Review: Mai-Lektüre

Juni 1, 2012 at 21:30 (Review)

Gefühlt war der Mai ein richtig erfolgreicher Lesemonat – einer der positiven Effekte, wenn man keinen Fernseher hat 🙂 In der zweiten Monatshälfte hatte ich allerdings auch viel Zeit zum Schmökern. Dazu kam, daß ich kaum Bibliotheksbücher ausgeliehen habe und deshalb auch fast alles Gelesene den (trotzdem gewachsenen *räusper*) SuB erleichterte.

Challenges:

Bei der Autoren-Challenge geht es nun in der zweiten Hälfte wie erwartet merklich langsamer voran. Ich habe aber immerhin ein wirklich schwer erarbeitetes L eintragen können. Spaß macht es, nach Autoren zu suchen, die noch nicht auf dem SuB vertreten waren. Meine Lücken bei I und U haben inzwischen dazu geführt, daß ich Bücher von John Irving (wollte ich schon lange lesen…) und Hyakken Uchida (hätte ich ohne gezielte U-Suche wohl niemals entdeckt) erstanden habe.

Mein Pensum für die Büchertreff-Challenge habe ich diesmal wieder geschafft und mit Sartres „Die Wörter“ ein Buch mit einem roten Cover beendet, das schon eine Weile halbgelesen im Regal lag… Für die Themenchallenge habe ich das Thema „Freundschaft“ bearbeitet und bei einigen relevanten Büchern weitergelesen – trotzdem hänge ich hier am meisten hinterher (was daran liegt, daß ich eine vorher gefertigte Liste (höchst unsystematisch) abarbeite und nicht – wie einige andere Teilnehmer – nach jedem gelesenen Buch überlege, welches Thema es wohl am besten trifft).

1. Brandon Sanderson: Elantris

2. Jim Butcher: Death Masks (Harry Dresden 5)

Langsam habe ich das Gefühl, mit einem Harry Dresden-Roman in eine vertraute Welt einzutreten. Die Sache entwickelt sich gut, ich freue mich auf’s Weiterlesen. In meiner Vorstellung hat Harry übrigens gewisse Ähnlichkeit mit Pratchetts Rincewind (wie von Paul Kidby gezeichnet)…

3. Kerstin Gier: Die Mütter-Mafia

Mein diesjähriger Chick Lit-Ausflug. Es gab auf jeden Fall diverse Stellen, die mich zum Lachen gebracht, insofern hat sich der Kauf schon gelohnt. Leider gibt’s dazu die üblichen nervigen Genre-Zutaten und eine reichlich dämliche Protagonistin *seufz* Fazit: Hat Spaß, mir aber keine Lust auf die Folgebände gemacht. Vielleicht nächstes Jahr 😉

4. Peter S. Beagle: Das Zauberhaus

5. Emilie Richards: Mrs. Wilcox und der Teufel in Prada (Mrs. Wilcox 3)

Wichtig ist hier die richtige Erwartungshaltung. Kein großartiger Krimi, dafür zeigt die Autorin als Familienpsychologin ihr Können. Mich interessiert immer, wie es mit Mrs. Wilcox und Anhang so weitergeht. Nervige Punkte: 1. der übliche Polizist. 2. der immer gleiche, einfallslose Aufbau des Schlusses nebst ausführlicher Beichte des jeweiligen Täters *ächz*

6. Juliet Blackwell: Secondhand Spirits (A Witchcraft Mystery 1)

7. Sarah Prineas: The Magic Thief ~ Found (Magic Thief 3)

Damit ist eine sehr hübsche Kinderbuchtrilogie abgeschlossen 🙂 Die Gestaltung ist gewohnt liebevoll (wenn auch diesmal exklusive Rezept, dafür mit für mich unverständlichem – vermutlich – Strickmuster). Trotzdem hat mir der erste Band am besten gefallen, wohl auch wegen der spannenden Suche nach dem Locus Magicalicus.

8. Jeanne duPrau: The City of Ember

Darauf bin ich durch den Film aufmerksam geworden (ungewöhnliche Reihenfolge bei mir). Das brachte mit sich, daß ich Filmbilder im Kopf hatte. Funktioniert gut als Einzelband, auch wenn es offenbar weitere Teile gibt, die ich vermutlich nicht lesen werde.

9. Stefan Seitz: Die Gipel der Schwefelzinnen (Unkrautland 3)

Ich war mal wieder in Unkrautland-Stimmung, und da so ein Buch schnell ausgelesen ist, ist auch diese Reihe nun beendet. War das wieder schön! Dem Autor verzeihe ich kleinere stilistische Schnitzer gerne. Hier hoffe ich auf eine baldige Rückkehr – immerhin läßt der Schluß Raum für mehr…

10. Ilona Andrews: Magic Strikes (Kate Daniels 3)

Eines steht fest: die Reihe hat wirklich nicht diese miesen Cover verdient, die sie offenbar überall auf der Welt erhalten hat. Mir gefällt der Hintergrund um die wechselnden Technik- und Magiephasen richtig gut, außerdem wird auch diesmal – wie schon in Band 2 – ein interessanter mythologischer Hintergrund eingebaut, der so auch noch nicht überstrapaziert ist. Weiterer Pluspunkt: Kate entwickelt sich. Nervfaktor Nummer 1: das alberne Schwert. Nummer 2: diverse schlaue Sprüche, speziell in Kampfsituationen.

11. Jean-Paul Sartre: Die Wörter

Ich muß zugeben, daß mir dieser autobiographische Text weniger lag als andere Schriften Sartres wie „Der Ekel“ oder „Geschlossene Gesellschaft“. Daher lag das Buch trotz geringer Seitenzahl immer wieder herum, bis ich es nun beendet habe. Trotzdem kein uninteressanter Text, in dem Sartre mit beeindruckender Einsicht auf seine Kindheit zurückblickt.

12. Tad Williams: Die Geheimnisse der Tinkerfarm (Tinkerfarm 2)

Eine sehr schöne Ausgabe, die ich immer wieder gerne zur Hand genommen habe (auch wenn die Illustrationen in Teil 1 besser gelungen waren). Es geschieht viel, aber die Handlung bewegt sich doch nicht recht vom Fleck (Mittelband?).

13. Argentinische Erzählungen (Bibliothek von Babel 2)

Ich war nicht sicher, was mich erwartet – es waren dann mehrere kurze, phantastische Erzählungen, denen aus auch in der Kürze gelingt, Flair aufzubauen, das nachwirkt. Sehr gut.

14. Alexander Lohmann: Thronräuber

15. Phil Rickman: Der Himmel über dem Bösen (Merrily Watkins 5)

Der erste Merrily Watkins-Teil, der ziemlich viele klassische Krimi-Elemente einbezieht – die Geschichte um Fred und Rose West wird aufgegriffen und teilweise phantasievoll weitergesponnen. Verbunden damit ist ein Plot um Strommasten und elektromagnetische Hypersensibilität, außerdem spielt Sexuelle Magie eine Rolle. Wie üblich vieles vermengt also – mir gefällt’s 🙂

16. Kersten Hamilton: In der Wälder tiefer Nacht

Kann ja gar nicht so schlecht gewesen sein, wenn ich es so schnell gelesen habe. Die Einbeziehung der Mythologie ist gelungen, wobei die unheimliche Stimmung für mich stärker etabliert wurde, wo Wesen wie Cat Sidhe in die reale Welt eindringen, weniger während des Besuches in der Goblinwelt.

17. Patrick Ness/Siobhan Dowd: Sieben Minuten nach Mitternacht

Auf Blogs schon fast totrezensiert. In der Bibliothek haben mir dann doch die Zeichnungen so gut gefallen, daß ich es mitgenommen und sogar innerhalb der Ausleihzeit beendet habe. Die Art, wie das Thema angegangen wird, hat mir gut gefallen, stellenweise sehr eindringlich.

18.-19. Tina Caspari: Katja tanzt ins Leben/Katja – Traumberuf Tänzerin

Hat die Bibliothek kostenlos weggegeben, sind aber nur gebrauchte Bücher, keine Ex-Bibliotheksexemplare. Ab und zu mag ich es, für ein paar Stunden in die alten Kinderbücher abzutauchen 🙂 Hätte mich allerdings gefreut, wenn bei dem Thema ein bißchen mehr Tanztechnik und -begriffe eingebaut worden wäre, so entsteht der Eindruck, als hätte die Autorin davon wenig Ahnung.

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10 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Harry Dresden sieht für dich aus wie Rincewind? Ich fürchte, dass ich da nicht so ganz mitkomme – aber auch ganz froh darüber bin. ;D

    Spannend, dass man von allen Seiten hört, dass die Kate-Daniels-Bücher gut entwickelnd. 😀

    Bei der Tinkerfarm hatte ich schon in Teil 1 das Gefühl, dass sich nicht viel bewegt. *g*

    Sind in den beiden Sammelbänden alle Katja-Geschichten? Ich mocht die ja als Kind sehr gern, wobei Katja wirklich jedes andere „Hobby“ haben könnte, ging es doch eher darum, wie sie ihr restliches Leben trotz einer so intensiven Beschäftigung auf die Reihe bekommt. Und du hast recht, Ballett ist weniger ihr Thema, dafür klingt bei den Pferdebüchern etwas mehr Fachwissen durch – aber nicht so viel, dass die nichtreitenden Leserinnen abspringen würden. 😉

    Ganz schön bunte Mischung, die du da im Mai beendet hast! 🙂

  2. Kiya said,

    Ja, es gibt da so ein bestimmtes Rincewind-Bild, das kommt – also was das Gesicht/Körperhaltung angeht, nicht die Kleidung 😉 – meiner persönlichen Harry-Vorstellung recht nahe. Das Bild, das ich meine, kann man beim englischen Wikipedia-Eintrag zu Rincewind sehen, aber ich bin bereit zu akzeptieren, daß meine Ansicht nicht von jedem geteilt wird 😉

    Ilona Andrews hat für die Reihe einige wirklich gute Ideen, finde ich. Die paar Aspekte, die ich weniger mag, nehme ich dafür hin. Ihre andere Reihe „On the Edge“ soll allerdings noch stärker Paranormal Romance sein, werde ich daher wohl nicht lesen.

    Im ersten Tinkerfarm-Teil gab es dieses schwarze Eichhörnchen, das ich ziemlich cool fand ^^ Ja, es geht nicht recht vorwärts, aber ich mag die Bücher trotzdem… (objektiv kommen sie aber natürlich weder an Otherland noch an Osten Ard heran, sollen sie aber vermutlich auch nicht)

    Also, die Sammelbände enthalten jeweils drei Bände (12-14 und 15-17), ist mir angenehmer als diese winzigen Einzelbände. Ich habe im Buchladen mal in eine aktuelle Kinderbuchreihe von Dagmar Hoßfeld reingeschaut, die auf das Balletthema deutlich mehr fokussiert, insofern weiß ich, daß das geht 🙂
    Ich glaube gelesen zu haben, daß die Autorin zum Pferdethema auch selbst einen größeren Bezug hat. Da ich die Pferdephase (und die Ballettphase übrigens auch) als Kind allerdings übersprungen habe, kenne ich diese Bücher gar nicht.
    Auch Katja habe ich jetzt quasi neu entdeckt, als Kind hatte ich dafür diverse von diesen Internatsgeschichten (Dolly! ^^)

  3. Winterkatze said,

    „…aber ich bin bereit zu akzeptieren, daß meine Ansicht nicht von jedem geteilt wird.“

    Das beruhigt mich aber, denn „mein“ Harry sieht defintiv nicht wie Rincewind aus. 😀

    Ich hätte bis vor kurzem gesagt, dass ich mit Paranormal Romances überhaupt keine Probleme habe, aber mir wird immer mehr bewusst, dass ich mehr Action und weniger Sex in Urban-Fantasy-Geschichten deutlich angenehmer finde. 😉

    Das Eichhörnchen war einer der besten Aspekte, aber irgendwie führte das auch zu keinem großen Ereignis, oder? Wobei ich schon irgendwann gern mal herausfinden würde, wie es auf der Farm weitergeht. Aber da würde mir vermutlich sogar eine Inhaltszusammenfassung reichen. *g*

    Es fehlt bei den Katja-Sammelbänden anscheinend der erste Band, was ich total seltsam finde! Auf der anderen Seite kann ich mich – anhand der Inhaltsangabe auch nicht an diesen Teil erinnern. *grübel*

    Von Tina Caspari habe ich die „Bille und Zottel“-Bücher gern gelesen – und die als „Enid Blyton“ geschriebene Reihe „Tina und Tini“ mochte ich auch sehr gern. Die Pferdephase hatte ich zwar, aber Pferdebücher habe ich nur gelesen, weil meine Oma mir die jedes Jahr zu Geburtstag und Weihnachten geschenkt hat. Wenn das Kind reitet und liest, dann passt das schon … *g*

  4. Kiya said,

    Wie sieht denn dein Harry aus? 🙂 Für mich hat die Reihe schon stark diesen (Noir-)Satire-Charakter, gerade am Anfang, vermutlich kommt die Assoziation auch daher.

    Ich bin ja vor allem ein Liebhaber interessanter Hintergründe und guten Stils und brauche grds. weder besonders viel Action noch Sex. Schlecht geschriebene Actionszenen überfliege ich regelmäßig. Glücklicherweise gibt es immer Autoren, die alle möglichen Themen so verpacken können, daß ich sie gerne lese.

    Es gibt vermutlich noch einen Katja-Band, der in Kanada spielt, darauf wird ein, zwei Mal Bezug genommen.

    Ich habe zum *grübel* 11. Geburtstag von einer Schulfreundin ein Pferdebuch bekommen, von Hademar Bankhofer ^^ Es war dann gar nicht so übel. Dürfte aber trotzdem das einzige dieser Art in meinem Besitz sein.

  5. Winterkatze said,

    Mein Harry ist auf jeden Fall nicht so dürr wie Rincewind. 😉 Noir – ja, Satire – nein; so eine genaue Vorstellung von Harry habe ich gar nicht, ich kann nur sagen, wie er nicht aussieht. *g*

    Mir ist einfach aufgefallen, dass die meisten UF-Romane entweder Action oder Sex (okay, manchmal auch beides) haben – und unter den Umständen bevorzuge ich eindeutig Action. Aber ich mag ja auch gute Actionfilme (wobei ich mir neuere auch nicht ansehen mag, weil das alles entweder total übertrieben oder schon x-mal gesehen ist).

    Mit Übertreibungen kann ich dann allerdings wieder etwas bei asiatischen Filmen anfangen, weil da eine andere Erzähltradition dahinter steht.

  6. Kiya said,

    Mir macht es Spaß, unterschiedliche Vorstellungen von Buchcharakteren zu vergleichen 🙂 Ganz schockiert war ich, als ich mal Bilder aus der Dresden Files-Serie gesehen habe – der Hauptdarsteller entsprach mal so gar nicht meinem Bild.

    Klar, beides kommt häufig vor. Ich habe festgestellt, daß für mich die Thematik gar keine so große Rolle spielt, sondern es auf die Umsetzung ankommt. Es kommt ja vor, daß man Bücher, deren Inhalt gar nicht so vielversprechend schien, nicht aus der Hand legen kann, weil sie so großartig geschrieben sind.

    Ja, asiatische Formen sind generell irgendwie… anders 😉 Ich kenne allerdings wenig asiatische Filme (von einigen Anime abgesehen)

  7. Winterkatze said,

    Jetzt musste ich natürlich prompt nach Bildern zur Serie gucken: Neee, geht gar nicht!

    Bei mir kommt es seltener vor, dass mich die Umsetzung fesselt, wenn mir das Thema nicht liegt. Wobei ich über einen schlechten Erzählstil hinwegsehen kann, wenn der Rest einfach stimmt. *g*

    Ich hatte eine Zeitlang das Glück einen Haufen Leute näher zu kennen, die sich intensiv mit asiatischen Filmen auseinandergesetzt und einiges importiert haben. Seitdem der Kontakt abgebrochen ist, bin ich aber auch auf Zufallsfunde angewiesen. Einige davon könnte ich allerdings immer wieder angucken. Nachdem wir am Wochenende „Red Cliff“ geguckt hatten, hatten mein Mann und ich lustigerweise beide das Bedürfnis den Film gleich noch einmal anzuwerfen, um noch mehr Details mitzunehmen … 😀

  8. Kiya said,

    Dann sind wir uns immerhin darin einig 😉

    Spannend, da unterscheiden wir uns wirklich – ich kann über einen lauen Inhalt hinwegsehen, wenn der Stil stimmt (z.B. bei Cecilia Dart-Thornton), umgekehrt ist das für mich immer mit Abstrichen verbunden.

    Asien erkunde ich derzeit ja eher per Buch – dank des Sprachkurses wächst derzeit besonders die chinesische Ecke (Vittachi, van Gulik und Vogelsangs „Geschichte Chinas“ liegen gerade alle nicht weit entfernt).

  9. Winterkatze said,

    Aber du liest schon vor allem „chinesische“ Romane, die von nicht-chinesischen Autoren geschrieben wurden, oder?

    Ich finde es ja immer spannend, wenn ich z.B. chinesische Geschichten finde, die von chinesischen (oder zumindest chinesisch-stämmigen) Autoren geschrieben wurden.

  10. Kiya said,

    Je nachdem, was mir so unterkommt, würde ich sagen. Vogelsang ist Sinologe, van Gulik arbeitete als Diplomat in China und Vittachi lebt in Hongkong, der Bezug ist also jedenfalls da. Ich finde das nicht schlecht, weil so in bestimmter Weise über die Kultur reflektiert wird.

    Die Innenansicht hat ihren eigenen Reiz, da stimme ich dir natürlich zu – chinesische Autoren sind mir allerdings noch nicht so häufig über den Weg gelaufen. Die Japaner scheinen hier gängiger zu sein, da habe ich einige.

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