Peter Abrahams: Was geschah in Echo Falls?

September 4, 2011 at 21:36 (gelesen)

Gerade erst gekauft habe ich dieses Buch schon wieder beendet. Das liegt zum einen daran, daß „Was geschah in Echo Falls?“ ein nur 350 Seiten langes Jugendbuch ist, zum anderen habe ich es einfach sehr gerne gelesen. Das düstere Cover läßt auf den ersten Blick an klassische Schauerromane denken. Davon sollte man sich nicht täuschen lassen, denn es handelt sich um einen Krimi (für ein Lob auf dem Cover hat sich übrigens sogar Stephen King hinreißen lassen).

Darum geht’s: „In Echo Falls weiß man nie, was als Nächstes passiert – und jeder scheint sein Geheimnis zu haben. Plötzlich gibt es eine Leiche, und die dreizehnjährige Ingrid ist die Letzte, die das Opfer lebend gesehen hat. Außer dem Mörder. Da die Polizei offenbar völlig im Dunklen tappt, beschließt Ingrid, den Fall mit Hilfe ihres Idols Sherlock Holmes auf eigene Faust aufzuklären. Es beginnt eine gefährliche Suche, in der Ingrid herausfindet, daß ihre Stadt gar nicht so harmlos ist, wie sie scheint.“

Die Krimihandlung selbst war, soviel vorweg, nicht besonders komplex und für mich nicht so recht überzeugend. Es gibt nicht besonders viele Möglichkeiten, wer der Mörder sein könnte, was dazu führte, daß ich die richtige Person bereits bei ihrem ersten Auftauchen in Verdacht hatte. Auch ist nicht jede Handlung ausreichend motiviert, besonders ganz zu Beginn die Frage, warum Ingrid sich nicht mit der Polizei in Verbindung setzt, sondern allein loslegt. Durch die zunehmende Verstrickung Ingrids in die Ereignisse wird dieser Punkt später aber immer nachvollziehbarer.

Das sind zwei größere Kritikpunkte, aber ich habe sie dem Buch verziehen. Echo Falls ist ein belebtes kleines Städtchen voller Figuren, die detailreich geschildert sind und alle ihre Eigenheiten aufweisen. Allen voran Ingrid, die Fußball und Theater spielt und deren Lieblingsfarbe Rot zu einigen Problemen führt. Von ihr hatte ich schnell ein Bild im Kopf. Mehrere kleine Nebenstränge etwa um Familienmitglieder und Freundinnen von Ingrid haben Fragen aufgeworfen, die sicher in den nächsten Bänden („Hinter dem Vorhang“ und „… verliefen sich im Wald“) erneut aufgegriffen werden.

Es sind also eher die kleinen Dinge, die mir an „Was geschah in Echo Falls?“ gefallen haben. Echo Falls hat mich für ein paar – trotz der leicht vorhersehbaren Handlung – spannende Lesestunden gefangengenommen. Schön für mich waren diverse Zitate aus Sherlock Holmes-Büchern. Es gibt übrigens mit dem Thema Schuhe sogar ein kleines vom Autor eingebautes Leitmotiv 🙂

Fazit: Die Folgebände sind bestimmt nicht besonders lange vor mir sicher.

„Als sie acht war, hatte Ingrid sich einen Spitznamen ausgedacht, sie hatte ihn aber nie richtig durchsetzen können. Spitznamen, so wurde ihr gesagt, kann man sich nicht selbst aussuchen. ‚Was dann?‘ fragte Müll-Katie. ‚Wie heißt du?‘

Unbedingt antworten, richtiger Name ausgeschlossen, keine falschen Namen im Angebot außer Miss Stapleton aus Der Hund von Baskerville. ‚Griddie‘, sagte Ingrid schließlich.“

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3 Kommentare

  1. Winterkatze said,

    *seufz* Wieder eine Vorbestellung mehr in der Stadtbibliothek … 😉

  2. Kiya said,

    Schön, daß ich mich für Carola Dunn revanchieren kann! Viel Spaß 😉

  3. Winterkatze said,

    Dabei habe ich doch schon eine endlose „im September lesen“-Liste! Abgesehen davon, dass ich mir Ende der Woche die letzten Carola-Dunn-Titel in der Bibliothek abholen kann … 😉

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