Review: Oktober-Lektüre

November 1, 2011 at 17:22 (Review)

Die Statistik für den Oktober sieht wieder gar nicht so übel aus, auch wenn sich wieder zahlreiche schnell zu lesende Titel daruntergemischt haben. Rezensierte Titel verlinke ich, zu den anderen gibt es einen kurzen Leseeindruck.

1. Alice Kimberly: The Ghost and Mrs. McClure

„The Ghost and Mrs. McClure“ hat mich wirklich gut unterhalten. Das Duo, bestehend aus dem Geist eines klischeehaften hard-boiled detective und einer alleinerziehenden Buchhändlerin, hat mich immer wieder zum Lachen gebracht, etwa wenn Mrs. McClure von Geist Jack Shepard überredet wird, Verdächtigen nachzuschleichen. Die klassischen Kriminalromane werden hier leicht auf die Schippe genommen und in ein modernes Setting versetzt. Wer mit diesen Bestandteilen etwas anfangen kann, sollte einen Blick riskieren.

2. Emilie Richards: Mrs. Wilcox und die mörderische Bescherung

3.-5. Marcus Sedgwick: Flood and Fang / Ghosts and Gadgets / Lunatics and Luck (Raven Mysteries 1-3)

Die „Raven Mysteries“ sind wunderbar 🙂 Die rabenschwarzen Geschichten um die herrlich skurrile Familie Otherhand, erzählt vom Raben Edgar, haben mich schnell in ihren Bann gezogen, so daß ich einen Teil nach dem nächsten verschlungen habe. Besonders schön sind die Illustrationen auf jeder Seite; Bild und Text bilden eine Einheit – Buchstaben ertrinken im Wasser; wenn das Licht im Schloß ausgeht, wird es auch auf den Seiten zappenduster etc. Wer etwas für die Addams Family übrig hat, könnte auch die Familie Otherhand mögen. Und stetig steigt der Body Count…

6. Holly Webb: Rose and the Lost Princess (Rose 2)

Ein Winterbuch, das sich bestimmt gut bei klirrender Kälte und Schnee vor dem Fenster lesen läßt. Die Cover passen sehr gut und hinterlassen einen ebenso märchenhaften Eindruck wie der Inhalt. Trotzdem ist in Roses Welt zwischen ihren Tätigkeiten als Dienstmädchen und Zauberlehrling nicht alles zuckersüß, denn in diesem Teil wird den Magiern der Stadt vor allem Feindseligkeit von der Bevölkerung entgegengebracht.


7. E. J. Wagner: Die Wissenschaft bei Sherlock Holmes und die Anfänge der Gerichtsmedizin

Dieses Buch befaßt sich weit mehr mit den Anfängen der Gerichtsmedizin als mit der Wissenschaft bei Sherlock Holmes – letztere ist mehr oder weniger der Aufhänger für Kapitel wie „Dialog mit den Toten“ oder „Briefe aus der Hölle“, die sich unterschiedlichen Aspekten der gerichtsmedizinischen Arbeit nähern. Nur weil man an Sherlock Holmes interessiert ist, sollte man es also nicht lesen. Als Sachbuch zur Gerichtsmedizin und ihren Anfängen ist es aber definitiv gelungen. Anhand einzelner Fallgeschichten und immer wieder interessanter Fakten liest sich der Text sehr gut und informiert über eine Zeit vor CSI 😉

8. Phil Rickman: Mittwinternacht (Merrily Watkins 2)

Rickman hat nun die Richtung präzisiert, in die die Reihe gehen wird (zumindest nehme ich das bisher an). Der erste Teil erscheint in diesem Licht noch stärker als ein Einführungsband, der nicht nur die Leser, sondern auch die Charaktere auf den Weg führt, der nun weitergegangen wird. Ein Genre würde ich gar nicht benennen wollen, da vieles hineinspielt, aber für die Grundthemen Geistererscheinungen und Exorzismen, Mutter-Tochter-Beziehung, englisches Kleinstadtleben, Heidentum und Esoterik vs. Kirche sollte man vielleicht etwas übrig haben. Keinen Krimi erwarten! Mir gefällt die originelle Mischung (bis auf Details) und ich denke, daß die Protagonisten viele Möglichkeiten zur Weiterentwicklung haben.

9. P. B. Kerr: Gefangen im Palast von Babylon (Kinder des Dschinn 2)

Ein Kinder- und Bibliotheksbuch, das keinen größeren Eindruck hinterläßt, aber mit ein paar schönen Ideen aufwartet. Trotz etwas unbalancierter Kräfte der Protagonisten hat der Autor immer wieder plausible Einschränkungen für diese parat, häufig werden interessante Lösungswege für Probleme gefunden. Ab und an sind sogar kulturgeschichtliche Fakten eingestreut. Oft reisen John und Philippa von einem Ort zum anderen; leider wird das Potential unterschiedlicher Länder nicht so recht genutzt; es entsteht eher ein gehetzer Eindruck dadurch.

10. Otfried Preußler: Der kleine Wassermann

Es gibt da so eine neue Box, die neben „Der kleine Wassermann“ auch „Die kleine Hexe“ und „Das kleine Gespenst“ beinhaltet. Ersteres gehört nicht zu den Büchern, die ich als Kind gelesen habe – diese Lücke habe ich nun geschlossen. Vielleicht nicht ganz so schön wie die anderen beiden, aber das ist bestimmt Geschmackssache. Gefallen hat die Kurzlektüre auf jeden Fall.

11. Paul Stuart/Chris Riddell: Die Legion der Toten

12. Terry Pratchett: A Hat Full of Sky (Tiffany Aching 2)

Vor dem vierten Tiffany-Teil habe ich die ersten drei auf Englisch gekauft (unerträgliche deutsche Cover) und beschlossen, die vorher zum zweiten Mal zu lesen, um wieder in der Geschichte zu stecken. Nun bin ich mit dem zweiten Band durch und habe den dritten begonnen, ich nähere mich also dem noch unbekannten letzten Band… Pratchetts Hexen sind klasse, auch wenn ich für Granny Weatherwax noch mehr übrig habe als für Tiffany – ansonsten gibt es zu Pratchett nicht viel mehr zu sagen außer: Lesen, wer ihn noch nicht kennt (gibt’s da noch jemanden?).

13. Rick Riordan: Der Fluch des Titanen (Percy Jackson 3)

Es hat bei diesem dritten Teil (Bibliotheksbuch) sehr lange gedauert, bis er mich gepackt hat, aber ich bin unschlüssig, warum das so ist. Percy und seine Freunde sind wie üblich in Gefahr und reisen herum, aber erst im letzten Drittel hat mich die Handlung wieder mehr interessiert. Gelungen ist wie üblich die Verschmelzung von Realität und Halbgötterleben.

14. Seanan McGuire: Rosemary and Rue

15. Jim Butcher: Summer Knight (Dresden Files 4)

Auf diesen Teil der „Dresden Files“ habe ich mich wegen der Feen-Thematik sehr gefreut und tatsächlich sind einige sehr schöne Beschreibungen enthalten. Am meisten gelacht habe ich über lateinische Witze beim Magiertreffen. Die Ausgangssituation ergibt sich logisch aus den Vorbänden und bietet ausreichend Stoff. Zwischendurch hatte ich trotzdem einige Durststrecken, in denen lange Actionszenen aufeinander folgten, ohne daß die Handlung sich weiterentwickelte. Am Ende werden die Stränge aber wieder zu einem zufriedenstellenden Ende zusammengeführt und ich bin gespannt, wie sich die Reihe in den nächsten Bänden weiterentwickelt 🙂

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5 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    Sollte mir jemals der Lesestoff ausgehen, dann greife ich auf deine Monatsrückblicke zurück und finde wohl genug reizvolle Romane, die ich noch nicht kenne. Sehr gefährlich … *g*

  2. Kiya said,

    Das freut mich aber 🙂

    Wird dann bestimmt spannend, wenn ich mal Regalphotos mache (ich habe inzwischen fünf gut gefüllt + so zwei Fächer weitere Kinderbücher), da könnten sich also noch ein paar Entdeckungen für dich verbergen ;-)).

  3. irina said,

    Also, Alice Kimberly reizt mich ja nach wie vor – und die Raven Mysteries ohnehin. Letztere sind so gut wie gekauft, ich überleg nur noch, ob ich zur deutschen oder englischen Ausgabe greifen soll.

  4. Kiya said,

    Raven Mysteries: Auf Deutsch gibt es eben nicht so viele, erst zwei, glaube ich. Ich hab dann immer Angst, daß die Reihe zwischendurch eingestellt wird… Außerdem sind es andere Cover (aber auch von einer englischen Ausgabe übernommen). Die Innenillustrationen sind offenbar gleich geblieben. Der Stil ist im Englischen gar nicht schlecht, spielt immer mal mit Sprache und nutzt einige weniger bekannte Vokabeln.

  5. Winterkatze said,

    Regalfotos sind eh immer spannend! 😀

    @Irina: Ohja, teste die Bücher mal an und dann kannst du sie mir bei Bedarf leihen! *kicher* (Umzugswagen … ich seh es schon vor mir!)

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