Kelley Armstrong: Darkest Powers

August 25, 2011 at 13:10 (gelesen)

Die Trilogie „Darkest Powers“ besteht aus den Einzelbänden „The Summoning“, „The Awakening“ und „The Reckoning“. Die Autorin ist besonders durch ihre Reihe „Women of the Otherworld“ bekannt. Während diese sich auch an erwachsene Lese richtet, lassen sich die „Darkest Powers“-Bände eher als Jugendbücher qualifizieren.

Für mich war die Trilogie mein erster Versuch mit Kelley Armstrong. Die Welt, die sie in „Darkest Powers“ vorstellt, hat mir aber so gut gefallen, daß ich unbedingt noch mehr darüber erfahren will – praktisch also, daß „Women of the Otherworld“ vor dem gleichen Hintergrund spielt!

Um nicht zu viel vom Inhalt zu verraten, hier mal der Klappentext von „The Summoning“:

„All Chloe Saunders wants is a life like any normal teenager – the chance to get through school, make friends, and maybe meet a boy.  But when she starts seeing ghosts, she knows that like will never be the same again.

Soon the ghosts are everywhere, demanding her attention.  When Chloe finally breaks down, she’s admitted to a group home for disturbed kids.  At first Lyle House seems okay, but as she gets to know the other patients – charming Simon and his ominous, unsmiling brother Derek; obnoxious Tori; and Rae, who has a ‘thing’ for fire – Chloe begins to realise that something strange and sinister binds them all together, and it isn’t your usual ‘problem kid’ behaviour.

And they’re about to discover that Lyle House is not your usual group home, either…“

Die Charakterisierungen sämtlicher Figuren sind Kelley Armstrong wirklich gut gelungen. Ich-Erzählerin Chloe lernt man zwangsläufig am besten kennen, aber auch von ihren Freunden hatte ich sehr plastische Bilder im Kopf. Jeder hat seine Eigenheiten und ist auf seine Weise interessant. Vieles ist in dieser Geschichte nicht so, wie es scheint, und auch viele der auftauchenden Personen sind für die eine oder andere Überraschung gut. Immer wieder zeigt sich, daß die Gruppe niemandem vertrauen kann. Besonders Chloe, Derek und Tori machen eine merkliche Entwicklung durch, Simon gerät in den späteren Bänden etwas in den Hintergrund (und ist eine etwas blasse Figur, bei der das Potential möglicherweise nicht ganz ausgereizt wurde).

Obwohl Fantasy-Elemente vorkommen (übernatürliche Wesen), ging mein Lesegefühl eher in Richtung unheimlich, was nicht zuletzt an den unkontrollierbaren Geistererscheinungen liegt. Der zweite und dritte Teil sind hinsichtlich der Handlung stark von Verfolgung und Weglaufen geprägt, was auf Dauer langweilig sein könnte, es aber nicht ist. Hier ist merkbar, daß die Autorin über Erfahrung verfügt und ihr Handwerk versteht. Der Schreibstil ist unkompliziert, aber nicht simpel. Sehr dialoglastig, aber das paßt zur Perspektive. Gemeinsam mit Chloe und ihren Freunden erfährt man mehr und mehr darüber, wer sie sind und was in ihrer Vergangenheit geschah. Durch die Schwierigkeiten, die alle mit ihren Kräften haben, wirkt niemand übermächtig – stattdessen entwickelt sich alles sehr nachvollziehbar. Der Hintergrund ist ausgefeilt (was kein Wunder ist angesichts mehr als 10 Bänden „Women of the Otherworld“) und man merkt, daß es noch deutlich mehr Material gibt als in der Trilogie erwähnt wird.

Ergänzt wird das Ganze durch das Aufgreifen diverser Teenager-Themen. Die obligatorische (?) Liebesgeschichte gibt es, aber sie steht wirklich im Hintergrund und hat mich nicht gestört.

Die „Darkest Powers“-Reihe ist eigentlich von Beginn bis Ende spannend und schwer aus der Hand zu legen. Man sollte vielleicht den jeweils nächsten Band bereits in der Nähe haben, denn es gibt Cliffhanger. Für meine Verhältnisse habe ich die Trilogie daher ziemlich schnell gelesen. Ich fand den zweiten Band etwas schwächer als die anderen beiden (der typische Mittelband eben), aber insgesamt ist „Darkest Powers“ sehr empfehlenswert.

‚“Can’t you see him?“ I shouted. „He’s right there. Please. Please, please, please. Get him away from me. Get him away!“ They wouldn’t listen. I continued to struggle, to argue, but they held me still as the burned man taunted me. Finally, two men in uniforms hurried through the door. One helped the teachers restrain me while the other moved behind, out of my sight. Fingers tightened on my forearm. Then a needle prick. Ice slid through my veins. The room started to sway.

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6 Kommentare

  1. Irina said,

    Hm … Die Trilogie hatte ich auf die Wunschliste gepackt, als Band 1 auf Deutsch erschienen ist. Irgendwann hab ich sie wieder runtergeschmissen, aber jetzt krieg ich ja doch wieder Lust drauf! Hm!

  2. Kiya said,

    Da Jugendsprache vorkommt, mag ich keine Übersetzung lesen, einige Rezensenten fanden die wohl auch nicht so toll („yeah“ ;-)). Also vielleicht lieber auf Englisch?

    Ansonsten: wenn du mehr Sex und Gewalt magst, kannst du es ja auch mit der „Women of the Otherworld“-Reihe probieren (falls du sie noch nicht kennst).

  3. irina said,

    Oh nein, nicht schon wieder diese Yeah-Geschichte! Die hatten wir auch schon bei „Drei Wünsche hast du frei“ (ebenfalls bei Pan erschienen)! Vielleicht sollte ich doch auch eher zum Original greifen, falls überhaupt!

    Band 1 der „Women of the Otherworld“-Serie kenn ich. Die hat mir gar nicht gefallen.

  4. Kiya said,

    Oh, ich hab den ersten Band auch schon da (als Mängelexemplar gefunden…). Eigentlich bin ich nicht so ein Werwolf-Fan, aber nachdem mir „Darkest Powers“ doch ziemlich gut gefallen hat, freue ich mich eigentlich darauf.

    Warum hat’s dir denn nicht gefallen?

  5. irina said,

    Ich fand die Figuren total unsympathisch und die Geschichte ziemlich langweilig, außerdem mochte ich die Werwolf-Welt von Armstrong nicht besonders. Lag mir gar nicht – aber das muss ja nichts heißen! 🙂

  6. Kiya said,

    Hm, dann besteht bestimmt eine gewisse Chance, daß dir auch „Darkest Powers“ nicht zusagt.
    Ich fand den Hintergrund eigentlich sehr interessant. Vielleicht kannst du ja (wie ich) mit Hexen, Nekromanten etc. auch mehr anfangen als mit den Werwölfen – da du Lust auf’s Lesen bekommen hast, würde ich sagen: probier’s doch einfach. Schlimmstenfalls wird’s kein Lieblingsbuch (dafür ist die Neugierde befriedigt ;-)).

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