdetektivinnen um Rat fragen, sind ja irgendwie Standard – aber ich find das trotzdem immer irgendwie befremdlich! *g* Das Buch liegt bei mir auch rum, sollte ich mir endlich mal schnappen, damit ich weiß, ob ich die Folgebände organisieren muss! 😉

    Bin sehr gespannt auf deine Rezension zu „Faunblut“!

  2. Kiya said,

    Ja, die Polizisten sind Standard, aber ich mag sie nicht besonders – u.a., weil sie eben das simpelste mögliche Mittel sind und ich mich freuen würde, wenn die Autorinnen (es sind hier ja immer Damen ;-)) sich mal ein oder zwei Gedanken machen würden, welche Alternativen es vielleicht noch gibt, um die Ermittlerin mit Informationen zu versorgen.

    Ich war letzten Monat sehr rezensionsfaul, da hat sich einiges angesammelt, was im Rahmen der Challenges rezensiert werden will *seufz* Aber ich werde mir wohl nicht mehr allzu lange Zeit lassen, sonst verblassen die Eindrücke (und beim Lesen mitschreiben mag ich nicht).

  3. Winterkatze said,

    Bei „Castle in the Air“ hatte ich mit dem Anfang noch mehr Probleme als mit dem Mittelteil – so nett das orientalische Flair ist, mir fehlten Sophie und Howl einfach! Um so schöner fand ich dann das Ende. 😀

    „Johannisbeersommer“ fand ich in der letzten Hälfte etwas vorhersehbar, dir scheint es nicht so gegangen zu sein, oder? Aber die Briefform war gut zu lesen und einige der Rezepte auch. 😀

    Auf deine „Fauenblut“-Rezi bin ich schon gespannt! 🙂

    „Chocolate Chip Cookie Murder“ klingt reizvoll – was mir gar nicht gefällt, weil die Liste mit den „Mal antesten“-Cozies wächst und wächst … *g*

  4. Kiya said,

    Ja, sobald Sophie und Howl dabei waren, hat mir das Ganze auch mehr Spaß gefallen, Witz und Geschwindigkeit nahmen dann auch zu. Zu Beginn fand ich die Treffen mit der Prinzessin und den schwülstigen Sprechstil Abdullahs noch recht nett, aber der Effekt nutzte sich dann eben ab.

    Da ist bestimmt einiges vorhersehbar, aber ich war zumindest gespannt, warum es denn nun zum großen Bruch kam – und eben das schien mir dann ein bißchen lahm, jedenfalls nicht ganz ausreichend für diese Folgen.

    Ich habe nun eigentlich alle gekauften Test-Cozies angelesen und immerhin Teil 1 geschafft, und die meisten haben mir gefallen, ohne herausragend zu sein. Eigentlich sollte ich keine weiteren Reihen beginnen, aber gestern haben sich irgendwie ein Agatha Raisin- und ein Maisie Dobbs-Buch auf meine Wunschliste geschmuggelt… 😉

  5. Winterkatze said,

    Sophie und Howl sind eben etwas ganz besonderes. 😀

    Bei „Johannisbeersommer“ habe ich mir den Bruch so erklärt, dass sich einfach sehr viele winzige Sachen an diesem einen Element entzündet haben. Da muss der eigentliche Auslöser dann gar nicht so relevant sein …

    Hm, keiner so herausragend? Hast du trotzdem eine „innere Beliebtheitsliste“? Und natürlich müssen da weitere Cozies auf die Wunschliste! Wie sonst solltest du herausfinden, ob es welche gibt, die dir ganz besonders gut gefallen?! 😀

  6. Kiya said,

    Zum „herausragend“ sind diese bestimmten Genre-Elemente meistens zu präsent. Bei viel Schematismus kann es eben gut, aber nicht so richtig gut sein, finde ich 😉 Andererseits war auch keiner dabei, mit dem ich total unzufrieden war und dessen Kauf ich bereue.

    Ja, so eine (etwas vage) Liste gibt es schon, oder jedenfalls Gedanken dazu, was mir jeweils gut oder nicht so gut gefallen hat. Vermutlich sollte ich dazu mal einen eigenen Beitrag machen 🙂 Wobei mir einfällt, daß zwei doch noch nicht beendet sind (Aunt Dimity und Booktown Mystery # 1).

    Kennst du eine der besagten beiden neuen Wunschlisten-Reihen zufällig? Ich möchte noch ein paar Meinungen dazu hören…

  7. Winterkatze said,

    Ja, vermutlich solltest du dazu mal einen Beitrag machen … *dumdidum*

    Leider nein, ich hatte mir 1999 ein paar Cozies in Amerika gekauft, war aber total erschlagen von der Auswahl und habe danach online nie die Augen aufgehalten, weil ich mich eh nie für eine Reihe hätte entscheiden können. Erst so langsam habe ich wieder (dank der English-Challenge) mehr Lust auf englisch Lektüre und mach mir so meine Merkliste, wenn ich auf Blogs gute Rezensionen finde.

  8. Kiya said,

    Dann werde ich mal schnell die noch fehlenden zu Ende lesen und so einen Beitrag planen 🙂

    Ja, die Auswahl ist schon ganz schön groß. Ich habe aber so bestimmte Vorlieben, und das schränkt die Sache deutlich ein – geht dir wahrscheinlich nicht anders. Vielleicht kennst du die Homepage http://www.cozy-mystery.com/ … da kann man sich u.a. „Cozies by Themes“ anzeigen lassen. Ich habe darüber einige Anregungen bekommen.

  9. natira said,

    argh, hättest du die cozy-mystery seite nicht unerwähnt lassen können? 😉

  10. Kiya said,

    Freut mich, daß ich euch Ideen geben konnte! 😉

  11. irina said,

    Haha, die Cozy-Seite kannte ich zum Glück schon. Viel Spaß damit! 😀

    Ich hab übrigens Band 1 der »Maisie Dobbs«-Serie gelesen und auch rezensiert – mich hat das Buch nicht soooo sehr überzeugt.

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